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Behinderung und Eingliederungshilfen

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Martin Behrsing

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#1
Mehrbedarf nutzen

Nürnberg - Das SGB II regelt für erwerbsfähige
Bezieher von Arbeitslosengeld II auch erforderliche Mehrbedarfe zum
pauschalierten Regelsatz im § 21 des Buches. Hier möchte ich auf
einen Umstand aufmerksam machen, der vielleicht so manchem
Leistungsbezieher mit Behinderung noch gar nicht aufgefallen ist und
er somit auch seine Rechte nicht geltend machen konnte, aber auch auf
einen anderen Umstand eingehen, der immer wieder von Usern in den
Foren der Erwerbsloseninitiativen vorgebracht werden. Die Forderung
der Sachbearbeitung der jeweiligen ARGE oder des jeweiligen
Job-Centers, einen konkreten Bedarf nachzuweisen der die Gewährung
dieser 35 % rechtfertigt. Dies ist meiner Ansicht nach rechtswidrig.


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Elo-User/in

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#2
Hier besser lesbar:

Behinderung und Eingliederungshilfen
Sonntag, 7. Juni 2009 von Hans-Jürgen Graf

Mehrbedarf nutzen

Nürnberg - Das SGB II regelt für erwerbsfähige Bezieher von Arbeitslosengeld II auch erforderliche Mehrbedarfe zum pauschalierten Regelsatz im § 21 des Buches. Hier möchte ich auf einen Umstand aufmerksam machen, der vielleicht so manchem Leistungsbezieher mit Behinderung noch gar nicht aufgefallen ist und er somit auch seine Rechte nicht geltend machen konnte, aber auch auf einen anderen Umstand eingehen, der immer wieder von Usern in den Foren der Erwerbsloseninitiativen vorgebracht werden. Die Forderung der Sachbearbeitung der jeweiligen ARGE oder des jeweiligen Job-Centers, einen konkreten Bedarf nachzuweisen der die Gewährung dieser 35 % rechtfertigt. Dies ist meiner Ansicht nach rechtswidrig. Der Wortlaut im § 21 SGB II für einen Mehrbedarf bei Behinderung lautet:

SGB II § 21 Leistungen für Mehrbedarfe beim Lebensunterhalt

(4) Erwerbsfähige behinderte Hilfebedürftige, denen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 33 des Neunten Buches sowie sonstige Hilfen zur Erlangung eines geeigneten Platzes im Arbeitsleben oder Eingliederungshilfen nach § 54 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 3 des Zwölften Buches erbracht werden, erhalten einen Mehrbedarf von 35 vom Hundert der nach § 20 maßgebenden Regelleistung. Satz 1 kann auch nach Beendigung der dort genannten Maßnahmen während einer angemessenen Übergangszeit, vor allem einer Einarbeitungszeit, angewendet werden.

Diesen Mehrbedarf bitte nicht verwechseln mit dem in § 28 Abs. 4 SGB II. Darin geht es um erwerbsunfähige Empfänger von Sozialgeld die einen Mehrbedarf von 17 v. H. des Regelsatzes erhalten, wenn eine Schwerbehinderung vorliegt (Ausweis und Merkzeichen G). Im § 21 SGB II jedoch liegt die Sache ganz anders. Wir haben in unseren Köpfen weitgehend die Vorstellung des Behinderten mit dem zugehörigen Ausweis des Versorgungsamtes. Das SGB IX jedoch, zuständig für die Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen macht hier einen deutlichen Unterschied. Es wird dort von Behinderung und Schwerbehinderung geschrieben. Menschen mit einem Grad der Behinderung unter 50 gelten als Behinderte und Menschen ab dem GdB von 50 und somit dem Recht auf Ausstellung eines Ausweises gelten als Schwerbehinderte.

Diese Unterscheidung muss auch, so meine Meinung, im SGB II Anwendung finden. Wenn dann im § 21 SGB II Absatz 4 von „erwerbsfähigen behinderten Hilfebedürftigen“ die Rede ist, so sind damit auch die Hilfebedürftigen gemeint, die einen GdB von 30 oder 40 haben (verbunden mit der Steuerbescheinigung des Versorgungsamtes und der Möglichkeit der Gleichstellung), und die behinderten Menschen mit Ausweis und ohne Merkzeichen G oder aG. Diese Forderungen, wie im § 28 SGB II für erwerbsunfähige Hilfebezieher, werden hier nicht aufgestellt. Damit sind hier Behinderte und Schwerbehinderte berechtigt diesen Mehrbedarf von 35 % der Regelleistung zu beantragen, wenn sie die entsprechenden Eingliederungshilfen nach § 54 Abs. 1 Satz 1. Nr. 1-3 des SGB XII erhalten. Im entsprechenden Paragrafen 30 des SGB XII (Sozialhilfe und Grundsicherung) findet sich noch ein Zusatz „soweit nicht im Einzelfall ein abweichender Bedarf besteht“. Für mich ein Punkt der zumindest für die Leistungsbezieher nach SGB II eine Ungleichbehandlung darstellt. Leistungen nach dem SGB II und SGB XII sind Leistungen die die Existenz sichern sollen. Sie stellen somit ein Existenzminimum dar. Ein im Gesetz angegebener Mehrbedarf in genauen Beträgen oder Prozentpunkten ist somit für mich von der Natur her ebenfalls nur eine pauschalierte existentielle Sicherung eines anerkannten höheren Bedarfes, der aufgrund von Erfahrungswerten oder Statistiken ermittelt wurde und somit keines besonderen Nachweises bedarf. Dem sozialrechtlichen Grundsatz des SGB I und aller anderen Bücher des SGB, den „Besonderheiten des Einzelfalles“, wird hier im SGB XII durch den erwähnten Zusatz Rechnung getragen und dieser erhöhte Bedarf muss dann allerdings tatsächlich nachgewiesen werden, da er den statistischen Wert oder Erfahrungswert übersteigen wird. Für eine Versagung des Mehrbedarfs oder einer Forderung der ARGE bzw. des Job-Centers einen konkreten Bedarf nachzuweisen gibt es, für mich, keinerlei gesetzliche Grundlage im SGB II. Und der Zusatz im SGB XII ergibt dafür auch keine Grundlage, da es sich ja um eine pauschalierte existentielle Grundsicherung eines erhöhten Bedarfes bei Behinderungen handelt und somit der Zusatz lediglich eine Abweichung nach oben offen lässt.

Es lohnt sich die entsprechenden Paragrafen mal zu lesen um festzustellen ob einem vielleicht doch ein Mehrbedarf zusteht, weil man sich in der einen oder anderen Maßnahme befindet. Wie gesagt, ein GdB von 30 oder 40 ist kein Hinderungsgrund.

Aus:
"Der Prekarier" prekarier.infopartner.net
und www.infopartner.net
 

ela1953

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#3
(4) Erwerbsfähige behinderte Hilfebedürftige, denen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 33 des Neunten Buches sowie sonstige Hilfen zur Erlangung eines geeigneten Platzes im Arbeitsleben oder Eingliederungshilfen nach § 54 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 3 des Zwölften Buches erbracht werden, erhalten einen Mehrbedarf von 35 vom Hundert der nach § 20 maßgebenden Regelleistung. Satz 1 kann auch nach Beendigung der dort genannten Maßnahmen während einer angemessenen Übergangszeit, vor allem einer Einarbeitungszeit, angewendet werden.
Und was bedeutet das jetzt für mich mit einem GdB von 40? Ich bekomme keine Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Hatte aber für ein Jahr eine Maßnahme für 50 +. Ist das eine sonstige Hilfe??
 

Die Antwort

Elo-User/in

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#4
Und was bedeutet das jetzt für mich mit einem GdB von 40? Ich bekomme keine Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Hatte aber für ein Jahr eine Maßnahme für 50 +. Ist das eine sonstige Hilfe??
Den Autor des Artikels erreichst Du über seine Website prekarier.infopartner.net
 
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ExitUser

Gast
#5
Hier mal die in dem Artikel angesprochenen Eingliederungshilfen (entnommen aus der Homepage prekarier.infopartner.net):

Auszug aus § 54 SGB XII:

Leistungen der Eingliederungshilfe sind neben den Leistungen nach den §§ 26, 33, 41 und 55 des Neunten Buches insbesondere
1.
Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung, insbesondere im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht und zum Besuch weiterführender Schulen einschließlich der Vorbereitung hierzu; die Bestimmungen über die Ermöglichung der Schulbildung im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht bleiben unberührt,
2.
Hilfe zur schulischen Ausbildung für einen angemessenen Beruf einschließlich des Besuchs einer Hochschule,
3.
Hilfe zur Ausbildung für eine sonstige angemessene Tätigkeit,
Eingliederungshilfen nach dem SGB IX sind:

§ 26 SGB IX Leistungen zur medizinischen Rehabilitation

(1) Zur medizinischen Rehabilitation behinderter und von Behinderung bedrohter Menschen werden die erforderlichen Leistungen erbracht, um
1.
Behinderungen einschließlich chronischer Krankheiten abzuwenden, zu beseitigen, zu mindern, auszugleichen, eine Verschlimmerung zu verhüten oder
2.
Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, zu überwinden, zu mindern, eine Verschlimmerung zu verhüten sowie den vorzeitigen Bezug von laufenden Sozialleistungen zu vermeiden oder laufende Sozialleistungen zu mindern.
(2) Leistungen zur medizinischen Rehabilitation umfassen insbesondere
1.
Behandlung durch Ärzte, Zahnärzte und Angehörige anderer Heilberufe, soweit deren Leistungen unter ärztlicher Aufsicht oder auf ärztliche Anordnung ausgeführt werden, einschließlich der Anleitung, eigene Heilungskräfte zu entwickeln,
2.
Früherkennung und Frühförderung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder,
3.
Arznei- und Verbandmittel,
4.
Heilmittel einschließlich physikalischer, Sprach- und Beschäftigungstherapie,
5.
Psychotherapie als ärztliche und psychotherapeutische Behandlung,
6.
Hilfsmittel,
7.
Belastungserprobung und Arbeitstherapie.
(3) Bestandteil der Leistungen nach Absatz 1 sind auch medizinische, psychologische und pädagogische Hilfen, soweit diese Leistungen im Einzelfall erforderlich sind, um die in Absatz 1 genannten Ziele zu erreichen oder zu sichern und Krankheitsfolgen zu vermeiden, zu überwinden, zu mindern oder ihre Verschlimmerung zu verhüten, insbesondere
1.
Hilfen zur Unterstützung bei der Krankheits- und Behinderungsverarbeitung,
2.
Aktivierung von Selbsthilfepotentialen,
3.
mit Zustimmung der Leistungsberechtigten Information und Beratung von Partnern und Angehörigen sowie von Vorgesetzten und Kollegen,
4.
Vermittlung von Kontakten zu örtlichen Selbsthilfe- und Beratungsmöglichkeiten,
5.
Hilfen zur seelischen Stabilisierung und zur Förderung der sozialen Kompetenz, unter anderem durch Training sozialer und kommunikativer Fähigkeiten und im Umgang mit Krisensituationen,
6.
Training lebenspraktischer Fähigkeiten,
7.
Anleitung und Motivation zur Inanspruchnahme von Leistungen der medizinischen Rehabilitation.

§ 33 SGB IX Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

(1) Zur Teilhabe am Arbeitsleben werden die erforderlichen Leistungen erbracht, um die Erwerbsfähigkeit behinderter oder von Behinderung bedrohter Menschen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern, herzustellen oder wiederherzustellen und ihre Teilhabe am Arbeitsleben möglichst auf Dauer zu sichern.
(2) Behinderten Frauen werden gleiche Chancen im Erwerbsleben gesichert, insbesondere durch in der beruflichen Zielsetzung geeignete, wohnortnahe und auch in Teilzeit nutzbare Angebote.
(3) Die Leistungen umfassen insbesondere
1.
Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes einschließlich Leistungen zur Beratung und Vermittlung, Trainingsmaßnahmen und Mobilitätshilfen,
2.
Berufsvorbereitung einschließlich einer wegen der Behinderung erforderlichen Grundausbildung,
2a.
individuelle betriebliche Qualifizierung im Rahmen Unterstützter Beschäftigung,
3.
berufliche Anpassung und Weiterbildung, auch soweit die Leistungen einen zur Teilnahme erforderlichen schulischen Abschluss einschließen,
4.
berufliche Ausbildung, auch soweit die Leistungen in einem zeitlich nicht überwiegenden Abschnitt schulisch durchgeführt werden,
5.
Gründungszuschuss entsprechend § 57 des Dritten Buches durch die Rehabilitationsträger nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 bis 5,
6.
sonstige Hilfen zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben, um behinderten Menschen eine angemessene und geeignete Beschäftigung oder eine selbständige Tätigkeit zu ermöglichen und zu erhalten.
(4) Bei der Auswahl der Leistungen werden Eignung, Neigung, bisherige Tätigkeit sowie Lage und Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt angemessen berücksichtigt. Soweit erforderlich, wird dabei die berufliche Eignung abgeklärt oder eine Arbeitserprobung durchgeführt; in diesem Fall werden die Kosten nach Absatz 7, Reisekosten nach § 53 sowie Haushaltshilfe und Kinderbetreuungskosten nach § 54 übernommen.
(5) Die Leistungen werden auch für Zeiten notwendiger Praktika erbracht.
(6) Die Leistungen umfassen auch medizinische, psychologische und pädagogische Hilfen, soweit diese Leistungen im Einzelfall erforderlich sind, um die in Absatz 1 genannten Ziele zu erreichen oder zu sichern und Krankheitsfolgen zu vermeiden, zu überwinden, zu mindern oder ihre Verschlimmerung zu verhüten, insbesondere
1.
Hilfen zur Unterstützung bei der Krankheits- und Behinderungsverarbeitung,
2.
Aktivierung von Selbsthilfepotentialen,
3.
mit Zustimmung der Leistungsberechtigten Information und Beratung von Partnern und Angehörigen sowie von Vorgesetzten und Kollegen,
4.
Vermittlung von Kontakten zu örtlichen Selbsthilfe- und Beratungsmöglichkeiten,
5.
Hilfen zur seelischen Stabilisierung und zur Förderung der sozialen Kompetenz, unter anderem durch Training sozialer und kommunikativer Fähigkeiten und im Umgang mit Krisensituationen,
6.
Training lebenspraktischer Fähigkeiten,
7.
Anleitung und Motivation zur Inanspruchnahme von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben,
8.
Beteiligung von Integrationsfachdiensten im Rahmen ihrer Aufgabenstellung (§ 110).
(7) Zu den Leistungen gehört auch die Übernahme
1.
der erforderlichen Kosten für Unterkunft und Verpflegung, wenn für die Ausführung einer Leistung eine Unterbringung außerhalb des eigenen oder des elterlichen Haushalts wegen Art oder Schwere der Behinderung oder zur Sicherung des Erfolges der Teilhabe notwendig ist,
2.
der erforderlichen Kosten, die mit der Ausführung einer Leistung in unmittelbarem Zusammenhang stehen, insbesondere für Lehrgangskosten, Prüfungsgebühren, Lernmittel, Arbeitskleidung und Arbeitsgerät.
(8) Leistungen nach Absatz 3 Nr. 1 und 6 umfassen auch
1.
Kraftfahrzeughilfe nach der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung,
2.
den Ausgleich unvermeidbaren Verdienstausfalls des behinderten Menschen oder einer erforderlichen Begleitperson wegen Fahrten der An- und Abreise zu einer Bildungsmaßnahme und zur Vorstellung bei einem Arbeitgeber, einem Träger oder einer Einrichtung für behinderte Menschen durch die Rehabilitationsträger nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 bis 5,
3.
die Kosten einer notwendigen Arbeitsassistenz für schwerbehinderte Menschen als Hilfe zur Erlangung eines Arbeitsplatzes,
4.
Kosten für Hilfsmittel, die wegen Art oder Schwere der Behinderung zur Berufsausübung, zur Teilnahme an einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben oder zur Erhöhung der Sicherheit auf dem Weg vom und zum Arbeitsplatz und am Arbeitsplatz erforderlich sind, es sei denn, dass eine Verpflichtung des Arbeitgebers besteht oder solche Leistungen als medizinische Leistung erbracht werden können,
5.
Kosten technischer Arbeitshilfen, die wegen Art oder Schwere der Behinderung zur Berufsausübung erforderlich sind und
6.
Kosten der Beschaffung, der Ausstattung und der Erhaltung einer behinderungsgerechten Wohnung in angemessenem Umfang.
Die Leistung nach Satz 1 Nr. 3 wird für die Dauer von bis zu drei Jahren erbracht und in Abstimmung mit dem Rehabilitationsträger nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 durch das Integrationsamt nach § 102 Abs. 4 ausgeführt. Der Der Rehabilitationsträger erstattet dem Integrationsamt seine Aufwendungen. Der Anspruch nach § 102 Abs. 4 bleibt unberührt.

§ 41 SGB IX Leistungen im Arbeitsbereich
(1) Leistungen im Arbeitsbereich einer anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen erhalten behinderte Menschen, bei denen
1.
eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder
2.
Berufsvorbereitung, berufliche Anpassung und Weiterbildung oder berufliche Ausbildung (§ 33 Abs. 3 Nr. 2 bis 4)
wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder in Betracht kommen und die in der Lage sind, wenigstens ein Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung zu erbringen.
(2) Die Leistungen sind gerichtet auf
1.
Aufnahme, Ausübung und Sicherung einer der Eignung und Neigung des behinderten Menschen entsprechenden Beschäftigung,
2.
Teilnahme an arbeitsbegleitenden Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der im Berufsbildungsbereich erworbenen Leistungsfähigkeit und zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit sowie
3.
Förderung des Übergangs geeigneter behinderter Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt durch geeignete Maßnahmen.
(3) Die Werkstätten erhalten für die Leistungen nach Absatz 2 vom zuständigen Rehabilitationsträger angemessene Vergütungen, die den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Leistungsfähigkeit entsprechen. Ist der Träger der Sozialhilfe zuständig, sind die Vorschriften nach dem Zehnten Kapitel des Zwölften Buches anzuwenden. Die Vergütungen, in den Fällen des Satzes 2 die Pauschalen und Beträge nach § 76 Abs. 2 des Zwölften Buches, berücksichtigen
1.
alle für die Erfüllung der Aufgaben und der fachlichen Anforderungen der Werkstatt notwendigen Kosten sowie
2.
die mit der wirtschaftlichen Betätigung der Werkstatt in Zusammenhang stehenden Kosten, soweit diese unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse in der Werkstatt und der dort beschäftigten behinderten Menschen nach Art und Umfang über die in einem Wirtschaftsunternehmen üblicherweise entstehenden Kosten hinausgehen.
Können die Kosten der Werkstatt nach Satz 3 Nr. 2 im Einzelfall nicht ermittelt werden, kann eine Vergütungspauschale für diese werkstattspezifischen Kosten der wirtschaftlichen Betätigung der Werkstatt vereinbart werden.
(4)Bei der Ermittlung des Arbeitsergebnisses der Werkstatt nach § 12 Abs. 4 der Werkstättenverordnung werden die Auswirkungen der Vergütungen auf die Höhe des Arbeitsergebnisses dargestellt. Dabei wird getrennt ausgewiesen, ob sich durch die Vergütung Verluste oder Gewinne ergeben. Das Arbeitsergebnis der Werkstatt darf nicht zur Minderung der Vergütungen nach Absatz 3 verwendet werden.

§ 55 SGB IX Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft

(1) Als Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft werden die Leistungen erbracht, die den behinderten Menschen die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ermöglichen oder sichern oder sie so weit wie möglich unabhängig von Pflege machen und nach den Kapiteln 4 bis 6 nicht erbracht werden.
(2) Leistungen nach Absatz 1 sind insbesondere
1.
Versorgung mit anderen als den in § 31 genannten Hilfsmitteln oder den in § 33 genannten Hilfen,
2.
heilpädagogische Leistungen für Kinder, die noch nicht eingeschult sind,
3.
Hilfen zum Erwerb praktischer Kenntnisse und Fähigkeiten, die erforderlich und geeignet sind, behinderten Menschen die für sie erreichbare Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen,
4.
Hilfen zur Förderung der Verständigung mit der Umwelt,
5.
Hilfen bei der Beschaffung, dem Umbau, der Ausstattung und der Erhaltung einer Wohnung, die den besonderen Bedürfnissen der behinderten Menschen entspricht,
6.
Hilfen zu selbstbestimmtem Leben in betreuten Wohnmöglichkeiten,
7.
Hilfen zur Teilhabe am gemeinschaftlichen und kulturellen Leben.
 
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