Bausparvertrag auszahlen lassen vor Hartz IV-Antrag?

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Marik

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Hallo Leute ich bin neu im Forum und habe zu meiner Anfrage noch kein konkretes Thema gefunden.
Sollte es doch schon was aktuelles dazu geben, dann bitte ich um Entschuldigung!

Ich bin Heilpraktikerin und bin gerade dabei mich teilselbstständig zu machen. Also mit einem Tag in der Woche. Ich werde bald ALGII beantragen und erst mal nur die Teilselbstständigkeit angeben, um genug Zeit zu haben, mir zu überlegen, wie ich es mit der Vollselbständigkeit anstelle. Das ist auf lange Sicht der Plan (also die Vollselbstständigkeit), aber ich weiß auch noch gar nicht, ob ich nicht bald noch mal umziehe.

Ich besitze einen Bausparvertrag, der zwar auf meinen Namen läuft, wo aber defacto gar nicht mehr mein Geld drauf ist. Mein Vater hat mir vor Jahren die damalige Sparsumme überwiesen. Das Geld auf dem Vertrag ist also von ihm.
Es ist sicherlich möglich, das Geld herauszulösen, allerdings hätte er mehr davon, wenn es noch nicht zwangsläufig nötig ist.

Im Moment sind ca 6.200€ drauf. Das sind 1550€ mehr, als ich als Sparsumme besitzen darf.
Nun ist es ja aber so, dass das gar nicht mein Geld ist.
Der Vertrag ist nicht auf meinen Vater übertragbar.
Habt ihr Erfahrungen dazu, ob es eine Art Kulanzregelung gibt?
Gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, dass ich mit meinem Vater eine Art Vertrag eingehe, aus dem hervorgeht, dass es sich um sein Erspartes handelt und er die zwei, drei Jahre Vertragslaufzeit aber noch abwarten möchte, da es eine hochverzinste Anlage ist. Also einfach ein Schreiben von ihm, oder so was?
Bestimmt finde ich auch die Kontoauszüge von damals, wo die überwiesene Summe von meinem Vater drauf ist. Vielleicht wäre das ja eine "Beweismöglichkeit".

Dann ist es auch noch so, dass ich als Heilpraktikerin nicht rentenversicherungspflichtig bin. Ich habe irgendwo gelesen, dass ich in diesem Fall auch mehr als die 150€-pro-Lebensjahr plus 750€- besitzen darf.
Trifft das auch auf den Bausparvertrag zu?
Gilt das nur, wenn ich sofort angebe, dass ich mich voll-selbstständig machen will?
Oder funktioniert das auch schon für die Teilselbstständigkeit?

Wenn jetzt die einzige Möglichkeit ist, den Bausparvertrag zu kündigen und ich meinem Vater die Summe zurück überweise, erscheint das ja aber auch in meinen Kontoauszügen (die ich dem Jobcenter einreichen muss). Kann es da Probleme geben oder ist das als "Schuldentilgung" einfach möglich?
Oder wäre es dann sinnvoll, jetzt Harzt IV zu beantragen und dann den Vertrag aufzulösen?
Ich bin gerade echt überfragt, das scheint mir alles so kompliziert.

Mir hat auch ein Freund geraten, dass ich den Bausparvertrag erst mal gar nicht angeben brauche.
Was meint ihr dazu?
Fliegt sowas auf?

Vielen vielen Dank schon mal für eure Hilfe!!!
Marik
 

Zeitkind

Super-Moderation
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Ich besitze einen Bausparvertrag, der zwar auf meinen Namen läuft, wo aber defacto gar nicht mehr mein Geld drauf ist. :confused:
Ich kann mir schon denken, wofür "defacto" steht.
Mein Vater hat mir vor Jahren die damalige Sparsumme überwiesen. Das Geld auf dem Vertrag ist also von ihm. Nun ist es ja aber so, dass das gar nicht mein Geld ist.
Soso... ""Hmm, wie erkläre ich das nur? ... "auf einmal isses nicht mehr meins" klingt eher unglaubwürdig." :icon_hihi:
Der Vertrag ist nicht auf meinen Vater übertragbar. Habt ihr Erfahrungen dazu, ob es eine Art Kulanzregelung gibt?
Nein, es sind die gegenwärtigen Vermögensverhältnisse offenzulegen.
Gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, dass ich mit meinem Vater eine Art [tdgs]Vertrag[/tdgs] Betrug eingehe, aus dem hervorgeht, dass es sich um sein Erspartes handelt
und er die zwei, drei Jahre Vertragslaufzeit aber noch abwarten möchte, da es eine hochverzinste Anlage ist. Vielleicht wäre das ja eine "[tdgs]Beweis[/tdgs]Betrugsmöglichkeit".
Nein, von Betrugsversuchen rate ich dringend ab. Diese werden i.d.R. mit aller Härte strafrechtlich verfolgt.
Ich bin gerade echt überfragt, das scheint mir alles so kompliziert.
Och, ehrlich zu sein ist garnicht soo kompliziert. - Zu bleiben für manch einen schon. :wink:
Mir hat auch ein Freund geraten, dass ich den Bausparvertrag erst mal gar nicht angeben brauche. Fliegt sowas auf?
Na, ich hoffe doch.
 

Doppeloma

Super-Moderation
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Hallo Marik,

zunächst mal Willkommen im ELO-Forum ...

Was deine Vorstellungen von ALG II-Bezug und den Möglichkeiten von "Kulanz" betrifft wird man dich wohl sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurück holen, wenn du dort den Antrag stellst.

Von meinem Vorschreiber kamen ja auch schon zielführende Antworten.

Du gehst davon aus, dass man dich in Ruhe in eine (vielleicht)-Selbstständigkeit gehen lässt, von der du selbst noch nicht mal genau weißt wie das (und ob das) funktionieren kann.
Das oberste Ziel im SGB II ist aber die Arbeitsvermittlung und wenn ich nicht ganz falsch liege sind Heilpraktiker (in vielen sozialen Bereichen) wahrscheinlich gut vermittelbar.

So wird man dir empfehlen deine "Teilzeit-Selbstständigkeit" besser neben einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis aufzubauen und nicht im Bezug von Hartz 4 ...

Es gibt hier einen umfangreichen Themen-Komplex zu den Problemen die man da im Bezug von ALGII so zusätzlich zu regeln und zu beachten hat, vielleicht solltest du dich dort zunächst mal intensiver einlesen.

https://www.elo-forum.org/existenzgruendung-selbststaendigkeit/

Zum bestehenden Bausparvertrag wurde eigentlich schon alles geschrieben, wenn der auf deinen Namen läuft, dann ist das auch deiner, wer dafür Geld einzahlt (oder eingezahlt hat) ist dem JC ziemlich egal dabei ...

Vermutlich wirst du bis zur Auszahlung zunächst mal nur ALGII auf Darlehensbasis bekommen, denn das kann ja bis zu 3 Monaten dauern.

Weitere Einzahlungen dürften dir selbst von Hartz 4 dann auch kaum noch möglich sein aber man kann das ja zur Not so lange ruhen lassen (Einzahlungen anderer Personen sind dann auch tabu) ... ob eine Teilauszahlung möglich ist um die Verluste im Rahmen zu halten müsstest du mit der Bausparkasse regeln ...

Weiß ich nicht mehr so genau, ist zu lange her mein letzter Bausparvertrag und beim Gang zum JC war der Letzte bereits in die Insolvenzmasse geflossen ... da gab es leider auch keine "Kulanz" ...

Schau dich hier bitte sehr genau um, da wirst du schnell verstehen (müssen), dass Hartz 4 kein Start-Kapital (und keine Ruhe) für den Weg in die Selbstständigkeit bietet ...
Das ist Sozial-HILFE (Grundsicherung) für Arbeitslose, die sonst nichts mehr haben, wovon sie Miete und Lebensmittel bezahlen könnten ...

MfG Doppeloma
 
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