Barack, Mubarak, Hartz 4 ungerechte Gleichung - und nur ein Wort

rayuell

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
1 März 2009
Beiträge
137
Bewertungen
0
Ein Appell von US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Barack Obama drängt Mubarak zu Reformen und appellierte an die Führung, jegliche Gewalt gegen friedliche Demonstranten zu unterlassen. Ähnliches sagte Frau Merkel und Westerwelle.

Ich verstand das nicht als eine Forderung zum friedlichen Übergang, sondern eine eine Botschaft an Hosni Mubarak, ein Wink, der tatsächlich blutig umgesetzt worden ist - aus friedlichen Demonstranten ein Haufen Chaoten zu machen.

Es gibt Wörter, die schreckliche Macht haben. Vor einem Jahr hat das deutsche Verfassungsgericht ein Urteil gesprochen, dass die Regelung der Hartz4 verstößt gegen das Grundgesetz. Die Achtung der Würde jedes Einzelnen habe verfassungsrechtlich eine hohe eigenständige Bedeutung - Daraus ergebe sich ein "absolut wirkender Anspruch" auf die Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums. Dies umfasse neben der "physischen Existenz" auch ein Mindestmaß an Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben" für mehr als 6,5 Millionen Menschen, die Hartz-IV-Leistungen beziehen.

So weit, so gut. Aber das Papier erläutete, "Die Berechnung sei nicht transparent genug", und mit der Begründung lieferten die Richter all diese Menschen einer kompromislosen Arbeitsministerin ein Grund, eine Reihe Rechnungen aufzustellen, die Mathematik schon längst so beschreibt:

"Unwahre Gleichungen, also Gleichungen, für die es keine Lösung gibt, heißen absurd" (Larsson, Verdammnis)


Die Ereignisse in Ägypten haben schrecklich viel mit uns zu tun.

Es wäre schön, wenn uns nicht die Kraft reicht, ähnlich wie Ägypter zu agieren (ein Traum von Solidarität quer durch alle Schichten), sollten wir vielleicht ein Zeichen setzen, wie andere Völker auch, und auf die Straßen gehen um friedlich gegen soziale Ungerechtigkeit zu demonstrieren. Nach Freitag des Zorns kam vorgestern Freitag des Abgangs...

Irgendwie soll die Angst durch die Reihen aller Diktatoren gehen, nicht nur in arabischen Länder. Wir sind doch nie im Leben damit einverstanden, was die (Welt) Politik macht. Wäre schön, wenn wir auf die Straßen gehen würden, unsere echte Unterstützung zeigen, wie die Studentin aus Iran gesagt hat, "wir demonstrieren für Ägypten und hoffen, wenn bei uns so weit ist, werden die Ägypter für uns demonstrieren".

Und wenn der Mubarak nach Deutschland kommen soll, dann nicht etwa an Stelle der zurück an Ägypten gegebener Nofretete als Ausstellungs-Mumie, sondern als Hartz-4- Empfänger.
 

wolliohne

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
19 August 2005
Beiträge
14.328
Bewertungen
840
Europa,

und vorneweg Deutschland sollten sich den Spiegel vorhalten.

Kein Volk der Welt lässt sich Jahrzehnte lang unterdrücken.
Die Bombe tickt,Revolution ist halt nur ne Frage der Zeit.
 

Ingvar

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
17 Juli 2008
Beiträge
530
Bewertungen
50
Mit einer Ausnahme:
Das deutsche Volk.
Revolution - Überall auf der Welt aber niemals in Deutschland.
Dann werden in Deutschland wohl bald die Grenzen geschlossen, damit die revolutionären Strömungen ja nicht hier reinkommen und den obrigkeitshörigen deutschen Michel aus seinem Schlaf wecken...:icon_sleep:
 

rayuell

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
1 März 2009
Beiträge
137
Bewertungen
0
Dann werden in Deutschland wohl bald die Grenzen geschlossen, damit die revolutionären Strömungen ja nicht hier reinkommen und den obrigkeitshörigen deutschen Michel aus seinem Schlaf wecken...:icon_sleep:
oder ersticken wir unter dem Kissen, welche wir uns über die Ohren und Augen ziehen und gehen in die Geschichte als drei Affen „mizaru, kikazaru, iwazaru“ (見ざる、聞かざる、言わざる) - „nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören, nichts (Böses) sagen.

Drei Affen

Spätestens, wenn aus München eine Bestätigung kommt, dass über die Zukunft der Millionen Menschen, sowohl in Afrika wie mitten in Europa seelisch und physisch weiter strafflos durch stabilen Diktaturen ausgebeutet, weiter von Dilletanten, Laien und Layen zu Ungünsten dessen, die sich nich wehren können, für weitere Entbehrungen und Not und Perspektivlosigkeit und Bevormundung der Eltern entschieden wird, sollen wir gehen. Das sind wir unseren Kinder schuldig.

Ein alter Ägypter unter dem Demonstranten hat gesagt, er wird sich nie verzeihen, dass er schon vor dreißig Jahren nicht auf die Straße ging. So müssen seine Kinder jetzt gehen. Nach Jahren der Not und Unterdrückung.
 
Oben Unten