Bei Krankheit während der Arbeitslosigkeit nur sechs Monate Anspruch auf ALG1?

walkon75

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Berechung Zeitraum und Höhe von ALG1

Hallo,

bei mir sind ein paar Besonderheiten aufgetreten, daher bin ich mir bezüglich unsicher.

17 Jahre Beschäftigung ohne Unterbrechnung
2 Monate Transfergesellschaft
4 Monate Beschäftigung
6 Monaten Transfergesellschaft
4 Monate arbeitslos
7 Monate Beschäftigung (arbeitsunfähig und gekündigt)

Bezüglich der Berechnung des Beschäftigungszeitraums verstehe ich es doch richtig. Das ich eigentlich 12 Monate ALG1 bekommen würde, aber durch meine 4 Monate Arbeitslosigkeit vor der Beschäftigung nur noch 8 Monate ALG1 erhalten würde. Ist dies korrekt?

Bezüglich der Berechnung verstehe ich es doch richtig, dass in die Berechnung weder das Krankgeld einbezogen wird (da ebenfalls Lohnersatzleistung) und auch nicht das Geld der Transfergesellschaft, da es sich ja hier auch nicht um etwas anderes als Kurzarbeitgeld handelt. Also würde man nur das Geld der richtigen Beschäftigungen mit einrechnen. Werden die Monate der Arbeitsunfähigkeit einfach rausgerechnet oder wie genau rechnet sich das jetzt??

vielen dank im voraus
 

walkon75

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Hallo,

habe ich das richtig verstanden, dass wenn ich arbeitslos bin und dann arbeitsunfähig werde (psychisch) und durch den Arzt der AfA festgestellt wird, dass ich voraussichtlich länger als 6 Monate krank sein werde, ich nur noch Anrecht auf Hartz 4 habe und nur wenn mein Ausfalldatum unter 6 Monate sein würde, nur in diesem Fall ALG1 bekäme?

Ganz egal wie lange ich vorher auch gearbeitet habe?
 

Fritz Fleißig

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AW: Berechung Zeitraum und Höhe von ALG1

Solche Ferndiagnosen sind immer problematisch, weil man alle Einzelheiten kennen muß. Ich versuche es mal trotzdem, soweit es aus deinen Angaben hervorgeht.

1. Für einen gänzlich neuen Anspruch auf ALG braucht man mindestens 12 Monate Versicherungszeit in den letzten zwei Jahren vor Eintritt der Arbeitslosigkeit, die nicht schon in einen alten Anspruch eingearbeitet worden sind. Die letzten sieben Monate Beschäftigung bei dir reichen dazu nicht aus. Du kannst also lediglich den alten Rest in Anspruch nehmen, der noch von deiner letzten Arbeitslosenphase übrig ist.

2. Da es hier um einen alten Rest geht, ist die Höhe des ALG mit dem identisch, was du damals bekommen hast.

3. Die Versicherungszeiten, welche vor der 4-monatigen Arbeitslosigkeit liegen, sind alle schon in den damals entstandenen alten Anspruch eingerechnet.

4. "Lohnersatzleistung" ist ein steuerlicher Begriff. Für die Höhe des ALG sind Monate mit "Anspruch auf Arbeitsentgelt" in den letzten 12 oder 24 Monaten maßgebend. Ausnahmen findest du in § 150 und § 151 SGB III. Die Beschäftigung in einer Transfergesellschaft ist aus meiner Sicht eine SV-pflichtige Beschäftigung wie jede andere auch und nicht mit Kurzarbeitergeld zu vergleichen, weil du vermutlich deine Arbeitszeit nicht reduziert hast. Das kann aber dahingestellt bleiben, weil du so oder so lediglich deine alte ALG-Leistung bekommen kannst.

5. Du bekommst, wenn du vor deiner letzten Arbeitslosenphase einen Anspruch auf 12 Monate ALG hattest (was ich anhand deiner Schilderung vermute und du nicht zu den Älteren gehörst) jetzt noch für 12 - 4 = 8 Monate ALG.

6. Zusammengefaßt sind deine letzten sieben Monate Beschäftigung derzeit(!) unwichtig, sowohl bezüglich der Anspruchsdauer als auch bezüglich der Höhe des ALG. Sie können erst später bedeutsam werden, wenn weitere Versicherungszeiten hinzukommen, so daß eine neuer Anspruch entsteht.
 

Curt The Cat

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AW: Arbeitsunfähigkeite während Arbeitslosigkeit

Moinsen walkon75,

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Fritz Fleißig

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habe ich das richtig verstanden, dass wenn ich arbeitslos bin und dann arbeitsunfähig werde (psychisch) und durch den Arzt der AfA festgestellt wird, dass ich voraussichtlich länger als 6 Monate krank sein werde, ich nur noch Anrecht auf Hartz 4 habe und nur wenn mein Ausfalldatum unter 6 Monate sein würde, nur in diesem Fall ALG1 bekäme?
Nein, das ist falsch. Wenn du während des Bezuges von ALG arbeitsunfähig erkrankst, bekommst du für sechs Wochen Fortzahlung des ALG. Danach steht dir Krankengeld in gleicher Höhe zu und die ALG-Zahlung wird beendet. Für das KG gelten die üblichen Vorschriften der KV.

Deine Arbeitslosmeldung erlischt nach mehr als sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit. Ich bezweifele, daß sich die AfA dann überhaupt noch für dich interessieren wird, denn nun ist erst einmal die KV mit KG für dich zuständig und muß zahlen.

Die Frist von sechs Monaten ist bei Anträgen auf EM-Rente und eventuell bei der damit verbundenen Nahtlosigkeitsregelung für ALG bedeutsam, aber nicht für den Normalfall der Erkrankung während ALG-Bezug.

Nachtrag: ich sehe gerade, daß hier der Moderator zwei Fragen von dir zusammengefügt hat...
 

walkon75

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1. Für einen gänzlich neuen Anspruch auf ALG braucht man mindestens 12 Monate Versicherungszeit in den letzten zwei Jahren vor Eintritt der Arbeitslosigkeit, die nicht schon in einen alten Anspruch eingearbeitet worden sind. Die letzten sieben Monate Beschäftigung bei dir reichen dazu nicht aus. Du kannst also lediglich den alten Rest in Anspruch nehmen, der noch von deiner letzten Arbeitslosenphase übrig ist.

2. Da es hier um einen alten Rest geht, ist die Höhe des ALG mit dem identisch, was du damals bekommen hast.

3. Die Versicherungszeiten, welche vor der 4-monatigen Arbeitslosigkeit liegen, sind alle schon in den damals entstandenen alten Anspruch eingerechnet.

4. "Lohnersatzleistung" ist ein steuerlicher Begriff. Für die Höhe des ALG sind Monate mit "Anspruch auf Arbeitsentgelt" in den letzten 12 oder 24 Monaten maßgebend. Ausnahmen findest du in § 150 und § 151 SGB III. Die Beschäftigung in einer Transfergesellschaft ist aus meiner Sicht eine SV-pflichtige Beschäftigung wie jede andere auch und nicht mit Kurzarbeitergeld zu vergleichen, weil du vermutlich deine Arbeitszeit nicht reduziert hast. Das kann aber dahingestellt bleiben, weil du so oder so lediglich deine alte ALG-Leistung bekommen kannst.

5. Du bekommst, wenn du vor deiner letzten Arbeitslosenphase einen Anspruch auf 12 Monate ALG hattest (was ich anhand deiner Schilderung vermute und du nicht zu den Älteren gehörst) jetzt noch für 12 - 4 = 8 Monate ALG.

6. Zusammengefaßt sind deine letzten sieben Monate Beschäftigung derzeit(!) unwichtig, sowohl bezüglich der Anspruchsdauer als auch bezüglich der Höhe des ALG. Sie können erst später bedeutsam werden, wenn weitere Versicherungszeiten hinzukommen, so daß eine neuer Anspruch entsteht.

oke. Das hilft mir schon mal weiter.

Die letzten 7 Monaten werden überhaupt nicht in Betracht gezogen? Das frage ich deshalb weil ich da deutlich mehr verdient habe, als in der Zeit zuvor:-(
 

walkon75

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AW: Arbeitsunfähigkeite während Arbeitslosigkeit

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Ich gelobe Besserung. Vielen Dank für den Hinweis. Übrigens ein ganz tolles Forum!!!!
 

Fritz Fleißig

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AW: Berechung Zeitraum und Höhe von ALG1

Die letzten 7 Monaten werden überhaupt nicht in Betracht gezogen? Das frage ich deshalb weil ich da deutlich mehr verdient habe, als in der Zeit zuvor:-(
Richtig verstanden. Die erwähnten sieben Monate können nur wichtig werden, wenn überhaupt ein neuer Anspruch entsteht, bei dem auch neu berechnet werden müßte. Hierfür bräuchtest du aber mindestens zwölf bislang unberücksichtigte Monate SV-pflichtiger Beschäftigung. Dies liegt bei dir nicht vor. Die Monate vor deiner letzten Arbeitslosigkeit sind alle schon "verarbeitet".

Also hast du derzeit nur den Rest des alten Anspruchs in alter Höhe.
 

walkon75

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Ganz toll wer kommt auf solche Regelungen?!

Der Unterschied zwischen dem jetzigen Krankengeld und dem Leistunganspruch den ich damals bezogen habe, ist ganz schon viel....
 

walkon75

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was ich allerdings nicht verstehe.

Als ich mich arbeitslos meldete (weil halt gekündigt), musste ich trotzdem sämliche arbeitsbescheinigungen anfragen (auch bei meiner letzten Firma). Wenn das doch nicht in die Berechnung miteingeht, warum brauchten die das das denn zum damaligen zeitpunkt? Letztendlich ist es durch die Arbeitsunfähigkeit aber nur zur Weitergabe gekommen...
 

Fritz Fleißig

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Im Antrag für ALG wird immer nach Beitragszeiten der letzten Jahre (ich glaube der letzten fünf Jahre) gefragt, sofern diese Unterlagen der AfA nicht schon vorliegen. Grund ist, daß bei Älteren bis zu fünf Jahre zurückliegende Versicherungszeiten für die Dauer des Anspruchs bedeutsam sein können - nicht müssen. Genauso kann man auch bei dir erst nach Vorlage aller Unterlagen verbindlich feststellen, wie die Verhältnisse eigentlich liegen und was zu berücksichtigen ist.

Die gesetzlichen Regelungen sind nun einmal so, ob sie dir sympathisch sind oder nicht - übrigens schon seit vielen Jahren und nicht erst seit gestern. Ein neuer Anspruch auf ALG mit neuer Berechnung entsteht erst nach 12 Monaten Versicherungszeit innerhalb der letzten zwei Jahre, von gewissen Ausnahmefällen (ständig nur kurzfristig Beschäftigte) mal abgesehen. Die letzten sieben Monate Beschäftigung helfen dir derzeit leider nicht.
 

Fritz Fleißig

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Beim nochmaligen Lesen kommen mir Zweifel, wie du die letzte Beschäftigungszeit von sieben Monaten eigentlich berechnet hast, ob mit oder ohne KG-Bezug. Versicherungszeit in der Arbeitslosenversicherung ist einerseits die Beschäftigungszeit beim Arbeitgeber einschließlich Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, andererseits aber auch die Zeit einer anschließenden KG-Zahlung durch die KK - egal ob der Arbeitsvertrag schon gekündigt ist oder nicht.

Die Zeit der KG-Zahlung gehört also zu deinen Versicherungszeiten. Falls du das nicht richtig berücksichtigt hattest, könnte es sein, daß bei korrekter Berechnung durchaus die schon genannten zwölf Monate Pflichtversicherungszeiten innerhalb der letzten zwei Jahre und damit ein gänzlich neuer Anspruch auf ALG zusammenkommen könnten. Stelle bitte nochmal klar, wie das gemeint war.
 
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