BAP/BZA Tarif Ende Januar schon bald geschichte ?

Hafenkasper

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Ersmal Frohes neues Jahr wünsche ich allen :icon_mrgreen:

Ich weiß ja nicht inwieweit ihr schon davon gelesen/gehört habt aber am 26.01.2016 entscheidet das BAG darüber ob die Einzelgewerkschaften den wir diese Miserablen Tarifverträge zu verdanken haben tatsächlich Tarifzuständig waren . Sollte also das BAG feststellen das sie nicht zuständig waren und somit gar nicht hätten diese Abschließen dürfen dann sind diese endlich höchtrichterlich geschichte und es gilt dann das langersehnte Equal Pay.

Quelle BAG Terminvorschau

26. Januar 2016, 9:45 Uhr
Erster Senat

Tarifzuständigkeiten diverser Gewerkschaften im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung - mehrgliedriger oder einheitlicher Tarifvertrag - Verfahren nach § 97 Abs. 1 und Abs. 5 ArbGG - unzulässige Beteiligung als absoluter Rechtsbeschwerdegrund


Gruß
Hafenkasper
 

Kone

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AW: BAP/BZA Tarif Ende Januar schon bald Geschichte ?

Allein der Glaube fehlt mir, zu sehr haben die SPD Bonzen wie Clement Hintertüren eröffnet und die LAG haben 2013/2014 das ganze weitestgehend ignoriert.

Der DGB trägt eine Mitschuld, ob so gewollt oder nicht, hier muss der DGB stärker Wind machen für die Arbeitnehmer will er glaubwürdig bleiben.

Auf Wikipedia ist das ganze sachlich aufgeführt, allein die dort aufgezählten "Top 10" der ZAF, alle gehören zu den schlechten bzw. ganz üblen ZAF, machen gehörig Lobbyarbeit in der Politik.

Zwar winkt bei einem positiven Urteil des BAG im Januar der Rentenversicherung ein Batzen an Nachzahlungen und viele LAN dürften sich freuen ob der Nachzahlungen, aber ich persönlich halte das für weniger Wahrscheinlich.

Ich sehe ja wie beim örtlichen DGB damit umgegangen wird!

Und wird das nicht absehbar besser, trete ich aus dem DGB nach Jahrzehnten aus. In den Betrieben verhindern die DGB Betriebsräte oft Übernahmen von LAN.

Der gerne zitierte Klebeeffekt von 30% ist auch gelogen, 7% laut Wikipedia sind realistischer und das schon seit Jahren.

Von den Grünen kommen auch nur Lippenbekenntnisse und von der SPD diesen Verrätern, rede ich zu dem Thema erst gar nicht.

Meiner Meinung nach muss der Druck auf die Politik erfolgen den diese erlassen ja die Gesetze.

Bleibt die Hoffnung, dass die Linke als Partei endlich zum Zug kommt 2017 und der ZAF Branche ordentlich Gegenwind macht?
 

iSlave

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Es wird sich doch eine willige Gewerkschaft finden lassen, mit der man den nächsten Tarifvertrag abschließt (vielleicht pro Stunde 10 Cent mehr für Helfer und Facharbeiter - gefeiert als großer gewerkschaftlicher Erfolg?). Bis dahin gibt es den IGZ Tarifvertrag.
 

Hafenkasper

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Es wird sich doch eine willige Gewerkschaft finden lassen, mit der man den nächsten Tarifvertrag abschließt (vielleicht pro Stunde 10 Cent mehr für Helfer und Facharbeiter - gefeiert als großer gewerkschaftlicher Erfolg?). Bis dahin gibt es den IGZ Tarifvertrag.
Dieser ist ja dann genauso nichtig wie der BAP/BZA Tarif da einigen Einzelgewerkschaften ebenfalls die Zuständigkeit fehlt. Sind ja die selben Einzelgewerkschaften wie bei dem BAP/BZA Tarif.
Somit Analog anwendbar falls man Klagen möchte.

Es müssten sich also die Gewerkschaften zusammensetzen aus deren satzung sich die Zuständigkeit für die Arbeitnehmerüberlassung ergibt.
Die alten Arbeitsverträge müssten meiner Meinung nach dann wenn es denn einen neuen Tarifvertrag irgendwann mal geben sollte durch Änderungskündigung geändert werden. Dies wiederum hätte vor keinem Arbeitsgericht erfolg . Es gibt aber leider Gottes zu viele Naive Leiharbeiter die es Sang und Klanglos hinnehmen werden.

Gruß
Hafenkasper
 

Kone

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Laut FAZ aus 2010 verlieren monatlich im Durchschnitt rund 6 Prozent aller Leiharbeitnehmer ihren Arbeitsplatz, das sind 3,5 Mal so viel wie etwa im Gastgewerbe. Im Verarbeitenden Gewerbe, das von der Wirtschaftskrise besonders betroffen ist, waren es 0,6 Prozent.

Damit seien rein rechnerisch innerhalb eines Jahres rund 76 Prozent aller Zeitarbeitskräfte arbeitslos geworden.

Und dies mit gewerkschaftlichen Segen, LAN in Deutschland heist, dass man ein politisches und gesellschaftliches Stigma mit sich schleppt.

Die Gewerkschaften feiern die jüngsten Tarifverträge der ZAF übrigens als "ersten Schritt in Richtung Equal Pay", man kann innerhalb des DGB Ortsverbands kaum mit Funktionären diskutieren, die haben einfach kein Ohr dafür.

Die Dumpinglöhne in Deutschland nicht nur in der ZAF Branche sind gewollt und werden von einer Mehrheit der Bevölkerung einfach geduldet.
 

AnonNemo

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Hallo iSlave,

wie kommst du zu den Schlussfolgerungen?
Bis dahin gibt es den IGZ Tarifvertrag.
Wenn das BAG entscheidet, dass der DGB bzw. seine Einzelgewerkschaften gar nicht Tarifzuständig für LANs sind, dann ist - nicht nur - der BAP/BZA-Tarifvertrag, sondern auch der iGZ, hinfällig.

Es wird sich doch eine willige Gewerkschaft finden lassen, mit der man den nächsten Tarifvertrag abschließt
... mit Sicherheit! Aber auch hier wird das Problem sein ... welche Gewerkschaft ist für LANs zuständig?

Es gibt keine IG-, Ver.di-LAN, LANpit, LANburger Bund o. ä.!
Bei der (zumeist) 3-monatigen ZAF Zugehörigkeit von Arbeitnehmern, dürfte eine reine LAN-Gewerkschaft auch unmöglich sein.
Sollte es, zukünftig, eine Einzelgewerkschaft im DGB geben, in der die Mitglieder (die LAN geworden sind) dann hin verschoben werden
(So eine Verschieberei ist heute schon möglich! Ich hätte von der IGM zu Ver.di wechseln sollen, weil der neue Arbeitgeber in diesem Tarif-Bereich war),​
dann hoffe ich, dass viele Gewerkschaftsmitglieder sofort austreten.

Es kann natürlich sein, dass ich die Klage falsch verstanden habe, oder, dass das BAG eine andere Möglichkeit präsentiert.
:icon_kinn: Wobei ich mich frage; darf ein Gericht Alternativen anbieten, oder nur über den Klageinhalt entscheiden?

AnonNemo
 

iSlave

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Stimmt. Es werden in den beiden Tarifverträgen die gleichen Gewerkschaften aufgelistet. Wobei daraus nicht hervorgeht, wer welchen Anteil an den Verhandlungen hatte.
 

Kone

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Vermutlich wird das BAG die Entscheidungen der LAG ein wenig korrigieren? Sollte es (das BAG) doch die IGZ/BAP TV kippen, geht der Spielball zurück an die Politik.

Wenn ich sehe, wie lange die LAG das Thema schlichtweg ignoriert haben, kann ich nur die Vermutung anstellen, dass eine große Veränderung des BAG eher unwahrscheinlich wird.

Bei den christlichen Gewerkschaften war das seinerzeit anders und musste korrigiert werden.
 

Hafenkasper

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Hallo iSlave,

wie kommst du zu den Schlussfolgerungen?


Wenn das BAG entscheidet, dass der DGB bzw. seine Einzelgewerkschaften gar nicht Tarifzuständig für LANs sind, dann ist - nicht nur - der BAP/BZA-Tarifvertrag, sondern auch der iGZ, hinfällig.
Genau so sehe ich das auch . Kann aber nur ducrh erneuter Klage festgestellt werden da das BAG nicht in dem jetzigen Verfahren darüber entscheiden darf das auch die IGZ Tarife wegen fehlender Tarifzuständigkeit der Einzelgewerkschaften nichtig ist, da es nicht gegenstand der Verhandlung war.

... mit Sicherheit! Aber auch hier wird das Problem sein ... welche Gewerkschaft ist für LANs zuständig?
Das wäre jetzt die Verdi und IG Metall da sie mittleweile Ihre Satzung dahingehend geändert haben das sie für alle Arbeiter der Arbeitnehmerüberlassung die an einen Betrieb aus Ihren Organisationskatalog überlassen werden zusändig sind.
Das Problem aber wird dann sein das die ZAF in dem falle den Tarifvertrag nicht auf Ihren Leihsklaven anwenden kann wenn dieser zum Bspl. an einen Kundenbetrieb der IG BCE verleiht. Da IG BCE garnicht laut Satzung für Leiharbeiter zuständig ist und die Einzelgewerkschaften dürfen nicht Ihre geschloßene Tarifverträge auf eine andere Branche anwenden .
Bedeutet also das alle Gewerkschaften erst einmal Ihre eigenen Satzung ändern müssten. Bis dahin wird aber noch recht viel Zeit ins Land gehen und bis dahin immer echtes Equal Pay gelten wird.

Was ich mich aber dennoch manchmal Frage ist, wie eine Einzelgewerkschaft einfach so für einen Leiharbeiter zuständig sein kann wenn dieser garnicht Mitglied der selbigen ist ?
Mir war mal so das man zbspl. bei der IG Metal nur dann Anspruch auf die Tariflichen verinbarungen hat wenn man auch tatsächlich Mitglied dieser Gewerkschaft ist.

Es kann natürlich sein, dass ich die Klage falsch verstanden habe, oder, dass das BAG eine andere Möglichkeit präsentiert.
:icon_kinn: Wobei ich mich frage; darf ein Gericht Alternativen anbieten, oder nur über den Klageinhalt entscheiden?

AnonNemo
Nein darf es nicht.
Das Arbeitsgericht darf zb. nur das verhandeln was bis zum Termin der letzten Mündlichen Verhandlung Schriftlich vorgetragen wurde.
Wie hast du denn die Klage interpretiert ?
 

Hafenkasper

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Stimmt. Es werden in den beiden Tarifverträgen die gleichen Gewerkschaften aufgelistet. Wobei daraus nicht hervorgeht, wer welchen Anteil an den Verhandlungen hatte.
Das ist auch völlig irrelevant wer welchen Anteil daran hatte.
Da es allein darum geht das einige Einzelgewerkschaften garnicht zuständig waren als diese Tarifverträge abgeschloßen wurden und sie somit diese hätten garnicht an den verhandlungen teilnehmen geschweige denn unterschreiben dürfen .
 

Hafenkasper

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Vermutlich wird das BAG die Entscheidungen der LAG ein wenig korrigieren? Sollte es (das BAG) doch die IGZ/BAP TV kippen, geht der Spielball zurück an die Politik.
Nicht an die Politik sondern an die Einzelgewerkschaften das sie doch erstmal alle ihre Satzungen ändern bevor sie sich an einen Tisch setzen um einen Tarifvertrag abschließen zu wollen.
Wenn ich sehe, wie lange die LAG das Thema schlichtweg ignoriert haben, kann ich nur die Vermutung anstellen, dass eine große Veränderung des BAG eher unwahrscheinlich wird.
Bei den christlichen Gewerkschaften war das seinerzeit anders und musste korrigiert werden.
Wo haben die LAG`s es den ignoriert ?
Es hat ja keiner geklagt das die Einzelgewerkschaften laut Ihren Satzungen garnicht zuständig waren und was das damals mit den Christlichen Gewerkschaften passiert ist verwechselst du sicherlich Tarifzuständigkeit mit Tariffähigkeit. Beides sind 2 verschiedene paar Schuhe .
 

Kone

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Ich spiegle das mal von der Gegenseite:

Zitat:

Das Urteil des LAG Baden-Württemberg ist (für die ZAF Branche) ein klares Zeichen für die Wirksamkeit der DGB-Zeitarbeitstarifverträge und die Möglichkeit der einfachen Bezugnahme auf das gesamte Tarifwerk.

Allerdings liegt eine Entscheidung des BAG zu dieser Fallkonstellation noch nicht vor (Siehe Verhandlung Januar 2016).

Daher ist es sinnvoll, die Argumente, die das BAG im Hinblick auf die CGZP entwickelt hat, vorbeugend zu berücksichtigen.

Denn auch das BAG hat nicht grundsätzlich die Bezugnahme auf ein Tarifwerk verneint, sondern lediglich eine Konkretisierung in Form einer Kollisionsregelung gefordert!

Quelle: Expertenteam Zeitarbeit | Bezugnahme auf DGB-Tarifverträge (BAP/iGZ): Welche Risiken bestehen wirklich? - Expertenteam Zeitarbeit

@Hafenkasper, ich bin dir natürlich dankbar für deine (und andere) Ausführung und die Diskussion zu dem Thema.
 

Hafenkasper

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Ich spiegle das mal von der Gegenseite:

Zitat:

Das Urteil des LAG Baden-Württemberg ist (für die ZAF Branche) ein klares Zeichen für die Wirksamkeit der DGB-Zeitarbeitstarifverträge und die Möglichkeit der einfachen Bezugnahme auf das gesamte Tarifwerk.

Allerdings liegt eine Entscheidung des BAG zu dieser Fallkonstellation noch nicht vor (Siehe Verhandlung Januar 2016).

Daher ist es sinnvoll, die Argumente, die das BAG im Hinblick auf die CGZP entwickelt hat, vorbeugend zu berücksichtigen.

Denn auch das BAG hat nicht grundsätzlich die Bezugnahme auf ein Tarifwerk verneint, sondern lediglich eine Konkretisierung in Form einer Kollisionsregelung gefordert!

Quelle: Expertenteam Zeitarbeit | Bezugnahme auf DGB-Tarifverträge (BAP/iGZ): Welche Risiken bestehen wirklich? - Expertenteam Zeitarbeit
In dem jetzigen Verfahren vor dem BAG geht es doch garnicht darum das die Bezugnahme auf einen Tarifvertrag Intransparent und somit unwirksam wäre sondern alleine darum das den Einzelgewerkschaften auf Grund ihrer eigenen Satzung die benötigte zuständigkeit fehlt und aus diesem Grund der BAP/BZA keine gültigkeit entfalten konnte im damaligen zeitraum.
Sobald auch nur einer einzigen Gewerkschaft die Tarifzuständigkeit fehlt ist der komplette Tarifvertrag nichtig.
 

Kone

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Nochmals Danke für den Hinweis. :wink:

Dennoch, ich glaube nicht daran das der IGZ bzw. BAP/BZA die Zuständigkeit für LAN abgesprochen wird.

Ich kenne ja die Schmallippigkeit des Ortsverbands des DGB zu dem Thema, ich kenne die Aussagen von Verdi und IG BCE Betriebsräten gegenüber uns LAN.

Die eigenen Satzungen schliessen LAN ja auf den Hinweis IGZ/BZA/BAP aus.

Gerade weil Verdi und der DGB mit im Boot waren gibt es m.M.n. nur Korrekturen, alles andere wäre aus meiner Sicht eine Sensation seitens des BAG.

https://www.bzatarif.com/tariftabellen/verdi_bza_igz_kommentierung.pdf
 

AnonNemo

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@Hafenkasper:
Wie hast du denn die Klage interpretiert ?
... ich denke mal; genauso wie du ... es wird überprüft, ob die DGB, bzw. deren Einzelgewerkschaften, für LANs überhaupt Tariffähig sind.

@Kone:
Die Quelle: Expertenteam Zeitarbeit ist aber nicht dein Ernst?

Auszug aus deren Impressum:
Truchseß & Brandl Vertriebsberatung oHG
markenfrische Kommunikation GmbH
Hurst § Consult Rechtsanwaltskanzlei

Und alle drei mit einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß §27 a Umsatzsteuergesetz
»Zwei« ist das Mitarbeitermagazin für Ihr Zeitarbeitsunternehmen. Redaktion und Gestaltung inklusive, regelmäßig frei Haus geliefert. Auf Wunsch auch mit Ihren Texten!
... na ja, da sage ich nur: den Bock zum Gärtner gemacht. Dann ist auch die Interpretation vom BAG-Urteil nicht gerade verwunderlich.

Dir ist aber schon bekannt, dass der iGZ und der BAP/BZA ... ZAF-Arbeitgeber- und keine LAN-Gewerkschaftsverbände sind?

D. h., selbst wenn die iGZ und der BAP/BZA als Arbeitgeberverband für ZAFs Tariffähig sind ...
... fehlt die, für LAN zuständige, Gewerkschaft!
Das BAG prüft gerade, ob der DGB, als Gewerkschaftsverband, in Frage kommt.
Ist der DGB, oder einer seiner Einzelgewerkschaften, nicht für LANs zuständig ... und tschüss DGB als LAN-Tarifpartner.

Btw:
Da, meiner Meinung nach, die einzelnen Gewerkschaften für Arbeitnehmer aus einen bestimmten Bereich zuständig sind ... welche Gewerkschaft ist nochmals für Leiharbeitnehmer (LAN) zuständig?
Da könnte höchstens argumentiert werden:
Ich, als Elektroniker, bin im Bereich der Metall- und Elektroindustrie, also im Bereich der IG-Metall ... sollte ich ein LAN werden, könnte immer noch die IGM für mich zuständig sein.
Wenn ich aber im nächsten Einsatz im Handwerksbereich (IGM oder andere), Papier-Pappe-blabla (Ver.di), Universität (wer ist für Angestellte im öffentlichen Dienst zuständig?), Krankenhaus (Marburger Bund), Flughafen (UFO?) eingesetzt werde ... müsste ich zu (siehe Klammern) wechseln.
Deshalb hoffe ich, dass den Gewerkschaften nicht doch noch ein Trick einfällt, wie sie das regeln können.
[/Btw]
 

Kone

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@AnonNemo,

doch voller Ernst, deshalb schrieb ich ja auch von der Interpretation der Gegenseite im Beitrag.

Die Branche gibt sich sehr Zuversichtlich. Ich wünsche mir auch das am BAG ein für uns erfreuliches Urteil kommt am 26.01.2016.

Schaun mer mal?
 

dagobert1

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Laut FAZ aus 2010 verlieren monatlich im Durchschnitt rund 6 Prozent aller Leiharbeitnehmer ihren Arbeitsplatz, das sind 3,5 Mal so viel wie etwa im Gastgewerbe. Im Verarbeitenden Gewerbe, das von der Wirtschaftskrise besonders betroffen ist, waren es 0,6 Prozent.

Damit seien rein rechnerisch innerhalb eines Jahres rund 76 Prozent aller Zeitarbeitskräfte arbeitslos geworden.
Die Zahlen zur Leiharbeit können nicht stimmen.
Bei den Verleihbetrieben standen im Dezember 2010 bundesweit insgesamt 824.000 Leiharbeitnehmer unter Vertrag, 486.000 oder 144 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.
[...]
Den 1.126.000 im Jahr 2010 neu abgeschlossenen Zeitarbeitsverhältnissen stehen 1.091.000 beendete Leiharbeitsverhältnisse gegenüber;
https://www.bss-it.de/userdata/file/Arbeitsmarkt-Deutschland-Zeitarbeit-Aktuelle-Entwicklung-2HJ2010.pdf
Das sind weit mehr als 76%.
Da hat sich auch nichts wesentliches geändert.
Den 482.000 im ersten Halbjahr 2014 neu abgeschlossenen Zeitarbeitsverhältnissen stehen 495.000 beendete Leiharbeitsverhältnisse gegenüber;
Das Quelldokument hab ich online nicht mehr gefunden, deshalb im Anhang hochgeladen.
Im Jahresdurchschnitt 2014 waren 856.000 Personen als Leiharbeitnehmer beschäftigt.
[...]
Den 494.000 im zweiten Halbjahr 2014 neu abgeschlossenen Zeitarbeitsverhältnissen stehen 605.000 beendete Leiharbeitsverhältnisse gegenüber;
https://www.statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Branchen-Berufe/generische-Publikationen/Arbeitsmarkt-Deutschland-Zeitarbeit-Aktuelle-Entwicklung.pdf
Mit einer neuen Ausgabe dieser Statistik (1. Halbjahr 2015) ist Ende Januar/Anfang Februar zu rechnen.

Vermutlich wird das BAG die Entscheidungen der LAG ein wenig korrigieren? Sollte es (das BAG) doch die IGZ/BAP TV kippen, geht der Spielball zurück an die Politik.
Nicht unbedingt.
---> § 9 AÜG
 

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AnonNemo

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Was ich mich aber dennoch manchmal Frage ist, wie eine Einzelgewerkschaft einfach so für einen Leiharbeiter zuständig sein kann wenn dieser garnicht Mitglied der selbigen ist ?
... würde mich auch interessieren.
Btw:
Wenn ich mir die Situation vorstelle:
Alle 2 Monate wechselt der ZAF-Einsatzbetrieb (von Industrie nach Handwerk, nach Krankenhaus, nach Flughafen, nach Security, nach Gastronomie, zum Angestellten im öffentlichen Dienst usw) dann kann ich nicht mal innerhalb der DGB-Einzelgewerkschaften verschoben werden.
Und weil es keine Leiharbeitnehmer-Gewerkschaft gibt ... mit wem wollen dann die ZAFs Tarifverhandlungen machen?
Ich kann mich noch (aus den Medien) erinnern, dass früher einige christlichen ZAFs ihre LAN heimlich bei einer Pseudo-Gewerkschaft (oder war es der Arbeitgeberverband) als Mitglieder angemeldet hatten, um angeblich tariffähig sein zu können.​
[/Btw]
Nicht an die Politik sondern an die Einzelgewerkschaften das sie doch erstmal alle ihre Satzungen ändern bevor sie sich an einen Tisch setzen um einen Tarifvertrag abschließen zu wollen.
... und? Selbst wenn die Einzelgewerkschaften ihre Satzungen ändern ... sind sie trotzdem nicht für die/alle LANs zuständig!
Es gibt einen ZAF-Arbeitgeberbereich, aber, meines Wissens nach, keinen LAN-Arbeitnehmerbereich.
Was ich mir vorstellen könnte;
Es wird eine reine LAN-Gewerkschaft gegründet, diese verbündet/kooperiert (ähnlich wie die DGB-Einzelgewerkschaften) mit ALLEN anderen Gewerkschaften und ... sollte ein Gewerkschaftsmitglied zum LAN werden, dann wird er zur LAN-Gewerkschaft verschoben. :icon_evil:


Vor längerer Zeit hatte ich diese Überlegung, mit dem Schwerpunkt; Günstigkeitsregelung (ZAF-Tarif oder Equal Pay) im AÜG, auch gemacht.
Mir wurde dann von @dagobert1 erklärt, dass es diese nicht geben würde.

Wenn ich es, mit dieser Überlegung, kombiniere
Mir war mal so das man zbspl. bei der IG Metal nur dann Anspruch auf die Tariflichen verinbarungen hat wenn man auch tatsächlich Mitglied dieser Gewerkschaft ist.
... frage ich mich wieder; Wie kann ein ZAF/DGB-Tarifwerk auf mich Auswirkungen haben, wenn ich in keiner DGB-Gewerkschaft bin bzw. dies verheimliche?

Nach meiner Leseart des AÜG würde es schon heute bedeuten:
Ich habe immer Anspruch auf Equal Pay, außer der ZAF-Tarifvertrag ist für mich besser! Und das Ganze ist sogar für jeden neuen Einsatz zu prüfen!
Haben wir uns da seither von den ZAFs, den Gewerkschaften und der Politik nur bequatschen lassen, dass das noch nicht geklärt/bekannt ist?

Btw:
Diese Aussage; tarifliches steht nur den Gewerkschaftsmitgliedern zu, kenne ich auch.
Viele, bzw. die meisten, Arbeitgeber gehen nur her und lassen diese Errungenschaften der gesamten Belegschaft zukommen, weil sie wissen; bekommen es nur Mitglieder, dann treten die Restlichen in die Gewerkschaft ein (... was seine Position schwächt),
... und er hat (möglicherweise) die Hoffnung; wenn es sowieso alle bekommen, dann treten sogar einige aus der Gewerkschaft aus, um sich den Mitgliedsbeitrag zu sparen.

Dafür hatte der Betriebsrat (als Vertreter der Gewerkschaft im Betrieb) das Problem; wie bekommen NUR die Gewerkschaftsmitglieder die tariflichen Errungenschaft?
Der Firma gegenüber durfte der BR die Mitgliedschaft der einzelnen Arbeitnehmer nicht preisgeben.
Der BR hatte auch keine Möglichkeit/Berechtigung eine Sammel-Lohnforderung (auf Grundlage der Lohnabrechnung) vom Arbeitgeber zu fordern und diese dann an die einzelnen Mitglieder weiterzugeben.
[/Btw]
 

Kone

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Mir hat ein Betriebsrat (Verdi) wörtlich gesagt, dass wenn es zu z.B. eine arbeitsgerichtliche Verhandlung gibt bei einer Kündigung durch die ZAF, dann nur der Rechtsschutz (in dem Fall des DGB/IG-BCE) gilt.

Alles was mit dem ZAF Tarif (seinerzeit IGZ) zusammen hängt wäre mit eben dem IGZ zu klären und zur Not den Tariflohn Chemie gerichtlich prüfen zu lassen.

Ob hier dann ebenfalls Rechtsschutz durch die Mitgliedschaft besteht, konnte oder wollte er mir nicht sagen? Zitat wörtlich: " was arbeitest du auch für ZAF?"

Die Betriebsräte/Gewerkschafter in den Entleihbetrieben sind zum Teil total gegen LAN, nicht persönlicher Natur, aber in der Sache sehr wohl.

Selbst ein Jurist konnte mir nicht genau sagen was für ein Tariflohn ich als LAN letztlich einfordern kann.
 
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