Bald 23, Minijob, Ausbildungssuchend - Krankenversicherung (2 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 2)

reisen

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Oktober 2012
Beiträge
1
Bewertungen
0
Zu meiner Situation:

Ich habe eine Ausbildung im Jahre 2008 angefangen und musste diese noch im selben Jahr aufgrund von gesundheitlichen Problemen abbrechen. Seitdem arbeite ich auf 400€ Basis und lebe bei meiner Mutter und bewerbe mich aktiv um eine Ausbildungsstelle. Aussbildungssuchend gemeldet bei der AA bin ich.

Kindergeld wird derzeit nicht bezogen. Zitat von Mutter "Da musst du dann wieder unzählige Formulare ausfüllen und Nachweise einreichen." kann ich absolut nicht nachvollziehen.

Letzte Woche flatterte dann der berüchtigte Brief von der Krankenkasse ins Haus das ich ab Ende nächsten Monats nicht mehr krankenversichert bin und mich selbst versichern muss. Alleine bezahlen kommt nicht in Frage, da ich von den 400€ leben muss.

Nun bin ich ich also zu der AA und fragte nach wie das mit der Krankenversicherung abläuft. Dame an der Rezeption meinte zu mir das wäre alles kein Problem und druckte mir eine Bescheinigung aus. Danach zur Krankenkasse und nachgehakt: Würde nicht gehen da ich nicht erwerbstätig bin. Auf meine Frage wovon ich denn die 150€ bezahlen soll gab es keine Antwort.

Ich bezweile das mit dem Kindergeld die Krankenversicherung bezahlt werden soll. Kann es sein das ich tatsächlich in einem Staat lebe der junge Leute systematisch in die Schulden treibt?


Für jeden Rat bedanke ich mich im voraus.
 
E

ExitUser

Gast
Ich versuche mal, die Sache ganz unemotional darzustellen.

Es besteht hierzulande eine Pflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung. In der kostenlosen Familienversicherung deiner Mutter bist du nach Vollendung des 23. Lebensjahres nicht mehr. Du führst derzeit auch keine berufliche oder universitäre Ausbildung durch, so daß sich diese Grenze nicht hinausschiebt. Die Ausbildungssuche alleine bewirkt hier nichts.

Die Arbeitsagentur oder das Jobcenter übernimmt die Kosten der Krankenversicherung nur, wenn du ALG oder ALG II beziehst. Die Meldung als ausbildungssuchend bewirkt auch hier nichts.

Die Kosten einer freiwilligen Kranken- und Pflegeversicherung für Nichterwerbstätige würden für dich in der Tat rund 150 Euro monatlich betragen. Die Krankenkasse braucht es nicht zu interessieren, ob du das Geld aufbringen kannst oder nicht. Ermäßigungen wegen geringen Einkommens sind hier nicht vorgesehen (aufgrund gesetzlicher Mindestbemessungsgrundlage).

Ob dir oder deiner Mutter Kindergeld zusteht und für wie lange, weiß ich nicht. Das Ausfüllen von Formularen sollte aber doch das geringste Problem sein.

Möglichkeit für dich: du könntest mit dem Arbeitgeber vereinbaren, daß deine geringfügige Beschäftigung SV-pflichtig wird, indem der Lohn auf beispielsweise 401 Euro monatlich erhöht wird. Das könnte unter dem Strich auch für den Arbeitgeber günstiger sein. Für dich wäre es günstiger, weil du dann eine vollständige Sozialversicherung hättest und netto rund 350 Euro übrigbleiben würden.

Beachte, daß sich die Geringfügigkeitsgrenze zum Jahreswechsel vermutlich auf 450 Euro erhöhen wird, mit Übergangsregelungen für Personen, die vor dem 01.01.2013 noch nach altem 400-Euro-Recht versicherungspflichtig beschäftigt waren. Hier müßte der Zeitpunkt also möglichst günstig gewählt werden, denn andererseits würde die kostenlose Familienversicherung wegfallen, sobald du mehr als 400 Euro monatlich in einer geringfügigen Beschäftigung verdienst.
 
G

gast_

Gast
Beachte, daß sich die Geringfügigkeitsgrenze zum Jahreswechsel vermutlich auf 450 Euro erhöhen wird,
heißt, du solltest schon jetzt versuchen mit deinem Arbeitgeber einen monatlichen Lohn von 451 € zu vereinbaren.
 
E

ExitUser

Gast
Nein, das ist nicht unbedingt erforderlich.

Laut derzeitigem Gesetzentwurf bleibt es bei Personen, die vor dem 01.01.2013 bereits eine SV-pflichtige Beschäftigung im Bereich 401 bis 450 Euro haben, bis zum 31.12.2014 bei der alten Regelung, also bei der alten Geringfügigkeitsgrenze und bei der alten Gleitzonenformel (die erwähnte Übergangsregelung). Wenn der Fragesteller ohnehin zu Ende November 2012 aus der Familienversicherung herausfallen soll, wäre also eine zum 01.12.2012 begründete Beschäftigung mit 401 Euro monatlich ausreichend, jedenfalls bis Ende 2014.

Das alles natürlich unter der Voraussetzung, daß es beim momentan vorgesehenen Gesetzentwurf bleibt, wovon ich aber ausgehe.
 
Oben Unten