Bei einer Fahrkartenkontrolle stellte sich heraus, dass mein Ermäßigungsausweis abgelaufen war. Muss ich jetzt 60 EUR zahlen oder lässt sich das abwenden?

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chromoxidgruen

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Hallo,

Gestern bin ich in eine Fahrkartenkontrolle geraten und machte dann ein ziemlich dummes Gesicht, als der Kontrolleur meinte, mein Ermäßigungsausweis für meine ermäßigte Fahrkarte wär abgelaufen. Ich hab gesagt, dann hätte ich wohl versehentlich den falschen Ausweis eingesteckt und müsste den mit dem richtigen Datum nachzeigen. Bis mir gedämmert ist, dass der richtige Ausweis gar nicht existiert. Da ich nur sehr selten Bus&Bahn fahre, hatte ich nach der Bewilligung des letzten ALG-II-Antrags versäumt, mir wieder einen neuen Ermäßigungsausweis zu besorgen. Dumm gelaufen.

Die Berechtigung für den Ausweis hatte/habe ich, da ich weiterhin im ALG-II-Bezug bin, aber wie gesagt hatte ich nicht daran gedacht, den Ausweis zu beantragen. Fahrkarte für die Strecke hatte ich auch. Hat jemand Erfahrung mit so einer Situation und weiß, ob und wie ich aus der Nummer mit den 60 EUR für angebliches Schwarzfahren rauskomme? Den Ausweis werde ich mir morgen besorgen, aber der gilt ja nicht rückwirkend für den ganzen Bewilligungszeitraum, oder?

Danke im voraus.
 

isso

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Wenn wir die Trägerkarte bei uns ausstellen, dann ist die datiert. Das hieße, zumindest bei uns würde aiffaölen, dass die Ausstellung nach der Kontrolle erfolgt ist. Somit wäeen 60,00 Euro und nicht 7,00 Euro Bearbeitungsgebühr fällig.

Die Frage ist halt wie der Ausweis oder die Trägerkarte bei euch aufgebaut ist. Wenn das Ausstellungsdatum festgehalten wird, wird es schwierig. Denn nur weil jemand berechtigt ist, nutzt er es ja nicht unbedingt. Brauchen tut es dann schon die tatsächliche Ausstellung.
 

Buchfan

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Moin! Ich bin auch kürzlich in eine Kontrolle des Nahverkehrs geraten und konnte keinen Fahrausweis vorzeigen, nur von der Hinfahrt. Mein Zug war ausgefallen, ein Ersatzzug wurde kurzfristig 20 Minuten später eingesetzt, als ich schon in der Bahn zum Bahnsteighofshalle war. Ich bin zum Bahnsteig zurückgehechtet und konnte den Zug in letzter Minute erwischen. Als die Kontrolle kam, habe ich gleich den Arm gehoben, aber eine Nachlösung war nicht möglich.
Ich habe dann die Verkehrsgesellschaft angerufen und den Vorfall geschildert. Anschl. habe ich ein ausführliches Schreiben verfaßt und erklärt, dass ich Grundsicherung im Alter beziehe und 60€ Strafe bedeuten würde, dass ich über 10 Tage nichts zu essen hätte. Es kam dann eine Antwort, wonach ich auf Kulanzbasis nur 20€ zu zahlen hätte. Das fand ich korrekt.
Viel Glück!
 

grün_fink

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Bei uns kosten solche Schusseleien beim Verkehrsverbund für Regelbedarfsempfänger 30€, also die Hälfte. Muss man in das Büro am Hauptbahnhof der Metropolstadt gehen und den Leistungsbezug nachweisen. Das hatte ich schon 2mal in Anspruch genommen, im großen Abstand.
Einmal war ich echt so doof, ohne Fahrkarte 2 Stationen U-Bahn fahren zu wollen und wurde erwischt.
Andermal hatte ich alles mögliche daheim vergessen, auch die Fahrkarte und auch Geld und bemerkte es erst spät in der Stadt und wurde auf der Rückfahrt erwischt. Hatte nichmal einen Ausweis oder ähnliches dabei.

Versuch macht kluch.
 

chromoxidgruen

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Danke für Eure Rückmeldungen.

Wenn das Ausstellungsdatum festgehalten wird, wird es schwierig.
Hab gerade nachgeschaut, leider wird das Ausstellungsdatum festgehalten. :(

Bei uns kosten solche Schusseleien beim Verkehrsverbund für Regelbedarfsempfänger 30€, also die Hälfte.
Der Zug war von einer Privatbahn. Die Strecke gehört zwar zum Verkehrsverbund, aber laut Knolle soll ich die Fahrkarte direkt beim Bahnbetreiber nachzeigen bzw. an den Bahnbetreiber zahlen. Steht die Halbierung der Gebühr bei Euch in den Tarifbestimmungen vom Verkehrsverbund? Bei uns steht leider nix derartiges drin. :(

Anschl. habe ich ein ausführliches Schreiben verfaßt und erklärt, dass ich Grundsicherung im Alter beziehe und 60€ Strafe bedeuten würde, dass ich über 10 Tage nichts zu essen hätte.
Auf sowas wird es bei mir wohl auch hinaus laufen, versuchen werde ich es auf jeden Fall. Danke für die Anregung. Ob die Privatbahn sich drauf einlässt, steht auf einem anderen Blatt Papier. :(
 

isso

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Bei NWB, Abellio oder Eurobahn, schwierig, versuchen kannst du es. Sowas sind immer Kulanzentscheidungen, die werden nicht in irgendwelchen AGBs stehen.
 

grün_fink

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Genau.
Ich habe es auch nur durch Zufall erfahren, dass ich fragen kann.
War der Nahverkehrsverbund der hiesigen Metropole.
 

isso

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es ist immer der Anbieter, manchmal sind Anbieter und Verbund gleich aber in der Regel ist es immer der Anbieter. Du musst es mit dem klären, der es dir ausgestellt hat.
 

grün_fink

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ich bin einfach da hin gegangen, wo mich die Kontrolleure hin geschickt haben, das stand wohl auch auf dem Papierstück drauf.
Das Büro war vom hiesigen Nahverkehrsverbund der Metropole plus Umland, im Hauptbahnhof der Metropole.

Also du musst da hin gehen, wo dir gesagt wurde und dort dein Begehr nach Ermäßigung vorbringen.
Vielleicht läuft dasa in Corona-Zeiten schriftlich. Dann aber auch dahin, was auf dem Schriftstück steht.
 

Sodele

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Faktisch bist Du ohne Fahrschein unterwegs gewesen, da der ermässigte Dir - zumindest im Moment der Kontrolle - nicht zugestanden hat, da Du keinen gültigen Ermässigungsausweis hattest.
Es ist also auf jeden Fall eine reine Kulanzentscheidung des Betreibers, ob Du eine "Ermässigung" des erhöhten Entgelts zugestanden bekommst, oder nicht!
UND: Adressat Deines Schreibens ist sicherlich auf dem ausgehändigten Beleg des Kontrolleurs aufgedruckt... Also dorthin möglichst "tränenreich" schreiben - und z.B. den Leistungsbezug durch eine Kopie des Bewilligungsbescheides belegen (schreiben kann man ja viel) - dass Dir die 60 €uronen die Lebensbasis für nen gewissen Zeitraum komplett entziehen, Du aber bereit bist, einen angemessene Strafe zu bezahlen.
Und dann abwarten und hoffen!
 

Hyena

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Nimm am besten deinen Bescheid mit und den alten Berechtigungsausweiß - kannst ja ehrlich sagen, dass du es vergessen hast und auch aufgrund Corona nicht jederzeit seine Sachen verlängern kann oder (wer sagt denn, dass die Termine bisher nicht restlos ausgelastet sind dafür?) du hättest es schon versucht und dann einfach vergessen, weil keine Termine vorhanden waren

Meist gibt das Pluspunkte wenn man ehrlich ist (manchmal leider aber auch nicht . . .):giggle:
 

grün_fink

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Bei mir hat Ehrlichkeit gereicht und die Info, dass ich immer nur Sozialhilfe bekomme. Die Tränendrüse brauchte es nicht. Nur die Frage, ob ich eine Ermäßigung bekomme. Mir war das peinlich genug.
 

chromoxidgruen

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Danke. Werde wohl was derartiges versuchen.

Ob es rechtlich sauber ist, in diesem Fall 60 EUR zu verlangen, sei dahingestellt, da dem Unternehmen kein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist, denn der Ermäßigungsausweis kostet nichts.
 

grün_fink

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Nee, versuche es bitte nicht mit dieser Begründung.
Du hattest keinen Ermäßigungsausweis, und demzufolge fehlte die Grundlage für die ermäßigte Fahrkarte. Denn beides gilt nur zusammen.
Wenn du den neuen Ermäßigungsausweis zeitnah an den alten abgelaufenen hattest, nimm den mit als Hinweis, dass du eigentlich dauerhaft Leistungsbezieher bist, also weniger Strafe zahlen möchtest, weil du eben wenig Kohle hast und die volle Strafe zuviel für dich ist.
 

Buchfan

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Das mit der Tränendrüse finde ich albern, aber gut überlegen vorher, was Du wie sagen möchtest, ist bestimmt nicht verkehrt.
 

Muzel

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Isso, wenn man prüft, ob die Fahrkarte zum Träger passt, ist so etwas schon interessant auch strafrechtlich.
 
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