Behinderung eines Vorstellungsgespräches durch ArGe

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
E

ExitUser

Gast
Sachverhalt:

HartzIV ohne Zuverdienst

Montag, 05.09. 06

Einladung zum Vorstellungsgespräch kommt Mittags von der Post.
Bewerbung erfolgte nur durch mich ohne Veranlassung der ArGe.
Also nicht EGV gebunden.
Aber in AA Seiten veröffentlicht.

Wohnort: Magdeburg
Zielort: Hof Bayern
Termin: Mittwoch. 06.09. 06 - 09:00
km 300

Termin beim Unternehmen zur Vorstellung noch nicht fest bestätigt.
Unternehmer, AP ist nicht immer zu erreichen, frühestens wieder morgen.

Unmittelbar PaP Anrufversuch, mehrfach
Unmittelbar Mail an PaP und zweite mit Dringlichkeitsvermerk
hinterher. Inhalt:
Frage nach vorfristigen Anträgen und Verhalten in solchen Fällen.
Dringlichkeit eines Kostenvorschusses.

Keine Antwort.
Keine Erreichbarkeit per Telefon.

Dienstag, 05.09. 06

Erneute Mail und Anrufversuche beim PaP
Ticket über Hotline eröffnet mit genauer Dringlichkeitserklärung
17:13h bisher keine Reaktion oder Rückruf.

Ich gehe sicherlich richtig in der Annahme, daß sich heute nichts mehr tut.

Folge: Termin kann nicht wahrgenommen werden, aus Mangel an Geld.
==============================

Frage: Wie weiter vorgehen.

Bitte keine Vermutungen, sondern sachliche Hinweise.

Klage auf Schadenersatz gegen die ArGe?
 

heuschrecke

Elo-User*in
Mitglied seit
26 November 2005
Beiträge
424
Bewertungen
0
Termin absagen (wegen ungeklärter Fahrtkostenfrage)
Firma um Geduld/neuen Termin bitten
bei der Arge weiter versuchen

Soviel ich weiss brauchst Du garnicht zu versuchen einen Antrag auf Erstattung der Fahrtkosten zu stellen, wenn Du nicht vom Unternehmer die schriftliche Bestätigung hast, dass er keinesfalls für die Fahrtkosten (zzgl. ggfs. Unterbringungskosten) aufkommt.

Aber selbst dann wage ich stark zu bezweifeln, dass die Arge die 2x 300km Fahrtkosten überhaupt übernehmen möchte...

Schadenersatzklage gegen die Arge??! Viel Spass wünsch ich...
 
E

ExitUser

Gast
Schriftliche Einladung liegt vor.
Seit wann muss oder sollte ein potentieller AG Kosten für Vorstellung bezahlen.
Das macht keinen guten Eindruck, ausserdem.

Aber der Tipp ist dennoch gut.
 

Andi_

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
19 April 2006
Beiträge
647
Bewertungen
1
Fleet meinte:
Schriftliche Einladung liegt vor.
Seit wann muss oder sollte ein potentieller AG Kosten für Vorstellung bezahlen.
Das macht keinen guten Eindruck, ausserdem.

Aber der Tipp ist dennoch gut.

Bei grossen Firmen ist die Fahrtkostenerstattung üblich und auch rechtlich ist es an sich Pflicht des Unternehmers deine Fahrtkosten zu erstatten, da er dich "beauftragt" bei ihm vorzusprechen. Deshalb wird die ARGE die Fahrtkosten für Bewerbungsgespräche nur übernehmen, wenn das Unternehmen dies ausdrücklich verweigert, da man ansonsten von seriösen Arbeitgebern davon ausgehen darf, dass diese die Fahrtkosten übernehmen. Natürlich musst du die Erklärung zur Kostenübernahme abwarten, da du sonst u.U. auf den Kosten sitzen bleibst. Theoretisch kann die ARGE sich weigern die Kosten zu übernehmen.
 
E

ExitUser

Gast
Kann aber dennoch eine Gradwanderung sein.

Rahmenbedingungen, Gehalt, Tätigkeitsbeschreibung sind gut,
menschlicher Faktor aus Erstkontakt auch.

Potentieller AG hat zwischen 20-50 MA.

War bisher Freiberufler, habe daher kaum Erfahrung in Festanstellung.

Danke für Eure Meinungen, sind das echte Erfahrungen ?
 

Andi_

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
19 April 2006
Beiträge
647
Bewertungen
1
Fleet meinte:
Kann aber dennoch eine Gradwanderung sein.

Rahmenbedingungen, Gehalt, Tätigkeitsbeschreibung sind gut,
menschlicher Faktor aus Erstkontakt auch.

Potentieller AG hat zwischen 20-50 MA.

War bisher Freiberufler, habe daher kaum Erfahrung in Festanstellung.

Danke für Eure Meinungen, sind das echte Erfahrungen ?

Gemäß § 670 BGB hat der Arbeitnehmer generell Anspruch auf Fahrtkostenerstattung gegenüber dem Arbeitgeber wenn er diesen zu einem Vorstellungstermin beauftragt, unabhängig davon, ob der Arbeitgeber eine Zusage oder Absage erteilt. Solltest Du allerdings das Arbeitsverhältnis nicht annehmen, besteht kein Anspruch mehr auf Fahrtkostenerstattung unter dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben.

Siehe ausführlicher z.B. auch bei https://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Bewerbungskosten.html wobei manche (oft, aber nicht immer, unseriöse) Arbeitgeber diese Verpflichtung umgehen, indem sie in die Einladung schreiben, dass sie keine Kostenerstattung leisten. Auch dies ist legal und in diesem Fall wird die ARGE die Verpflichtung der Arbeitgeber übernehmen, da sie ein grosses Interesse daran hat, dich in Arbeit zu bringen.

Verpflichtet ist sie freilich nicht dazu (ausser sie hat dir die Stelle vermittelt) und deshalb musst du dies auch ausdrücklich beantragen und es kann (eher selten?) auch abgelehnt werden. In dem Fall kannst du dich eben nicht bei diesem Arbeitgeber vorstellen, ohne negative Auswirkungen seitens der ARGE. Bei der Entfernung wäre es unbillig von dir als Hartz IV Opfer zu erwarten die Kosten selbst aufzubringen.

Damit sind alle Unklarheiten beseitigt? :party:
 

hoppel

Elo-User*in
Mitglied seit
15 August 2006
Beiträge
95
Bewertungen
0
Du hast echt keinen Freund, der dir mal 100 € Fahrtkosten für 14 Tage leiht, dass finde ich extrem traurig, denn offensichtlich ist Dir ja an der Arbeitsstelle gelegen.
 

ofra

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juli 2006
Beiträge
1.922
Bewertungen
2
mir ist ein ähnlicher fall passiert, den ich hier kurz schildern möchte. (seither sehe ich stellen, die beim AA ausgeschrieben sind, mit gemischten gefühlen):
stelle in der stadt X (wo auch ich wohne) war ausgeschrieben beim AA. daraufhin habe ich mich schriftlich beworben.
eine woche später kam ein anruf, ich solle zum vorstellungsgespräch kommen, dieses findet jedoch nicht in X, sondern in Y statt (65 km entfernt, Bahnfahrt notwendig).
Ich sagte der dame am telefon, ich hätte im moment kein geld für die fahrtkosten, müsse das erst mit der ARGE abklären und bat um einen ersatztermin ein paar tage später (weil man das ja nicht so auf die schnelle abklären kann).
daraufhin wurde sie unfreundlich und sagte: wenn sie die stelle ablehnen, melde ich das bei ihrem sachbearbeiter des arbeitsamtes! so hat sich die sache erledigt!
ich konnte nichts mehr darauf sagen, da hat sie schon den hörer aufgeknallt.
eine woche später erhielt ich eine schriftliche absage in der stand, ich hätte mich geweigert, zur vorstellung zu kommen ...
ich hab dann nochmals dort angerufen. nun war eine etwas nettere dame am telefon. der erklärte ich den sachverhalt. die entschuldigte sich dann vielmals, bedauerte aber, sie könne keinen ersatztermin machen, weil die stellenvergabe schon abgeschlossen sei. ich bat sie noch, mich in evidenz zu halten und eventuell zu einem späteren zeitpunkt auf mich zurück zu kommen.
eine woche später stand erneut ein stelleninserat dieser firma sowohl auf den seiten des AA als auch in der tageszeitung. wieder mit gleichem inhalt.
ich hab mich dann nicht nochmals beworben. das erlebte hat mir gereicht.
ich wusste auch nicht dass der AG normalerweise die fahrtkosten übernimmt.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten