Beiträge zur zwangs-"freiwilligen Krankenversicherung" ohne Einkommen - nachträglich erfahren

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ich-ag

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Hallo liebe Mitglieder,
hoffentlich nimmt sich jemand die Zeit, den nachfolgenden Text zu lesen.

ich bin ganz neu in eurer Runde und habe ein Anliegen, das bestimmt viele von euch betrifft.

Erst mal zur Geschichte meines Sohnes, denn um den Burschen geht es hier. Er wurde im Alter von ungefähr 12 Jahren krank. Bekam immer öfter Ohnmachtsanfälle und hat sich mehr durch die Schule gequält, als gelernt. Im Laufe der Jahre kam heraus, dass er an Borderline leidet und dass er Autist ist. Bei den Ärzten und Krankenhäusern, sowie auch in der Schule wurde er laufend als Simulant dargestellt. Mobbing vom Feinsten war an der Tagesordnung. Nach 8 Jahren, das war 2015 wurde durch Zufall entdeckt, dass er einen Babykopf großen Tumor hat, der dann entfernt wurde. Sein Zustand hat sich danach allerdings nicht wirklich gebessert. Inzwischen ist der junge Mann 23 und muss jeder körperlichen Anstrngung aus dem Weg gehen, ansonsten landet er wieder im Krankenhaus. Als er 14 war habe ich mich von meinem Mann getrennt und scheiden lassen, da auch dieser laufend an ihn ging. Ich nenne das Verhältnis zwischen den beiden mal "seelische Grausamkeit", denn statt sich mit ihm zu beschäftigen und seine multiple Hochbegabung zu fördern, hat mein Mann den Burschen künstlich klein gehalten, ihm jegliche Aufgabe abgenommen, seinen Fragen ausgewichen und dargestellt, als wäre er zu dumm, um etwas zu lernen.

Fazit, es tat nicht gut, die beiden unter einem Dach zu lassen, darum habe ich den jungen Mann mit meinem Einkommen alleine durchgezogen. Da ich selbst erwerbsgemindert bin, lebe ich von einer kleinen Rente und dem Einkommen aus 3 Arbeitsstunden täglich. Unterhalt bekam ich keinen, weder für meinen Sohn, noch für mich. Das musste für unseren Lebensunterhalt reichen und ich muss damit auch noch die Schulden aus der Ehe, das sind zur Zeit 520,00 Euro monatlich abbezahlen. Jegliche Hilfen von Behörden wurden abgelehnt. Meine eigene Gesundheit ging im Laufe der Jahre immer weiter in den Keller, denn ich bin nur noch am kämpfen, wie ich mit meinem Sohn einigermaßen über Wasser bleibe. Letzte Diagnose ist Pseudodemnz, die aus Depressionen entstanden ist. Seit letztem Jahr wohnen wir wieder mit meinem Ex-Mann zusammen, da ich die Kündigung wegen Eigenbedarf erhalten habe. Trotz der vielen Krankheiten und Gebrechen meines Sohnes und mir, wurde von den Gerichten entschieden, dass wir die Wohnung verlassen müssen. Ich habe über 2 Jahre krampfhaft nach einer neuen Bleibe gesucht und keine erhalten. Wer will schon eine ältere Frau, die Rente bekommt mit einem Sohn, der in diesem Alter kein Einkommen und keine Ausbildung hat. Bis jetzt läuft das Zusammenleben recht gut, das liegt vielleicht auch daran, dass unser Sohn inzwischen über 20 ist und ich als Puffer dazwischen stehe.

Letztes Jahr hat sich dann aber doch mal etwas getan, er erhielt eine Maßnahme vom Arbeitsamt im BvB MAut. Die Tests, die er durchläuft haben ergeben, dass er im Geiste bei Hochschul- und Universitätsabsolventen schwebt und das mit einem Qualifizierten Hauptschulabschluss. Die Maßnahme läuft seit dem 05.11.2018, bei der er eine kleine Hilfe zum Lebensunterhalt bekommt.

Und jetzt die eigentliche Schandtat unseres Sozialgesetztes:
Die Anträge wurden Anfang letzten Jahres gestellt, da war er noch 22 Jahre alt. Da das ganze sehr lange gedauert hat, ging das über seinen 23. Geburtstag hinaus und jetzt will die Krankenkasse, dass er für die Zeit vom Geburtstag ab, bis die Maßnahme anfing freiwillige Beiträge bezahlt. Von was bitte schön?

Die Kasse hat noch 2 Monate vor seinem Geburtstag eine Überprüfung der Familienversicherung durchgeführt. Der Bursche ist zu 50 % behindert (Ausweis) und ist in Pflegestufe 1. Da dies der Kasse bekannt ist, habe ich angenommen, dass die Prüfung für die Zeit nach seinem Geburtstag ist, warum sollen die sonst so kurz davor noch prüfen? Ende November, also 2 Monate nach seinem Geburtstag, habe ich dann erfahren, dass er nicht mehr versichert ist und dass er zwangs-freiwillig versichert wird und er dafür gefälligst Beiträge zu zahlen hat. Der Bescheid über fast 300,-- Euro habe ich gestern bekommen.

Da weder er noch ich diesen Betrag bezahlen können, ist meine Frage, was ich dagegen tun kann, oder zu wem ich gehen kann?
 

Couchhartzer

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Da weder er noch ich diesen Betrag bezahlen können, ist meine Frage, was ich dagegen tun kann, oder zu wem ich gehen kann?
Zu einem Rechtsanwalt mit Fachrichtung Sozialrecht, denn der sollte aufgrund seine Fachqualifikation am zweckmäßigsten dabei helfen können.
Und bei aktiven Leistungsbezug nach SGB sollte sowohl deinem Sohn, als auch dir, Beratungskostenhilfe, sowie im Falle eines notwendigen Soziagerichtsverfahrens auch Prozesskostenhilfe, zustehen.
 
Zuletzt bearbeitet:

ich-ag

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Zu einem Rechtsanwalt mit Fachrichtung Sozialrecht, denn der sollte aufgrund seine Fachqualifikation am zweckmäßigsten dabei helfen können.
Und bei aktiven Leistungsbezug nach SGB sollte sowohl deinem Sohn, als auch dir, Beratungskostenhilfe, sowie im Falle eines notwendigen Soziagerichtsverfahrens auch Prozesskostenhilfe, zustehen.

Vielen Dank für den schnellen Rat. Die Krankenkasse hat mich heute wegen einer anderen Sache angerufen. Denen habe ich das auch nochmal geschildert. Die Beraterin hat ein Telefonat mit der Fachabteilung veranlasst, auf das ich jetzt warte. Bin gespannt, was dabei raus kommt.
Falls die darauf beharren, was ich ganz stark vermute, werde ich tatsächlich zu einem Anwalt gehen müssen.

Nochmal vielen herzlichen Dank!
 

Kerstin_K

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Hör auf mit der KK zu telefonieren. Der Sachverhalt ist docj viel zu kompliziert, um das am telefonisch zu klären. Und Du hast nichts in der Hand.

Du musst für die KK auch nict telefonisch erreichbar sein.
 

ich-ag

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Hallo Leute,

es hat sich doch etwas bewegt.
Heute habe ich ein Telefonat mit der Krankenkasse gehabt. Ich soll Widerspruch einlegen und die gleiche Begründung verwenden, wie in der Mail von Vorgestern. Die Kasse wird den Bescheid wegen Verfahrensfehler abwenden. Das bedeutet, dass mein Sohn von der Kasse beitragsfrei bis 05.11.2018 weitergeführt wird. Danach ist er über die Maßnahme selbst versichert.

Ihr glaubt nicht, wie erleichtert ich bin.
 

verona

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Hör auf mit der KK zu telefonieren. Der Sachverhalt ist docj viel zu kompliziert, um das am telefonisch zu klären. Und Du hast nichts in der Hand.

Du musst für die KK auch nict telefonisch erreichbar sein.

Für das JC sicherlich nein Aber warum nicht für die KK? Und von -müssen- kann hier nicht die Rede sein.
 

Kerstin_K

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Scheint ja in diesen Fall geklappt zu haben, aber generell kann sowas auch mal schief gehen. Und vom Tisch ist die Sache sowieso erst, wenn der Abhilfebescheid da ist.
 
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