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Bedingungsloses Grundeinkommen: Feldversuche geplant.

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silver

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#1
Feldversuche zum Bedingungslosen Grundeinkommen geplant.

Wie die Zeitschrift Manager Magazin am 17.12.09 in einer Vorab-Pressemitteilung gemeldet hatte,
will die in Stuttgart beheimatete Breuninger-Stiftung zwei Feldversuche durchführen,
die belegen sollen, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen
"Menschen zu beruflich oder ehrenamtlich sinnvollen Tätigkeiten" anregen kann.

Eine Projektgruppe hätte bereits "einen Versuchsplan" ausgearbeitet.
Auch das von Götz Werner - einem der engagiertesten Verfechter eines bedingungslosen Grundeinkommens -
geleitete Interfakultative Institut für Entrepreneurship in Karlsruhe hat an dessen Ausarbeitung mitgewirkt,
heißt es in der Meldung.

Der Plan sieht vor, dass an zwei deutschen Standorten je 100 Teilnehmer
ein Grundeinkommen von 800 € zuzüglich der Beiträge zur Sozialversicherung erhalten sollen.

Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten,
wurden Standorte mit unterschiedlicher Wirtschaftskraft ausgewählt,
nämlich das wirtschaftlich starke Stuttgart
und eine strukturschwächere Gemeinde in Brandenburg.

Beginnen soll das Projekt Mitte 2010.

Als Gesamtkosten für das Projekt seien sieben Millionen Euro veranschlagt.
Einen Teil davon würde die Breuninger Stiftung beitragen,
geplant sei aber auch, Spenden von Unternehmen und anderen Stiftungen
sowie zusätzliche öffentliche Mittel einzuwerben.

Grundeinkommen konkret
 
E

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Gast
#2
Bin beim Feldversuch dabei. Grundeinkommen 3980 Euro (Brutto) aber bitte keine Abzüge:icon_klatsch:
 

ethos07

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#3
Pressemitteilung vom 17.12.2009 | 17:12
manager magazin Verlagsgesellschaft
Breuninger-Stiftung plant zwei Feldversuche für das umstrittene Konzept des dm-Gründers


Die Stuttgarter Breuninger-Stiftung [ sind das Antroposophen?]will die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens einem Realitätstest unterziehen. Wie das manager magazin in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: 18. Dezember) berichtet, sollen zwei Feldversuche belegen, dass die vorbehaltlose Zahlung eines fixen Grundgehalts Menschen zu beruflich oder ehrenamtlich sinnvollen Tätigkeiten animiert. Für den theoretischen Ansatz des Grundeinkommens wirbt Götz Werner, Gründer der Drogeriemarktkette dm, bereits seit Jahren. Ob das Konzept auch in der Praxis funktioniert, ist bisher strittig.

Auf Initiative von Helga Breuninger, Spross des gleichnamigen Stuttgarter Kaufhaus-Clans und Leiterin der Breuninger-Stiftung, hat eine Projektgruppe bereits einen Versuchsplan ausgearbeitet. Das von Werner geleitete Interfakultative Institut für Entrepreneurship in Karlsruhe hat an dessen Ausarbeitung mitgewirkt.

Der Projektskizze zufolge sollen je 100 Teilnehmer an zwei deutschen Standorten für einen Zeitraum von zwei Jahren ein festes Grundeinkommen
erhalten: monatlich 800 Euro netto, zuzüglich der Beiträge zur Sozialversicherung. Um möglichst aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, hat die Projektgruppe zwei Testgebiete mit unterschiedlicher Wirtschaftskraft ausgewählt. Ein Feldversuch soll im wirtschaftlich starken Stuttgart, der andere in einer strukturschwächeren Gemeinde in Brandenburg [ da will ich auch hin... :biggrin:]stattfinden. Der Start des Projekts ist für Mitte 2010 vorgesehen.

Zur Zielgruppe zählen Hochschulabsolventen mit schlechten Jobperspektiven genauso wie Mütter nach der Babypause, Frührentner, Hartz-IV-Empfänger oder Langzeitarbeitslose. Die Gesamtkosten des Projekts werden auf sieben Millionen Euro veranschlagt. Die Breuninger-Stiftung will ihren Teil dazu beitragen; zusätzlich sollten öffentliche Mittel, aber auch Spenden von Unternehmen und anderen Stiftungen akquiriert werden....
Und hier der Spross des Breuniger-Clans, die edle Stifterin gleich auch noch zitiert:

BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN: EINE ALTERNATIVE ZUR ARBEITSLOSIGKEIT? April 2009

Die Krise spült die grundsätzliche Frage nach der Definition von Arbeit wieder an. ....
Das zweite Gespräch führte ich mit dem Rektor der Universität Stuttgart.

Als Ehrensenatorin der Universität suche ich das Gespräch mit dem Rektor, um über die Nöte und Belange dieser wichtigen Bildungseinrichtung informiert zu werden und meinen Beitrag zu leisten. ...

Wäre die Uni nicht der ideale Ort, um zu erproben, was gut ausgebildete junge Menschen in dieser Zeit mit einem bedingungslosen Grundeinkommen für ein ganzes Jahr machen? Wäre das nicht das richtige Projekt zur richtigen Zeit? Und wäre es nicht sinnvoll, eine zweite Gruppe in das Projekt mit aufzunehmen, Menschen, die ihren Arbeits- bzw. Erwerbsplatz schon verloren haben?

Vor meinem inneren Auge laufen kleine Filme ab: Ich sehe die Vielfalt der Tätigkeiten und Projektinitiativen, für die sich diese Menschen mit Grundeinkommen in Kitas, Schulen, Krankenhäusern, Pflegeheimen, Betrieben und Verwaltungsstellen bewerben würden. Ich sehe Teambildung und Zusammenarbeit und Initiativen auf neuen Feldern. Ja, ich glaube daran, dass Menschen die Initiative ergreifen, wenn sie dafür frei sind und doch bin ich gespannt, was Menschen wirklich tun, wenn sie über ein Grundeinkommen verfügen. Ich fände es außerordentlich spannend zu erfahren, was diese Menschen machen, was sie in welchen Feldern bewirken, welche Lernerfahrungen sie für sich selbst und andere gestalten und welche Auswirkungen dies auf sie selbst und ihre Umwelt hat. ...
... ach wie niedlich.
 
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#4
... "Neubewertung von "Arbeit" ...

... ach wie niedlich.



So ist das halt heutzutage, ethos07,
zwischen Deinen 3 Wörtern lesend,
eben nicht niedlich, sondern

"Der Sti(e)l der neuen Zeit":

Allzeit bereit, die Schere im Kopf
schmerzlos entzweit,
was dato beschlossen & erzwungen -
hier wird es selbst nun er-schlossen:
Das Werk ist gelungen.

- zu Allem bereit.
Immer & Jederzeit:

ARBEIT

... die SIE meinen ...
 

jane doe

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#5
unterm mikroskop

das problem des feldversuchs ist die begrenzheit auf 2 jahre. das bedeutet, daß nicht wirklich eine elebenspersspektive aufgebaut werden kann. bei den gruppen der teilnehmer, wie kranke, behinderte, rentner wird sich das nicht auswirken. eine kleiner ruheeffekt wird es haben, weil die ganze rennerei wegfällt. für die gruppe der schüler/studenten wird sie ein zügigeres lernen bedeuten. bei alleinerziehenden wird es ebenfalls eine entlastung geben. bei den "einfachen" arbeitslosen (also denen, die keine weiteren probleme als die arbeitslosigkeit haben) wird es vll einen dankbarkeitseffekt haben, aka "wenn ich schon geld bekomme, muß ich auch was dafür tun". also nichts konkretes, aber mehr so die eigene verpflichtung.

die frage bleibt, wie das ganze ablaufern soll. wahrscheinlich wird es durch einen anderen streß begleitet werden, da die studie auch wissenschaftlichen ansprüchen genügen soll, also regelmäßig fragebögen und interviews. das macht den og ruheeffekt dann auch wieder zu nichte.
 

holly8

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#6
die belegen sollen, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen
"Menschen zu beruflich oder ehrenamtlich sinnvollen Tätigkeiten" anregen kann.
800 Euro sind gar nicht schlecht pro Person. Bekomme derzeit als Alleinerziehende 727 Euro ALG2 zu zweit+Kindergeld und Unterhaltsvorschuss.

Ich würde dann sehr gerne auch ein Ehrenamt annehmen, wenn etwas anderes nicht möglich ist. Das könnte ich nicht, wenn ich erst Arbeit suchen muss. Da hätte ich gar keinen Nerv dafür.

Was an der Aussage niedlich ist, dass sich manche oder sogar viele Menschen mit einem solchen Grundeinkommen ehrenamtlich betätigen würden, kann ich nicht nachvollziehen. Man kann auch alles schlecht machen.
 
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#7
Was an der Aussage niedlich ist, dass sich manche oder sogar viele Menschen mit einem solchen Grundeinkommen ehrenamtlich betätigen würden, kann ich nicht nachvollziehen. Man kann auch alles schlecht machen.
Weißt Du, holly8, wir Beide haben nun bald jed' von uns 60 Lenzen am Buckel und als frühzeitig schauende und handelnde Menschen, ein wenig Einblick bekommen, wie die Welt hier unter gegebenen Umständen funktioniert.

Dabei hat uns sicherlich geholfen, von staatlichen Organen oft genug gequält, geschlagen, so die Wahrheit beigebracht, zu bekommen.

Auch wissen wir sehr direkt, daß da die Unternehmer bis hin zu Wohlfahrtsverbänden, eine gleich so agierende Bande sind.

Auch macht es uns traurig, daß soviele noch nicht, zwischen den Zeilen lesen können - den Dreck der Mogelpackungen, nicht sehen können. Das tut weh und macht nicht unbedingt Freude.

ethos07 hat es schwarz & fett hervorgehoben, was jene liebenswürdige Spenderin so erhofft:
Im Rahmen des knappen Tausenders, netto: Leute, die sich selbst zur Arbeit herstellen und diese dann ableisten, sag eher: malochen.
Sehen wir nur, wie 1-Euro-Jobber ver-wertet werden (und wir könnten Tatsachenberichte aufwarten, die Dir den Schauer gäben), nun, so erkennen wir halt, daß von diesen scheinbar spendablen WohltuerInnen ein immer gängiges Prinzip am Laufen gehalten werden soll:
Verwertung der Arbeitskraft.

Verwertung, wo die Werte (der sagenumwobene Mehrwert) sich anhäufen - beim so oder so daherkommendem Kapital.

Arbeiten wir "ehrenamtlich", wie oben beschrieben, kannst Du sicher sein, daß dadurch andere Arbeitsstellen, mit "noch" höherer Entlohnung, aufgeteilt werden,
zugunsten unserer, ach so billigen, Ehrenamtstätigkeit.

Unsere Wirtschaftsweise basiert auf Profitstreben - und das ist ein gnadenloser Mechanismus. Reiche ihm Deine Hand - und sie wird gefleddert.

Wo grundsätzlich Arbeitende für`s Kapital notwendig sind, um Profit zu machen, sind wir Arbeitslose "Kosten", die Arbeitende aufbringen.

Das geht dem Staatshaushalt eben futsch.

So muß das Budget für Bomben via Afghanistan darunter leiden -
genauso, wie der Anteil für fette Autobahnen, wo im Round-Clock-System das kapitale Geschäft in die Runden gebracht wird.

Was soll gesagt sein?:
Wehret jeder Möglichkeit, daß DIE ihr Konzept so billig durchsetzen !

Das hier Gesagte ist "primitive" Kritik, angezeigt Leuten, die immer noch glauben, hoffen und tuen wollen und über `nen paar Euros mehr oder weniger schon glücklich sind.

Wenn sich DIE Tausende, die über ein "Grundeinkommen" so und soviele Kraft verschwenden, einig sich zeigten, den Hebel zu-un-gunsten der Gesamtmisere, zu bewegen:
Dann hätten wir zusammen ein Potenzial - das Striche durch "Rechnungen" vollziehen könnte.

*2 agitierende Staatsfeinde - im kleinen Pulk von Lernenden*

Nimm dieses mit auf die Reise::icon_kinn:
 

silver

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#8
@ Holly 8

800 für eine Person ...
Da war noch was mit 200 Euro für Krankenkasse im Gespräch.
Dann haut die Rechnung aber garnicht mehr hin.
 

holly8

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#9
Hast du eigentlich selbst gelesen, was du geschrieben hast Silver?

Der Plan sieht vor, dass an zwei deutschen Standorten je 100 Teilnehmer
ein Grundeinkommen von 800 € zuzüglich der Beiträge zur Sozialversicherung erhalten sollen.
 

Ela

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#10
holly8

Silver hat etwas von Sozialabgaben geschrieben. Da gehört die Krankenkasse net zu.
Die darfst du von deinen 800 Euronen auch noch bezahlen.
 

holly8

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#11
Auch macht es uns traurig, daß soviele noch nicht, zwischen den Zeilen lesen können - den Dreck der Mogelpackungen, nicht sehen können. Das tut weh und macht nicht unbedingt Freude.

ethos07 hat es schwarz & fett hervorgehoben, was jene liebenswürdige Spenderin so erhofft:
Im Rahmen des knappen Tausenders, netto: Leute, die sich selbst zur Arbeit herstellen und diese dann ableisten, sag eher: malochen.
Sehen wir nur, wie 1-Euro-Jobber ver-wertet werden (und wir könnten Tatsachenberichte aufwarten, die Dir den Schauer gäben), nun, so erkennen wir halt, daß von diesen scheinbar spendablen WohltuerInnen ein immer gängiges Prinzip am Laufen gehalten werden soll:
Verwertung der Arbeitskraft.
Ein bedingungsloses Grundeinkommen, Betonung auf bedingungslos, würde jedem selbst die Freiheit geben zu tun, was er möchte. Arbeiten für wenig oder viel Stundenlohn, zu Hause bleiben oder Ehrenamt.
Dies mit Hartz4 und 1-Euro-Jobs zu vergleichen, ist doch gelinde gesagt ein Unding.
800 Euro sind genau die von ELO geforderten 500 Euro Regelsatz und 300 Euro KdU. In meiner letzten Firma habe ich weniger verdient. Ich bleibe bei meiner Meinung. Manche sind mit nix zufrieden. Ich selbst wäre genauso gespannt, wie die Leute das annehmen. Aber ich glaube, dass es psychologisch gesehen ein Riesenunterschied ist, ob jemand etwas freiwillig tut oder dazu unter Androhung von Sanktionen gezwungen wird. Ich ziehe Freiwilligkeit vor. Selbst als Millionärin (vielleicht schon heute ;-) würde ich ein Ehrenamt ausüben, weil ich dann keine Existenzängste hätte. Genau wie beim bedingungslosen Grundeinkommen. Ich sage ja nicht, dass alle so denken. Aber ich glaube auch nicht, dass alle nur zu Hause blieben.
 

holly8

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#12
holly8

Silver hat etwas von Sozialabgaben geschrieben. Da gehört die Krankenkasse net zu.
Die darfst du von deinen 800 Euronen auch noch bezahlen.
Die gehört dazu und außerdem heißt das Sozialversicherung.
 

biddy

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#13
Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung = Sozialversicherungsabgaben = Sozialversicherungsbeiträge oder wie auch immer ...
 

Martin Behrsing

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#14
mir graut es vor diesem Feldversuch. Dieser Versuch wird dann sicher auf ganz vieles übertragen. Dann ist nichts mehr mit gehalt für Sozialarbeit, Krankenpflege, Kindergärten und was es sonst noch so alles gibt.

Wie man für den Kapitalisten und Rudolf Steiner Anhänger görtz Werner noch Werbung machen kann erschließt sich mir nicht. Genau solche Modelle will das kapital. Reichtum privatisiedren und Armut (800 Euro sind Armut) wird vergesellschaftet.
 

holly8

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#15
Ich sehe das nicht als Werbung. 800 Euro ist ja nur ein Grundeinkommen.
Was haben denn manche jetzt? Jedenfalls viel weniger und Zwang und Anträge massenhaft und andauernd. Hartz4 ist doch viel schlechter.

Ich glaube auch nicht, dass es dann keine Gehälter mehr gibt, aber vielleicht kann mir das jemand mal genau erklären???
 

Martin Behrsing

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#16
Ich sehe das nicht als Werbung. 800 Euro ist ja nur ein Grundeinkommen.
Was haben denn manche jetzt? Jedenfalls viel weniger und Zwang und Anträge massenhaft und andauernd. Hartz4 ist doch viel schlechter.

Ich glaube auch nicht, dass es dann keine Gehälter mehr gibt, aber vielleicht kann mir das jemand mal genau erklären???
Durchschnittlich hat man auch jetzt mit KDU und Sozialversicherung ca. 800 Euro.
 

ethos07

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#17
Hartz4 ist doch viel schlechter.
Ob HartzIV noch VIEL schlechter ist als diese Wohltätigkeit, bleibe dahingestellt. Finanziell ist es jedenfalls auch nicht viel besser zu diesen 2x100 Auserwählten zu gehören:
Denn wie Martin schon sagte - auch 800 Euro sind ARMUT satt.

Bei einer solchen "Entlohnung" kann zum Beispiel absolut nichts für die Ausbildung der Kinder oder das eigene Alter zurück gelegt werden .

Natürlich kann es für den einzelnen, der Wenigen "Auserwählten" für diese kurze Lebensspanne eine Erleichterung sein, den Schikanen des Jobcenters entflohen zu sein - aber ändern tut es daran rein gar nix.

Auch fände ich es erniedrigend, vom einer Wohltäter-Stiftung gerade mal für kurze Zeit als Vorführkälbchen gesponsert zu werden - für eine normale Arbeitsleistung, die eigentlich normal nach Tarif entlohnt werden müsste.


Ich glaube auch nicht, dass es dann keine Gehälter mehr gibt, aber vielleicht kann mir das jemand mal genau erklären???
Dazu müsste DU aber mal den Beweis antreten, weshalb es dann noch normal hohe Gehälter geben sollte, wenn alle für ein Appel und nen Ei beriet sind, voll zu arbeiten... mit Glauben allein ist da nicht viel auszurichten.

Bereits bei den massenhaften Ein-Euro-Jobs hat selbst das von der Bundesagentur gespeiste IAB herausgefunden: Ein-Euro-Job verdrängen reguläre Arbeitsplätze. Man kann danach gooxlen. Oder bereit 2007 wies das IAB diesen Effekt für die östlichen Bundesländern nach
http://doku.iab.de/discussionpapers/2007/dp0807.pdf-.

Weshalb sollte dieser Effekt bei 2x100 Arbeitsplätze auf Wohltätigkeitsbasis anders sein??

... abgesehen davon, ist auch rein statistisch schon längst geklärt: Mit solch geringen Fallzahlen von 2x 100 Beglückten beweist man rein gar nüscht.
 

holly8

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#18
...aber Zwang zur Bewerbung, 1-Euro-Jobs, Sanktionsandrohungen etc.

Durchschnittlich hat man auch jetzt mit KDU und Sozialversicherung ca. 800 Euro.
Ich dachte immer, gerade das ELO ist gegen jeden Zwang.
 

galigula

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#19
Ich glaube auch nicht, dass es dann keine Gehälter mehr gibt, aber vielleicht kann mir das jemand mal genau erklären???
Ich habe diesen Feldversuch auch für positiv gehalten,keine Repressialien hört sich gut an und hätte auch viele positive Effekte für alle Seiten.

Nach dem ich mir paar Beiträge mehrfach durchgelesen habe,habe ich meine Meinung geändert.
Mir kommt es so vor,als ob die Kapitalisten bemerkten,daß fünf Jahre Zwangsversklavung mit der Peitsche keine Erfolgstory war.
Deshalb versucht man es mal mit der Zuckerbrotstrategie,mal sehen,ob wir uns durch Freundlichkeit freiwillig versklaven lassen und vor lauter Dankbarkeit ,da uns nun nicht mehr mit Sanktionen gedroht wird,von nun an gratis arbeiten.
 

Erolena

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#20
Und wenn ich die Beiträge hier lese, dann fällt auf, wie oft die Wendung auftaucht, dass das Grundeinkommen besser ist als Hartz IV.
Genau das ist ja gewollt mit dem Hartz IV-System. So abschrecken, dass alles andere als das kleinere Übel angesehen wird.

Ich befürchte, dass das Grundeinkommen eine Lohndrückerei in Gang setzt.

Aber die Vertreter des Grundeinkommens sehen das anders. In der Diskussion wird sinngemäß entgegengehalten:
Durch das Grundeinkommen würde dem Lohnverfall entgegengewirkt, denn die Menschen müssen nicht mehr für jeden Lohn arbeiten. Sie können anständige Bezahlung verlangen, weil sie nicht mehr auf Gedeih und Verderb auf das Arbeitsverhältnis angewiesen sind. Als Sicherheit haben sie das Grundeinkommen im Rücken.

Wie die Diskussion hier ahnen (vermuten) lässt, kommt es genau anders herum.
In die Situation eines Empfängers von Grundeinkommen hineinversetzt, würden einige ganz umsonst arbeiten!
 

Rounddancer

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#21
Nun, denken wir daran: Wer steckt hinter der Breuninger-Stiftung?
Ein Steuersparmodell der Firma Breuninger.
Breuninger, das war einmal der Heinz Breuninger. Damals ein Kaufhaus, das alle Bevölkerungsschichten abdeckte, es gab, besonders bei Bekleidung, das Breuninger Exquisit als Premium-Sortiment, dann das Breuninger-Normalsortiment mit allem Möglichen, das mittelpreisig war. Und es gab das Breuninger-U, im Keller, und die Preise waren es da auch. Dort war alles einfacher, aber auch günstiger, und Bekleidung war z.T. II.Wahl, aber in Ordnung.
Breuninger hatte eine große, komfortable Mitarbeiterkantine, war bekannt für gute Lehrlingsausbildung. Die Mitarbeiter waren gut bezahlt, gut geführt, und gut aus- und weitergebildet. Sie waren stolz, bei Breuninger zu sein.

Dann kam als Ablösung Breuningers (altershalber) der Holländer Agtmael ("Achtmal" gesprochen) ins Spiel. Und alles wurde amerikanisiert. Ihm lag der Unternehmensprofit im Auge,- er nahm sich seine Führungskräfte, Abteilungsleiter, zur Brust, das Motto: "Wir wollen GOLD scheffeln". Und so war es dann auch.
Sortimentsschwerpunkt war nun das Breuninger Exquisit, das Niedrigpreis-Segment Breuninger-U fiel ersatzlos weg. Das Mittelpreis-Segment wurde ausgedünnt, woimmer es ging, an Fremdfirmen vergeben, die Shop in Shop arbeiteten.

Der Unternehmenssprecher bei Breuninger war und ist immer der Gleiche. Das wäre nicht so schlimm, aber er ist auch der Vorsitzende des Breuninger Betriebsrats ...
Und dieser machte klaglos mit, daß Gewerkschaften und Gewerkschaftsmitglieder kaum mal Platz im Unternehmen fanden.
Die Amerikanisierung brachte es zudem mit sich, daß die Gehälter der Mitarbeiter total umgestellt wurden, umgestellt auf Umsatzabhängig. Wer im Verkauf eingesetzt war, bekam nur noch ein kleines Fixum, mußte sich den Großteil seines Salärs über den Umsatz verdienen. Und so geschah die im Verkauf sonst perverse Situation, daß sich Mitarbeiter im Verkauf danach drängten, im Lager arbeiten zu dürfen,- denn dort eingesetzt bekamen sie ihr Gehalt in regulärer Höhe, ohne um Umsatz ringen zu müssen.
Breuninger war auch der erste Arbeitgeber, der an Faschingsdienstagen den ganzen Tag die Türen offen, und die Mitarbeiter arbeiten ließ, während alle anderen Betriebe der Innenstadt ihren Mitarbeitern frei gaben, damit die den Faschingsumzug angucken konnten. Er war der erste Betrieb, der die sich immer mehr und sinnlos erweiternden Ladenöffnungszeiten voll ausnutzte,- auf dem Buckel seiner Mitarbeiter. Widerspruch gabs,- aber nicht lange, die Protestierenden wurden zum Vorgesetzten, oder zum Betriebsratsvorsitzenden einbestellt, und danach ruhig, oder im Besitz ihrer Kündigung.

Tja, das ist Breuninger. Er hat außer dem Haus in Stuttgart zwei größere Einkaufszentren vor der Stadt, mit viel "Shop im Shop", die "schafften" es, daß in den Innenstädten dieser Städte kein anderes Kaufhaus auf Dauer überleben konnte. Und er versuchte, besonders im Exquist-Bereich, in anderen Städten Deutschlands sich anzusiedeln, was m.W. nicht so wirklich gut gelang.

In Stuttgart gilt Breuninger mittlerweile jedenfalls beim Volk als "Apotheke", was die Preise angeht.

Wenn nun ausgerechnet die Breuninger-Stiftung da Geld sammelt, um ein BGS zu testen, dann fürchte ich, daß ein Teil der Testteilnehmer dann für Breuninger kostenlos bei Breuninger arbeiten sollen ... Jedenfalls: Ich traue dem Braten nicht,- dem BGO aber auch nicht, denn da halte ich es mit dem Arbeitsforscher Prof. Frithjof Bergmann, der das BGO bei den in Reservaten der USA lebenden Indianern realisiert sieht, die bedingungslos regelmäßig vom Staat ihren Scheck bekommen,- und deswegen jede Motivation verloren, die nur noch die Zeit totschlügen mit Alkohol, Sex und Drogen. Und Bergmann sieht ein Grundeinkommen für möglicherweise sinnvoll, ein bedingungsloses Grundeinkommen jedoch als (Zitat) "den hellen Wahnsinn".
 

Yorkfield

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#22
Mmmm ... Spekulationen, Spekulationen.

Nebenbei bemerkt, zur Zeit haben wir doch den unmenschlichen Zustand, daß einem Menschen die Hilfe zum Lebensunterhalt zuerst gekürzt und danach ganz versagt werden kann.

Das kann den Tod für den Betroffenen bedeuten - öffentlich akzeptiert und toleriert ... vielleicht sogar gewünscht ?

Insofern sehe ich jede Möglichkeit, welche den Menschen ein Leben in Würde gewährleistet ohne Sanktionen (Zwankgsmaßnahmen) ausgesetz zu sein, als willkommen an.

Was den Arbeitsmarkt betrifft, sehe ich einfach keine Verschlechterung zu unserer Gegenwärtigen Lage.

Arbeitgeber werden auch weiterhin darauf achten, den passenden Mitarbeiter zu bekommen.
Ob der Arbeitssuchende mit den Konditionen einverstanden ist, bleibt Angelegenheit der Vertragspartner (Vertragsfreiheit).

Die "freie Marktwirtschaft" soll nicht abgeschafft werden, jedoch könnten wir mit einem Grundeinkommen die Sklaverei los werden.

Wenn das geschafft ist, geht es erst richtig los mit den Reformen:

1. Geldwertschöpfung als unser problem Nummer 1.
Wer das Geldsystem einigermaßen durchschaut, findet in ihm alle ernsthaften Probleme unserer Gesellschaft wieder, die für jegliche perverste Ungerechtigkeiten verantwortlich sind.

2. Von der Grundschule an, durch das ganze Leben hindurch, lernen wir.
Lernen soll Spaß machen, nicht wahr ? Und was passiert ?
Fragt mal die Schüler und Studenten, die können euch eine Horrorgeschichte nach der anderen erzählen über das Absitzen von Stunden, da unfähige Lehrer bzw unrealistischer / weltfremder Lehrplan.
Kritik der Lernenden wird nicht zugelassen, obwohl wir angeblich in einer Demokratie leben sollen.
Es gibt große Mängel im Lehrplan selber, etc etc pp
Eine komplette Reform des Schulsystems könnte wichtiger nicht sein.

Ich erspare mir jetzt weitere Beispiele zu bringen, und linke statt dessen zu einem kurzen (19,23 Min.), relevanten YouTube Vortrag.
Eher wird die Hölle einfrieren, bevor das öffentlichem Fernsehen Wahrheiten dieser art verbreitet.
 

silver

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#24
@ Gobn

Auszug aus den Ergebnissen:

* Die Anzahl der Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, fiel von 76% auf 37%
* Die Kriminalitätsrate sank um 47 %
* Die Arbeitslosenquote sank von 60 % auf 45 %
* Die Anzahl Existenzgründungen stieg um 11 %
* Das Durchschnitts-Einkommen aus Beschäftigungen außerhalb des BGE stieg von N$ 118 auf N$ 152
* Der Prozentsatz untergewichtiger Kinder sank von 42% auf 10%
* Die Zahl der Kinder, die aus finanziellen Gründen nicht zur Schule gehen, sank um 42 %
* Vorzeitige Schulabgänge reduzierten sich von 40 % auf 0 %

Ein Beitrag von Sven im gelben Forum.
Klickt das doch mal an, da haben sich auch einige Gedanken dazu gemacht.

Das Gelbe Forum - OT: Feldversuche zum Bedingungslosen Grundeinkommen geplant
 

GOBN

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#25
@ silver

danke für den link.

Sicher lässt sich nicht alles 1 zu 1 übertragen - aber ich denke die ergebnisse werden ähnlich ausfallen und die 7 mio sind wieder nur in den sand gesetzt.

Und das führt wieder zu der nie endenden grundsatzdiskusion. :-(
 

holly8

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#26
Ob HartzIV noch VIEL schlechter ist als diese Wohltätigkeit, bleibe dahingestellt. Finanziell ist es jedenfalls auch nicht viel besser zu diesen 2x100 Auserwählten zu gehören:
Denn wie Martin schon sagte - auch 800 Euro sind ARMUT satt.
Armut bei 800 Euro und nicht arbeiten MÜSSEN!Das ist schöne Armut.

Dazu müsste DU aber mal den Beweis antreten, weshalb es dann noch normal hohe Gehälter geben sollte, wenn alle für ein Appel und nen Ei beriet sind, voll zu arbeiten... mit Glauben allein ist da nicht viel auszurichten.

Wie kommst du darauf, dass alle bereit sind für einen Appel und ein Ei zu arbeiten?

Bereits bei den massenhaften Ein-Euro-Jobs hat selbst das von der Bundesagentur gespeiste IAB herausgefunden: Ein-Euro-Job verdrängen reguläre Arbeitsplätze. Man kann danach gooxlen. Oder bereit 2007 wies das IAB diesen Effekt für die östlichen Bundesländern nach
http://doku.iab.de/discussionpapers/2007/dp0807.pdf-.

Weshalb sollte dieser Effekt bei 2x100 Arbeitsplätze auf Wohltätigkeitsbasis anders sein??
Das Arbeiten soll doch freiwillig sein. 1-Euro-Jobs sind aber nicht freiwillig.

... abgesehen davon, ist auch rein statistisch schon längst geklärt: Mit solch geringen Fallzahlen von 2x 100 Beglückten beweist man rein gar nüscht.
Das stimmt allerdings. 200 sind viel zu wenig.
 

holly8

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#27
Wie die Diskussion hier ahnen (vermuten) lässt, kommt es genau anders herum.
In die Situation eines Empfängers von Grundeinkommen hineinversetzt, würden einige ganz umsonst arbeiten!
Es ist nicht umsonst, wenn man das Grundeinkommen dazu rechnet, was völlig bedingungslos ist. Einige sind auch längst nicht alle.
 

ricarda

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#28
Diese Meldung zeigt wie wenig substantiell die ganze Diskussion um das "Bedingungslose Grundeinkommen" ist.

Leider ist es ja so daß seit Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben wurden der Mensch durch Arbeitstätigkeit seine Grundbedürfnisse für Essen, Unterkunft und sonstige lebenserhaltende Dinge sichern muß.

Deswegen gab es in der Geschichte bisher auch noch kein "Bedingungsloses Grundeinkommen" und es wird auch ein solches in der Zukunft nicht geben. (Bitte jetzt nicht mir irgendwelchen exotischen und temporären Sonderaktionen kommen).

Früher mußten die Leute auswandern wenn sie im eigenen Lande sich den Lebensunterhalt nicht sichern konnten, heute wird im Rahmen des Sozialstaats jedenfalls bei vielleicht 5 % der Menschheit das Geld umverteilt und die früher auswanderten werden nun zu "Bedürftigen" und stellen einen Antrag.

Wie wenig substantiell nun das betrachtete Vorhaben ist zeigt folgende Überlegung:

Je 100 Teilnehmer an zwei deutschen Standorten sollen für einen Zeitraum von zwei Jahren ein festes Grundeinkommen erhalten: monatlich 800 Euro netto, zuzüglich der Beiträge zur Sozialversicherung.

Sind in Summe 200 *2 * 12 *800 = 3.84 Millionen die Netto an die 200 Teilnehmer für zwei Jahre gezahlt werden sollen denen die Gesamtkosten des Projekts von 7 Millionen Euro gegenüber stehen, also 45 % für Steuern, Sozialversicherung und Verwaltung..

Die Breuninger-Stiftung will ihren Teil dazu beitragen; zusätzlich sollten öffentliche Mittel, aber auch Spenden von Unternehmen und anderen Stiftungen akquiriert werden.


Pro Teilnehmer also 1458 € pro Monat Aufwand dem ein Nettolohn von 800 € pro Monat gegenübersteht.

Offensichtlich wird nicht davon ausgegangen daß durch die Teilnahme an dem Modellversuch irgendeine Wertschöpfung entsteht. Da könnte man doch einfach die 7 Millionen Spenden nehmen und direkt den Leuten schenken.

Wenn nun keine Wertschöpfung entsteht und alle an so einem Versuch teílnehmen, wo kaufe ich mir da morgens meine Brötchen?

(Mal davon abgesehen daß man dann für 40 Millionen statt für 200 Leute entsprechende Spender finden müßte)
 

holly8

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#29
Es ist schade, dass manche Menschen nicht einmal im Ansatz bereit sind für wirklich gute und vernünftige Änderungen. In Deutschland wird immer erst alles schlecht geredet.
Durch Technik und Fortschritt werden wir nicht umhin können, uns eine andere Lösung als jetzt einfallen zu lassen.
Arbeit wird es immer weniger für alle geben. Schon allein das ist ein Grund für die Überlegung und Umsetzung tiefgreifender Veränderungen oder wir wurschtlen weiter wie bisher, die Sozialleistungen werden gekürzt und die Sozialabgaben steigen noch mehr.
Aber eines ist auch klar. Die jetzt noch arbeiten, werden das nicht auf ewig mitmachen und daran sollten wir auch denken, auch wenn es uns nicht gefällt.
 

Martin Behrsing

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#31
Wie kommt man eigentlich auf die Idee, das Kapital irgendwie sozial sein könnte. Schon der Begriff soziale marktwirtschaft ist pure Verdummung.

Es sollte uns doch um die Aneignung von Kapital und Produktion gehen. Stattdessen rennt man einem noch schlimmeren kapitalistischen System hinterher, wo es z.B. die Solidarversicherungen ganz abgeschafft werden.
 

Erolena

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#32
Wenn absolute Armut (Afrika) beseitigt wird, dann hat das positive Folgen.
Das ist vergleichsweise hier ähnlich: ein 100% sanktionierter U25 stiehlt eher eine Pizza als einer mit 287 Euro.
arme Migrantenkinder sind in der Haupt- oder Förderschule überproportional vertreten, mit höherem Familieneinkommen besuchen sie eher ein Gymnasium.

Der Knackpunkt besteht für mich darin, dass das Grundeinkommen nichts am Grundzustand der Gesellschaft besonders der Arbeitswelt ändert.

"Vertragsfreiheit"? Vielleicht formaljuristisch. Nur im wirklichen Leben .....
Die Bedingungen diktiert die andere Seite (im Betrieb oder mit ihrem Einfluss auf die Politik und Verwaltung). Sie wollen Deine Arbeit zu Ihren Bedingungen.
(gegen Mindestlöhne, gegen Arbeitszeitverkürzung, evtl. bald 800 Euro-Jobs?; Praktikanten als billige/kostenlose Arbeitskräfte; zunehmend kostenpflichtiger Studienplätze / Berufsbildungen (um Gotteswillen keine Ausbildungsumlage), Bafög-Sätze die zum Himmel schreien; ein selektives Bildungswesen in dem die Wirtschaft immer mehr Einfluss erlangt.)

Deutschland drückt auf die Löhne und die Wirtschaft in Europa mit seiner Politik.

Und gerade diese herrschende Schicht soll ein solidarisches Grundeinkommen für alle wollen, welches die Intentionen seiner Vordenker erfüllt?
Oder alternativ die Bevölkerung in ihrem jetzigen apathischen Zustand soll ihnen die Bedingungen diktieren können? Wohl unrealistisch.

Ich möchte ganz persönlich kein FDP gestricktes Grundeinkommen erleben müssen.
 

Martin Behrsing

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#33
[FONT=arial,helvetica,sans-serif]Da in der Diskussion über eine Alternative zu Hartz IV auch die Forderung nach einem „Bedingungslosen Grundeinkommen“ von Teilen der Linken (attac, BAG Grundeinkommen etc) vertreten wird, halten wir es für erforderlich, in diesem Postionspapier darauf einzugehen. Wir fordern in erster Linie eine „bedarfsorientierte“ und keine „bedingungslose“ Grundsicherung, weil wir die Auffassung vertreten, dass ein Grundeinkommen für alle (also ohne Bedürftigkeitsprüfung und unabhängig vom Einkommen) unter kapitalistischen Verhältnissen ein Instrument zur Lohnsenkung und Lohnsubventionierung darstellt (so fordert der Kapitalvertreter Th. Staubhaar: „Sie……darf an keine Bedingung geknüpft sein. Alle 80 Mio. Bundesbürger sollen sie bekommen…..Wir müssen dann aber auch akzeptieren, dass es extrem niedrige Löhne geben kann“). Es handelt sich also nicht vorwiegend um eine Grundsicherung nur für alle Erwerbslosen, sondern auch eine solche für alle Beschäftigten. Jedoch in dem Maße, in dem die Reproduktionskosten von Arbeitskräften von staatlichen Zahlungen gedeckt werden, muss das Kapital nicht mehr dafür aufkommen, kann also die Löhne senken. Was bereits bei den aktuellen, die Existenz nicht sichernden Regelsätzen massenhaft erfolgt, nämlich Ausweitung des Niedriglohnsektors, würde dann in einem noch wesentlich größerem Ausmaß eintreten. Das ist unseres Erachtens der Haupteinwand gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen und hat deshalb für eine linke und Gewerkschaftsbewegung keine mobilisierende Funktion

aus: Linke Alternative zu Hartz IV
Aust, Behrsing, Militzer März 2009

Initiative: "Linke Alternative zu Hartz IV"

[/FONT]
 

holly8

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#34
Wie kommt man eigentlich auf die Idee, das Kapital irgendwie sozial sein könnte. Schon der Begriff soziale marktwirtschaft ist pure Verdummung.

Bei uns gab es mal die soziale Marktwirtschaft. Davon ist längst nichts mehr zu sehen.

Bedarfsorientiert wäre okay, wenn keine weiteren Bedingungen daran geknüpft wären.
 
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#35
"Bei uns gab es mal die soziale Marktwirtschaft.
Davon ist längst nichts mehr zu sehen."


ANWORT:
holly8,:icon_evil:: Namen sind Schall & Rauch.
Diese "soziale Marktwirtschaft"
brachte auf ihrer politischen Seite:
* KPD-Verbot ( Weg mit DIE !, die doofen Kommunisten ! )
* Radikalenerlaß ( " " " dito / warum waren `se auch so radikal ... )
* Berufsverbote ( diese blöden linken Lehrer nicht nur ... )
* Notstandsgesetze ( mußte wohl sein, gelle, für`s "Soziale"? )
* usw. - worüber nur noch Alte & Wikipedia wissen

* belehre Dich so gemäß weiter ( über`s::icon_razz: "Soziale"
//der "sozialen A:schWirtschaft=>:icon_tonne:


holly8:
Bedarfsorientiert wäre okay,
wenn keine weiteren Bedingungen daran geknüpft wären.
Was "wäre", wäre frühzeitiger und "grundsätzlicher"
zu überlegen ...

Mach Dir das klar, liebe holly8, und besprech das insofern
mal mit Deinen Nächsten ... und uns.

Hier gibt es offensichtlich Leutz,
denen es abgeht,
"VerbesserungsVorschläge"
im Sinne des "Kapitals"
zu erörtern

... und solange Du für Dich ... den "Taler" nur erörterst -
verbleibst Du in diesem Mechanismus:icon_laber: - .........


Liebe Grüße

*kampfpaar*
 
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#36
"Bei uns gab es mal die soziale Marktwirtschaft.
Davon ist längst nichts mehr zu sehen."


ANWORT:
holly8,:icon_evil:: Namen sind Schall & Rauch.
Diese "soziale Marktwirtschaft"
brachte auf ihrer politischen Seite:
* KPD-Verbot ( Weg mit DIE !, die doofen Kommunisten ! )
* Radikalenerlaß ( " " " dito / warum waren `se auch so radikal ... )
* Berufsverbote ( diese blöden linken Lehrer nicht nur ... )
* Notstandsgesetze ( mußte wohl sein, gelle, für`s "Soziale"? )
* usw. - worüber nur noch Alte & Wikipedia wissen

* belehre Dich so gemäß weiter ( über`s::icon_razz: "Soziale"
//der "sozialen A:schWirtschaft=>:icon_tonne:


holly8:
Bedarfsorientiert wäre okay,
wenn keine weiteren Bedingungen daran geknüpft wären.
Was "wäre", wäre frühzeitiger und "grundsätzlicher"
zu überlegen ...

Mach Dir das klar, liebe holly8, und besprech das insofern
mal mit Deinen Nächsten ... und uns.

Hier gibt es offensichtlich Leutz,
denen es abgeht,
"VerbesserungsVorschläge"
im Sinne des "Kapitals"
zu erörtern

... und solange Du für Dich ... den "Taler"
und ähnlich Teugs nur erörterst <-
verbleibst Du in diesem "Mechanismus":icon_laber: <- .........


Liebe Grüße

*kampfpaar*
 

ethos07

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#37

Machen wir es schön bunt :


Ob HartzIV noch VIEL schlechter ist als diese Wohltätigkeit, bleibe dahingestellt. Finanziell ist es jedenfalls auch nicht viel besser zu diesen 2x100 Auserwählten zu gehören:
Denn wie Martin schon sagte - auch 800 Euro sind ARMUT satt.
Armut bei 800 Euro und nicht arbeiten MÜSSEN!Das ist schöne Armut.

... eine kreative Begriffsbildung: "Schöne Armut" - icke kleiner Wicht natürlich auch lieber haben will SCHÖNE Armut als hässliches HartzIV ... ich sagte ja: wenn ich umziehen sollte, von Berlin in die Brandenburger - sorry- Weiss-nicht-mehr-wo-flaches-Land um 2 Jahre repressionsfrei 800 Euro statt HartzIV schikanös zu ergattern - warum nicht - so als kleiner Individualtrip zwischendurch, auf der rasanten Fahrt in die verallgemeinerte Altersarmut :biggrin:.
ABER: die edle Breuniger-Stifterin hat doch gesagt: vornehmlich junge Uniabsolventen sollen in den Genuss kommen. Und wenn ich dann mitten im verarmten Brandenburg in einer einzigen Ortschaft zu den 100 Auserwählten gehöre, die auch sicherlich noch laufend beforscht und befragt und im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen werden, dann ist der soziale Druck,
etwas Hervorragendes für diese 800 Euro Hungerlohn zu leisten doch immens... - und gesellschaftlich ändern tut sich damit gar Nüscht
.

Dazu müsste DU aber mal den Beweis antreten, weshalb es dann noch normal hohe Gehälter geben sollte, wenn alle für ein Appel und nen Ei beriet sind, voll zu arbeiten... mit Glauben allein ist da nicht viel auszurichten.

Wie kommst du darauf, dass alle bereit sind für einen Appel und ein Ei zu arbeiten?

siehe oben

Bereits bei den massenhaften Ein-Euro-Jobs hat selbst das von der Bundesagentur gespeiste IAB herausgefunden: Ein-Euro-Job verdrängen reguläre Arbeitsplätze. Man kann danach gooxlen. Oder bereit 2007 wies das IAB diesen Effekt für die östlichen Bundesländern nach
http://doku.iab.de/discussionpapers/2007/dp0807.pdf-.

Weshalb sollte dieser Effekt bei 2x100 Arbeitsplätze auf Wohltätigkeitsbasis anders sein??
Das Arbeiten soll doch freiwillig sein. 1-Euro-Jobs sind aber nicht freiwillig.

Viele lechzen genau so nach ihrem "netten" Ein-Euro-Job wie die 2 x 100 nach ihrer Auserwählung lechzen werden.- Hier in Berlin beteiligen sich massenweise einst linke Vereine an einem mehr oder weniger demokratisch verwalteten Pool der Ein-Euro-Jobs für einzelne Berliner Bezirke.- Hat sich dadurch hier etwas grundlegendes an Hartz IV als Lohndumping- und Repressionsmaschinierie geändert? Nein, solche Reförmchen verfestigen m.E. das System Hartz IV (oder wie immer es in Zukunft benamst werden mag). Natürlich ist es für einzelne, die in den Genuss eines solchen Minireförmchens kommen möglicherweise kurzfristig angenehmer, aber eine gesellschaftliche Alternative wird damit nicht auf den Weg gebracht.

... abgesehen davon, ist auch rein statistisch schon längst geklärt: Mit solch geringen Fallzahlen von 2x 100 Beglückten beweist man rein gar nüscht.
Das stimmt allerdings. 200 sind viel zu wenig.
 
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#38
Feldversuch nennen die das, ich nennen es "Versuch am Menschen". Die wollen testen, ob all die tollen Aussagen eintreten, dass man bei repressionsfreiem Grundeinkommen sich dann ehrenamtlich betätigt, oder ähnlich.

Ich finde es erschreckend, wie Menschen für solche Tests/ Versuche benutzt werden sollen. Und da Geld die Welt regiert werden sich einige darum reissen zu den Auserwählten gehören zu dürfen.

Klar hört sich das erst mal alles toll an, aber am Ende ist und bleibt man nur eine Versuchsperson, welche benutzt/ missbraucht wird.
Nein Danke, da wurschtel ich mich lieber weiterhin mit weniger durch. Aber ich kann sagen ich habe mich nicht benutzen lassen, damit die Oben heraus finden können, ob das ( am Ende doch nicht) kommende Grundeinkommen gut oder doch nicht gut ist.

Was passiert nach den zwei Jahren, wenn einige durch den Feldversuch besser gestellt waren? sie werden wieder in das Elend gestossen.
 

Perestroika

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#39
Nabend Holly!

Es ist schade, dass manche Menschen nicht einmal im Ansatz bereit sind für wirklich gute und vernünftige Änderungen. In Deutschland wird immer erst alles schlecht geredet.
Durch Technik und Fortschritt werden wir nicht umhin können, uns eine andere Lösung als jetzt einfallen zu lassen.
Arbeit wird es immer weniger für alle geben. Schon allein das ist ein Grund für die Überlegung und Umsetzung tiefgreifender Veränderungen oder wir wurschtlen weiter wie bisher, die Sozialleistungen werden gekürzt und die Sozialabgaben steigen noch mehr.
Aber eines ist auch klar. Die jetzt noch arbeiten, werden das nicht auf ewig mitmachen und daran sollten wir auch denken, auch wenn es uns nicht gefällt.
Bist du sicher, daß dieses Forum bereits "Deutschland" ist? Es muß doch nicht jeder beim Grundeinkommen mit dem Kopf nicken und bravo, bravo rufen. Um es durchzusetzen braucht man auch keine ja-Sager sondern sogenannte Aktivisten. Das elo-Forum dürfte für solche ganz gewiß nicht die ideale Plattform sein. Auch in einem CDU-Forum hat man mit dem BGE schlechte Karten.

Unsre hass4-Freunde übersehen auch stets, daß man sich zum BGE auch noch was hinzuverdienen kann. Das wäre besonders für Gruppen eine interessante Sache. Schon bei 600 Euro und sagen wir zehn Leuten wären das 6000 euro/monat. Damit kann man locker einen eigenen Betrieb (Genossenschaft) aufmachen. Bei der jetzigen hass4-Regelung kann man gar nix machen, nichtmal mit anderen Leuten zusammensziehen (und z.B. einen Betrieb gründen).

guten Rutsch und vielleicht wird das Jahr 2010 bge-mäßig noch erfolgreicher das Jahr 2009?
 

Heliane

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#40
Mir kommt es so vor,als ob die Kapitalisten bemerkten,daß fünf Jahre Zwangsversklavung mit der Peitsche keine Erfolgstory war.
Deshalb versucht man es mal mit der Zuckerbrotstrategie,mal sehen,ob wir uns durch Freundlichkeit freiwillig versklaven lassen und vor lauter Dankbarkeit ,da uns nun nicht mehr mit Sanktionen gedroht wird,von nun an gratis arbeiten.
Und was wäre daran so schlecht?

Eine Entkoppelung von Geld zum Leben und Erwerbsarbeit wäre das Beste was passieren kann.

Erwerbsarbeit wird doch von vielen Menschen nur gehasst, wegen diesem Zwang mit dem sie verbunden ist.

Was wäre es für ein schönes Leben, wenn "was immer als Arbeit definiert ist" freiwillig wäre.

Abgesehen davon, dass Reproduktionsarbeiten endlich!!!!!! Hausarbeit endlich auch entlohnt würde und die Doppelbelastungen von Frauen nicht mehr erwartet ja noch bejubelt würde.
 

wolfgang2

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#41
Der Plan sieht vor, dass an zwei deutschen Standorten je 100 Teilnehmer ein Grundeinkommen von 800 € zuzüglich der Beiträge zur Sozialversicherung erhalten sollen.
Und was soll dabei rauskommen? 200 Leute, die wissen um was es geht und wissen, was "von ihnen erwartet" wird, die werden nun natürlich ihre Rolle spielen. Wenn man für das BGE ist wird man sehen, dass man was ehrenamtliches macht, ist man dagegen, setzt man sich zu Hause hin und ließt ein Buch.
 
E

ExitUser

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#42
Es ist schade, dass manche Menschen nicht einmal im Ansatz bereit sind für wirklich gute und vernünftige Änderungen. In Deutschland wird immer erst alles schlecht geredet.
Durch Technik und Fortschritt werden wir nicht umhin können, uns eine andere Lösung als jetzt einfallen zu lassen.
Arbeit wird es immer weniger für alle geben. Schon allein das ist ein Grund für die Überlegung und Umsetzung tiefgreifender Veränderungen oder wir wurschtlen weiter wie bisher, die Sozialleistungen werden gekürzt und die Sozialabgaben steigen noch mehr.
Aber eines ist auch klar. Die jetzt noch arbeiten, werden das nicht auf ewig mitmachen und daran sollten wir auch denken, auch wenn es uns nicht gefällt.
Das ist aber nun mal leider in Deutschland so. Das sieht man auch jetzt an dem Feldversuch - Er wird schlecht geredet und das schon ein halbes Jahr, bevor er begínnt. Natürlich kostet der Versuch mehr als die 800 Euro/Kopf und Monat. Ein Erfinder muss auch erst investieren, bevor er Werte schöpfen kann.

Ob ein BgE kommen kann und überhaupt finanziert werden kann, lass ich mal dahin gestellt. Aber bitte Leute zerredet doch nicht immer alles gleich. Hartz IV ist keine Lösung - Was dann? Bedarfsorientiertes Grundeinkommen? Also weiter beim Amt betteln und Repressalien dulden? Ich dachte das wollt ihr nicht, deshalb seid ihr doch hier - Oder???

Man muss solche Sachen einfach offener angehen. Nicht nur Jules Verne hatte Visionen, wovon viele heute keine mehr sind, sondern Realität. :icon_daumen:
 

Yorkfield

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#43
Hi, darf ich auf ein Podcast hinweisen, wo das Thema bGE recht ausführlich diskutiert wird ?

Es ist zwar nicht neu, aber so wie ich finde nach wie vor hochaktuell.

► ► bGE für alle ? ◄ ◄
 

Clint

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#44
Den Feldversuch gabs schon. In irgendeiner ehemaligen deutschen Kolonie in Afrika. Ergebnis weniger Viehdiebstähle keine Wilderei, die Kinder gingen alle zur Schule und die Leute haben versucht mit dem Geld sich selbständig zu machen. Also gespart, sich ne Nähmaschine gekauft und Klamotten genäht o.Ä.
Den Film dazu gabs irgendwann mal bei Phönix.
Ganz bedingungslos wars nicht. Es gab m.W. ne Beschränkung im Zusammenhang mit Fusel.

LG

Clint
 
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