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Bayern: 18 jähriger auf der Strasse, was als nächstes tun ?

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schweinchendick

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#1
Hallo,

der kumpel meines sohnes ist momentan bei uns, da er nach dem er von seiner mutter ausziehen musste und bei seiner oma wohnte nun auch dort rausgeflogen.
nun steht er auf der strasse. leider hat er weder berufs- noch schulausbildung.

was sind nun die nächsten schritte der er unternehmen kann, da er nicht auf der strasse leben will.

sozialamt? auf hartz 4 hat er ja wohl keinen anspruch, weil er noch nie gearbeitet hat.
diakonie... oder sollen wir montag einfach nur zur arge? steht ihm mit 18 schon ne wohnung zu ? wir haben hier eine gemeinnützige wohnungsbaugesellschaft, die freie 1 und 2 zimmer wohnungen hat. kann er dort eine beantrage, aber wer zahlt dann die miete?
er ist gewillt eine ausbildung zu beginnen, wenn er ohne schulabschluss eine ausbildungsstelle finden würde.

wir sind um jeden tip dankbar, da wir garnicht weiter wissen.
 
E

ExitUser

Gast
#2
Hallo schweinchendick,

hier wäre sicherlich zunächst ein Gang zum Jugendamt ratsam. Auch wenn der Kumpel Deines Sohnes bereits 18 Jahre alt ist, so kann gem. § 41 SGB VIII Hilfe gewährt werden.
Einem jungen Volljährigen soll Hilfe für die Persönlichkeitsentwicklung und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung gewährt werden, wenn und solange die Hilfe aufgrund der individuellen Situation des jungen Menschen notwendig ist. Die Hilfe wird in der Regel nur bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gewährt; in begründeten Einzelfällen soll sie für einen begrenzten Zeitraum darüber hinaus fortgesetzt werden.
Quelle
 

Rounddancer

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#3
Doch, er muß zur Arge,- und da Alg II beantragen. Dringend.
Und wenn nötig, ins Obdachlosenasyl. Am besten wäre es, wenn er von den Eltern und der Oma schriftlich hätte, daß, und warum es unzumutbar für sie ist, daß er weiter bei ihnen ist.
Ohne Schulabschluß eine Ausbildungsstelle zu kriegen, ist so rar, wie ein Goldklumpen statt eines Fußballs auf einem Fußballfeld.

Drum kann es sein, daß die Arge ihn in einen Kurs zum Hauptschulabschluß steckt.
Aber in jedem Fall erstmal inne Sofortmaßnahme, wo geguckt wird, ob und wie arbeitswillig und diszipliniert er ist.

Gefragt wird auch werden, ob noch wer Kindergeld für ihn kriegt,- und ob ihm die Eltern Unterhalt zahlen. Das müßten sie eigentlich bis er 25 ist, bzw. bis zum Abschluß der ersten Berufsausbildung oder bis er eigenes Einkommen hat.
 

schweinchendick

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#4
das jugendamt weiss, dass er nicht mehr bei seiner mutter wohnen darf. er war auch kurzfristig bei seinem vater,.. welcher in badenwürttemberg wohnt. dieser hatte das kindergeld beantragt und erhalten, auch noch in dieser zeit wo er bei seiner oma wohnte. er vermutet, dass es noch immer sein vater erhält.

obdachlosenasyl... ist aber doch hart, oder ?
bei uns kann er schon noch kurze zeit bleiben, aber mein sohn ist noch ein paar jahre jünger und muss ab montag wieder in die realschule - passt also nicht so ganz - aber zur not geht es schon.

er war noch nie straffällig oder hat richtig "sch****" gebaut. es war mehr so wegen familiärer probleme... trennung... pubertät usw...

ausserdem meinte er, dass ein kumpel auch schon in so einer ähnlichen situtation war und nachgefragt hätte wg. einer wohung, das amt aber meinte, dass das erst ab 23 jahren ginge. ist das irgendwie richtig so .. wir leben in bayern und haben vermutlich "eigene gesetze" :icon_smile:

also gehen wir montag erst mal zur arge...???
kann bei so jungen leuten auch das diakonische werk mit der obdachlosenhilfe helfen ?

bedanke mich schon mal für die hilfe von euch.. hätte nicht so schnell mit antworten gerechnet :icon_knutsch:
 
E

ExitUser

Gast
#7
das jugendamt weiss, dass er nicht mehr bei seiner mutter wohnen darf. er war auch kurzfristig bei seinem vater,.. welcher in badenwürttemberg wohnt. dieser hatte das kindergeld beantragt und erhalten, auch noch in dieser zeit wo er bei seiner oma wohnte. er vermutet, dass es noch immer sein vater erhält.
Da wäre dann m.E. der erste Ansprechpartner das Jugendamt.

Und auch der Tipp von Muci ist zu beherzigen. :icon_smile:
 

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#8
Es wäre auch zu klären, wie es mit Unterhaltsansprüchen des Sohns gegen die Eltern aussieht. Sozialamt oder ARGE werden freudiger helfen, wenn sie wissen, daß hier Ansprüche bestehen, so daß sie nur in Vorleistung gehen müssen und zumindest einen Teil der Leistung zurückerhalten.

Hat der Vater das Kindergeld eingesteckt obwohl der Sohn gar nicht bei ihm wohnte, so würde ich Ansprüche zur Erstattung gegen den Vater geltend machen. Kindergeld ist für die Kinder da und nicht für die Aufbesserung der Finanzen des Vaters. Eventuell kann die Kindergeldstelle hier helfen und das Geld vom Vater zurückfordern und es dann an den Sohn auszahlen. Die Kindergeldstelle sollte sofort informiert und dafür gesorgt werden, daß die aktuellen Auszahlungen direkt an den Sohn gehen.

Was eine eigene Wohnung angeht, so sind schon in Ausnahmefällen selbst 16jährigen Wohnungen zugebilligt worden. Teilweise gibt es auch geeignete Wohngemeinschaften. Stellt den Antrag auf finanzielle Hilfe etc. nicht bei der ARGE, sondern beim örtlichen Sozialamt. Eventuell kann jemand vom Jugendamt unterstützend dabei helfen. Ist das SozA nicht zuständig, so kann es den Antrag an die ARGE weiterleiten.

Auf jeden Fall sollte jemand mit zum Amt gehen, der auf dem Gebiet erfahren ist.

Die gesetzlichen Regelungen sind in Bayern auch nicht anders. Nur haben wir hier gelegentlich seltsame Anwandlungen bei der Auslegung und Anwendung.
 

Rounddancer

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#9
Kindergeld ist für die Kinder da und nicht für die Aufbesserung der Finanzen des Vaters.
das ist, so pauschal ausgedrückt, nicht richtig.
Kindergeld ist zur Entlastung der unterhaltspflichtigen Eltern da.
Und wenn der Vater seiner Unterhaltspflicht im richtigen Maße nachkommt, dann hat er Anrecht auf die Hälfte des Kindergelds.
 

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#10
das ist, so pauschal ausgedrückt, nicht richtig.
Kindergeld ist zur Entlastung der unterhaltspflichtigen Eltern da.
Und wenn der Vater seiner Unterhaltspflicht im richtigen Maße nachkommt, dann hat er Anrecht auf die Hälfte des Kindergelds.
In dem Fall wird man wohl nicht davon ausgehen dürfen, daß der Vater seiner Unterhaltspflicht nachkommt.

Bei der Entlastung der Eltern geht man normalerweise davon aus, daß in Wirklichkeit ja nicht ausschließlich so viel für das Kind ausgegeben wird, wie der Unterhaltspflicht entspricht, sondern deutlich darüber. Korrekt ist es aber vom Gesetzgeber so vorgesehen, daß das Kindergeld tatsächlich NUR den Kindern zusteht bzw. für deren Belange gedacht ist.

Häufig kommt es zu einer Verwechslung von Kindergeld und Kinderfreibeträgen. Das bitte bei den Argumentationen bedenken.
 

schweinchendick

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#11
Vielen Dank nochmal für die vielen Antworten.

Wir waren bisher bei Diakonie und Caritas.
Caritas konnte nichts für uns tun, Diakonie wollte ihn in ein Obdachlosenheim stecken, wo nur Männer über 45 Jahren mit Alkoholproblemen sind. Nichts gegen diese Leute, ich habe Respekt vor jedem und seiner persönlichen Lebensgeschichte.
Es ist nur meiner Meinung nach nicht der richtige Platz für ein (in meinen Augen noch) Kind - auch wenn er 18 ist.

Anschliessend waren wir beim Jugendamt. Anfangs meinten diese auch, er hätte ja jetzt ne Übernachtungsmöglichkeit bei der Diakonie.
Nach absoluter Ablehnung dieser Möglichkeit, findet noch diese Woche eine Besprechung statt wobei entschieden wird, was mit dem Jungen passiert.
Montag bekommt er bescheid.

Wenn es jemanden interessiert, kann ich gerne den weiteren Verlauf hier schreiben.

Lg
 
E

ExitUser

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#12
Hi,

ja klar interessiert es. Wäre schön, wenn Du uns weiter informierst. :icon_smile:

Bin gespannt was das Jugendamt machen möchte. Eine betreute Wohngemeinschaft kommt nicht in Frage?

LG und alles Gute weiterhin!
 
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