Beim Fallmanager: Was und wieviel muss ich eigentlich sprechen?

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Wald

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Hallo,

ich soll zu einem Gespräch wegen einer evtl. Maßnahme (Einladung). Dabei sein werden mein Fallmanager, der mich nicht leiden kann und es im Gespräch auch nicht immer so genau mit der Wahrheit nimmt, also z.B. Dinge, der er mir sagt, 10 Minuten später abstreitet, gesagt zu haben und ein Vertreter der vorgesehenen Sinnlosmaßnahme.

Nun meine Frage: Welche Pflichten gibt es für einen Hartz IV Empfänger bei einem solchen Gespräch? Vorab muss ich sagen, dass ich leider überhaupt keine Chance habe, einen Beistand mitzunehmen.

Meine primäre Frage

Muss ich wie vor Gericht als Zeuge auf jede Frage des Fallmanagers antworten, gibt es also so etwas wie eine „Aussage-Pflicht“ direkt vor Ort und unverzüglich?

Oder habe ich die Möglichkeit, freundlich Fragen z.B. zu notieren, darauf zu verweisen, dass man verstehen müsse, dass ich bei einem 2:4 Augen Prinzip und derlei wichtigen Entscheidungen für meinen weiteren Berufsweg persönlich Rechtssicherheit als sehr wichtig erachte und mich aus diesem Grund gerne aber schriftlich äußern möchte, damit es nicht aus der puren Erinnerung heraus zu Fehlinterpretationen kommt, was den Gesprächsverlauf des Termins angeht.

Muss man also direkt im Termin sofort und auf alles Antwort geben, was der Fallmanager vorbringt, und muss ich dem Vertreter der Maßnahme-Firma, der zusätzlich dabei sein wird und mit dem ich in keinerlei Rechtsverhältnis stehe, überhaupt etwas beantworten?

Über etwas Klarheit würde ich mich wirklich sehr freuen.

Liebe Grüße

Wald
 

Ollunddoll

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Nun, Du kannst Dir auf jeden Fall einen "Beistand" mitnehmen, dann ist zumindest das Gleichgewicht hergestestellt.
Wenn Du niemanden hast, kannst Du hier im Forum suchen:

Information - Suche/Biete Begleitung zur ARGE/Jobcenter im Erwerbslosen Forum Deutschland

Ich würde, wenn überhaupt, die Fragen nach meiner Ausbildung beantworten.
Was Du nicht beantworten musst, sind Fragen nach irgendwelchen Krankheiten, es sei denn, Du hast Einschränkungen bezüglich Deiner Leistungsfähigkeit, aber dann sagst Du z.B. nur, ich darf nicht über 5kg heben, ich kann nicht über Kopf arbeiten.
Ansonsten .... so wenig wie möglich und nur so viel wie unbedingt nötig sagen.

Nichts vor Ort unterschreiben, Du hast das Recht, alles in Ruhe zu Hause zu überprüfen. Lass Dich da nicht einschüchtern
 

gelibeh

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Muss man also direkt im Termin sofort und auf alles Antwort geben, was der Fallmanager vorbringt, und muss ich dem Vertreter der Maßnahme-Firma, der zusätzlich dabei sein wird
Wieso in da ein wildfremder Mensch dabei, der nicht Angestellter des Jobcenters ist? Wie sieht das da mit Datenschutz aus. Da wäre ich mit dem was ich sage, sehr sparsam.
 
S

silka

Gast
Meine primäre Frage
Muss ich wie vor Gericht als Zeuge auf jede Frage des Fallmanagers antworten, gibt es also so etwas wie eine „Aussage-Pflicht“ direkt vor Ort und unverzüglich?
Oder habe ich die Möglichkeit, freundlich Fragen z.B. zu notieren, darauf zu verweisen, dass man verstehen müsse, dass ich bei einem 2:4 Augen Prinzip und derlei wichtigen Entscheidungen für meinen weiteren Berufsweg persönlich Rechtssicherheit als sehr wichtig erachte und mich aus diesem Grund gerne aber schriftlich äußern möchte, damit es nicht aus der puren Erinnerung heraus zu Fehlinterpretationen kommt, was den Gesprächsverlauf des Termins angeht.
Muss man also direkt im Termin sofort und auf alles Antwort geben, was der Fallmanager vorbringt, und muss ich dem Vertreter der Maßnahme-Firma, der zusätzlich dabei sein wird und mit dem ich in keinerlei Rechtsverhältnis stehe, überhaupt etwas beantworten?
Über etwas Klarheit würde ich mich wirklich sehr freuen.
Du scheinst dir schon ganz gute Klarheit verschafft zu haben.
Ergänzend:
1. Nein, man muß vorab nicht mitteilen, ob man einen Beistand mitbringt oder nicht.
2. Nein, diese Art von Mitwirkungspflicht gibt es im SGB II nicht. Du bist schließlich kein Zeuge, sondern ein Betroffener.
Vor Gericht wirst du auch extra auf deine Pflichten als Zeuge hingewiesen. Du kannst also gern aufmerksam zuhören und selbst frei entscheiden, ob du antworten möchtest oder nicht. Schließlich beeinhaltet ein solches Gespräch auch meist einen Anteil smalltalk.
3. Selbstverständlich kannst du dir Notizen machen, gern auch um Wiederholung des Gesagten bitten, damit du das auch nicht falsch verstehst.
4. Nein, daß man sich nachträglich schriftlich äußern kann, ist nicht üblich. Obs erlaubt wird, weiß ich nicht. Frag doch---dazu mußt du aber reden;-)
5. Der Vertreter des MT wird seine Maßnahme darstellen und wohl nur reine Selbstdarstellung betreiben. Du hast mit ihm keinerlei Vertrag oder verpflichtende Vereinbarung. Demzufolge mußt du dem nichts antworten, wenn er dich direkt fragt.
6. Dein weiterer Berufsweg wird sicher nicht durch eine Sinnlosmaßnahme beeinflußt. Achte auf deine Gedanken und deine Äußerungen, beides sollte sich nicht widersprechen.
7. Wenn du einer EGV richtigerweise nicht sofort durch Unterschrift zustimmst, kann es passieren (weil die beiden Typen sowieso nicht glauben, daß eine freiwillige EGV zustandekommt) daß gleich eine EGV-VA draus gemacht wird. Das ist dann eine andere *Qualität*.
 
S

silka

Gast
Wieso in da ein wildfremder Mensch dabei, der nicht Angestellter des Jobcenters ist? Wie sieht das da mit Datenschutz aus. Da wäre ich mit dem was ich sage, sehr sparsam.
Wieso?
Es ist schon eine *Sinnlosmaßnahme* vorgesehen.
Da ist es nicht selten, daß einer vom MT erst mal guckt, was er da *nehmen soll*.
Wieso Datenschutz???
Der TE will doch sowieso möglichst überhaupt nichts sagen.
;-))
 

Roter Bock

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@Wald

grundsätzlich keine persönlichen Fragen beantworten, z. B. solche wie es Dir geht, ob Schulden da sind, Deine Beziehungen betreffend oder Dritte (Partner, Kinder...) das geht die nichts an.

Trainiere Fragen mit Gegenfragen zu beantworten.

Wenn Du eine Frage nicht beantworten willst beantworte sie nicht.
Rhetorische Fragen wie z. B. "Sie werden es doch auch finden, das die Massnahme sie wieder in Arbeit bringt..." mit "Das sehe ich anders beantworten". Unterstellungen in der Art "Sie wollen doch keine Arbeit" z. B. mit "das ist Ihre Meinung" beantworten.

Notizen sind hier nur für einen selbst zu gebrauchen, sonst nicht. Wenn Du keinen Beistand hast - kannst Du Dein Gegenüber nie festnageln.

Massnahmen beeinflussen im Gegensatz zu Silkas Aussage sehr wohl Deinen Berufsweg und Du findest Dich dann in der Regel in prekärer Arbeit wieder. Das musst Du selbst entscheiden.

Massnahmen kontert man am besten mit konkreten eigenen Vorschlägen zur Fort- und Weiterbildung - vorbereiten und Kurs im Kursnet raussuchen der Dich weiterbringt. Den Fuzzi von der Massnahme möglichst ignorieren - wenn es geht am besten so tun als ob er nicht im Raum ist, dafür auf SB zentrieren. Ihn auf die Daten verweisen die von Dir schon eingegeben sind - das muss ihm reichen.

Lass Sie mental nicht dicht an Dich ran.

Roter Bock

P.S. Sinnlosmassnahme schreibt man ohne * wenn man das mit * schreibt kann man auch DDR als "DDR" schreiben wie die BILD-Zeitung früher. Massnahmen von denen sind nie sinnvoll, weil keine echte Weiterbildung. Es heisst Sinnlosmassnahmen ohne "*"
 

Barrayar

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(...) und muss ich dem Vertreter der Maßnahme-Firma, der zusätzlich dabei sein wird und mit dem ich in keinerlei Rechtsverhältnis stehe, (...)

Hier habe ich ein oder zwei Fragen. Darf dieser überhaupt dabei sein? Und kann man diesen unbekannten Person von .... auffordern den Raum zu verlassen, da seine Anwesenheit nicht erwünscht ist oder den Fallmanager deutlich zum Ausdruck bringen das seine/Ihre Anwesenheit nicht erwünscht ist? Existiert hier also ne bestimmte Paragraph um das zu verdeutlichen?
 
N

Nustel

Gast
Hallo,

ich soll zu einem Gespräch wegen einer evtl. Maßnahme (Einladung). Dabei sein werden mein Fallmanager, der mich nicht leiden kann und es im Gespräch auch nicht immer so genau mit der Wahrheit nimmt, also z.B. Dinge, der er mir sagt, 10 Minuten später abstreitet, gesagt zu haben und ein Vertreter der vorgesehenen Sinnlosmaßnahme.

Nun meine Frage: Welche Pflichten gibt es für einen Hartz IV Empfänger bei einem solchen Gespräch? Vorab muss ich sagen, dass ich leider überhaupt keine Chance habe, einen Beistand mitzunehmen.

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Muss ich wie vor Gericht als Zeuge auf jede Frage des Fallmanagers antworten, gibt es also so etwas wie eine „Aussage-Pflicht“ direkt vor Ort und unverzüglich?

Oder habe ich die Möglichkeit, freundlich Fragen z.B. zu notieren, darauf zu verweisen, dass man verstehen müsse, dass ich bei einem 2:4 Augen Prinzip und derlei wichtigen Entscheidungen für meinen weiteren Berufsweg persönlich Rechtssicherheit als sehr wichtig erachte und mich aus diesem Grund gerne aber schriftlich äußern möchte, damit es nicht aus der puren Erinnerung heraus zu Fehlinterpretationen kommt, was den Gesprächsverlauf des Termins angeht.

Muss man also direkt im Termin sofort und auf alles Antwort geben, was der Fallmanager vorbringt, und muss ich dem Vertreter der Maßnahme-Firma, der zusätzlich dabei sein wird und mit dem ich in keinerlei Rechtsverhältnis stehe, überhaupt etwas beantworten?

Über etwas Klarheit würde ich mich wirklich sehr freuen.

Liebe Grüße

Wald
Eine Maßnahme gibt es erst nach unterschriebener EGV.
Ob Dein Fall mensch Dich leiden kann spielt keine Rolle.

Du kannst ihn auch nicht leiden,oder?

Also berufe Dich auf Deine Stärken, Qualifikationen, Berufsziele.

Fallmenschen oder Neudeutsch Integrationsfachkräfte haben meist einen gescheiterten Lebenslauf sonst wären sie nicht da wo sie nun sind.
Manche der Sorte Mensch bilden sich ein nach zwei Jahren Chef zu werrden, äääh ääh, das sind Träumereien. Das schaffen genauso wenige wie bei Dieter Bohlen Stars zu werden. :)

Berufe Dich darauf, das ER die Pflicht hat Dich in einen sozialversicherungspflichtigen Job nach XY Tarif zu vermitteln.

Notieren ist gut, Du hast aber die Möglichkeit zu verlangen das ER das Gesprächsprotokoll ausdruckt. Sollte ER das nicht wollen, zum Teamleiter und beschweren.

Ohne Beistand ist es schwer, klar, aber RUHE bewahren und setz Deine Möglichkeiten durch. Durchatmen!
 

Wald

Neu hier...
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Hallo,

vielen Dank für die zahlreichen Hinweise. Ich nehme sie gerne auf und werde sie umsetzen.

Ach ja, vom Leistungsbezieher verlangt man gerne akribische Genauigkeit. Vorbild durch Vormachen wäre dazu eine gute Ergänzung von der anderen Seite.

Ich möchte in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass der auf der Rückseite der Einladung aufgedruckte Fahrgutschein für den Termin laut Auskunft des Verkehrsbetriebes ungültig ist, weil er nämlich für eine andere Person ausgestellt ist. Der Vorname ist zwar identisch, der Nachname aber völlig anders, nicht einmal im Ansatz ähnlich.

Wald
 
E

ExitUser

Gast
Sitzt ein nicht dem Jobcenter angehöriger Mensch in einem Jobcenter-Gespräch mit mir, lasse ich mir die Anwesenheit der Person bestätigen, verabschiede mich höflichst und schicke einen ausführlichen Brief an den Datenschutzmicha.
Schlimm genug, dass jeder Kasperle der da arbeitet, meine Akte einsehen kann - da brauch nicht noch ein Sklavenhändler potenzielle Ware begutachten.
 
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