bafög-nachzahlung & hartz 4 (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

jschreib

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Hi leute,

aktuel bin auf arbeitssuche und beziehe deshalb hartz 4. Heute habe ich eine Bafög-Nachzalung von 360 € erhalten.

Ich habe Bafög bis ca. Ende 2010 bekommen zur damaligen Zeit hatte mein Vater keinen akuellen Steuerbescheid. Deshalb musste ich das vor ein paar Monaten auf Anfrage des Bafög-Amtes nachreichen. Und heraus kam jetzt eine Nachzahlung für mich.

a) Jetzt meine Frage: Zählen die 360 als Einkommen, sprich darf ich Sie behalten oder wird in diesen Monat dann entprechend das Hartz 4 Geld gekürzt??

b) falls es angerechnet wird, werden dann die 360 € komplett angerechnet oder nur 180, weill bafög setzt sich aus 180 € darlehen/Schulden und 180 € zuschuß vom staat zusammen.

Vielen Dank

Peter
 

swavolt

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Schwere schwierige Materie.

Das JC wird dir bestimmt die vollen 360,- € anrechnen. dann musst du Widerspruch einlegen und ggf. bei Ablehnung Klage vorm SG erheben.

Maximal können Sie dir 184,- € abziegen. 360,- € minus 100,- € Einkommensfreibetrag sowie die 30,- € Versicherungspauschale macht 230,- €. 20% davon sind anrechnungsfrei - sind 46,- €.

Meine Meinung ist das das JC nur 40,- € abziehen darf.
Die Hälfte dieses Einkommens besteht aus Darlehen und sollte nicht angerechnet werden.
§ 19 BAföG Aufrechnung Bundesausbildungsförderungsgesetz

Danach kannst du noch die 100,- € Einkommensfreibetrag sowie die 30,- € Versicherungspauschale abziehen. Und von den über 100,- € ist 20% anrechnungsfrei. Sind bei dem verbliebenem 50,- € nochmal 10,- € Abzug.

So würde ich es versuchen. Ansonsten Beratungshilfeschein und Sozialrechtsanwalt einschalten.
 
E

ExitUser

Gast
Die 100 Euro Freibetrag gibts nur für Erwerbseinkommen.
Der Darlehensanteil sollte aus Sicht des SGB II auch Einkommen darstellen. Leider!
Selbst die vom Gesetzgeber vorgesehenen und hier erwähnten 20 Prozent (zweckbestimmte Einnahme) könnte sich in Luft auflösen. Der Zweck (hier Studium) ist schließlich weggefallen.
Am Ende könnte abzüglich Versicherungspauschale (30 Euro) alles angerechnet werden.

Ich würde mich folgendermaßen Verhalten:
Ich würde die 360 Euro ganz schnell an einen guten Verwandten / Bekannten überweisen und mich auf der Überweisung für den Vorschuss bedanken. :biggrin:
Schließlich wusstest du ja von der Nachzahlung und dein Verwandter / Bekannter ist mit einem Vorschuss eingesprungen.
Melden würde ich es nicht. Schließlich ging das Geld (fast) direkt an den Vorschussgeber. Aus deiner Sicht war es also kein Einkommen und damit nicht meldepflichtig.
 
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