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Bedingungsloses Grundeinkommen

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Arania

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Wie ich schon schrieb
Und wenn es dafür wieder Bedingungen gibt, dann ist es kein bedingungsloses Grundeinkommen mehr
 
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hallole,

au gefunden :icon_smile:

also ein bedingunsloses grundeinkommen müßt bei 60% eines mittleren einkommens (derzeit 25. 000€ pro Kopf/jahr) dann bei gerundet 15. 000€ pro Kopf/Jahr liegen. das entspräche 1250€ pro Monat/Kopf.

Hierbei sind noch nicht berücksichtigt: Mehrbedarfe von Kindern, Kranken und Behinderten oder die besonderen Belange von Alleinerziehenden. Dasselbe gilt für eine krankenversicherung die das tatsächlich notwendige gewährt und allen zur Verfügung steht.

die Umzugsregelung gehört wohl auch gekippt, (sorry ich bewohne einen "Palast" und würd einen Teufel tun um hier auszuziehen,umzubauen oder verkaufen, das gab es nach dem 2.ten Weltkrieg hier schon mal, Zwangseinweisung und Enteignung). das nur am Rande....

Trotzdem berücksichtigt ein armutssicheres bedingungsloses Grundeinkommen nicht die verschiedenen Lebensstandards. in einer Kleinstadt im südwest sind die Lebenshaltungskosten, sprich Miete, infrastruktur, ÖNV nun mal preiswerter als in München oder Heidelberg. Hier findet sich ebenfalls kein Ausgleich.

somit könnt ein Behinderter Mensch selbst in München nicht eine angemessene behindertengerechte Wohnung und seine Mehrbedarfe, welche nicht über KK und PK abgedeckt sind mit 1250€ bezahlen, ohne auf einen Zuverdienst angewiesen zu sein. (frag sich mal einer was man wohl arbeiten kann bei PS III. Schaufensterschläfer bei I***A?).

derzeit sind die Ideen für ein Grundeinkommen alle nicht gründlich durchdacht.
 

animas

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Trotzdem berücksichtigt ein armutssicheres bedingungsloses Grundeinkommen nicht die verschiedenen Lebensstandards. in einer Kleinstadt im südwest sind die Lebenshaltungskosten, sprich Miete, infrastruktur, ÖNV nun mal preiswerter als in München oder Heidelberg. Hier findet sich ebenfalls kein Ausgleich.
Da könnte man auch was tun.
Innerhalb der kommenden 10 bis 30 Jahre muss das private Land weitgehenst in Staats-, bzw Gemeinde oder Genossenschaftseigentum überführt werden.
Ansonsten werden noch mehr Menschen ihr Haus und Land an die Banken verlieren oder dort 30 Jahre Tilgung und Zins bezahlen.

Wenn man das sich bewährte System der Erbpacht in ganz Deutschland einbringt, dann wird der Bodenspekulation und dem Mietwucher die Substanz entzogen.
Grundstücke sollen generell nicht beleihbar sein und nicht von Baken enteignet werden können.

Das eigene Haus oder die eigene Wohnung muss der Normalfall in Deutschland sein.
 
E

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hallole,

ja animas, das System der Erbpacht und deren Unveräusserlichkeit wäre ein richtiger Schritt in die Richtung. Überteuerte immobilien und damit die Spekulation zu verhindern, um damit eine entsprechende annähernde Lebenssituationen in Ballungsräumen und ländlichen Gebieten zu erreichen. was ich ebenfalls sehr beachtlich finde: niergends in Europa gibt es so wenig Wohneigentum wie in D-Land. in den Beneluxstaaten oder den skandinavischen Ländern jeder 3te Erwachsene. Frag mal einen jungen Belgier was er möchte: als erstes ein Haus, dann ein Auto. frag mal deutsche: Auto, Handy, I Pod, geile Wohnung (wenn es geht zur Miete)

hallo neverjob 66,

ich habe den wert des mittleren einkommens aus einer aktuellen Studie der ifo entnommen. 60% dessen, also 1250€ stellt dann wohl nach deren Kriterien die armutsgrenze dar. Ein gehalt das heute oft nicht mal mit einer 45 stundenwoche zu erreichen ist. das zeigt meines Erachtens auch, wie weit wir von einem ausreichenden einkommen aus Lohnarbeit entfernt sind.

derzeit kann man wenigstens noch Mehrbedarfe beantragen und sich bei Ablehnung durchklagen. Bei einem zu niedrig bemessenen Grundeinkommen ginge das nicht mehr, höchstens per "Härtefallregelung" (also auf ein neues fröhliches klagen vorm SG:eek:). Für U18 jährige kann man durchaus den Wert halbieren oder staffeln, solange sie zuhaus wohnen.

In D-Land läuft so einiges aus dem Ruder, das nicht schon seit gestern.

liebe grüße von barbara
 

animas

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Es ist völlig egal, wie viel Geld es als BGE gibt, wenn die Rahmenbedingungen nicht geändert werden, dann nutzt es nichts.
Der Wettbewerb des Menschen mit dem Menschen im kapitalistischen Wirtschaftssystem muss beendet werden.
Wenn der Druck von den menschen genommen wurde, wird nur noch bedarfsorientiert produziert. Dabei kann jeder fachlich qualifizierte und motivierte Mensch teilnehmen. Die Annahme, dass Menschen nicht arbeiten wollen ist falsch.
Der Mensch erklärt sich durch seine Taten, durch seine Leistungen, durch seine Arbeit. Wer das auch wie immer dem Einzelnen verwehrt und da beginnt es schon in der Schule, will Herrschaft über andere Menschen aufrecht erhalten.

Heute gibt es nur noch Märkte.
Sogar eine Blumenwiese kann man heute schon für geld zur Besichtigung anbieten. Weil es keine Wiesen mahr gibt.
Der Mangel wird absichtlich erzeugt.
So geschieht es nicht nur mit Blumenwiesen.
 
E

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hallole,

ja dann tutet der Götz Werner ja mit seinen 600€ BGE ins Westerwellenhörnchen (662€ BGE) :icon_neutral:.

liebe grüße von barbara
 

animas

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hallole,
ja dann tutet der Götz Werner ja mit seinen 600€ BGE ins Westerwellenhörnchen (662€ BGE) :icon_neutral:.
Dieser Mann ist ein KAPITALIST!
Wann lernen die Menschen endlich sich um ihre Belange selber zu sorgen?
Dieser Kapitalist will Kunden!
 
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Ich habe mir mal das Interview mit Götz Werner durchgelesen, auch wenn ich nicht in allen Punkten mit ihm übereinstimme, so hat er doch auch dieses gesagt, oder? :cool:

Sie könnten davon leben, wenn sie dazuverdienen könnten. Wenn Sie heute Hartz IV bekommen, sind Sie ausgeschlossen von der arbeitenden Gesellschaft. Hartz IV ist ein bedingtes Grundeinkommen, das ich mir bei einem regelrechten Parcours durch die Behörden ergattern muss. Die Idee, die ich vertrete, meint aber ein bedingungsloses Grundeinkommen, auf das jeder Bürger ein verfassungsmäßiges Recht hätte. Die Gesellschaft sagt: Hier hast du Geld für dich, jetzt bring dich mal in die Gesellschaft ein und zeige, was du kannst. Das ist eine ganz andere Perspektive.
 
E

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hallole,

in einer seiner älteren Entwürfe sprach G. Werner noch vo 800€ abzüglich 200€ für die KK. somit wären auch bei diesem modell 600€ bedingungslos.

hallo animas,

2007 hatte ich das erste mal eine Zeitschrift vom DM Markt Inhaber G. Werner durch einen Bekannten bekommen, wo sein Modell des BGE erläutert wurde. Mein erstes bauchgefühl sagte mir damals auch schon: das hat doch einen Hacken? es wurd bei mir auf der arbeit gerne diskutiert, ala halbtags und BGE dazu (würd ich auch nehmen:icon_knutsch:). dann käme es schon auf das Lohnniveau an, ob man davon menschenwürdig leben könnt. Grad heut auf suedwest gelesen:" löhne bis 2013 nur mit minimalen erhöhungen bis 1%". :eek:.

selbst bei einem BGE mit zuverdienst bleibt immer noch das Problem der Dumpinglöhne.

liebe grüße von barbara
 

animas

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@diefrettchen
Hier hast du Geld für dich, jetzt bring dich mal in die Gesellschaft ein und zeige, was du kannst. Das ist eine ganz andere Perspektive.
Und Geld ist nur Papier!!!!!!
Das Versprechen dahinter wird in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem mit Wettbewerb der Menschen untereinander nie einhaltbar sein.
Götz mag genug haben. Andere wollen mehr haben und schon geht das hauen und stechen um Mammon weiter.

Eine Überlegung:
Gib allen 82 Millionen Menschen in D monatliche 500 EURO.

Nach nur kurzer Zeit ist der Wert dieser 500 Euro relativ gesunken.
Allerdings sind die bisherigen Sozialabsicherungen dann schon durch dieses BGE ersetzt. Dann werden die Leute wirklich elend dran sein.

Götz mag gute Argumente anbringen. Er hat aber eigennützige Ziele!
Die Elite ist davon überzeugt, dass es zu viele überflüssige Kostenträger in der Deutschland AG gibt.
Ich schätze 12 Millionen Menschen sind ihnen zu viel im Land.
Das hindert im globalen Wettbewerb und verbraucht Ressourcen, die man einsparen will.
Ob das nun alles geplant ist oder ein Selbstläufer ist, kann uns gleich sein. Unsere Gesellschaft ist im schnellen Zerfall begriffen und auch Leute wie Götz müssen das nicht verstehen. Wichtig ist, sie lassen sich einspannen.
Ich habe seine Reden gehört und seine Reden gelesen.
Wer trägt ihm da eigentlich zu? Schließlich muss er sich in schweren Zeiten mit seinem Unternehmen am markt behaupten.
:icon_pause:
 
E

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hallole,

hallo animas,
ja da gebe ich dir recht. wenn jeder 500€ bekäme, wäre der wert dessen ganz schnell bei null. ein grundeinkommen ohne änderung von gesellschaftlichen werten und einem kompletten umbau von "besitz", oder besser "die art wie das erwirtschaftete verteilt wird", müßt somit einhergehen. dann schreien wieder alle: kommunisten.

liebe grüße von barbara
 

elgoki

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hallole,

hallo animas,
ja da gebe ich dir recht. wenn jeder 500€ bekäme, wäre der wert dessen ganz schnell bei null. ein grundeinkommen ohne änderung von gesellschaftlichen werten und einem kompletten umbau von "besitz", oder besser "die art wie das erwirtschaftete verteilt wird", müßt somit einhergehen. dann schreien wieder alle: kommunisten.

liebe grüße von barbara
Also bei allen Vorschlägen zum BGE fehlt mir persönlich immer die Frage - wem gehören nach der Einführung die Milliarden die bis heute gerafft wurden?
 
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hallo elgoki,

im grunde nach müßten die millarden "enteignet" werden und in volkseigentum übergehen, dasselbe mit grundbesitz und produktionsstätten. Die regierung wäre dann nur noch "treuhänder" des volkes. psst, dann sagen alle wieder kommunisten.....:cool:

liebe grüße von barbara
 

animas

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Also bei allen Vorschlägen zum BGE fehlt mir persönlich immer die Frage - wem gehören nach der Einführung die Milliarden die bis heute gerafft wurden?
Siehe, da kommen wir uns nahe. Denn der Abstand kann nicht veringert werden, ohne den Druck auf die Schwachen zu erhöhen.
Solange der Raub an der gesellschaft als privates Vermögen angesehen wird, so lange kann es keine gerechte Gesellschaft geben, in der auch ein BGE funktionieren könnte.
Mir reicht es für den Anfang, wenn Miete und Zins eingeschränkt und dann letztendlich abgeschafft werden. dann hat fast jeder gesunde mensche sein Einkommen. Für die anderen muss ein Anrecht auf qualifizierte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben garantiert werden.
 

animas

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Auf jeden Fall ist das Fazit des Threads, dass das BGE nicht funktioniert
und alles so bleiben muss wie es ist. Jedenfalls überwiegen die Einwände das sich erst alles ändern muss bevor es das BGE geben kann.
Das ist DEIN Fazit!
Meines ist ein anderes. Es funktioniert in Namibia.
Wir müssen hier die Gesellschaft verändern. Bisher wird hier ein Mensch nur nach seinem ökonomischem Nutzen bewertet. Das muss sich ändern. Dazu braucht es Ruhe, Geduld und Ausdauer und nicht wieder: "Siehste, kann man doch nicht machen. Ihr wollt ja nicht".
Namibia Grundeinkommen

Google und BGE
 
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Auf jeden Fall ist das Fazit des Threads, dass das BGE nicht funktioniert
und alles so bleiben muss wie es ist. Jedenfalls überwiegen die Einwände das sich erst alles ändern muss bevor es das BGE geben kann.
Es könnte funktionieren, aber nicht in der Höhe, in der es "gefordert" wird.

Das BGE wird vielleicht zwischen 400 und 600€ liegen und selbst das wird nicht "Bedingungslos" sein.
 
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hallole,

wie es gesellschaftlich funktionieren könnte ist in dem Buch von Wolfgang Uchatius beschrieben: die Null Wachstums Gesellschaft. Der Ausgangspunkt des Buches beschäftigt sich mit dem gGundgedanken des Keynianischen Prinzips, "eine entwickelte Gesellschaft braucht kein Wachstum". intressant sind daraus auch die Meinungen von Prof. Gunnar Heinsohn, "Kapitalismus erzeugt Wachstumszwang". Hierin wird sehr deutlich gezeigt das in einer demokratische Gesellschaft, Markt und Marxisstische Thesen sich sehr gut ergänzen. Ein G. Werner hätte darin wahrscheinlich keinen Platz. Lobbyismus auch nicht. und wer politisch tätig sein möchte, für den wären emanuel Kant und Alexander von Humboldt schlichtweg pflicht.

liebe grüße von barbara
 

elgoki

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Das ist nicht MEIN Fazit. Ich hab nur das Gefühl das die Mehrheit im Thread die Depression der Vision vorzieht.
Es gibt noch mehr Beispiele wo es schon funktioniert hat
und ich bin absolut dafür.
"BIG-Money" für alle - ZDF.de
(Wenn das Video denn geht)
Sicherlich kann es funktionieren - aber nur dann wenn auch die Eigentumsfrage gestellt wird. Es kann nur dann funktionieren wenn endlich die Ausbeutung des Menschen und der Natur durch den Menschen aufhört.
 
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hallole,

eben drum, ich denke es könnt funktionieren. besser als ein großfeldversuch als hartz4 wäre es allemal! nur die zur diskussion stehenden höhen gefallen mir persönlich nicht.

was würde aktiengesellschaften daran hindern als Stiftungen zu agieren?

liebe grüße von barbara
 

pinguin

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was würde aktiengesellschaften daran hindern als Stiftungen zu agieren?
Möglicherweise die bei den meisten Aktiengesellschaften übliche Fülle an Eigentümern.

Die meisten Unternehmensstiftungen findet man bei jenen Firmen, die nicht an der Börse notiert sind und sich allesamt noch in Gründerhand bzw. in der Hand der Nachkommen befinden.

Bertelsmanstiftung beispielsweise oder auch Lidl&Schwarz.
 
E

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hallole,

ja neverjob 66:

"wenn man dem finanzmarkt den handel mit geld verbietet, oder untersagt....." Ein Börsenumsatz-Steurgesetz wäre da schon mal ein schritt in die richtige richtung. finde ich mal.

liebe grüße von barbara
 
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hallo neverjob 66,

das wäre am besten die komplette abschaffung des kapitalhandels. nur das wäre im moment glaub ich zu unrealistisch zu verlangen ode zu erwarten, leider. deshalb aufsicht und besteuerung. wenigstens fürs erste.

ich hatte mal einen guten bericht von rainer roth zu dem thema BGE gehabt, finde ihn aber im moment nicht. ich meine darin hat er auch schon die anfänge dieser idee in der franz. revolution beschrieben.

liebe grüße von barbara
 
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hallo neverjob 66,

das wäre am besten die komplette abschaffung des kapitalhandels. nur das wäre im moment glaub ich zu unrealistisch zu verlangen ode zu erwarten, leider. deshalb aufsicht und besteuerung. wenigstens fürs erste.

ich hatte mal einen guten bericht von rainer roth zu dem thema BGE gehabt, finde ihn aber im moment nicht. ich meine darin hat er auch schon die anfänge dieser idee in der franz. revolution beschrieben.

liebe grüße von barbara
http://www.elo-forum.org/grundeinko...ngungsloses-grundeinkommen-menschenrecht.html
 
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hallo sancho,

das blindhai frettchen dankt (schäm)

liebe grüße von barbara
 
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hallo neverjob 66,

was mir am aufsatz von R. Roth gefallen hat, ist die tatsache, das er die forderung der franz. revolution mitreingenommen hatte. die neue franz. Republik wollte das BGE als natürliches Recht in ihrer Verfassung haben.

wie wir heute alle wissen, hat ja das schon der Lobbyismus damals verhindert. den sehe ich persönlich auch eute in der Diskussion um ein BGE als Bremsklotz an. Geld kann und soll lediglich Zahlungsmittel sein, ohne eigene wertschöpfung. Die kann nur durch Leistung und Produktion erfolgen. somit würde auch "arbeit an sich" wieder einen wert haben, auch Arbeit die reine Dienstleistung ist (Putzfrau stellt sauberkeit her), ein BGE könnte Putzfrauen in die Lage versetzen nicht mehr zu einem Dumpinglohn zu arbeiten. Oder Akademiker, wer wissen schafft ist ebenfalls ein Wertschöpfer und soll sich nicht in Praktikas auspowern müßen (mit nächtlicher pizzafahr -dienst- bereitschaft).

Ein BGE täte dem Binnenmarkt auf jeden fall gut, handwerker, Bauern, und örtliche Dienstleister wären doch die Gewinner. Sie könnten selbst besser leben als jetzt (aufstocker) und die dienstnehmer wären in der lage auch Dienste anzunehmen und zu bezahlen (ich schau im internet nach, wie man eine defekte klospülung repariert lol). für zins und rendite bleibt da freilich nur das trittchen auf dem katzenbänkchen über.

(hierzu passt ein von EDY eingestellter bericht aus frankreich: armut durch personenbezogene dienstleistungen)

liebe grüße von barbara
 
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Viele der hier genannten Probleme wären mit einem bedingungslosen Grundeinkommen zu lösen, bzw. würden gar nicht erst auftauchen. Wie ist Ihre Meinung dazu?
 
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Viele der hier genannten Probleme wären mit einem bedingungslosen Grundeinkommen zu lösen, bzw. würden gar nicht erst auftauchen. Wie ist Eure Meinung dazu?
 

ebsw

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Der einzige Fehler des bedingungslosen Grundeinkommens ist - es kommt nicht ohne Bedingungen aus.

Die Finanzierungsbedingungen

Also ist die Frage zu stellen, wo holt das BGE das Geld her. Zweite Frage, woher beziehen die BGE-Befürworter die politische Macht, um die "Geldgeber" zur Finanzierung des BGE zu "bewegen"?

Also ist die Frage des BGE zu aller erst eine Machtfrage. Zum Beispiel die Expropriation der Expropriateure. Das Abschöpfen der profitorientierten Wirtschaft käme als Geldquelle in Frage. Dann aber hätten wir schon Kommunismus - und das BGE würde wie von selbst umgesetzt werden.

Ein BGE zu fordern, ohne die gegenwärtigen Herrschaftsverhältnisse verändern zu wollen, oder aber den Eindruck zu erwecken, es ginge ohne gravierende Umwälzung vonstatten, ist eine Ausgeburt von intellektuell kurzatmigen Spinnern oder verschlagenen Profiteuren. Oder aber von korrumpierten Realos.
 

Alkib

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Ein BGE zu fordern, ohne die gegenwärtigen Herrschaftsverhältnisse verändern zu wollen, oder aber den Eindruck zu erwecken, es ginge ohne gravierende Umwälzung vonstatten, ist eine Ausgeburt von intellektuell kurzatmigen Spinnern oder verschlagenen Profiteuren. Oder aber von korrumpierten Realos.
Das klingt ja gut, aber wie wärs mit dem Gedanken, dass die heutigen Nutznießer sich "freikaufen"wollen von sonst evtl. Drohenden Unruhen?
Götz Werners Berechnungen zeigen ja, dass es ginge, wenn man will.
Die seltsame Koalition der Befürworter trifft auf der Gegenseite wen:
SOZIALdemokraten, die mit der Muttermilch eingesogen haben, dass es nichts ohne Arbeit gibt. Deshalb begreifen die auch nie, dass steigende produktivität für Menschen nutzbar zu machen wäre und nicht nur für profiteure.
 

Martin Behrsing

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Befürworter des BGE sind unter anderem die FDP (Bürgergeld) der ehemalige Ministerpräsident Althaus oder der Wirtschaftlobbyist Straubhaar.
Sie alle wollen, wie auch Götz Werner, die Unternehmen von ihrer sozialen Verantwortung befreien, indem ihre Gewinne weiter gesichert sind, aber die Verbraucher den Schei... bezahlen sollen.


Das klingt ja gut, aber wie wärs mit dem Gedanken, dass die heutigen Nutznießer sich "freikaufen"wollen von sonst evtl. Drohenden Unruhen?
Götz Werners Berechnungen zeigen ja, dass es ginge, wenn man will.
Die seltsame Koalition der Befürworter trifft auf der Gegenseite wen:
SOZIALdemokraten, die mit der Muttermilch eingesogen haben, dass es nichts ohne Arbeit gibt. Deshalb begreifen die auch nie, dass steigende produktivität für Menschen nutzbar zu machen wäre und nicht nur für profiteure.
 

Jesaja

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Götz Werner will ja auch sämtliche Unternehmenssteuern abschaffen, und das BGE allein durch die Mehrwertsteuer finanzieren. Da können dann die Konzerne und die Reichen ohne jede Besteuerung noch mehr und noch einfacher als vorher Kohle ohne Ende anhäufen (und noch mehr Kohle bedeutet auch noch mehr Macht und Einfluss)... wer aber am Meisten unter einem hohen Mehrwertsteuersatz leiden wird, dürfte doch klar sein... diejenigen, die nur ein geringes Einkommen haben.
Und von welchem Arbeitgeber will man dann noch einen existenzsichernden Lohn einfordern, wenn jedem ja schon durch das BGE ein Existenzminimum zugesichert ist ? Götz Werner gibt doch ganz offen zu, dass er sich vom BGE verspricht, dass Unternehmen weniger an ihre Mitarbeiter zahlen müssen.

Und wer will am Ende Vermieter und Konzerne daran hindern, die Mieten und Preise für Produkte ins Unendliche schießen zu lassen unter Berufung darauf, dass die Leute ja durch das BGE genug in der Tasche haben müssten?
Mit dem BGE spielt man am Ende dem Kapitalismus nur in die Hände.
 
E

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Profite werden so oder so immer gemacht.

Es ist aber verlockend, ein regelmäßiges Einkommen ohne Schikanen u. Repressalien zu haben.

Dann müßte allerdings die Höhe des BGE noch stimmen.
 

Perestroika

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Befürworter des BGE sind unter anderem die FDP (Bürgergeld) der ehemalige Ministerpräsident Althaus oder der Wirtschaftlobbyist Straubhaar.
Sie alle wollen, wie auch Götz Werner, die Unternehmen von ihrer sozialen Verantwortung befreien, indem ihre Gewinne weiter gesichert sind, aber die Verbraucher den Schei... bezahlen sollen.
Etwas hilflos lieber Martin!

Daß die FDP Befürworter des BGE ist, wäre mir neu.
abgeordnetenwatch.de: Stephan Thomae
Das bedingungslose Grundeinkommen ist jedoch ungerecht und unsozial all denen gegenüber, die ihr Einkommen mit Fleiß, Entbehrung und Risiko erwirtschaften. Ziel politischen Handelns ist es, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht auf die, aus Steuergeldern finanzierte, Grundsicherung angewiesen sind, sondern ein möglichst deutlich über der Armutsgrenze liegendes, aus eigener Kraft erwirtschaftetes, Einkommensniveau haben.
Stephan Thomae ist derjenige Mensch, der auch in der BGE-Anhörung des Petitionsausschusses, gegen das BGE aufgetreten ist.

Witzig sind auch die Argumente der BGE-Gegner einer Diskussion bei den Piraten:
YouTube - Piratenpartei: Das Bedingungslose Grundeinkommen auf dem Bundesparteitag 2010.2

„die Unternehmen von ihrer sozialen Verantwortung befreien“ bedeutet positiv ausgedrückt, daß niemand auf Gedeih und Verderb von "seinem" Unternehmer, wie übrigens auch nicht von Ehepartner, Mutter, Vater, usw abhängt und nicht mehr mit Essenentzug bedroht werden kann. Die Bürger werden zunehmend mündiger und brauchen (bis auf einige Wenige) niemanden, der für sie verantwortlich ist. Für mich gilt nach wie vor:

„Der Mensch will unter sich keine Sklaven sehn und über sich keine Herrn“

Vergessen wird auch immer, daß unsre Gesellschaft keineswegs nur aus abhängig Beschäftigten und bösen Unternehmer, die Gewinne machen wollen (das Verbrechen überhaupt, danach erst kommt Mord und Totschlag). Hier ein Bereich, der von unsren linken stets ignoriert wird, und dem sich dann wohl auch bald die bösen Klassenfeinde aus der CDU widmen:
Eckhard Ott:

Die deutschen Genossenschaften haben über 20 Millionen Mitglieder

Hier findet man einige Beispiele, erst kürzlich gegründete Genossenschaften:

Neue Genossenschaften

Wir, d.h. wir virtuellen Existenzen, sind mutmaßlich vorwiegend Einzelkämpfer, ob das allerdings immer so bleiben muß und ob so eine Gesellschaft durchwegs aus Einzelwesen bestehen muß, wo jeder gegen jeden kämpft, würde ich mal bezweifeln.

So ein Grundeinkommen wird stark gruppenbildend. So eine Kacke wie die Bedarfsgemeinschaftsregelung gibts dabei nicht. Wenn 10 Leute zusammenleben und z.B. einen Betrieb (Genossenschaft) gründen, haben sie als Grundlage dafür monatlich 10*bge.

liebe Grüße
Perestroika
 

Jesaja

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Man kann existenzsichernde Ansprüche nicht kumulieren.

Wer glaubt denn ernsthaft, dass sich alle Probleme, die durch die Agenda 2010 entstanden sind, durch das BGE lösen lassen ? Die konservativen Kräfte, beherrscht von einer Ideologie, die sich schon längst in die Köpfe nicht weniger und nicht unbedeutender Menschen eingefressen hat, ändern sich auch nicht dadurch, dass es es ein BGE gibt, und sie werden auch dadurch nicht von der Oberfläche verschwinden. Sie werden auch nicht die Chance ungenutzt lassen, ein BGE in die Richtung zu steuern, wie es sich von den neoliberalen Befürwörtern erträumt wird. (Wie unten bereits erwähnt, würde das BGE sogar den Einflußbereich der Reichen und Mächtigen stärken)

Es ist auch nicht ersichtlich, wie aus der Forderung einer ausreichenden Lohnersatzleistung für Arbeitslose ohne Schikane auf einmal ein Anspruch für alle auf ein BGE erwachsen soll.

Es muss ein Sozialversicherungssystem geben, das den Arbeitgeber mit in die Verantwortung nimmt, das BGE (egal ob linkes oder rechtes Modell) hingegen würde das genaue Gegenteil erreichen.

Es muss ein Arbeitslosengeld geben, das gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht, und gesetzlich festlegt, dass Qualifikation und Berufswünsche des Arbeitslosen berücksichtigt werden müssen.

Ich halte es für wesentlich realistischer, dass wir das Arbeitslosengeld zum Positiven hin reformieren können, als dass die gesellschaftlichen Bedingungen so günstig stehen, so dass das BGE nicht mißbraucht wird in der Hinsicht, dass sich Reiche und Arbeitgeber aus ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft stehlen.
 

Jesaja

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Das BGE würde paritätische Finanzierungskonzepte hinfällig machen, daraus ergibt sich auch die Flucht aus der "sozialen Verantwortung" für Arbeitgeber.
Der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen und Ikea-Schnäppchenjäger Kurt Biedenkopf plädierte schon in den 80er Jahren für die Trennung von Sozial- und Arbeitsverhältnissen, was ja nichts anderes bedeutet, als dass der Arbeitgeber von der Last befreit wird, für das Wohlergehen seiner Angestellten aufzukommen. Hier näherte sich Biedenkopf damals schon linken Befürwortern des BGE wie Georg Vobruba, der heutzutage mit Götz Werner herumschäkert.
Milton Friedman entwarf das Modell einer negativen Einkommenssteuer, wie es heute in ähnlicher Form Dieter Althaus und Thomas Straubhaar (INSM) propagieren.

Das linke BGE-Modell nährt sich aus marxistischen Strömungen, die Marx noch nie verstanden haben. Sie glauben, man müsste nur die Lebensbedingungen für Menschen mit einfachen Konzepten ändern, um damit dann die ganze Gesellschaft revolutionieren zu können.
Da macht man die Rechnung aber ohne den Wirt!
 

Perestroika

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Man kann existenzsichernde Ansprüche nicht kumulieren.

Wer glaubt denn ernsthaft, dass sich alle Probleme, die durch die Agenda 2010 entstanden sind, durch das BGE lösen lassen ? Die konservativen Kräfte, beherrscht von einer Ideologie, die sich schon längst in die Köpfe nicht weniger und nicht unbedeutender Menschen eingefressen hat, ändern sich auch nicht dadurch, dass es es ein BGE gibt, und sie werden auch dadurch nicht von der Oberfläche verschwinden. Sie werden auch nicht die Chance ungenutzt lassen, ein BGE in die Richtung zu steuern, wie es sich von den neoliberalen Befürwörtern erträumt wird. (Wie unten bereits erwähnt, würde das BGE sogar den Einflußbereich der Reichen und Mächtigen stärken)
Liebe/r Jesaja!

Da hast du natürlich voll recht, das Engagement für ein bedingungsloses Grundeinkommen, wie auch das Grundeinkommen selbst, ist ein Kampf gegen die Diktatur der Ohnmächtigen. Menschen die sich schlapp und völlig unterdrückt fühlen, sich überhaupt nichts mehr zutrauen, die den Kopf im Sand stecken haben und deren einzige Lebensfreude darin besteht sich an Mißständen zu berauschen, und diese daher nicht abstellen wollen, solche Menschen werden sicherlich nicht bei der Durchsetzung eines Grundeinkommens teilnehmen und sich allenfalls mit der letzten Kraft, die ihnen noch geblieben ist, dagegen stemmen.

viele Grüße
Perestroika
 

Jesaja

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Liebe/r Jesaja!

Da hast du natürlich voll recht, das Engagement für ein bedingungsloses Grundeinkommen, wie auch das Grundeinkommen selbst, ist ein Kampf gegen die Diktatur der Ohnmächtigen. Menschen die sich schlapp und völlig unterdrückt fühlen, sich überhaupt nichts mehr zutrauen, die den Kopf im Sand stecken haben und deren einzige Lebensfreude darin besteht sich an Mißständen zu berauschen, und diese daher nicht abstellen wollen, solche Menschen werden sicherlich nicht bei der Durchsetzung eines Grundeinkommens teilnehmen und sich allenfalls mit der letzten Kraft, die ihnen noch geblieben ist, dagegen stemmen.

viele Grüße
Perestroika
Ich traue mir und anderen Leuten zu mit realistischen, vernünftigen Zielen und Aufklärung, Mehrheiten hinter uns versammeln zu können. Im Endeffekt wird jeder Mensch, der noch Anstand und Vernuft hat, einsehen, dass wir eine humane Arbeitslosen- und Sozialversicherung brauchen, und dass diejenigen, die am Meisten von unserer Gesellschaftsstruktur profitieren (also die Reichen), auch dafür zahlen sollen. Die linken BGE-Befürworter liefern am Ende nur glitzernde Illusionen gerade für die Menschen, die in Hartz IV Zwängen dahinvegetieren, werden sich am Ende ähnlich wie die SPD aber nur als die Erfüllungsgehilfen und Türöffner für die neoliberalen Häscher entpuppen, die dank BGE dann komplett den Sozialstaat einstampfen können.
So, ich geh jetzt Weihnachten feiern.
Frohes Fest!
 

ebsw

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Ein erster Schritt Richtung BGE ist das Abschaffen von Sanktionen. Hier kann man unterschreiben:
Falsch! Die Abschaffung der Sanktionen bei Hartz-IV ist lediglich ein Schritt in Richtung Wiederherstellung des Art. 1 GG. Das mit dem BGE verbinden zu wollen, ist Verblendung. Schon allein die demokratische Legitimierung eines soziokulturellen Existenzminimums wäre für die meisten Hilfeempfänger ein Befreiungsschlag, noch dazu wo hier noch immer nicht über die Finanzierungsquellen des BGE diskutiert wird.
 

Perestroika

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Falsch! Die Abschaffung der Sanktionen bei Hartz-IV ist lediglich ein Schritt in Richtung Wiederherstellung des Art. 1 GG. Das mit dem BGE verbinden zu wollen, ist Verblendung. Schon allein die demokratische Legitimierung eines soziokulturellen Existenzminimums wäre für die meisten Hilfeempfänger ein Befreiungsschlag, noch dazu wo hier noch immer nicht über die Finanzierungsquellen des BGE diskutiert wird.
Die Wiederherstellung des Art. 1 GG. (speziell im Zusammenhang mit "Massenarbeitslosigkeit") ist auch ein Schritt in Richtung eines BGE! :biggrin:

Übrigens: Das BGE ist kein Dogma, sondern eine Bewegung!

venceremous!
 
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Die linken BGE-Befürworter liefern am Ende nur glitzernde Illusionen
Die linken BGE-Befürworter werden den kapitalistischen Fetisch namens "Erwerbsarbeit" endlich einmotten und den längst fälligen Systemwechsel einleiten: einen demokratischen Sozialismus. Einen abgewrackten bismark'schen Sozialstaat braucht dann kein Mensch mehr. Wir sind doch nicht mehr im Adenauer-Sozialismus.

Arbeitszwang und Pseudo-Vollbeschäftigung war gestern - nämlich in der DDR.

Willkommen im 21. Jahrhundert! Freiheit und Sozialismus!
 

ebsw

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Die linken BGE-Befürworter werden den kapitalistischen Fetisch namens "Erwerbsarbeit" endlich einmotten und den längst fälligen Systemwechsel einleiten: einen demokratischen Sozialismus. Einen abgewrackten bismark'schen Sozialstaat braucht dann kein Mensch mehr. Wir sind doch nicht mehr im Adenauer-Sozialismus.

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Wie die das machen wollen, ohne den Kapitalismus zu entmachten, verraten die aber nicht. Oder meinst du, der hält still?
 
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Wie die das machen wollen, ohne den Kapitalismus zu entmachten, verraten die aber nicht. Oder meinst du, der hält still?
Auch der Kapitalismus muss sich an die Gesetze halten, die von einer Regierung beschlossen werden, es sei denn, er schreibt sich seine Gesetze wie in der derzeitigen Regierung selbst. Dem gilt einen Riegel vorzuschieben - durch Demokratisierung in allen Lebensbereichen. Auf die Zivilgesellschaft muss wieder verstärkt Verantwortung übertragen werden, die Autorität von Staat und Markt sind auf ein Mindestmaß zu beschränken. Daher brauchen wir ein Bedingungsloses Grundeinkommen.
 
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Das BGE ist vorallem eine Befreiung von unnötiger Bürokratie und die Akzeptanz, dass Erwerbsarbeit in der bisherigen Form nicht mehr für alle da ist!
 

Jesaja

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Die linken BGE-Befürworter werden den kapitalistischen Fetisch namens "Erwerbsarbeit" endlich einmotten und den längst fälligen Systemwechsel einleiten: einen demokratischen Sozialismus. Einen abgewrackten bismark'schen Sozialstaat braucht dann kein Mensch mehr. Wir sind doch nicht mehr im Adenauer-Sozialismus.

Arbeitszwang und Pseudo-Vollbeschäftigung war gestern - nämlich in der DDR.

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Das hat ja damals schon bei der DDR so gut geklappt. Außer ein paar ideologisch abgewrackten Sprüchen ist in deinen Aussagen keine Substanz zu verspüren. Du kannst nur Menschen hinter dir versammeln, wenn du gute Argumente anbringst, die auf vernünftigen und realistischen Konzepten basieren. In Zeiten der Bedrängnis und der schlechten Verhältnisse tendieren einige Menschen immer dazu, nach der Revolution zu rufen, und glauben durch das Überstülpen von althergebrachten, "revolutionären" Ideen die Gesellschaft total umkrempeln und zum Guten hin verändern zu können. Das ist nicht nur eine utopische sondern geradezu eine eschatologische Vorstellung. Denn wenn sich irgendeine Lehre aus der Geschichte ziehen lässt, dann die, dass es immer Kontinuitäten gibt, dass sich niemals Gesellschaftsverhältnisse komplett ändern, und dass sich der Mensch auch nicht einfach so komplett transformiert. Das Alte kommt dann wieder durch die Hintertür zurück. Deshalb sollten wir auch gerade aus den gescheiterten utopischen Gesellschaftsentwürfen den Schluss ziehen, dass wir nur schrittweise durch Aufklärung, durch positive Reformen, durch Bewusstsseinsschaffung und durch verbesserte Strukturen zum Guten hin kommen. Auf dieser Grundlage würde sich - vielleicht- dann über ein BGE reden lassen.
Momentan ist ein linkes BGE Modell eine Illusion, die die erfreut, die sich von ihren Fesseln befreit sehen wollen, am Ende aber werden sie nur dabei helfen, das trojanische Pferd ins Land zu schieben. Die Neoliberalen könnten durch das BGE ihre "schöne" Vorstellung vom Nachtwächterstaat dann endgültig durchsetzen.
 

Jesaja

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Das BGE ist vorallem eine Befreiung von unnötiger Bürokratie und die Akzeptanz, dass Erwerbsarbeit in der bisherigen Form nicht mehr für alle da ist!
Das sind aber auch neoliberale Vorstellungen. Die linken BGE- Befürwörter scheinen von einer fatalistischen Grundstimmung beherrscht zu sein. Sie glauben, dass man gegen Sozialabbau nichts tun könnte, weil der eh schon im Gange ist, sie glauben, dass die Massenerwerbslosigkeit durch Rationalisierung und Globalisierung ein Naturgesetz sei, das vom Himmel über uns gebrochen kam, gegen das man nichts anderes tun kann, als die Erwerbslosen mit dem BGE abzuspeisen, sie glauben, dass nur die Arbeitgeber durch das Aussetzen von Arbeitskräften von der Rationalisierung profitieren könnten, und einige scheinen auch zu glauben, dass man gegen einen Turbokapitalismus eh nichts ausrichten kann.

Der Ruf nach dem "Abbau von Bürokratie" ist ein Spezifikum der FDP. Damit soll auch der Sozialstaat zusammen miteingerissen werden.

Wenn man davon ausgeht, so wenig gegen das Kapital ausrichten zu können, und sich in seine BGE-Nische verkriechen möchte (Nach dem Motto:lasst mich in Ruhe, hauptsache, ich hab was zu essen), dann ist das nichts anderes als eine Bankrotterklärung und Entmündigung. Dann haben die Neoliberalen auch ein einfaches Spiel, ihre Version des BGE durchzudrücken und dann gute Nacht(wächterstaat)!
Das BGE ist Hartz IV für alle! Dann müssen wir uns alle Bedürftigkeitsüberprüfungen unterziehen lassen. Denn schliesslich muss überprüft werden, wer reiner Nettoempfänger ist, wer noch was drauf braucht, oder wer vom BGE wieder Leistungen abgezogen bekommt (ich erinnere: man kann keine existenzsichernde Leistungen kumulieren, wer genug verdient, wird es wieder vom BGE abgezogen bekommen).
So weiss dann nicht mehr die Arge sondern das Finanzamt über alles Bescheid!
Und diejenigen, die ihr BGE abgezogen kriegen sind wieder neidisch auf die, die es "komplett kassieren". Und die Arbeitgeber werden uns weiterhin zuraunen "Hol dir den Rest vom Amt". Schöne neue Welt!
 
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Das hat ja damals schon bei der DDR so gut geklappt.
Exakt. Arbeitszwang und Vollbeschäftigung hat auch in der DDR schon nicht geklappt.

Außer ein paar ideologisch abgewrackten Sprüchen ist in deinen Aussagen keine Substanz zu verspüren.
Außer ein paar erzkonservativen Floskeln und prophetischen Schwarzmalereien ist Deinem Beitrag kein einziges Argument gegen ein BGE zu entnehmen, daher werde ich auch nicht weiter auf Deinen Beitrag eingehen, wenn Du die guten Argumente für ein BGE, die Du offensichtlich nicht widerlegen kannst, blindwegs ignorierst, so ist dies lediglich ein Indiz für Deinen begrenzten Horizont. Du solltest erst einmal begreifen lernen, dass ein linkes Grundeinkommen nicht einem neoliberalen Grundeinkommen entspricht, und dass ein linkes Grundeinkommen logischer Weise nur unter sozialistischen Gesellschaftbedingungen eingeführt würde, bis dahin erübrigt sich mit Dir jegliche Diskussion.
 
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Mindestlöhne, gestaffelt nach Qualifikation, sind unabhängig vom BGE dringend erforderlich.

Ein BGE in ausreichender Höhe würde allerdings verhindern, dass viele zum Dumpinglohn arbeiten gehen müssten.
 
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Sollen auch Millionäre ein BGE erhalten?

Ja, aber das Steuerrecht muss so geändert werden, dass diese dann am Ende nicht mehr haben als jetzt. z.B. Steuerschlupflöcher stopfen!
 

Perestroika

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Liebe/r Jesaja!

Na da hast du es "uns" aber gründlich gegeben! Wie Ziviler Ungehorsam schon zum Ausdruck bringt, nichts als hilflose Plattheiten und Panikmache. Man fragt sich, was du eigentlich bezweckst. Es fürchtet sich bald niemand vor "Neoliberalismus", wenn man alles, also auch fortschrittliche und neue Sachen "neoliberal" tauft. Man denkt, na wenn das neoliberal ist, dann ist das ja halb so wild.

Das sind aber auch neoliberale Vorstellungen. Die linken BGE- Befürwörter scheinen von einer fatalistischen Grundstimmung beherrscht zu sein. Sie glauben, dass man gegen Sozialabbau nichts tun könnte, weil der eh schon im Gange ist, sie glauben, dass die Massenerwerbslosigkeit durch Rationalisierung und Globalisierung ein Naturgesetz sei, das vom Himmel über uns gebrochen kam, gegen das man nichts anderes tun kann, als die Erwerbslosen mit dem BGE abzuspeisen, sie glauben, dass nur die Arbeitgeber durch das Aussetzen von Arbeitskräften von der Rationalisierung profitieren könnten, und einige scheinen auch zu glauben, dass man gegen einen Turbokapitalismus eh nichts ausrichten kann.
Du kannst zwar alle bge-Fans in einen großen Bottich schmeißen und dann rumrühren, es nützt aber nix. Ich z.B. "glaube" überhaupt nicht, daß man gegen Sozialabbau nichts tun kann. Das BGE ist eine Barriere gegen weiten Sozialabbau. Es wird auch nicht an "Erwerbslose" ausgezahlt, sondern an alle Bürger, Frauen, Männer, Kinder, Schüler, Studenten, Selbständige, abhängig Beschäftigte, Rentner, Ackermänner und Ackerfrauen, heute Obdachlose, Genossenschaftler, Künstler, Musiker, Schauspieler, Redakteure, Müllmänner und dann ehemalige Betreiber von Erwerbslosen-Foren und Vereinen, Fallmanagern usw usf. Was du machst ist übelste Demagogie. Wozu? Und wozu so hasserfüllt, man könnte glauben, demnächst entsteht eine Bürgerwehr gegen das bge! Nimmt dir jemand was weg?

Nach 30 Jahren Massenarbeitslosigkeit hat es sich herumgesprochen, daß die "Arbeitgeber" nicht aus Bosheit, menschliche Arbeitskraft durch Maschinen ersetzen. Es liegt in der Natur der Sache. Warum soll man sich ständig nach Spargel bücken, wenn dies eine Maschine viel besser kann. Hast du da vielleicht ein Antwort?
Roboter zum Spargel stechen :

Vor allem: Willst du dich bücken?

Für mich gilt auf höherer Stufenleiter nach wie vor "Proletarier aller Länder vereinigt euch" aber natürlich nicht gegen Maschinen und Roboter, auch nicht gegen irgendwelche Reichen, sondern für verstärkte internationale Zusammenarbeit, internationale (standortunabhängige) Besteuerung des "Kapitals", für eine globales Sozialsystem. Internationale Zusammenarbeit aller Landwirtschaftsministerien um gegen immer noch vorhandenen Massenhunger und Massenelend auf dem Globus wirksam vorzugehen. Und für so manches andere mehr!

Auch für diesen Kampf ist ein BGE sehr nützlich, weil es viel mehr Menschen ermöglicht sich entsprechend konstruktiv einzubringen!

Also erzähle "uns" hier nicht was die bge-Fans wollen!

Der Ruf nach dem "Abbau von Bürokratie" ist ein Spezifikum der FDP. Damit soll auch der Sozialstaat zusammen miteingerissen werden.
Wahrhaft schrecklich. Einen solchen Ruf kennt die Menschheit seit die "Bürokratie" existiert, schon bei Lenin kannst du solche Rufe lesen. Und wenn mit Sozialabbau gemeint ist, z.B. solche dusseligen und sehr kostspieligen 1Euro-Job inclusive den fetten gut bezahlten Betreuungspersonal abzuwickeln, lieber heute als morgen:
ARD-exclusiv_ Die Armutsindustrie
YouTube - ARD-exclusiv: Die Armutsindustrie [1/3]
YouTube - ARD-exclusiv: Die Armutsindustrie [2/3]
YouTube - ARD-exclusiv: Die Armutsindustrie [3/3]
(Video Nr 2 ab: 4 min 50 sec; 5000 Puzzle-Teile in 10 Tagen: drei Teile fehlen -> Schrott)
neu cirka 60-70 Euro ➞ www.puzzle-strasse.de

Restweihnachtsgrüße
Perestroika
 
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Für mich gilt auf höherer Stufenleiter nach wie vor "Proletarier aller Länder vereinigt euch" aber natürlich nicht gegen Maschinen und Roboter, auch nicht gegen irgendwelche Reichen, sondern für verstärkte internationale Zusammenarbeit, internationale (standortunabhängige) Besteuerung des "Kapitals", für eine globales Sozialsystem.

Internationale Zusammenarbeit aller Landwirtschaftsministerien um gegen immer noch vorhandenen Massenhunger und Massenelend auf dem Globus wirksam vorzugehen.
Und für so manches andere mehr!


Auch für diesen Kampf ist ein BGE sehr nützlich, weil es viel mehr Menschen ermöglicht sich entsprechend konstruktiv einzubringen!


Perestroika

:cool:
 
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Nach 30 Jahren Massenarbeitslosigkeit hat es sich herumgesprochen, daß die "Arbeitgeber" nicht aus Bosheit, menschliche Arbeitskraft durch Maschinen ersetzen. Es liegt in der Natur der Sache. Warum soll man sich ständig nach Spargel bücken, wenn dies eine Maschine viel besser kann. Hast du da vielleicht ein Antwort?
Roboter zum Spargel stechen :

Vor allem: Willst du dich bücken?
Treffender kann man es nicht darstellen.

Ich werde es nie verstehen, wie man sich freiwillig so viel Arbeit wie möglich machen kann und wem eine Arbeitsmentalität als Ersatzreligion nützt? Das scheint wahrlich ein Phänomen der westlichen Industrienationen zu sein, denn nirgendwo auf der Welt macht jemand mehr Arbeit als erforderlich, mit dem Unterschied, dass wir die technischen Voraussetzungen haben, unsere Arbeitskraft auf ein Notwendiges zu reduzieren - ohne dabei an Produktivität einzubüßen! Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass sich mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen die Produktivität wesentlich steigern ließe, weil sowohl "sinnlose" Arbeit als auch weniger effiziente Arbeitmethoden schlichtwegs nicht mehr stattfinden würde. Arbeit um des Arbeits Willen und dieser krampfhafte Beschäftigungzwang haben den wirtschaftlichen Ruin samt Überproduktion, bürokratische Steuergeld- und Ressourcenverschwendung doch erst eingeleitet, der alltägliche Wahnsinn hat System.
 
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Ein BGE würde die tausendfach vorhandene Angst vor dem Hereinrutschen in H4 und die damit verbundene Stigmatisierung verhindern!:icon_smile:
 

Jesaja

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Außer platten Sprüchen, topischen Unterstellungen und reinen Behauptungen habe ich hier bisher auch noch nichts gelesen, was wirklich produktiv und konstruktiv wäre. Ihr überlest auch sämtliche Kritikpunkte, die man am BGE erheben könnte.

Wie ist es denn jetzt mit der Auflösung der paritätischen Finanzierung durch ein BGE? Die würde durch das Auszahlen von einem Grundeinkommen an alle Menschen hinfällig!

Wer verrührt sich denn selbst mit den neoliberalen Befürwortern des BGE? Schliesslich wurde hier ja bereits Götz Werner lobend erwähnt, der ja schon ausgerechnet hat, wie das BGE finanziell funktionieren könnte. Eine Abgrenzung von neoliberalen Modellen und Akteuren findet hier gar nicht statt. Ich erwähnte bereits wie Georg Vobruba und Götz Werner an einem Strang ziehen, was ihr vermeintlich gemeinsames Ziel angeht.
Wie wollt ihr verhindern, dass ein BGE nicht neoliberal ausgestaltet wird ?
Wie erhält man eine parlamentarische Mehrheit für ein BGE, und wie wollte man verhinden, dass Lobbyisten und Interessenverbände Einfluss auf die Entscheidungsfindung eines hypothetischen Pro-BGE-Parlaments nehmen?
Wie will man innerhalb der jetzt existierenden Strukturen verhindern,
dass das BGE von Vermietern und Konzernen als Vorwand genutzt wird, um die Preise in die Höhe schießen zu lassen, womit das Nutzen eines BGE ins Leere laufen wird, und da ja Politik zu schwerfällig ist, um das schnell zu korrigieren?
Aber wenn im Zuge solcher Entwicklungen das BGE erhöht wird, hat man damit auch nur wieder der Wirtschaft gedient.
Ich habe es schon öfters erlebt, wie erstaunlicherweise die Kaltmieten erhöht werden, wenn die Kommune höhere Bemessungsgrenzen der Miete für ALGII-Empfänger beschließt. Darunter leiden dann auch Gering- und Durchschnittsverdiener, die keine Empfänger sind.

Wie will man verhindern, dass ein BGE nicht zur Lohnsubventionierung mißbraucht wird?
Wie will man Mindestlöhne für jeden Beruf und für jeden Job festlegen, wer entscheidet das ?
Man kann nur einen allgemeingültigen Mindestlohn für alle festlegen. Wenn man aber dann noch Mindestlöhne nach Beruf und Qualifikation festlegen will, dann steht man vor einem riesigen Entscheidungsproblem.

Wie soll der erwirtschaftete Lohn mit dem BGE verrechnet werden, wenn man gleichzeitig vom Arbeitgeber verlangen will, dass er einen existenzsichernden Lohn zahlt, aber das BGE bereits existenzsichernde Funktion hat?
Wie will man verhindern, dass Nettoempfänger und Bruttoverdiener nicht aufeinander neidisch sind?

Gegen all diese Einwände habe ich bisher nur das gehört:
- jeder, der sich gegen das BGE wendet ist blöd, verblendet und konservativ
- es gibt kein neoliberales BGE Modell bzw. wir haben mit denen ja gar nichts zu tun
- wir müssen irgendwie den Sozialismus einführen und nur die Leute dafür genügend motivieren

Und das soll reichen? Das sollen konkrete Ziele sein? Damit will man Leute hinter sich versammeln? Das sind doch nur Träumereien, die die Realität ignorieren.
Ich habe bereits geschrieben: wir müssen erstmal die richtigen Strukturen schaffen, dann können wir über ein BGE reden.
Wir müssen die Probleme lösen, die jetzt da sind; heutzutage ein BGE einführen zu wollen, ohne dass wir die Gesellschaft verändert hätten, ist brandgefährlich und im hohen Grade mißbrauchbar.
Man sollte sich aber auch nicht der Illusion hingeben, dass man Menschen und Gesellschaft so einfach überzeugen und so weitreichend verändern kann.

Es nützt auch nichts irgendwelchen messianischen Konzepten von vor 2,3 Jahrhunderten hinterherzurennen (auf die Ähnlichkeit von jüdisch-christlicher Eschatologie und sozialistischen Utopien hat bereits der Religionswissenschaftler Mircea Eliade hingewiesen), denn wir leben im hier und jetzt und wir brauchen Konzepte, die auf die Probleme von heute zugeschnitten sind, wir brauchen keine Passepartouts, die sich als Lösung für alles anbieten möchten.

Im Übrigen ein netter Trick: wenn keiner gegen das BGE diskutiert, würde das bedeuten, dass alle dafür sind, wenn jemand gegen das BGE diskutiert, dann folgt er einer Ersatzreligion, die sein einziger Lebensinhalt ist. Hm, diese vollkommene Unsachlichkeit habe ich bisher von allen BGE Befürwortern erlebt, inklusive diesem aufgeblasenen Ronald Blaschke, der auch nur was von "Alle die gegen mein BGE sind, sind bürgerlich-liberal" und "die Erwerbsarbeit muss abgeschafft werden(weiss aber nicht wie)" faselt.
 

Jesaja

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Von der Rationalisierung von Arbeit haben bisher nur Arbeitgeber profitiert, in dem sie Kräfte entlassen konnten. Den Nutzen der Rationalisierung könnte man aber auch durch eine Arbeitszeitverkürzung den Arbeitnehmern zukommen lassen. Die Realität gestaltet sich in zunehmendem Maße ja so, dass immer mehr Menschen immer mehr arbeiten müssen, während andere gar keine oder nur geringfügige Arbeit finden.
Wer die Massenerwerbslosigkeit als hinzunehmendes, nicht zu änderndes Phänomen hinnimmt, gesteht damit auch dem Arbeitgeber das alleinstehendes Recht auf die Vorteile der Rationalisierung ein.
Davon mal abgesehen, gibt es jede Menge Arbeit, die nur nicht bezahlt wird.
Es wird immer Arbeit geben, die gemacht werden muss.
Wie man aber angesichts der aktuellen Strukturen und einer weitgestreuten Ideologie, mal so schnell die Erwerbsarbeit abschaffen will, ist mir wirklich schleierhaft.
 
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Immer wieder wird im Zusammenhang mit dem BGE die paritätische Finanzierung der Sozialsysteme, bzw. dessen Abschaffung befürchtet.

Dazu muss man aber eins wissen:

Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil sind Lohnbestandteile, die beide zuerst vom AG bezahlt werden. Der Arbeitnehmer bekommt seinen Anteil dann zwar vom Lohn abgezogen, aber bezahlt hat ihn der AG.

Der hat diese Abgaben übrigens schon in seine Preise eingerechnet. Und die zahlt der Kunde.

Also: der Kunde zahlt die Sozialabgaben des Arbeitnehmers!
 

Alkib

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und wenn dann die sozialabgaben keine lohn bestandteile mehr wären, müßte ja die deutsche exportwirtschaft enorm günstig anbieten können. das wäre das richtige, wenn dewr euro platzen sollte und die deutsche währung wieder für sich allein sehr aufgewertet würde. für deen fall hätte man also in der exportindustrie noch mehr befürworter.
 

Jesaja

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Immer wieder wird im Zusammenhang mit dem BGE die paritätische Finanzierung der Sozialsysteme, bzw. dessen Abschaffung befürchtet.

Dazu muss man aber eins wissen:

Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil sind Lohnbestandteile, die beide zuerst vom AG bezahlt werden. Der Arbeitnehmer bekommt seinen Anteil dann zwar vom Lohn abgezogen, aber bezahlt hat ihn der AG.

Der hat diese Abgaben übrigens schon in seine Preise eingerechnet. Und die zahlt der Kunde.

Also: der Kunde zahlt die Sozialabgaben des Arbeitnehmers!

Du erklärst hier etwas, was sich von selbst versteht.
Wenn der Arbeitgeber (der wird sich freuen) von der Last der Sozialabgaben befreit wäre, müsste er nach naiver Logik die Preise senken, wovon dann ja der Kunde wiederum profitieren würde.
Es ist aber fraglich, ob die Unternehmen, ihre Preise wirklich senken werden, vor allem, wenn sie sich darauf berufen können, dass die Menschen durch das BGE ja genug Geld zur Verfügung stehen hätten.

Vielleicht ist der AG aber auch ein gewiefter homo oeconomicus, und will sich über das Absenken des Preises einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Damit würde er aber andere Anbieter zwingen, ebenso im Preiskrieg mitzumachen.

Nun kommen wir mal wieder zum BGE: Dieses könnte eine Pauschale sein, die dann aber sozial ungerecht wäre, weil die Leute ja unterschiedliche Mietkosten usw. haben, und weil Preise ja steigen können.
Die zweite Option ist dann das bedarfsorientierte Modell, das sich an Hand realer Kosten und Preise bemisst. Man sieht also, dass ein bedarfsorientiertes BGE zwar gerechter ist, aber einen individuellen Kostennachweis erfordert.
Wenn es nun ein bedarfsorientiertes BGE gibt, und die Unternehmen sich eine Preisschlacht liefern, so dass es zu einer Deflation kommt, so müsste demzufolge auch das BGE abgesenkt werden. Damit verliert sich der Nutzen von Preissenkungen für den Kunden.
Auch ist dann die Finanzierung des BGE in Frage gestellt.
 

Jesaja

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Wenn alle bisher üblichen Sozialabgaben in einen Topf fließen, fällt die Transparenz des Geldzwecks hinten runter. Dann sollen alle Belange, die bisher die unterschiedlichen Töpfe zu stemmen haben, aus einer Tasche genommen werden, und daran können sich alle möglichen Interessensgruppen bedienen.
Es ist zwar schon leider der Fall, dass Gelder oft zweckentfremdet werden, aber mit dem BGE würde man diesen Zustand zementieren, und jede Übersichtlichkeit zunichte machen.

Und wer will glauben, dass die Politik diese Gelder in Projekte steckt, die vor allem dem Gemeinwohl dienen?
Das BGE wird eben nur in einer perfekten Welt funktionieren, nicht in der, die wir haben.
 
E

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Das alles, Lohnsubventionierung, Flucht der AG aus der sozialen Verantwortung usw. findet auch bereits jetzt ohne BGE statt.
 
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Ich bin für das BGE - die Kritikpunkte sind nicht wegzureden aber ich bitte euch - alles ist besser als das Erziehungsinstrument Hartz IV und könnte - wollte- sollte .......................
 
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Zitat Lalal:

Ich bin für das BGE - die Kritikpunkte sind nicht wegzureden aber ich bitte euch - alles ist besser als das Erziehungsinstrument Hartz IV und könnte - wollte- sollte .......................



Genau so ist es!
 

Perestroika

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Zur Hetze der einen gegen die anderen, bei der sich Jesaja schonmal einen Ehrenplatz in einer künftigen BGE-Gesellschaft sichert:

Jesaja sagte :
Wie will man verhindern, dass Nettoempfänger und Bruttoverdiener nicht aufeinander neidisch sind?
Spiegel vom 27.11.1978 Jeder vierte ein Drückeberger?

Also von 1978 bis 2010, über 32 Jahre dieselbe Leier!

Der Unterschied ist allerdings der, daß man solches fiktive Gerede, auch ignorieren kann, bei einem BGE kann einem niemand was. Also wieder sinnlose Panikmache. Ich glaube auch nicht, daß es allzuviele solche Hetzer geben wird. Jesaja begeht hier nämlich den "Trick", daß er die heutigen "Erwerbslosen" (und andere ohne Einkünfte, z.B. Studenten) mit späteren vermeintlichen "Nettoempfängern" gleichsetzt und beide für eine eigene Menschenklasse ausgibt, für Menschen, die als Erwerbslose/Nettobezieher geboren werden und als solche dann sterben.

Wenn man in Statistiken jedes Jahr liest, daß es 2 Mio Dreijährige gibt, bedeutet das nicht, daß wir 2 Mio Dreijährige haben, die als Dreijährige auf die Welt kommen und nach 70 oder 80 Jahren sich als Dreijährige wieder verabschieden.

Diese Zukunftshetze angeblicher Bruttoverdiener gegen Nettobezieher (als feste "Klasse") finden wir schon 2008 in dem SPD-Pamphlet "Geld allein genügt nicht". Diese Schrift wurde zwar irgendwann "offiziell" aus dem Verkehr gezogen. Sie liegt aber noch bei so manchem Genossen und mancher Genossin auf dem Nachtschränkchen. Bei bge-Alpträumen können sie schnell mal nachschauen. Die Schrift ist immer noch aktuell. Man findet sie u.a.:
http://www.archiv-grundeinkommen.de/spd/2008_GWK_Grundeinkommen.pdf

Dort geht es durchwegs um Nettozahler und Nettobezieher. In dieser Schrift wird übrigens auch bewiesen, daß "Arme" mit Geld nicht umgehen können:

Um ein sozialstaatlich garantiertes Grundeinkommen erstens im eigenen selbstbestimmten Interesse und zweitens zum Zweck der gesellschaftlichen Zugehörigkeit nutzen zu können, sind Qualifikationen und Eigenschaften notwendig, über die nicht alle Netto-Bezieher und nicht alle sozialen Milieus gleichermaßen verfügen und gerade in deren Kreisen häufig nicht beheimatet wurden.
Nun, wie sieht es heute nach über 30 Jahren Massenarbeitslosigkeit aus? Von etwa 82 Mio Bundesbürgern sind derzeit 39-40 Mio erwerbstätig. Im Jahre 2006 lebten jedoch nur cirka 34 Mio Bürger „überwiegend“ von Erwerbsarbeit:

Überwiegender Lebensunterhalt im Jahre 2006 in 1000

82.369 Bevölkerung
33.848 leben "überwiegend" von Erwerbsarbeit
4.633 Arbeitslosengeld I/II
20.437 Rente und sonstige *)
23.450 Angehörige

*) Rente, Pension; eigenes Vermögen, Vermietung, Zinsen, Altenteil; Sozialhilfe/-geld, Grundsicherung (einschlAsylbewerberleistungen); Leistungen aus einer Pflegeversicherung; sonstige Unterstützungen (zBBAföG).
(Quelle: Stat. Jahrbuch 2008 * Seite 85)
Wir sehen also, daß nicht mal die Erwerbstätigen selbst ausschließlich von Erwerbstätigkeit leben, ganz zu Schweigen von der Mehrheit der Bevölkerung, nämlich 48 Mio Menschen, die in chaotischer Weise von irgendwas oder von irgendwem abhängen.

Man muß hier natürlich den Werdegang eines Bürgers im Auge haben. Man durchläuft im Laufe seines Daseins verschiedene Etappen (befruchtete Eizelle, Baby, Kind, Jugendlicher/Schüler, Auszubildender, Erwerbstätiger, Rentner; dazu Krankheit, Midlife Crisis, Liebeskummer, Kur, Wechseljahre, Umschulung, Berufswechsel usw). Und auch heute sind viele Erwerbslose nur kurzfristig erwerbslos. Summasummarum, das mit den Nettobeziehern (Schmarotzern) und spendablen Bruttoverdienern (z.B. Volksvertreter, Manager, Richter, Bullen, Deka-Fritzen usw) ist Panikmache reinsten Wassers.

muß aber den 2. Weihnachtstag nicht verderben
Perestroika
 
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Dass viele Menschen auf das Grundeinkommen anderer neidisch sein könnten, halte ich für unwahrscheinlich.

Weil es ja jeder bekommt!
 

Jesaja

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@Perestroika Außer irgendwelchen Verleumdungen und Strohmann-Argumenten gegen meine Person kommen von dir leider keine Argumente mehr. Beantworte mal die Fragen, die ich hier in den Raum gestellt habe, und zwar unter Berücksichtigung der Realität, d.h. der Machtstrukturen, in der wir momentan leben, und der Weise wie Menschen pychologisch und mental gepolt sind.

Dein BGE funktionert nur dann, wenn sich die Menschen innerlich komplett transformieren würden, und wenn sich die wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Bedingungen erheblich verändern würden.
In den "kapitalistischen" Strukturen, wie wir sie momentan vorfinden, müsste ein BGE durch strenge Kontrollmechanismen und durch strenge Gesetze vor dem Mißbrauch als Lohnsubventionierungsprogramm, Lohndumpingprogramm und als Befreiungsstrategie der Reichen aus dem Steuer- und Sozialsystem geschützt werden.
Es ist schlichtweg in unseren rechtlichen Verhältnissen nicht möglich, den Staat per Gesetz das Existenzminimum für alle Menschen übernehmen zu lassen, und dann den Arbeitgeber per Gesetz dazu verpflichten zu wollen, einen Lohn zu zahlen, der existenzsichernd ist.
Und auf die Vorstellung, dass wir in einer fernen Zukunft, irgendwann mal eine so tolle Gesellschaft haben, dass wir keine Erwerbsarbeit mehr brauchen, und in der wir alle fair miteinander umgehen, und es keine Interessenskonflikte mehr gibt... auf die will ich nicht warten.
Ich will gut als Mensch gut behandelt werden, ich will satt werden, ich will ein Dach über den Kopf haben, ich will akzeptiert werden, ich will an der Gemeinschaft teilnehmen, und ich will, in einer Gesellschaft leben, die solidarisch ist und sich einander hilft: Das muss der Konsens sein, der Menschen miteinander verbindet, und für den sie zusammen kämpfen wollen.... nicht ein fixes Konzept, das nur vorgibt, diesen Zustand schaffen zu wollen, aber mißbrauchbar ist und nur in einer Utopie funktionieren würden.

Wer hier davon spricht, wie toll es doch wäre, die Exportwirtschaft hinter sich zu haben, wer von "Bürokratieabbau" redet, und wie wir doch alle davon profitieren würden, wenn wir das paritätische Finanzierungskonzept einreissen würden, merkt nicht, wie er selbst schon Opfer von neoliberalen Rattenfängern geworden ist. Glaubt Ihr ernsthaft, dass in den BGE Foren keine rechtskonservativen Vertreter unterwegs sind, die ihre Argumente mit in den Topf schmeissen? Eine Abgrenzung zu den neoliberalen BGE Modellen findet nicht statt, stattdessen verbrüdert man sich mit den Neoliberalen, weil man ja angeblich das gleiche Ziel hat.
Solange keine klare Abgrenzung zu den Neoliberalen stattfindet, und solange die unten genannten Punkte nicht geklärt sind, kann ein BGE nur in die Hose gehen.
Und dann dürfen die Linken, die sich nicht von den einfachen Versprechungen eines BGE haben blenden lassen, zusehen, wie sie den verschrotten Sozialstaat wieder aufbauen dürfen.
 

Jesaja

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Dass viele Menschen auf das Grundeinkommen anderer neidisch sein könnten, halte ich für unwahrscheinlich.

Weil es ja jeder bekommt!
Wenn andere arbeiten gehen, und ihr BGE wieder abgezogen bekommen, weil sie ja schon Geld verdienen, das - zumindest nach deiner Logik - existenzsichernd ist, dann werden sie auch auf die neidisch sein, die ein BGE bekommen, ohne etwas verrechnet zu bekommen.
 

Jesaja

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Das alles, Lohnsubventionierung, Flucht der AG aus der sozialen Verantwortung usw. findet auch bereits jetzt ohne BGE statt.
Und deshalb müssen wir den Zustand dadurch zementieren, in dem wir ein BGE einführen? Ich verstehe nicht, wie man nicht einsehen kann, dass ein BGE dann erst recht dem Neoliberalismus in die Hände spielt.
 

arbeitslos in holland

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wenn wir das paritätische Finanzierungskonzept einreissen würden
................dann müßten wir es vorher erst mal aufbauen !

du kapierst doch nicht mal das heutige(feudal)system !
die paritätische finanzierung wäre die lösung ohne sozialismus, ohne bge, wohlstand für alle zu generieren !
das will man aber nicht !
und freiwillig wird sich daran nichts ändern.
 

Jesaja

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................dann müßten wir es vorher erst mal aufbauen !

du kapierst doch nicht mal das heutige(feudal)system !
die paritätische finanzierung wäre die lösung ohne sozialismus, ohne bge, wohlstand für alle zu generieren !
das will man aber nicht !
und freiwillig wird sich daran nichts ändern.
Da Du anscheinend so viel mehr kapierst als ich, darfst du mich gerne erleuchten, und den richtigen Weg, den du gefunden hast, mal vorstellen!
 
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Solange keine klare Abgrenzung zu den Neoliberalen stattfindet, und solange die unten genannten Punkte nicht geklärt sind, kann ein BGE nur in die Hose gehen. Und dann dürfen die Linken, die sich nicht von den einfachen Versprechungen eines BGE haben blenden lassen, zusehen, wie sie den verschrotten Sozialstaat wieder aufbauen dürfen.
Es fällt mir ungemein schwer, zu Deinem Standort Stellung zu beziehen, solange wir nicht die selbe Ausgangslage eines BGE vor Augen habe. Denn eigentlich sollte es doch selbstverständlich sein, dass ein linkes BGE nur unter einer linken Regierung mit eben solchen gesellschaftlichen Rahmenbedingugen in Kraft treten könnte und würde.

Eine Abgrenzung zu den neoliberalen BGE Modellen findet nicht statt
Sehr wohl:

http://www.die-linke-grundeinkommen...4/10_-_04_-_08_BGE-Konzept2010_Endfassung.pdf

Ich würde mich freuen, wenn Du Dir dieses Dokument durchlesen würdest, und Deine Kritik darauf anweden würdest, vielleicht findest Du noch Sachverhalte, die ungeklärt oder verbesserungswürdig wären. Es sagt zudem niemand, das BGE wäre perfekt. Zum anderen würde mich nach wie vor interessieren, welche Alternative zum BGE Du bevorzugen würdest, und wie Du die Sozial- und Arbeitsmarktpolitik stattdessen gestalten würdest. Bedenke aber auch, dass z.B. Arbeitszeitverkürzung und viele andere Ideen ein BGE nicht ausschließen, erst in Kombination mit vielen gesellschaftrevolutionären Ideen würde es meines Erachtens erst richtig attraktiv und im Sinne der Sache wirksam. Mit einem BGE alleine wäre in der Tat nicht viel gewonnen, die Rahmenbedingugen müssen stimmen.
 
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Befürworter des BGE sind unter anderem die FDP (Bürgergeld) der ehemalige Ministerpräsident Althaus oder der Wirtschaftlobbyist Straubhaar.
Sie alle wollen, wie auch Götz Werner, die Unternehmen von ihrer sozialen Verantwortung befreien, indem ihre Gewinne weiter gesichert sind, aber die Verbraucher den Schei... bezahlen sollen.
Das Bürgergeld der FDP ("Liberales Bürgergeld") hat mit der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) recht wenig zu tun, da es an Bedingungen geknüpft ist und der, der eine Arbeit ablehnt, sanktioniert werden soll.

Das Bürgergeld nach Althaus ("Solidarisches Bürgergeld") ist im Prinzip ein BGE, da es an jeden Bürger bedingungslos ausgezahlt werden soll, jedoch in einer Höhe (600 € netto), von der kaum jemand wirklich ohne zusätzliche Erwerbsarbeit leben kann; also verfehlt es die Idee des BGEs.

Denn die Idee ist, dass jeder Bürger, unabhängig davon, ob/ was er arbeitet und wieviel er hat, ein Grundeinkommen vom Staat garantiert bekommt, in einer Höhe, die ihm ermöglicht, auch auf Erwerbsarbeit verzichten zu können, um frei von Existenzängsten und Zwängen selbst entscheiden zu können, welchen Weg er geht ("Was möchte ich arbeiten?", "Wo möchte ich arbeiten?", "Möchte ich Teilzeit oder Vollzeit arbeiten?", "Möchte ich einer Erwerbsarbeit nachgehen oder ehrenamtlich tätgig sein, oder beides", "Möchte ich mich selbständig machen?", „Möchte ich noch mal studieren“, „Möchte ich mir mal eine Auszeit nehmen“ usw.).

Manche Menschen haben Schwierigkeiten bei dem Gedanken, dass jeder Bürger ein BGE bekommen soll, da es ihrer Meinung ungerecht sei, wenn z. B. der Millionär ein BGE bezieht oder der von der Bild-Zeitung und den Privat-TV-Sendern so gerne instrumentalisierte „Sozialschmarotzer“, der jede Arbeit ablehnt.
Der Punkt aber ist, dass das BGE eben keine Weiterentwicklung einer bedarfsorientierten Sozialleistung sein soll, sondern dass es als wirtschaftliches Bürgerrecht zu verstehen ist - man bekommt ein BGE, weil man ein Mensch ist; nicht weil man irgend etwas leistet.
Einfach gesagt – so wie jeder Mensch das bedingungslose Recht auf Leben hat, hat er dann auch das bedingungslose Recht auf ein Einkommen.
M. E. würde es erst durch und nur durch das BGE einen wirklichen ArbeitMARKT geben. Denn Markt bedeutet Angebot und Nachfrage. Heute jedoch ist es so, dass die Arbeitgeber den Arbeitsmarkt bestimmen und immer mehr Menschen gezwungen sind, mehr oder weniger jede Arbeit anzunehmen.
Ein BGE würde ermöglichen, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber sich auf gleicher Augenhöhe begegnen.

Götz Werner vorzuwerfen, er wolle die Unternehmen von ihrer sozialen Verantwortung befreien, trifft m. E. nicht zu.
Wenn es ein BGE gäbe, wären die Unternehmen gezwungen, attraktive Arbeitsplätze zu schaffen. Ansonsten würde niemand mehr bei ihnen einsteigen.
Sicherlich würden auch Unternehmen von einem BGE profitieren, da die Lohnkosten sinken würden.
Aber der Punkt ist, dass beide Seiten (Arbeitnehmer u. Arbeitgeber) von einem BGE profitieren würden.
Die Befürchtung, ein BGE würde zu einer neuen Form von Lohndumping führen, ist m. E. unbegründet. Aus heutiger Sicht ist die Befürchtung zwar nachvollziehbar, aber nicht wenn wir ein BGE hätten – das wären völlig andere Verhältnisse:
Zwar würde auf der einen Seite der Lohn durch ein BGE sinken, auf der anderen Seite könnten aber die Arbeitnehmer auf gleicher Augenhöhe mit dem Arbeitgeber den Lohn aushandeln; im Gegensatz zu heute. Heute ist man gerne mal bereit, eine schlecht bezahlte Arbeit anzunehmen („Hauptsache Arbeit“ oder „besser, als sanktioniert zu werden“).
Mit einem BGE wären diese unsäglichen Verhältnisse Schnee von gestern.

LG
 
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Interessant ist auch das neue Althaus-Modell:

400,- € für jede, auch für Kinder
+ 200,- € für die Krankenversicherung
+ Miete bei Bedarf
 

arbeitslos in holland

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Da Du anscheinend so viel mehr kapierst als ich, darfst du mich gerne erleuchten, und den richtigen Weg, den du gefunden hast, mal vorstellen!
gerne :icon_daumen:

zunächst mal die heutige situation(holzschnittartig)

die meisten bezahlen lohnsteuer, die direkt abgezogen wird. daneben noch überbordernde sozialabgaben. darunter
- soli
- kk
- rv
- pv
(den rest weiss ich nicht, will ich auch nicht wissen)

selbständige bezahlen keine sozialabgaben, sondern nur steuern.
die steuern wiederum können beliebig gesenkt werden(abhängig vom steuerberater und den unlauteren absichten des steuerhinterziehers)
dh. ein großteil beteiligt sich am system mit 0

ein paritätisches system würde heissen:

alle einkünfte werden gleichberechtigt mit den gleichen steuern und abgaben belastet !

dh

-mieteinkünfte
-einkünfte aus spekulationen
-dividenden

alles was eingenommen wird, wird zur finanzierung des staates herangezogen. gut, dann gibt es eben arbeitslose steuerberater, die uns dann mit volksmusik unterhalten/nerven :icon_twisted:
und jetzt zeige mir die partei, die das im wahlprogramm hat ! :cool:

unsere millionarios(vettel, schumacher+schumacher)könnten ihre pässe gleich direkt abgeben ! wer hier keine steuern zahlt, verliert seine staatsbürgerschaft(amerika lässt grüssen) :biggrin:
 
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Interessant ist auch das neue Althaus-Modell:

400,- € für jede, auch für Kinder
+ 200,- € für die Krankenversicherung
+ Miete bei Bedarf
Ich hielt ja schon die 800€ (inkl. 200€ Gesundheitspauschaule); also 600€ für einen Witz.
Jetzt ist es sogar noch weniger, was von Althaus vorgschlagen wird.

@ Ziviler Ungehorsam

Vielleicht sind die Befürworter des Althaus-Modells einfach Zyniker - sie denken sich, man könne dann auf Sanktionen verzichten, weil dann bei der Höhe des Solid. Bürgergeldes sowieso jeder gezwungen wäre, zu arbeiten.
 
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Bisher war Althaus 800,- € incl. Miete und KV für Erwachsene und 500,- incl. KV für Kinder.

Weniger ist es rechnerich nach dem neuen Konzept nicht.

Ausreichend ist es sicher auch nicht um am kulturellen Leben teilhaben zu können, aber besser als H4 ist es allemal!
 

Feind=Bild

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@FMD82:
Nett erläutert, klingt gut. Aaaber zwei Dinge könntest Du mir bitte noch erklären.
1. Wie soll das alles finanziert werden? Hab schon irgendwo gelesen, daß alles über die erhöhte Mehrwertsteuer gegenfinanziert würde. Wenn man davon ausginge, es gäbe ein bGE nur innerhalb der deutschen Grenzen, dann würde auf einem recht breiten Grenzstreifen zu den Nachbarstaaten hin kein Friseur und keine Tanke mehr existieren können, weil alle über die Grenze fahren würden, wo der Haarschnitt oder der Liter Sprit dann eben nicht mit 50% Mwst. sondern nur mit 15% besteuert und dementsprechend billiger wäre. Das wird wohl so nicht funktionieren?!
2. Was ist mit denen, die meinen, sie müssten ihr bGE schon in der ersten Woche des Monats auf den Kopp hauen, für Alk, Drogen, beim Spiel, für sonstwas... Sitzen die dann drei Wochen in der Fußgängerzone und betteln, bis es wieder bGE gibt? Oder muss für solche Fälle dann doch noch ein soziales Netz aufrecht erhalten werden?
 

lupe

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Finanziert wird das doch bislang auch (H4). Halt nur mit Bedingungen gepaart. Schafft man die Bedingen wie Sanktionsmöglichkeiten, Meldepflichten, etc, etc, ab, hätten wir ein BGE!

Tja, wer geht dann noch arbeiten? Doch sicher wohl der, der mehr verdient, als das BGE hergibt.
 
E

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Bisher war Althaus 800,- € incl. Ausreichend ist es sicher auch nicht um am kulturellen Leben teilhaben zu können, aber besser als H4 ist es allemal!
Bezogen darauf, dass es keine Sanktionen mehr geben soll, mag es besser als Hartz IV erscheinen, aber was die Höhe betrifft, da täuschst du dich.

Ich bekomme z. Zt. als allein stehende Person 934,92 € Hartz IV im Monat
(also Regelleistung + Mietkosten + Heizkosten + KV + RV + PV).

Zieh mal von 800 € (nach dem alten Althaus-Konzept) 200€ und dann noch die Kosten für Miete, Nebenkosten und Strom ab.
Da hat ein allein stehender Erwerbsloser weniger übrig, als heute mit Hartz IV.

Beispiel Althaus-Modell, allein stehende erwerbslose Person:

800€
- 200€ Gesundheitspauschale
- ca. 350 € Miete u. NK
- ca. 35 € Stromkosten
________________________________
= ca. 215 € pro Monat zum Leben


Bei Hartz IV ca. 324 € pro Monat zum Leben
(Also 359 € Regelleistung – ca. 35 € Stromkosten)
 

Priscilla

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Also ich gebe mir selbst derzeit 500 Euro pro Monat. Davon bezahle ich das Essen von mir und meinem Sohn und Sachen für den täglichen Gebrauch. Mein 18 jähriger Sohn erhält sein Kindergeld in Höhe von 184 Euro und muß sich davon auch alles kaufen (Schulessen, weggehen, Sport), größere Sachen wie Urlaub, besondere Anschaffungen bezahle ich oder bezuschusse sie)

in den o.g. Zahlungen sind nicht enthalten:
Versicherungen (auch KV), Miete, Strom, Pferd (alle Kosten), Auto (alle Kosten), Beiträge und Zahnarzt- und Arztkosten, sonstige Ausgaben für Sohn.

Ich denke, dass Blöde ist ja, man kann gut mit den 500 Euro auskommen, wenn man nur den laufenden Betrieb bezahlen muß. Alles andere wird dann schon wieder schwierig.
 

Eilig

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Ich bin für das BGE - die Kritikpunkte sind nicht wegzureden aber ich bitte euch - alles ist besser als das Erziehungsinstrument Hartz IV und könnte - wollte- sollte .......................

Das wird nicht nur an den Finanzen scheitern, schon alleine das Wort bedingungsloses, wird niemals zu erfüllen sein.

Es gab nie eine bedingungslose Krankenversicherung, wird es auch niemals geben. Die wäre zumindest erfüllbar gewesen, aber hatten wie die jemals?
 

Jesaja

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Ich gehe auf verschiedene Postings ein:

@Ziviler Ungehorsam Die pdf-Datei habe ich mir durchgelesen. Einige Punkte außerhalb des BGE kann ich natürlich mit unterschreiben. Ich befürworte den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, von Kinderbetreuungsangeboten und von Bildungsangeboten und unterstütze die Forderung, dass die öffentliche Grundversorgung und der Zugang zu Informationen (Bibliotheken, Open Source Projekte etc.) vom Staat getragen und gefördert werden muss. Meiner Meinung nach muss der Staat auch wieder mehr in den kommunalen und sozialen Wohnungsbau eingreifen, vor allem im Westen, wo sich mit geringem Einkommen nur wenige und nur schlecht ausgestattete Wohnungen finden lassen.

Ich bin auch für eine Bürgerversicherung, die gleiche Prozentsätze von jedem Mitglied erhebt, und die gleiche Gesundheitsvorsorge für alle bietet.
Angelehnt an arbeitslos_in_holland bin ich auch dafür, dass auch auf bisher nicht besteuerte Einkünfte eine Steuer erhoben werden muss. Das Wegfallen einer Beitragsbemessungsgrenze halte ich auch für angebracht.
Insgesamt bin ich also dafür, dass das paritätische System ausgebaut werden muss, und höhere Besteuerungen eingeführt werden müssen.
Und selbst das wird natürlich ein steiniger Weg, da viele dann wieder jammern werden, dass die Industrie uns dann wegrennt.

In dem von dir genannten Modell wird die paritätische Finanzierung von Rente und Erwerbslosenversicherung beibehalten, das ist natürlich gut. Ich erhebe aber - wie bereits ausgeführt- Zweifel daran, dass sich Einkommen kumulieren lassen.
Dieser Ansatz geht davon aus, dass man das BGE in einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung einführen kann, und man hofft, damit könne man vielleicht den Kapitalismus aushöhlen und aufweichen. Diese Hoffnung kann ich leider nicht teilen, da ich eher glaube, dass ein BGE in einer solchen Ordnung dann eher zu den hier genannten Götz Werner oder Dieter Althaus-Konzepten neigen wird.
Man darf auch nicht unterschätzen wieviele Menschen schon allein berufs- und milieubedingt der neoliberalen Ideologie unterliegen, und man darf nicht vergessen, mit welchen Machtstrukturen wir konfrontiert sind.
Ich persönlich denke, dass wir eine (klingt wahrscheinlich wieder konservativ) Wertedebatte brauchen, die einen gemeinsamen Grundkonsens weiter Bevölkerungsschichten festlegt. Wir müssen versuchen klarzumachen, dass der Neoliberalismus mit seinem verächtlichen Menschenbild, seiner Entsolidarisierung und seiner kulturbarbarischen Profitgier im Endeffekt jeder religiösen und jeder humanistischen Auffassung widerspricht.
Was ich mir noch gut als Projekt vorstellen könnte, wären von den Angestellten geleitete demokratische Unternehmen. Projekte dieser Art scheint es in Nord- und Südamerika zu geben.
Insgesamt bin ich dafür nach und nach für die oben genannten Punkte die Menschen zu begeistern, und sie in die Politik einzubringen. Fertige Lösungen habe ich keine, die Gesellschaft komplett umzukrempeln halte ich für unmöglich. Die Menschheit entwickelt sich nach und nach, und auch unser Denken und unsere Fertigkeiten fußen auf 5000 Jahre der Zivilisationsgeschichte.

Nun zu @FMD82 Götz Werner will das BGE und jeden staatlichen Aufwand nur noch allein über die Mehrwertsteuer finanzieren. Alle sonstigen Steuern werden dabei abgeschafft. Das heisst, dass wir mit unserem Konsum selbst für unser BGE aufkommen, während die Unternehmen dann Gewinne ohne Ende einfahren, und damit natürlich dem Kapitalismus zum endgültigen Sieg verholfen haben. Natürlich wirbt Götz Werner damit, wieviel besser es uns mit dem BGE gehen würde. Er weiss, dass er seine Version massentauglich und mit scheinbaren Vorteilen für jedermann verkaufen muss, um damit überhaupt erst politisch Erfolg haben zu können. Aber durch das BGE gibt es dann auch nicht mehr Arbeitsplätze als vorher, und die Arbeitgeber können sich weiterhin aus hunderten von Bewerbern die eierlegende Wollmilchsau aussuchen.

Und wenn ich dann die Postings von Gartenfreund sehe, dann weiss ich mit Sicherheit: zumindest einige linke BGE Befürworter lassen sich von den neoliberalen Modellen catchen.
 

Perestroika

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Wenn andere arbeiten gehen, und ihr BGE wieder abgezogen bekommen, weil sie ja schon Geld verdienen, das - zumindest nach deiner Logik - existenzsichernd ist, dann werden sie auch auf die neidisch sein, die ein BGE bekommen, ohne etwas verrechnet zu bekommen.
Liebe/r Jesaja,

ich fürchte mit solche "Argumenten" hast du keine Chance. "Existenzsichernd" ist kein philosophischer Begriff, sondern ein fester Geldbetrag. Wenn jeder Bürger ein "existenzsicherndes" BGE erhält, wird er automatisch zum Aufstocker, sofern er für Geld arbeitet. Besteuert werden, wenn man das jetzige System nimmt, die Gesamteinnahmen und heute ist auch nicht anders, nämlich daß Gutverdiener ein vielfaches an Steuern (und andere Abgaben) bezahlen, als sie z.B. in Gestalt von Kindergeld erhalten. BGE ist quasi Kindergeld für alle! Daß in einer BGE-Gesellschaft irgendjemand neidisch ist, kann ja wohl nicht gegen das BGE sprechen. Heute ist wohl niemand neidisch auf was auch immer?

Ansonsten hab ich oben bereits darauf hingewiesen, daß jeder Mensch von der befruchteten Eizelle an bis zum Ableben sämtliche Stadien durchläuft. Das BGE spielt in den verschiedenen Stadien eine unterschiedliche Rolle.

Mich würde mal interessieren, was dich eigentlich so maßlos stört, an einer (Welt-)Gesellschaft, für die gilt "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen", daß du die lächerlichsten Gründe erfindest, die dagegen sprechen? Und dann diese Wut! Ich denke mal die meisten hier sind Unterschichtsmenschen, beziehen Hartz 4, werden fast täglich schikaniert und getreten, in der Öffentlichkeit als Sozialschmarotzer diffamiert. Wie kann es sein -selbst wenn sie von einer besseren Welt "träumen"- ihnen dermaßen unfreundlich und feindlich zu begegnen. Was hast du denn zu verlieren?

verwunderte Grüße
Perestroika
 
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Götz Werner will das BGE und jeden staatlichen Aufwand nur noch allein über die Mehrwertsteuer finanzieren. Alle sonstigen Steuern werden dabei abgeschafft. Das heisst, dass wir mit unserem Konsum selbst für unser BGE aufkommen, während die Unternehmen dann Gewinne ohne Ende einfahren, und damit natürlich dem Kapitalismus zum endgültigen Sieg verholfen haben.

Als Endverbraucher trägst du heute schon sämtliche Steuern. Die Unternehmen wälzen alles, was sie zu zahlen haben (inkl. Einkommens- und Ertragssteuer) auf den Endverbraucher ab. D. h. die Kosten, die ein Unternehmen hat, sind in den Preisen versteckt. Die Konsumsteuer würde das nur deutlich machen.
In diesem Zusammenhang mein Tipp zum Thema BGE und Konsumsteuer:
Schau dir mal den Film „Grundeinkommen“ an und oder lies das Buch „Einkommen für alle“ von Götz Werner. Sowohl im Film, als auch im Buch wird die Idee Konsumsteuer sehr gut erklärt.

Btw – die Konsumsteuerfinanzierung ist eine von diversen Finanzierungsmodellen eines BGEs.
Link zum Film: http://www.youtube.com/watch?v=XqJjWe1QeUY
Lohnt sich, sich mal die Zeit zu nehmen und ihn anzuschauen.
(Hoffe, es ist erlaubt, im Forum auf den Film-Essay zu verweisen.)


Natürlich wirbt Götz Werner damit, wieviel besser es uns mit dem BGE gehen würde. Er weiss, dass er seine Version massentauglich und mit scheinbaren Vorteilen für jedermann verkaufen muss, um damit überhaupt erst politisch Erfolg haben zu können. Aber durch das BGE gibt es dann auch nicht mehr Arbeitsplätze als vorher (…)


Wie kommst du darauf?
Durch ein BGE könnten sehr wohl neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Wohlgemerkt Arbeitsplätze; keine sinnlose Subventionierung von volkswirtschaftlich unnützen Einkommensplätzen.


Warum könnten neue Arbeitsplätze geschaffen werden? Weil die Arbeit steuerlich entlastet würde auf der einen Seite, auf der andere Seite, weil jeder Mitarbeiter schon ein Einkomen mit zur Arbeit mitbringen würde. Das würde bedeuten, dass sich die Arbeitgeber wieder mehr Arbeitnehmer „leisten“ könnten; zudem könnten durch das BGE Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich eingeführt und somit auch wieder mehr Mitarbeiter eingestellt werden.
Nicht zu vergessen, dass Arbeitgeber nicht mehr Maschinen Menschen vorziehen müssten, da die Menschen durch das BGE und die wegfallenden Lohnnebenkosten „billiger“ würden und aufgrund der Konsumsteuer Maschinen nicht mehr steuerlich subventioniert würden.
 
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Allein schon dadurch, dass viele in den Massnahmen enthaltene Praktika entfallen, würden viele neue Arbeitsplätze entstehen.
 

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Liebe/r Jesaja,

ich fürchte mit solche "Argumenten" hast du keine Chance. "Existenzsichernd" ist kein philosophischer Begriff, sondern ein fester Geldbetrag. Wenn jeder Bürger ein "existenzsicherndes" BGE erhält, wird er automatisch zum Aufstocker, sofern er für Geld arbeitet. Besteuert werden, wenn man das jetzige System nimmt, die Gesamteinnahmen und heute ist auch nicht anders, nämlich daß Gutverdiener ein vielfaches an Steuern (und andere Abgaben) bezahlen, als sie z.B. in Gestalt von Kindergeld erhalten. BGE ist quasi Kindergeld für alle! Daß in einer BGE-Gesellschaft irgendjemand neidisch ist, kann ja wohl nicht gegen das BGE sprechen. Heute ist wohl niemand neidisch auf was auch immer?

Ansonsten hab ich oben bereits darauf hingewiesen, daß jeder Mensch von der befruchteten Eizelle an bis zum Ableben sämtliche Stadien durchläuft. Das BGE spielt in den verschiedenen Stadien eine unterschiedliche Rolle.

Mich würde mal interessieren, was dich eigentlich so maßlos stört, an einer (Welt-)Gesellschaft, für die gilt "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen", daß du die lächerlichsten Gründe erfindest, die dagegen sprechen? Und dann diese Wut! Ich denke mal die meisten hier sind Unterschichtsmenschen, beziehen Hartz 4, werden fast täglich schikaniert und getreten, in der Öffentlichkeit als Sozialschmarotzer diffamiert. Wie kann es sein -selbst wenn sie von einer besseren Welt "träumen"- ihnen dermaßen unfreundlich und feindlich zu begegnen. Was hast du denn zu verlieren?

verwunderte Grüße
Perestroika
Sag mal, du kapierst es nicht, oder ? Hast du eigentlich ein einziges von den Argumenten gecheckt, das ich angebracht habe? Stattdessen wieder nur Strohmannargumente à la "Du hast ja nur einen irrationalen Hass auf uns". Wer sich nicht von neoliberalen Konzepten wie denen eines Götz Werner oder Dieter Althaus abgrenzt, wer kein vernünftiges Konzept abliefern kann, wie überhaupt erst Wirtschaft, Mentalität und Politik nach und nach umstrukturiert werden müssen, damit ein BGE überhaupt erst funktionieren kann, der ist nicht ernstzunehmen. Ein BGE in den heutigen Strukturen dient nichts anderem als dem Kapital. Und ich persönlich nehme lieber die Schikane bei Hartz IV hin, als auf Rattenfänger reinzufallen, die mir das Blaue vom Himmel versprechen, und am Ende den Unternehmen dabei helfen, ihre Visionen von einer grenzenlosen Bereicherung, einem nicht mehr vorhandenen Sozialstaat und einem mit einem Stillhaltegeld namens BGE beruhigten Volk zu verwirklichen.
Entweder du liest mal, was ich geschrieben habe, und gehst darauf ein (siehe Kritikpunkte unten), oder für mich ist die Diskussion beendet.
 

Jesaja

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Allein schon dadurch, dass viele in den Massnahmen enthaltene Praktika entfallen, würden viele neue Arbeitsplätze entstehen.
Und wer hindert die Unternehmen daran, weiterhin Praktikanten einzustellen mit dem Argument, dass die ja kein Gehalt brauchen, weil die ja schon das BGE kriegen? Da müsstest du erst Gesetze erlassen, die kostenlose Pratika verbieten!
 
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1. Wie soll das alles finanziert werden?


Um es mit den Worten von Götz Werner zu sagen: Es ist bereits finanziert.
Denn bereits heute bekommt jeder Mensch ein Einkommen.
Die Frage ist viel mehr, können wir genügend Güter und Dienstleistungen hervorbringen, um die ganze Nation zu versorgen. Und die Antwort lautet eindeutig Ja. Diesbezüglich waren wir noch nie so reich wie heute.

Aber wenn du nach Finanzierungsmodellen fragst, da gibt es diverse.
Z. B. die negative Einkommenssteuer, die Konsumsteuer und das Ulmer Transfergrenzenmodell u. a.

Hab schon irgendwo gelesen, daß alles über die erhöhte Mehrwertsteuer gegenfinanziert würde. Wenn man davon ausginge, es gäbe ein bGE nur innerhalb der deutschen Grenzen, dann würde auf einem recht breiten Grenzstreifen zu den Nachbarstaaten hin kein Friseur und keine Tanke mehr existieren können, weil alle über die Grenze fahren würden, wo der Haarschnitt oder der Liter Sprit dann eben nicht mit 50% Mwst. sondern nur mit 15% besteuert und dementsprechend billiger wäre. Das wird wohl so nicht funktionieren?!
Das ist falsch gedacht. Du gehst von unserem jetzigen Steuersystem aus, zusätzlich mit einer erhöhten MwSt. So ist das aber nicht gedacht.
Bei der Konsumsteuerfinanzierung würden Einkommens- und Ertragsbesteuerung wegfallen; die Preise würden dadurch sinken (denn heute werden sämltiche Kosten eines Unternehmens in die Preise weitergegeben; also ein Teil der Steuern ist heute schon in den Preisen „versteckt“).
Im Gegenzug würde in Zukunft die MwSt. (bzw. Konsumsteuer oder wie auch immer wir das dann nennen wollen) erhöht.
An den Preisen würde sich also nichts ändern. Es gibt Berechnungen, die veranschaulichen, dass bei einem Steuersystem mit Konsumsteuer und BGE die Preise im Vergleich zu heute sogar leicht sinken würden.

Übrigens – die Idee mit der Konsumsteuer ist nicht aus der Frage entstanden „Wie könnte man ein BGE finanzieren?“.
Es war eigentlich umgekehrt: Schon in den 80er Jahren machte sich der Steuer- und Finanzexperte Dr. Benediktus Hardorp (er entwickelte übrigens in den 60ern die MwSt. mit) Gedanken darüber, wie man unser kompliziertes und von vielen als ungerecht angesehenes Steuersystem einfacher, gerechter und transparenter gestalten könnte und entwickelte das Konzept der Konsumsteuer.
Da lag die Frage auf der Hand, wo der Steuerfreibetrag auf diese eine Steuer bleibt. Der Steuerfreibetrag bei der Konsumsteuer ist das bedingungslose Grundeinkommen.



2. Was ist mit denen, die meinen, sie müssten ihr bGE schon in der ersten Woche des Monats auf den Kopp hauen, für Alk, Drogen, beim Spiel, für sonstwas... Sitzen die dann drei Wochen in der Fußgängerzone und betteln, bis es wieder bGE gibt? Oder muss für solche Fälle dann doch noch ein soziales Netz aufrecht erhalten werden?
Zunächst mal: Was hat die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens damit zu tun, dass manche Menschen nicht mit Geld umgehen können?


Und bist du schon mal darauf gekommen, dass gerade deshalb weil so viele Menschen unter Existenzängsten leiden und sich gesellschaftlich ausgegrenzt fühlen, zur Flasche greifen oder Drogen nehmen?

Und was die Fürsorge für Menschen, die im Leben nicht klarkommen betrifft - der Sinn des BGEs ist doch nicht, sich jeder Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber zu entziehen. Im Gegenteil:
Gerade ein BGE würde ermöglichen, dass Menschen mehr Zeit füreinander hätten.

Schon heute arbeiten 22 Millionen Menschen in Deutschland ehrenamtlich.
Niemand zwingt sie dazu. Sie machen es freiwillig, weil sie einen Sinn darin sehen und sie machen es, weil sie die Zeit und das Geld haben.

Zeit und Geld… Man braucht nicht weit denken zu müssen, um absehen zu können, dass ein BGE noch viel mehr gesellschaftliches Engagement ermöglichen würde als es bereits heute der Fall ist.
 
Status
Nicht offen für weitere Antworten.
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