Bedingungslos zugehörig (Grundeinkommen) (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Martin Behrsing

Redaktion
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
21.601
Bewertungen
4.193
Bedingungslos zugehörig

Yannick Vanderborght und Philippe Van Parijs erklären die Idee eines Grundeinkommens für alle Bürger(innen)

VON MARTIN HARTMANN



Als Bundespräsident Horst Köhler unlängst in einem Interview mit der Illustrierten Stern empfahl, Langzeitarbeitslosen "eine Art Grundeinkommen" zu gewähren, damit sich dieser Teil der Deutschen nicht "innerlich" vom Gemeinwesen verabschiede, ging ein erstauntes Raunen durch den hiesigen Blätterwald. Der Begriff "Grundeinkommen" schien nicht so recht zur sonst durchaus wirtschaftsfreundlichen Rhetorik Köhlers zu passen. Wollte der Bundespräsident etwa sagen, dass Arbeitslose ohne nennenswerte Gegenleistung in den Genuss finanzieller Transferleistungen kommen sollen, damit sie das Gefühl erhalten, "gebraucht" zu werden?

Der weitere Kontext seiner Rede vom Grundeinkommen schien eine solche Deutung durchaus zu stützen: "Wir erkennen", sagte Köhler, "dass es wohl eine Art Basisarbeitslosigkeit von vier bis fünf Prozent geben kann." Das Grundeinkommen wäre gleichsam das institutionalisierte Eingeständnis, dass die Gesellschaften der Gegenwart nicht ausreichend Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Jene, die leer ausgehen, verlieren durch Auszahlung eines Grundeinkommens nicht den Anspruch, "Teil der Gesellschaft" zu sein.
https://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/das_politische_buch/?sid=aee5f306ece32e8665943c8f1ea10219&cnt=789178
 

zebulon

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
1 August 2005
Beiträge
2.633
Bewertungen
60
Ich frage mich, ob Köhler damit wirklich ein bedingungsloses Grundeinkommen im Sinne von Werner Götz, oder hier den Protagonisten aus der FR, meint ?
Das Ganze könnte nämlich auch eine rhetorische Nebelkerze sein, um den Begriff Grundeinkommen anders zu besetzen. Die FDP beispielsweise hat auch ein Konzept mit Grundeinkommen bzw. Bürgergeld, das sie vertritt. Mit "bedingungslos" hat das allerdings nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich dabei um ein umbenanntes HARTZ IV mit allen Repressalien, mit dem Unterschied, das die Transferleistung über das Finanzamt als "negative Einkommenssteuer" verrechnet wird. Gegen diese Form der Verrechnung mit dem Finanzamt wäre ja auch prinzipiell nichts einzuwenden, außer natürlich, wenn die Berechnung erst am Jahresende mit der Einkommenssteuererklärung erfolgt, bevor man dann die Differenz ausgezahlt bekommt. Dann wären nämlich die meisten Erwerbslosen schon verhungert und/oder erfroren.

Es liegt eben der Teufel im Detail. :twisted:

Das Bürgergeld der FDP
 

Schnucki

Elo-User*in
Mitglied seit
17 Januar 2006
Beiträge
18
Bewertungen
0
Martin Behrsing meinte:
Bedingungslos zugehörig

Yannick Vanderborght und Philippe Van Parijs erklären die Idee eines Grundeinkommens für alle Bürger(innen)

VON MARTIN HARTMANN



Als Bundespräsident Horst Köhler unlängst in einem Interview mit der Illustrierten Stern empfahl, Langzeitarbeitslosen "eine Art Grundeinkommen" zu gewähren, damit sich dieser Teil der Deutschen nicht "innerlich" vom Gemeinwesen verabschiede, ging ein erstauntes Raunen durch den hiesigen Blätterwald. Der Begriff "Grundeinkommen" schien nicht so recht zur sonst durchaus wirtschaftsfreundlichen Rhetorik Köhlers zu passen. Wollte der Bundespräsident etwa sagen, dass Arbeitslose ohne nennenswerte Gegenleistung in den Genuss finanzieller Transferleistungen kommen sollen, damit sie das Gefühl erhalten, "gebraucht" zu werden?

Der weitere Kontext seiner Rede vom Grundeinkommen schien eine solche Deutung durchaus zu stützen: "Wir erkennen", sagte Köhler, "dass es wohl eine Art Basisarbeitslosigkeit von vier bis fünf Prozent geben kann." Das Grundeinkommen wäre gleichsam das institutionalisierte Eingeständnis, dass die Gesellschaften der Gegenwart nicht ausreichend Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Jene, die leer ausgehen, verlieren durch Auszahlung eines Grundeinkommens nicht den Anspruch, "Teil der Gesellschaft" zu sein.
https://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/das_politische_buch/?sid=aee5f306ece32e8665943c8f1ea10219&cnt=789178
Es ist wenigstens schön das auch etablierte Politiker wie Horst Köhler sich positiv zur einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens aüssern , allerdings kann ich mir kaum vorstellen das auch alle spitzenpolitiker sich diesem anschliessen werden , gerade Betonköpfe wie Christian Wulf oder Roland Koch verfolgen eine komplett andere Politik in meinen Augen (beide CDU) ! Wenn in Zukunft diese Idee überhaupt Salonfähig werden sollte müsste es ein Grundeinkomen geben angelegt sein und eine eilhabe ermölichen , und ganz wichtig wenn es im Sinne ötzs währe , es sollte nicht zu sinnlosen und Arbeitsplatzvernichten das die Bezieher dessen dazu verpflichtet sich in sinnstiftender ehrenamtlich und sozialer Arbei um nachbarschaften , Minderheiten , Randgruppen zu kümmern , allerdings sollte dieses Grundeinkommen Nicht auf Armutsniveu wie ALG 2 sein und zu Tätigkeiten a la 1 Euro jobs führen !!!! SCHNUCKI
 

Marcel

Elo-User*in
Mitglied seit
25 März 2006
Beiträge
188
Bewertungen
0
Martin Behrsing meinte:
Bedingungslos zugehörig

Yannick Vanderborght und Philippe Van Parijs erklären die Idee eines Grundeinkommens für alle Bürger(innen)

VON MARTIN HARTMANN



Als Bundespräsident Horst Köhler unlängst in einem Interview mit der Illustrierten Stern empfahl, Langzeitarbeitslosen "eine Art Grundeinkommen" zu gewähren, damit sich dieser Teil der Deutschen nicht "innerlich" vom Gemeinwesen verabschiede, ging ein erstauntes Raunen durch den hiesigen Blätterwald. Der Begriff "Grundeinkommen" schien nicht so recht zur sonst durchaus wirtschaftsfreundlichen Rhetorik Köhlers zu passen. Wollte der Bundespräsident etwa sagen, dass Arbeitslose ohne nennenswerte Gegenleistung in den Genuss finanzieller Transferleistungen kommen sollen, damit sie das Gefühl erhalten, "gebraucht" zu werden?

Der weitere Kontext seiner Rede vom Grundeinkommen schien eine solche Deutung durchaus zu stützen: "Wir erkennen", sagte Köhler, "dass es wohl eine Art Basisarbeitslosigkeit von vier bis fünf Prozent geben kann." Das Grundeinkommen wäre gleichsam das institutionalisierte Eingeständnis, dass die Gesellschaften der Gegenwart nicht ausreichend Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Jene, die leer ausgehen, verlieren durch Auszahlung eines Grundeinkommens nicht den Anspruch, "Teil der Gesellschaft" zu sein.
https://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/das_politische_buch/?sid=aee5f306ece32e8665943c8f1ea10219&cnt=789178
"""Langzeitarbeitslosen "eine Art Grundeinkommen" zu gewähren"""

Leider bekomme ich den Link nicht auf, aber hier geht es nur um Langzeitarbeitslose.
Siehe ganz oben. :kinn:
 

zebulon

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
1 August 2005
Beiträge
2.633
Bewertungen
60
Ja,
der Artikel der Frankfurter Rundschau ist auch schon von Januar oder früher.
Mir ist kleider auch schon aufgefallen, das manch super recherchierte Artikel der FR schon nach reletiv kurzer Zeit nicht mehr ausfzufinden ist.

Schade !
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten