Bedürftige stürmen Regensburger Tafel

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ShankyTMW

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Das Prinzip ist simpel: Lebensmittel, die nicht mehr verwendet werden, werden nicht weggeworfen, sondern an Bedürftige für einen Euro verkauft. Zur Zeit erlebt die Tafel einen wahren Ansturm.
Von Doris Wenzl-Willimek


Regensburg. Seit die Regensburger Tafel e.V. in die neuen Räume in der Adolf-Schmetzer-Straße 49 gezogen ist, erlebt sie einen wahren Ansturm von Kunden. Zu Beginn, Anfang Juni, erreichten den Vorsitzenden der Tafel, Günter Ulshöfer, täglich bis zu zehn Anfragen nach einem Berechtigungsschein. Zu den rund 500 Familien, die sich bereits wöchentlich bei der Tafel mit Lebensmittel eindecken, kommen nun noch mehr hinzu. Wie viele genau das sind, kann Ulshöfer nicht sagen – schätzungsweise sind es gut ein Drittel mehr: „Manche kommen regelmäßig, andere holen sich den Berechtigungsschein und kommen dann nur das erste Mal und dann lange nicht mehr.“
Droht Anmeldestopp?


Was mit diesem Ansturm allerdings bleibt, ist die Angst, dass die Lebensmittel irgendwann nicht mehr reichen werden. „Noch ist aber genug da“, beruhigt Ulshöfer. Wie man reagieren müsste, wenn es zu Engpässen käme, habe er schon einmal angedacht. „Entweder wir müssen die Portionen verkleinern oder einen Anmeldestopp einführen“, so der Vorsitzende.

Vor allem seit der Einführung von Hartz IV merke man, dass die Armut größer werde. Bei der Tafel habe sich aber auch der Umzug ins Schlachthof-Viertel bemerkbar gemacht. „Als wir noch in der Johann-Hösl-Straße waren, war bei vielen die Hemmschwelle größer, dorthin zu kommen“, so Ulshöfer. Die Hemmung sich als Tafel-Kunde zu outen, führte auch dazu, dass am Montag nun Frauentag ist.

Alleinerziehende Mütter oder alleinstehende Frauen können so ohne Druck oder Bedrängung durch Männer die Lebensmittel erwerben, die sie brauchen. „Und das Angebot wird gut angenommen“, freut sich der Vorsitzende....
Quelle und Vollständiger Artikel: MZ-Rundschau


Zu den Hervorgehobenen Stellen:
Esd geht also auch bei uns los mit dem Anmeldestopp (siehe Thread: Essener Tafel muß Arme Abweisen). Ich hab mir das von letztem Dezember bis Mai leider auch antun müssen und wird mir evt. nochmal bevorstehen ab November wenn sich mein ELO Status wieder änderrt. Das der Trend zur Tafel seit dem Beginn der Wirtschafts-/Finanzkriese immer mehr Leute zur Tafel treibt, nicht nur Hartz4 Empfänger, wie der Artikel suggeriert hab ich dabei deutlich beobachten können.

Den Frauentag gibt es schon länger, schon beim alten Standort war das letztes Jahr schon so. Iat also nciht nur wegen dem abgelegenen Standort im Stadtosten.

Erschreckend, mal schauen wann der nächste Standort Überquillt vor Bedürftigen und die Spenden geringer werden. Ist schon so das an manchen Tagen nicht gerade viel zusammen kommt. Vieles war schon vorher Mangelware dort und ich hatte manche Tage, da blieb die Tasche relativ leer - quasi Tagesration für eine Woche.
 

Volker

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In einer Stadt, nahe der Stadt Norden, (Nordsee) wurde vor kurzem eine Tafel erstmalig eingerichtet und was war: Die wurden bestürmt, riesen Auflauf von den Leuten.

Volker
 

ShankyTMW

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Für die Überschrift kann ich nix, die ist Original Zitat aus der MZ-Rundschau.

Und es geht auch nicht um eine völlig neu Eingerichtete Tafel. Der Umzug der RBG Tafel in einen anderen Stadtteil ist auch schon Monate her.

Oder was wolltest Du jetzt damit sagen...????
 

Volker

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Für die Überschrift kann ich nix, die ist Original Zitat aus der MZ-Rundschau.

Und es geht auch nicht um eine völlig neu Eingerichtete Tafel. Der Umzug der RBG Tafel in einen anderen Stadtteil ist auch schon Monate her.

Oder was wolltest Du jetzt damit sagen...????
Das die Tafeln egal ob neu eingerichtet oder nicht, immer stärker requentiert
werden.

Volker :)
 

animas

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Pressemitteilung zum Artikel im Kurier Dacha

Tafel Dachau Ein Bericht im Kurier
Pressemitteilung zum Artikel im Kurier Dachau vom 05. September 2009

[FONT=Arial, sans-serif]06.09.2009 „Wir sammeln Lebensmittel und keinen Abfall“.So die empörte Reaktion auf Kritik an den als Marke eingetragenen Tafeln. Genauer betrachtet ist diese Kritik wirklich unzureichend. Mehr als die Sorge um das vermeintliche schlechte Lebensmittel sollte die wirkliche Absicht der Deutschland weiten Tafeln und deren Organisatoren genauer betrachtet werden.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Denn die organisierte Nächstenliebe der wohltätigen Tafeln kennt nur ein Ziel: Den Wandel vom Sozialstaat zum Wohlfahrtsstaat zu unterstützen. Einhergehend mit einer Entdemokratisierung der einkommensschwachen Bürger. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Hilfe durch die Tafeln.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Der Unternehmensberater McKinsey schaffte die organisatorischen Vorgaben für dieses „Gesellschaftliche Projekt der Nächstenliebe“ und die deutsche Wirtschaft half bereitwillig nicht nur mit Sachspenden, wie Transporter und Räumlichkeiten. Deutschland nähert sich ss seit einigen Jahren der dritten Welt an und verwehrt immer mehr Bürgern die würdevolle Teilhabe an der Gesellschaft.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Die Lebensmittelkonzerne und – unternehmen „spenden“ die unverkäuflichen oder ihre abgelaufenen Lebensmittel, ziehen diese „Spenden“ dann von der Steuer ab, sparen sich dadurch die teure Entsorgung. Das geschieht auf dem Rücken der vom fairen Lohn einer anständigen Erwerbsarbeit fern gehaltenen Menschen und der Steuerzahler.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Die Tafeln sind ein Armutszeugnis im wahrsten Sinne des Wortes. Sie sind ein Zeichen der Dekadenz und einer jahrelangen Lobbyarbeit der deutschen Exportindustrie, der „Deutschland AG“. Erwerbslose Menschen sind Kosten und Hindernisse im globalen Wettbewerb in dem täglich sozialversicherungspflichtige Arbeit abgebaut wird.[/FONT]


Anmerkung zum Begriff Neofeulismus:

Legitimiert wurde der Feudalismus ursprünglich als göttliche Ordnung. Heute legitimiert sich der
Neofeudalismus durch eine religiös überhöhte Staatsgläubigkeit. Und so wie die klassischen
Feudalherrn das Mäzenatentum für sich in Anspruch nahmen, haben die heutigen Neofeudalen
die „soziale Frage“ für sich gepachtet, d.h. sie sind Gutmenschen, die aber ausschließlich auf
Kosten anderer gut sein können und es demnach gar nicht sind.
 

Bielsteinbräu

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AW: Pressemitteilung zum Artikel im Kurier Dacha

Auf, auf zum fröhlichen TAFELN
Die Alibifunktion(en) der "Tafeln"
Artikel in Scharf Links
"Nun, dann schauen wir uns doch mal an, wer denn von den "Tafeln" am
meisten profitiert:

* Da sind schon mal die "Tafeln" selbst. Deren Träger, meistens soziale
und karitative Verbände, können sich wegen ihrer Selbstlosigkeit immer
und immer wieder mit ihrer "tätigen Nächstenliebe" als die "wahren
Freunde und Verbündeten" der Armen in den Medien hochjubeln lassen.
Dafür bekommen sie dann aber auch einiges geschenkt. Zum Beispiel
schicke Autos und diverse Gerätschaften von der Großindustrie, die
natürlich auch an dem Nächstenliebekuchen knabbern will. Und die ARGEn
schicken den "Tafeln" zuhauf 1-Euro-JobberInnen, die nicht immer nur bei
den Tafeln eingesetzt werden. Da lassen sich natürlich jede Menge
(überflüssige?) Personalkosten sparen. Da gibt's noch mehr; aber lassen
wir's mal dabei.
* Es folgt sogleich "Papa" Staat. Der profitiert ganz unmittelbar von
der Existenz der "Tafeln". Dazu ein Zitat aus "Wikipedia": "Die
Umsetzung der sozialen Idee ["Tafeln"; Anm.] durch einen streng
organisierten Bundesverband ist umstritten. Zumal dem im Hintergrund
agierenden Unternehmen McKinsey vorgeworfen wird, mit den Tafeln
politisch tätig zu werden: Es soll ein schlanker Staat propagiert
werden, der nicht für Sozialleistungen aufkommen muss. Hierzu soll eine
auf Spenden basierte, privatwirtschaftliche soziale Unterstützung
aufgebaut werden. Gegenüber dieser haben Bedürftige keine einklagbaren
Rechte." Ich denke, das spricht für sich. Zur Info: Die erste "Tafel"
wurde 1993 in Berlin gegründet. Im April 2009 waren es bereits 843, die
in ganz Deutschland rund 1.000.000 Menschen mit "Essen" versorgen. Und
diese Zahl wird steigen, massiv, wenn die Wahlen und anästhesierenden
Versprechen der etablierten Parteien vorbei sind und die eigentlichen
staatlichen "Operationen" beginnen.

Letztlich geht es doch darum, die Zahl der einklagbaren Rechte immer
weiter zu reduzieren (oder auch per Gesetz zu blockieren) und statt
dessen in großem Stil auf Almosen umzustellen, die selbstverständlich
der "Freiwilligkeit" der edlen "Spender" obliegen. Und auch das nur,
solange "die da unten" nicht aufmucken und - na, wird's bald? - vor
Dankbarkeit zerfließen. Und wer trotzdem aufmuckt und sich undankbar
zeigt? Für den/die wird dann eben wieder der Pranger aus der
Geschichtskiste hervorgekramt und mit einem "modernen" Anstrich
versehen! Kapiert? "
Weiterlesen in https://www.scharf-links.de/41.0.ht...]=6806&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=22e45fa345

Fröhliches Tafeln wünscht
Jürgen
 

ShankyTMW

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AW: Pressemitteilung zum Artikel im Kurier Dacha

Also die Grundidee der Tafeln find ich nach wie vor nicht falsch. Und es bleibt auch nicht mehr aus da hin zu gehen. Doch in dem Teil von animas Text:

[FONT=Arial, sans-serif]Der Unternehmensberater McKinsey schaffte die organisatorischen Vorgaben für dieses „Gesellschaftliche Projekt der Nächstenliebe“ und die deutsche Wirtschaft half bereitwillig nicht nur mit Sachspenden, wie Transporter und Räumlichkeiten. Deutschland nähert sich ss seit einigen Jahren der dritten Welt an und verwehrt immer mehr Bürgern die würdevolle Teilhabe an der Gesellschaft.[/FONT]

fällt mir ein alter Telepolis Artikel aus 2005 ein (Telepolis: ...die im dunkeln sieht man nciht), über den ich im Usenet eine Diskussion angeregt hatte. Damals wurde das ziemlich verlacht, gerade als ich auf das zusammenspiel mit McKinsey hinwies - die die Amerikanischen Tafeln ncoh sehr viel länger betreut - bzw. Sie sogar mit ins Leben gerufen hat lange bevor es sie in Deutschland gab. Und McKinsey als Mitbefürworter udn Mitglied im Arbeitskreis um Hartz4 - das macht Nachdenklich.

Und Telepolis berichtet immer noch Kritisch: Es ist angerichtet:Tafeln in Deutschland

DAs man in Notlagen auf solche Lebensmittel zurück greifen kann find ich OK, aber das Zusammenspiel mit immer mehr vom Staat in diese Situation gedrückt wird um noch zusätzlich von dem abhängig zu sein, das von einer Beraterfirma hoch gehalten wird zwecks Image und zwecks Auffangen in Form von "wir lassen die Unterbezahlte Arbeiterschicht für die wir selbst gesorgt haben bei unseren Kunden nicht verhungern"-Manier um es als Wohlfahrt zu tarnen find ich nach wie vor bedenklich.

Aber ich zweifle daran das die Tafeln vom Staat gewollt waren in der Form. Aber da Politik eh nur noch von Wirtschaft gesteuert wird udn Politiker eher deren Amrionetten sind - wer kann das Gefüge noch auseinander halten? die Grenzen verschwimmen da immer mehr (so seh ich das zumindest).
 

Michelle H

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AW: Pressemitteilung zum Artikel im Kurier Dacha

Aber ich zweifle daran das die Tafeln vom Staat gewollt waren in der Form. Aber da Politik eh nur noch von Wirtschaft gesteuert wird udn Politiker eher deren Amrionetten sind - wer kann das Gefüge noch auseinander halten? die Grenzen verschwimmen da immer mehr (so seh ich das zumindest).

Etwas kritischer nachfragen wäre sinnvoll. Der "Boom" bei den Tafeln hinterlässt bei mir eher Zweifel. Mir erscheint es fragwürdig, daß die Leute, die dort "einkaufen" dürfen, wirklich in jedem Fall "bedürftig" sind.
 

ShankyTMW

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AW: Pressemitteilung zum Artikel im Kurier Dacha

Etwas kritischer nachfragen wäre sinnvoll. Der "Boom" bei den Tafeln hinterlässt bei mir eher Zweifel. Mir erscheint es fragwürdig, daß die Leute, die dort "einkaufen" dürfen, wirklich in jedem Fall "bedürftig" sind.

Wieviel Bedürftigkeitsprüfung willst du der Tafel denn angedeihen lassen? Etwa so wie bei Hartz4 als Behördenartiges Sozialhilfe Unternehmen? Bedenke das Du deinen Bwilligungsbescheide, Verdienstabrechnungen oder im Bedarfsfall auch Carritas und Diakonie Bestätigungen vorlegen mußt um überhaupt bei denen "Einkaufen" zu dürfen, sofern diese Angaben das Existenzminimum nicht überschreiten. Aber mehr darf die Tafel auch nicht prüfen und das ist gut so.

Oder möchtest du auch die immer wachstende Armut in Deutschland anzweifeln? Lohndumpi9nmg existiert nicht? ALG2 Empfänger bekommen zuviel? Und die Statistiken üver Arbeitslosigkeit wurden cniht runter beschönigt sondern eher nach oben? :icon_evil:
 
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