Befinde mich seit April 2021 in der aufstockenden Sozialhilfe zu meiner Erwerbsunfähigkeitsrente und möchte mich in absehbarer Zeit bariatrisch operieren lassen. Danach muß man lebenslang supplementieren. Gibt es dafür einen Mehrbedarf ?

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Newton

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Guten Abend liebe Leute,

Können bariatrisch operierte beim Sozialamt einen Mehrbedarf geltend machen für die laufend anfallenden Kosten der Supplemente für:

- Proteinpulver
- B12
- Kalzium
- Eisen ?

Ich hab das mal grob überschlagen und komme auf ca. 45 Euro monatlich mit allem.
 

bondul

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Du solltest nach der OP ein Attest vorlegen können, das den Mehrbedarf begründet. Dann den Antrag stellen und zunächst abwarten, wie die Behörde entscheidet. Ggf. danach Widerspruch etc..
 

Newton

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Du solltest nach der OP ein Attest vorlegen können, das den Mehrbedarf begründet. Dann den Antrag stellen und zunächst abwarten, wie die Behörde entscheidet. Ggf. danach Widerspruch etc..
Danke für deine Rückmeldung. Es ist überhaupt garkein Problem, dass ich das bescheinigt bekomme.
 

isso

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Können bariatrisch operierte beim Sozialamt einen Mehrbedarf geltend machen für die laufend anfallenden Kosten der
Einfach wird das nicht. Es besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass du vorrangig an die Krankenkasse verwiesen wird. Denn bei medizinischer Notwendigkeit und je nach Indikation wäre das der erste Ansprechpartner.

Aber auch da wird es mehr an Kampf, als ein Spaziergang.
 

Newton

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Einfach wird das nicht. Es besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass du vorrangig an die Krankenkasse verwiesen wird. Denn bei medizinischer Notwendigkeit und je nach Indikation wäre das der erste Ansprechpartner.

Aber auch da wird es mehr an Kampf, als ein Spaziergang.
Danke für dein Feedback. Bei mir war nie was einfach. Musste immer kämpfen. Insofern würde mich das jetzt nicht wundern. Ich hab mal dazu im Netz gesucht. Die Ausbeute ist aber relativ mager, bis auf diesen Beschluss

"
Der Beschluss des Sozialgerichts Oldenburg vom 25. Juni 2020 wird geändert.

Der Antragsgegner wird im Wege einer einstweiligen Anordnung verpflichtet, der Antragstellerin vorläufig weitere Leistungen nach dem SGB II in Höhe von 43,20 € monatlich für den Zeitraum vom 30. April bis 29. Oktober 2020 zu gewähren.

Im Übrigen wird die Beschwerde zurückgewiesen.

Der Antragsgegner hat der Antragstellerin die Hälfte der notwendigen außergerichtlichen Kosten beider Rechtszüge zu erstatten.

Der Antragstellerin wird für das Beschwerdeverfahren Prozesskostenhilfe ohne Ratenzahlung unter Beiordnung von Rechtsanwalt G. in H. bewilligt."

 

Woodruff

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Hallo Newton,

ich habe Mitte Oktober letzten Jahres einen Antrag MEB gestellt. Der Antrag wurde innerhalb weniger Tage genehmigt. Obwohl ich den Antrag Mitte des Monats gestellt hatte, bekam ich rückwirkend für den kompletten Monat Oktober die Zulage von 43,20 EUR.

Einen Mehraufwand für Ernährung kannst Du auch beim Sozialamt beantragen. Am besten rufst Du dort einmal an und lässt Dir den Antrag zuschicken, ansonsten findest Du hier einen Link zum Ausdrucken:


Thread zum Mehrbedarf für Ernährung

 

isso

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Ich habe ja nicht gesagt, dass es unmöglich ist. Nahrungsergänzungsmittel zählen strenggenommen ja zu den Lebensmitteln und sie sind anders als Arzneimittel in der Regel nicht apothekenpflichtig (bis zu bestimmten Dosisgrenzen). Es spielt auch eine Rolle, ob es präventiv (weil man einem Mangel vorbeugt) oder kurativ (weil ein Mangel besteht) angewendet wird. Das schlimmste, was dir passieren kann ist eine Ablehnung.

Du solltest aber auf jeden Fall ein aussagekräftiges Attest deinem Antrag beifügen. Du sprachst von Sozialhilfe, daher gehe ich davon aus, dass du im SGB XII bist und somit §30 Absatz 5 SGB XII relevant ist. Ich kann mir vorstellen, dass es hier ähnlich wie im SGB II Antragsformulare gibt, denen auch eine Bogen für den Arzt beigefügt ist. Ich würde allerings weniger empfehlen die Kostenübernahme der Präperate an sixh und stattdessen den Mehrbedarf für kostenaufwendige Ernährung zu beantragen.
 

fluppe

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Ich bekomme 46€ Mehrbedarf, für Benzin, weil ich regelmäßig ein Rezept holen muss...
Einfach Antrag stellen, begründen und abwarten.... Das es bei mir so einfach klappt, hätte ich nicht erwartet 😊
 

Woodruff

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Nachtrag zu Post #6

Voraussetzungen​

Um eine Krankenkostzulage (Mehrbedarf bei kostenaufwändiger Ernährung) zu erhalten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

Erhalt von Sozialhilfe oder Grundsicherung für Arbeitssuchende

bestehende bzw. drohende Krankheit oder Behinderung

kostenintensivere Ernährung ist medizinisch notwendig.

Die Krankenkostzulage können auch Genesende erhalten, wenn eine kostenintensivere Ernährung Teil der Nachsorge ist.

Eine Ernährung gilt dann als kostenintensiv, wenn sie teurer ist als die für "Gesunde" empfohlene Vollkost- Ernährung.
 

Newton

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Guten Morgen,

und danke für eure Antworten. Wenn es soweit ist, werde ich den Antrag beim Sozialamt stellen. Ich werde dann ganz pauschal der Mehrbedarf beantragen und nicht auf einen bestimmten Wert abstellen.

Ich habe aber noch eine Frage zum Antragsverfahren bei der KK, die OP betreffend. Mein Antrag ist umfänglich. Mit Gutachten der Poliklinik, Psychologen, weiteren Ärzten, die die OP befürworten, Teilnahmebescheinigungen von Reha-Sport, Selbsthilfegruppe usw. Die KK hat mir jetzt eine umfangreiche "Checkliste" zugeschickt, bestehend aus Fragebögen, die Dinge Abfragen, die bereits durch die oben erwähnten Anlagen vollumfänglich beantwortet werden.

Meine Frage: Muss ich das ausfüllen? In dieser Checkliste bzw. Fragebögen ist keine Rechtsgrundlage genannt, die mich dazu auffordert bzw. der Hinweis, dass das Nichtausfüllen nachteilig für meinen Antrag ist. Auch keine Rechtsbehelfsbelehrung. Insofern haben diese Formulare eher freiwilligen Charakter.

Das Problem ist, dass ich bei einer KK bin, die solch eine OP erst nach vorheriger Kostenzusicherung bezahlt. Meinen Antrag werden sie an den MDK schicken. Dafür ist meine KK bekannt. Und hier im Ort arbeitet beim MDK eine bereits berentete Person (1,60M, 40 Kg), die keine Ahnung hat, was es bedeutet, adipös zu sein. Und diese Person ist bekannt dafür, dass sie solche Anträge mit Vorliebe wegen der kleinsten Fehler ablehnt.

Mit ist der § 60 SGB I bekannt. Mir ist auch bekannt, dass dieser § gerne überdehnt wird. Mir ist aber auch der § 65 SGB I. Wie gesagt. Diese Fragebögen scheinen freiwillig zu sein.

Was meinst ihr?
 

Lucky Luke

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...Mir ist aber auch der § 65 SGB I. Wie gesagt. Diese Fragebögen scheinen freiwillig zu sein...
Was ICH mich an deiner Stelle fragen würde: lohnt es sich wirklich für mich, wegen diesen "Mitwirkungs-Paragraphen" (die mit Sicherheit von Behörden immer anders ausgelegt werden, nämlich zu Ungunsten des Antragstellers...) an dieser Stelle schon ein Fass aufzumachen?!? Und ich mich diesbezüglich womöglich bereits jetzt an das Sozialgericht wenden müsste (...vor Gericht und auf hoher See...)?

Nur so als Gedankenanstoß.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann geht es doch momentan "nur" darum, in eine Checkliste "Dinge" einzutragen, die in den bereits vorliegenden Unterlagen auch schon drin stehen... Also soz. eine reine "Fleissarbeit" deinerseits.

Wenn das "alles" wäre, wüsste ich was ich tun würde. Ist aber nur meine persönliche Meinung.
 
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