Begutachtungen beim Nürnberger Gesundheitsamt

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Die Antwort

Gast
Das Nürnberger Sozialamt läßt Begutachtungen beim städtischen Gesundheitsamt durchführen. Daß die Ergebnisse in der Regel genau dem entsprechen werden, was das SozA sich gewünscht hat, dürfte klar sein.

Hier ein paar Beispiele, was ein Betroffener bei derartigen Begutachtungen erlebt hat. Es ging einerseits um den Verbleib in seiner bisherigen Wohnung, andererseits um einen Antrag auf Haushalts- und Einkaufshilfe. Der Betroffene ist schwerbehindert. Für die Vorfälle gibt es einen Zeugen.

Der Nürnberger Behindertenbeauftragte redet die Angelegenheit schön und meint, daß die dortigen Ärzte sehr erfahren seien. Auf die Vorfälle geht er nicht ein. Inzwischen liegt die Angelegenheit der bayerischen Behindertenbeauftragen zur Prüfung vor.

Beim ersten Termin für die „Umzugstauglichkeitsuntersuchung“: Statt einer Untersuchung wurde mir ein ausführlichen Vortrag über die schlechte finanzielle Lage der Stadt Nürnberg gehalten. Am Ende wurde ich darauf aufmerksam gemacht, daß ich einem Umzug in einem Jahr zustimmen solle, da man ja dem Sozialamt etwas anbieten müsse. Als ich auf meine gesundheitliche Lage aufmerksam machte, drohte mir die Ärztin damit, daß sie behaupten würde, daß ein Umzug für mich gesundheitlich besser wäre, wenn ich nicht zustimmen würde. Nötigung im Amt ist eine Straftat, aber das schien sie nicht zu wissen. Eine Untersuchung fand nicht statt. Meine ärztlichen Unterlagen wollte sie nicht einsehen. Und sie wollte sie auch nicht zur späteren Einsicht behalten. Ich mußte sie ihr regelrecht aufdrängen. Des Weiteren versuchte Sie mich zu ängstigen, in dem sie behauptete, daß ich für alle begleitenden Kosten eines Umzugs selbst aufkommen müßte. Gezahlt würde lediglich der Transport. Ich bezweifle, daß Derartiges zu den Aufgaben einer begutachtenden Amtsärztin zählt. Geht man so mit Traumapatienten um?


Beim Termin für Mehrbedarf Ernährung/Haushaltshilfe, wurde die Ansicht meines behandelnden Arztes ignoriert und eine Untersuchung durchgeführt, die freundlich ausgedrückt ein Witz war, da diese Schnelluntersuchung in 30 Minuten keine Aussagekraft hat. Ich habe bekanntermaßen gesundheitlichen Probleme die mit einer derartigen Untersuchung nicht überprüft werden können.. Also reine Verschwendung von Zeit und Steuergeldern. Des Weiteren machte sich der Arzt über meinen damaligen GdB von 40 lustig und auch über einige Erkrankungen von mir. Außerdem verweigerte er die Anwesenheit meines Beistandes unter Verstoß gegen §13 SGB 10. Diskriminierung Behinderter durfte ich dann bei anderen Terminen auch wieder erleben.


In diesem Jahr hatte ich bisher zwei Termine. Der Erste war wieder eine körperliche Untersuchung wie bereits beschrieben. Bei diesem Termin durfte ich nach Hinweis auf §13 SBG X meinen Beistand dabei haben. Der Arzt war vorher erst abgeneigt gewesen. Bei dem Termin wurde trotz meines Hinweises, daß das Heben des rechten Armes mir starke Schmerzen verursacht, mein Arm in diese Position bewegt. Selbst der Hinweis, daß mir das Schmerzen verursacht und er möge damit aufhören, brachte den Arzt nicht zur Einsicht. Dies betrachte ich als vorsätzliche Körperverletzung. Es ist aus meinen Unterlagen bekannt, daß ich u.a. rechts an CTS, Sulcus Ulnaris Syndrom, therapieresistenten Cephalgien und einem Thoracic outlet Syndrom leide. des Weiteren bin ich chronischer Schmerzpatient. In Konsequenz führte die Armuntersuchung zu anhaltenden starken Schmerzen von der Schulter bis in die Finger. Außerdem kam es zu Empfindungsstörungen des Unterarms und der Hand.


Die Untersuchung meiner Halswirbelsäule verursachte mir ebenfalls große Schmerzen und führte u.a. dazu, daß ich für mehrere Tage unter starken Kopfschmerzen litt, die selbst auf starke Schmerzmittel nur teilweise ansprachen. Die Probleme meiner Halswirbelsäule sind in den vorliegenden Berichten ausführlich dargestellt, so daß der Arzt hätte wissen können, was er mit seiner Untersuchung anrichten wird.


Der Arzt diktierte während meiner Anwesenheit einige Fakten, wobei ich Ihn mehrfach korrigieren mußte, da er selbst gerade erst gemachte Angaben falsch wiedergab. Wie er dann zu einem späteren Zeitpunkt ein korrektes Gutachten diktieren können soll, das ist mir ein Rätsel.


Schon während der Begutachtung wies er mich darauf hin, daß Erkrankungen keine Bedeutung für die Umzugstauglichkeit hätten, da ja jemand anders die Arbeit für mich machen könnte. Auf die Frage, wer das denn sein solle, erwiderte er, daß das ja nicht sein Problem sei. Wozu fand dann die Untersuchung statt?


Am 23.4.2009 hatte ich nun einen weiteren Termin bezüglich der „Umzugstauglichkeit“ beim Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamts. Das Schreiben traf erst am 21.4. bei mir ein! Geschrieben aber am 15.4.


Ich war pünktlich einige Minuten vorher mit meinem Beistand (nach §13 SGB X) anwesend und habe auch in der Anmeldung das Einladungsschreiben des Amtes vorgelegt. Daraufhin verwies man mich in das Wartezimmer. Einige Minuten später kam die Mitarbeiterin der Anmeldung und teilte mir und einer anderen Patientin mit, daß sie einen Fehler gemacht und versehentlich uns beide für den selben Termin eingeladen hätte. Sie wies darauf hin, daß einer von uns beiden entweder 45 Minuten warten müsse oder einen neuen Termin bekäme. Nun ging es darum, wer warten sollte. Sie war von Anfang an eher geneigt gewesen, die ebenfalls wartende andere Patientin vorzuziehen. Ich argumentierte, daß sowohl ich, als auch mein Beistand schwerbehindert sind und nicht lange warten könnten. Die Mitarbeiterin erwiderte daraufhin, daß sie das nicht interessieren würde. Ich erinnerte sie daran, daß Mitarbeiter der Stadt gehalten sind, Schwerbehinderte bevorzugt zu behandeln, wenn Wartezeiten anstehen. Das interessierte sie auch nicht. Also erneut eine Diskriminierung Behinderter beim Gesundheitsamt Nürnberg.
 
E

ExitUser

Gast
Das Nürnberger Sozialamt läßt Begutachtungen beim städtischen Gesundheitsamt durchführen. Daß die Ergebnisse in der Regel genau dem entsprechen werden, was das SozA sich gewünscht hat, dürfte klar sein.

So klar ist das nicht. Auch ich wurde letztes Jahr zum Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamts (allerdings nicht in Nürnberg) von der ARGE bezüglich Begutachtung geladen.

Ich kann hierzu nichts Negatives vermelden. Im Gegenteil!

Die Ärztin dort war sehr freundlich, hat mich umfassend und kompetent untersucht, meine Gutachten und Arztberichte (die ich in Kopie dabei hatte) sowie Röntgenbilder, Kernspinaufnahmen genauestens gelesen und angesehen und ich bin dann von ihr als nicht arbeitsfähig (länger als 1 Jahr, also auch nicht über oder unter 3 Std. täglich) eingestuft worden.

Diese Ärztin fand ich mehr "Arzt" als fast jeden "Gutachter" bei denen ich zu Begutachtungen war. Ich konnte nicht feststellen, daß die Ärztin meiner Stadt bzw. der ARGE "zugetan" war.

Kann natürlich sein, daß dies von Gesundheitsamt zu Gesundheitsamt anders ist und natürlich auch von den Ärzten. Vielleicht hatte ich auch nur Glück.
 

Arania

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Nürnberg kenne ich nicht, aber meine Erfahrungen beim Gesundheitsamt sind durchweg positiv, und zwar für mich, nicht für die ARGE
 

Muzel

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Hallo Antwort, ich könnte noch einen drauf setzen. Allerdings erstrecken sich meine negativen Erfahrungen nicht auf Nürnberg.
 

Muzel

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Seit dem 16.1.09 ermittelt die Staatsanwaltschaft.
 

Sonntagsmaja

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Vieleicht kann ich einen draufsetzen, zumindest was die "Zusammenarbeit" ARGE<->Ärztlicher/psychologischer Dienst angeht.

Hier werden ja meist solche Termine zur "Feststellung einer Sanktion" (ähnlicher Wortlaut) anberaumt.

Beispiel:
Man soll einen 1-Euro-Job auf dem Bauhof/in der Bauschlosserei antreten. Dieses "Stellenangebot" trägt die Berufsbezeichnung "SOZIALASSISTENT"; den (Ausbildungs)Beruf des Sozialassistent gibts tatsächlich.
Was der macht, siehe hier ->Sozialassistent/Sozialassistentin

Als behinderter Mensch mit div. gesundheitlichen Einschränkungen (lt. 1. ärztl.Gutachten darf man nur noch leichte, sitzende Tätigkeiten in beheizten Räumen verrichten) lehnt man natürlich das "Angebot" ab, denn schwere körperliche Arbeit im Freien geht ja nun mal garnicht.

Bei dem ärztlichen und dem psychologischen Dienst geht aber nur die knochentrockene Anfrage des SB ein, ob man das Stellenangebot "Sozialassistent" denn schafft und ob das zumutbar ist:icon_neutral:

Bei einem med. Gutachten nach Aktenlage kommt natürlich ein JA heraus, denn der Gutachter hat ja ein gewisses Berufsbild im Kopf.
Ergo Feuer frei für Sanktionen.....tja, wenn da nicht der persönliche Gesprächstermin beim Psychologen gewesen wäre und wenn man diesen nicht darüber aufgeklärt hätte, was tatsächlich hinter dieser kurz-knackigen Anfrage des SB steckt.

Ich habe selten bei jemanden solche entgleisende Gesichtszüge gesehen wie bei diesem Psychologen.
Denn auch ihm war damit klar, wie er von der ARGE benutzt und ver**scht wird.
Vor allem fielen ihm da sicher so einige Beurteilungen ein, die falsch waren weil er eben auch von einem völlig falschen Tätigkeitsfeld ausgegangen war.

Aber zum Trost für alle nach mir betroffenen potentiellen Sanktionsopfer:
Der Trick funktioniert nicht mehr.
"Mein" Psychologe hat seine Kollegen entsprechend informiert:icon_klatsch:
 

Helga Ulla

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Da ist es schon wieder, wie die einzelen Stellen mit behinderten Menschen in Deutschland umgehen.

Das ist nach der Unterzeichnung der UN - Sozial -Charta nicht anders geworden.

Selbst Behindertenverbände krtisieren diese Handlungen.

Hierzu lief ein Beitrag bei der ARD unter Maischberger am 9.6.2009 unter dem Titel
aussortiert und weggesperrt.

Gerade dieses hatte die UN in ihrem Bericht angeprangert.

Aber gerade die Kreis und Städtischen Gesundheitsämter, werden hier zu den Handlangern der verkorksten Politik gemacht.

Wie bei mir in einem Gerichtsverfahren, wo der Richter den Kreis -und Gemeindebeklagten
aufforderte, meinen Schwerbehindertenausweis zu überprüfen, denn das Versorgungsamt sei ja jetzt auf Kreisebene angesiedelt, somit hätten sie ja einen guten Draht dorthin.
Ich habe mich auch gefragt, was soll denn das.
 
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