Bedarfsgemeinschaft mit Ehepartner im Ausland ? (1 Betrachter)

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Buerosklave

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Hallo,
meine Frau lebt im außereuropäischen Ausland. Ihr Lohn dort vor Ort ist in etwa das, was hier hierzulande als "zum Leben zu wenig, zum Sterben zuviel" bezeichnen würden,d.h. sie kommt über die Runden, aber am Monatsende bleibt nichts übrig.
Ich lebe momentan noch in D und bin in "Lohn und Brot",d.h. sozialversicherungspflichtig beschäftigt, möchte aber perspektisch nachziehen, sobald die rechtlichen Gegebenheiten erfüllt sind.
Momentan habe ich einen befristeten Vertrag bis Ende April 2019, ob der verlängert wird, steht in den Sternen. Angenommen, mein Vertrag würde nicht verlängert, dann würde ich erstmal ins ALG1 fallen (bin seit April 2015 in dieser Firma beschäftigt). Aber irgendwann könnte ich dann ins ALG2 fallen. Wie ist das in dem Fall mit dem Anspruch auf ALG2 hier in D ? Würde das Einkommen meiner Frau im Ausland als Einkommen angerechnet,wenn sie nach dortigen Lebenshaltungskosten auch kaum über die Runden kommt, die Summe in D aber ein ganz netter Lohn wäre ?
Anders gefragt: Dürfte das Amt einfach deutsche Lebenshaltungskosten als Maßstab dafür heranziehen,was im betreffenden Land als angemessenes Einkommen gilt ?
 

Seepferdchen 2010

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@Buerosklave

hier in diesem Thread von 2016 hatte doch @Helga40 dir ein Urteil vom BSG reingestellt, lies doch mal die Urteilsbegründung, so zum Beispiel Rz: 16

Nach den Grundsätzen, die der 14. Senat im Urteil vom 6.10.2011 (B 14 AS 171/10 R - BSGE 109, 176 = SozR 4-4200 § 20 Nr 16, RdNr 26) aufgestellt hat und denen der erkennende Senat folgt, ist eine Regelleistung von 90 vH nur dann gerechtfertigt, wenn beide Partner in einer Haushaltsgemeinschaft umfassend "aus einem Topf" wirtschaften mit der Folge, dass zwei zusammenlebende Partner einen finanziellen Mindestbedarf haben, der unter dem Doppelten des Bedarfs eines Alleinwirtschaftenden liegt (vgl auch Krauß in Hauck/Noftz, SGB II, § 20 RdNr 67, Stand: 4/2010 mwN). Wenn dagegen nicht mehr "aus einem Topf" gewirtschaftet werden kann, kann zwar weiterhin eine Bedarfsgemeinschaft - auch grenzüberschreitend - bestehen, die genannten Einsparmöglichkeiten durch das gemeinsame Wirtschaften entfallen jedoch. Die Bedarfslage entspricht dann der eines Alleinstehenden (BSG vom 16.4.2013 - B 14 AS 71/12 R - SozR 4-4200 § 9 Nr 12 RdNr 22).
Quelle: Post 3 in dem u.g.Link

https://www.elo-forum.org/alg-ii/166483-partner-ausland-jc-dortige-lebenshaltungskosten-anerkennen.html
 
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