BA-Vorstand will Zweiklassensystem bei Hartz IV (2 Betrachter)

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Arania

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Das ganze wäre doch nur eine Rückkehr zu der Zeit vor Hartz IV, da gab es auch die finanziellen Unterschiede bei ALHI und Sozialhilfe, also eher ein Eingeständnis das Hartz IV ein Misserfolg war
 
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Das ganze wäre doch nur eine Rückkehr zu der Zeit vor Hartz IV, da gab es auch die finanziellen Unterschiede bei ALHI und Sozialhilfe, also eher ein Eingeständnis das Hartz IV ein Misserfolg war

jap

Zweiklassen-Hartz-IV wäre eine Rolle rückwärts

Der Vorschlag der Bundesagentur für Arbeit, ein Zweiklassensystem bei Hartz IV einzuführen, kommt bei den Deutschen gut an. Nur verbirgt sich dahinter nichts anderes als die Wiedereinführung der alten Arbeitslosenhilfe. Das wäre ein deutlicher Rückschritt hinter die Agenda-2010-Reformen.

Hartz IV, das weiß jeder Politiker, ist kein Wahlkampfschlager. Beim Wähler punkten kann nur, wer die Reform abmildern, am besten ganz zurückdrehen will. Für Wahlkämpfer ist die Idee, Hartz-IV-Empfänger, die schon einmal gearbeitet haben, „besserzustellen“, daher eine Steilvorlage.
Denn dahinter verbirgt sich nichts anderes als die Wiedereinführung der alten Arbeitslosenhilfe, der Weg zurück zum Zweiklassensystem: auf der einen Seite die Arbeitslosen, die schon einmal in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, auf der anderen Seite die Habenichtse, die Sozialhilfe bekommen.
Kommentar: Zweiklassen-Hartz-IV wäre eine Rolle rückwärts - Nachrichten Wirtschaft - WELT ONLINE
 
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B. Trueger

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Um ehrlich zu sein, man darf sich doch nicht wundern. So etwas oder in dieser Art konnte man doch schon bald erahnen. Genug Wirbel wurde ja schon lange im Vorfeld gemacht, eben schon beispielsweise mit dieser ominösen wissenschaftlichen Untersuchung, dass 132 € reichen würden.

Das Wissenschaftler das nicht nur aus Eigenantrieb untersuchen, liegt doch auf der Hand, kosten solche Studien doch Geld. Ergo, irgend jemand hatte sie schon dazu aufgefordert, diese Berechnungen zu erstellen. Nun kommts ans Tageslicht.

Aber auch wenn die einen meinetwegen nur 132 € Regelsatz und eine pauschaliert Miete und die privilegierten Erwerbslosen (Gott, was für eine Scheiße - privilegiere Erwerbslose :icon_twisted: ) den heutigen Regelsatz mit variabler Miete bis zu einem Höchstbetrag bekommen, so wird man auch hierbei sehenden Auges zuschauen und es gewähren lassen.

Ok, zu Beginn wieder das kollektive Chorplärren, das flacht aber nach einer gewissen Zeit ab. War bei der Einführung des Reglements Hartz IV ja auch nicht anders und alle Verschlimmbesserungen, die zwischenzeitlich kamen, die hat man auch alle billigend in Kauf genommen.. Warum soll das jetzt anders sein?

Somit bleibt ruhig, nehmt es hin, es wird eh hingenommen. :icon_smile:
Egal, was kommen mag.

Ist halt meine subjektive Meinung. Ob sie richtig ist oder nicht, das sei dahingestellt aber in Anbetracht der vergangenen Jahre liegt das doch sehr nahe. Mal schauen was kommt und dann schauen, was gekommen ist und dann wegschauen. :icon_sleep:
 

ShankyTMW

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Das ganze wäre doch nur eine Rückkehr zu der Zeit vor Hartz IV, da gab es auch die finanziellen Unterschiede bei ALHI und Sozialhilfe, also eher ein Eingeständnis das Hartz IV ein Misserfolg war
Nein wird sicher leider keine Rückkehr mehr nach dem alten System. Ich kenne meine Hartz-Einstieg noch nur zu gut wo es eingeführt wurde und weiß das ich mcih seitdem nie wieder richtig davon erholt habe - egal ob da mal wieder ein Vollzeitjob drin war oder nicht.

Ne du, ich glaub eher das sie da nicht mehr vor haben als die Zusatzleistungen zu erhöhhen und die Freibeträge bei angespartem Vermögen (wobei man auch das erst in die Tiefe geschraubt hat) - falls es nach der Wahl nciht sowieso wieder heißt: NMAch der Wahl ist vor der Wahl udn man brauche ncihts zu verändern und fährt das Schiff weiter auf das Riff zu.

Welt Online meinte:
Betroffen sein werden dann auch viele, die gut qualifiziert sind und oft lange Jahre kräftig in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, weil sie etwa als Facharbeiter in der Metallindustrie verhältnismäßig gut verdient haben.
Wenn ich das Gewäösch höre wird mir schlecht. Genau dasselbe hatten wir doch auch damals schon vor der Agenda 2010. Hohle Phrasen für den Wahlkampf, denn auch viele AlHi Empfänger steckten in der Misere.

Welt Online meinte:
Im Wahlkampf werden die zu erwartenden neuen Arbeitslosen, die oft auch über gut ausgestattete Sparbücher verfügen dürften, bereits umworben.
Genau das - udn damals mit der einführung der HArtz Reform, besonders Hartz4 hat man darauf keien Rücksicht mehr genommen. Das hat mich damals genau wie viele andere Ruiniert inkl. vieler Alterversorgungen die noch vor Riester Rente abgeschlossen und geplant waren udn damit dem zum Opfer fallen mußten.

Und schauen wir uns doch mal an was ncoh alles da dran hängt: Lohndumping, Zeitarbeit die extrem hoch gepuscht wurde, Banken die damals schonangefangen hatten den HArtz4 Empfängern selbst kleine Dispos abzuerkennen udn nur noch Guthabenkonten vergaben. Kreditwürdig ist keienr von den ALG2ern mehr, egal was für Sicherheiten er auch vorlegt. Ratenkauf ist aus den gleicehn Gründen völlig unmöglich geworden wenn es mal zu etwas größeren Haushaltsanschaffungen kam. All das wird die neue Zweiklassen HArz4 Geschichte nie wieder zurück bringen. Auch die damals von der SozHi möglichen Gelder für Kleidung und reperaturen die restlos weggestrichen wurden nicht. Was damals vom Monatsgesammteinkommen den SozHi mehr zugute kam wurde aufgerechnet dennoch auch für Sie dadurch zu einer Sparmaßnahme auf längere Sicht. Und natürlich, man redet von den gutsituierten Neuarbeitslosen. Ich denk aktuell andie vielen Zeitarbeiter die auf der Straße gelandet sind und nun mit ALG1+aufstockendem ALG2 auskommen müssen. Die Rentner sind nebenher auch schon veralbert worden und die gutsituierten neuen wird man trotzdem gewisse nciht Riester Sparmaßnahmen als Vermögen anrechnen. Dann auch die einkürzung des Schonvermögens runter von 250 auf 150 EUR. Seit HArtz4 angefangen hat gibt es gerade hier fast jeden Monat eien neue DA oder neue Gesetzesentwürfe oder Veränderungen - nciht nur das was durch die Klagewellen rein kommt. Und nun das neue 2 Klassen System bei Hartz4 anwenden? Soll das ein Witz sein Herr Alt? Man fürchtet die alten immer noch kämpfenden und hat un Angst das die Jungen damals noch unerfahrenen dazu kommen.

Eine Verbesserung des Systems ja, aber nicht so das man hier noch Wahlkampf mit Unterstützt und danach sich nichts tut. Genau deswegen kämpfe ich aktiv seit Hartz4 eingeführt wurde gegen die Agenda und Sozialabbau. Ich möchte nicht noch mehr Unheil erleben und solche Wischiwaschi aussagen eines Hernn Alt sind nicht mehr wert als für den "Popo". :icon_kotz2:
 

Kikaka

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Alt :

Bisher betreut die Grundsicherung vor allem Unqualifizierte aus eher niedrigen Einkommensschichten."
-67 % aller Erwerbslosen haben eine abgeschlossene Ausbildung!


Alt :
...die Kosten der Unterkunft pauschalieren, damit jeder Leistungsempfänger einen Anreiz hat, günstig zu wohnen“
Alt :
Wer preiswert wohnt, hat einen höheren Anreiz, auch eine Arbeit mit niedrigerem Lohn anzunehmen“,
wollja, das Halleluja der Lohndumpingarithmetik ,


-Alt will Arbeitslose in aufzustockende Armutslöhnen drängen, indem er die Wohnkosten kürzen will!




- Das ist der ausgemachte Schwachsinn. Mal sehen wohin die Reise geht wenn die Nebenkosten- (Energiepreise )- sich verdoppeln und verdreifachen.. Das kommt so sicher wie das Amen in der Kirche.


Idiotie pur
 

Kikaka

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Aus dem Artikel geht klar hervor, daß Wohnklos - Ghettos - für ALG II Bezieher geschaffen werden sollen.
-Na Bitte, wenn Herr Alt meint für die KdU- Reglementierung die Verantwortung übernehmen zu wollen, bitte schön. Die Kommunen würden Ihm die Füße dafür küssen.
- Welche Beweggründe mag Herr Alt noch haben dieses Faß aufzumachen ?

Dummdenke von 12 bis Mittag
 
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Um ehrlich zu sein, man darf sich doch nicht wundern. So etwas oder in dieser Art konnte man doch schon bald erahnen. Genug Wirbel wurde ja schon lange im Vorfeld gemacht, eben schon beispielsweise mit dieser ominösen wissenschaftlichen Untersuchung, dass 132 € reichen würden.

Das Wissenschaftler das nicht nur aus Eigenantrieb untersuchen, liegt doch auf der Hand, kosten solche Studien doch Geld. Ergo, irgend jemand hatte sie schon dazu aufgefordert, diese Berechnungen zu erstellen. Nun kommts ans Tageslicht.

Aber auch wenn die einen meinetwegen nur 132 € Regelsatz und eine pauschaliert Miete und die privilegierten Erwerbslosen (Gott, was für eine Scheiße - privilegiere Erwerbslose :icon_twisted: ) den heutigen Regelsatz mit variabler Miete bis zu einem Höchstbetrag bekommen, so wird man auch hierbei sehenden Auges zuschauen und es gewähren lassen.

Ok, zu Beginn wieder das kollektive Chorplärren, das flacht aber nach einer gewissen Zeit ab. War bei der Einführung des Reglements Hartz IV ja auch nicht anders und alle Verschlimmbesserungen, die zwischenzeitlich kamen, die hat man auch alle billigend in Kauf genommen.. Warum soll das jetzt anders sein?

Somit bleibt ruhig, nehmt es hin, es wird eh hingenommen. :icon_smile:
Egal, was kommen mag.

Ist halt meine subjektive Meinung. Ob sie richtig ist oder nicht, das sei dahingestellt aber in Anbetracht der vergangenen Jahre liegt das doch sehr nahe. Mal schauen was kommt und dann schauen, was gekommen ist und dann wegschauen. :icon_sleep:
wunderts Dich?

Hier wird sich doch lieber an Katastrophenmeldungen aufgegei...., das man zum denken kaum noch Zeit hat.
 

Clint

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Hallo Leute,
langsam krieg ich nen Hals, wie auf diesen divede et impera Trick unsere braven Kassen und Steuerzahler anspringen.
Weil sie ja was besseres sind oder sein wollen.
Ich hab mich mein Lebenlang vom Sozialamt fern gehalten. Meine Eltern zu Tode gepflegt und damit der Volkswirtschaft erhebliches Geld eingespart.
Und weil ich, trotz eigehaltener Fristen bei ner Jobflaute, auf die Frage nach Arbeitslosengeld/Sozialhilfe, die Antwort bekam an Studenten zahlen wir nicht, beschloßen dieses Sytem nicht weiter zu finanzieren.
Lieber Roundancer wenn Du meinst ein Recht auf mehr Kohle zu haben, zahl mir verzinnst meine Beiträge zurück. Natürlich banküblicher Darlehenszins so ca. 30 Jahre. Wird wohl teuer werden und Du wirst hw.
Privatinsolvens anmelden müssen.
An alle braven Arbeiter: Ihr habt nen Job mit Urlaubs- Kranken- Weihnachts- und ich weiß nicht watt fürn Geld gehabt. Für mich galt kommse nich gibts nix!
Und ich hab auch mein Lebenlang malocht. Und wegen meiner Eltern mein Studiem versenkt.
25 Jahre Chefarztgehalt nach den alten Regeln sind auch was .
Da muß man schon nen paar Tausend Jahre für Schlossern.
Aber ich ich bin ja ein Underdog.

LG

Clint
 

Merkur

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Wer preiswert wohnt, hat einen höheren Anreiz, auch eine Arbeit mit niedrigerem Lohn anzunehmen“, sagt er.
Damit schlägt er gleich 2 Fliegen mit einer Klappe ! Denn die billigen Wohnungen muss man erst mal bauen ,da gibt es Arbeit zu niedrig Löhnen und schafft billige Wohnsiedlungen wie in Amerika !
Das kennt man noch Baracken oder Bretterbuden.
 
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dr.byrd

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Damit schlägt er gleich 2 Fliegen mit einer Klappe ! Denn die billigen Wohnungen muss man erst mal bauen ,da gibt es Arbeit zu niedrig Löhnen und schafft billige Wohnsiedlungen wie in Amerika !
Das kennt man noch Baracken oder Bretterbuden.

Tent City

Damit lässt sich am meisten Miete einsparen.
 

himbeerbrombeer

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Für mich ist klar, was der will:


Er will die Erwerbslosen spalten und das alte System aber auf einem wesendlich geringeren Standard wieder einführen .Natürlich unter vollen Sanktionsandrohungen für alle. Es soll ja Geld gespart werden und nicht mehr Geld ausgegeben werden. Und dafür, das Menschen, die noch nie gearbeitet haben am Hunger gehalten werden, dafür empfinden die Elitearbeitslosen und Prekärbeschäftigten klammheimliche Freude.

Was die Mietpreise betrifft, so sind die doch gerade durch die Einführung von Hartz4 von den Vermietern bis an die Obergrenzen dessen gehoben worden, was die ARGEn jeweils bezahlen. Eine bodenlose Frechheit, die Mitnahmementalität der Vermieter jetzt wieder den Hartz4-Empfängern anhängen zu wollen.
 
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Privilegien gefordert
Hartz IV - aber nicht für alle!


Berlin. Mit Unverständnis hat Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) am Montag auf einen Vorschlag aus der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg reagiert, die Hartz-IV-Sätze stärker auszudifferenzieren. "Momentan gibt es dazu keine Pläne", ließ Scholz eine Sprecherin mitteilen.

Der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BA, Heinrich Alt, hatte zuvor von einem "Gerechtigkeitsproblem" gesprochen, wenn die Lebensleistung von Leuten nicht anerkannt werde, die viele Jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hätten. "Sie sollten im System in irgendeiner Form dauerhaft privilegiert werden gegenüber denjenigen, die ihr Leben lang Transferleistungen bezogen haben", forderte Alt.
Tatsächlich erhalten Erwerbslose, die länger als ein Jahr keine Arbeit haben, bereits nach jetziger Rechtslage einen Bonus, wenn sie auf das Arbeitslosengeld (ALG) II zurückfallen. Für zwölf Monate erhalten Paare monatlich maximal 320 Euro Zuschuss, danach noch mal 160 Euro. Dieser Zuschuss entfällt allerdings nach zwei Jahren.

Eine Sprecherin der Bundesagentur präzisierte auf FR-Anfrage, Alt habe lediglich eine private Meinung geäußert und damit keine politische Forderung verknüpfen wollen. Seine Äußerungen fußten auf Gesprächen, die der 59-Jährige in jüngerer Zeit mit BA-Beschäftigten und Arbeitslosen geführt habe.

Alt wolle damit aber keinesfalls generell die Arbeitsmarktreformen der Schröder-Ära in Frage stellen. "In Krisenzeiten sollte der Aspekt der Gerechtigkeit aber vielleicht stärker betont werden", sagte die BA-Sprecherin.

Diese Debatte führe "auf das vollkommen falsche Gleis", mahnte indes die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Brigitte Pothmer. "Wir Grünen wollen keine Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Grundsicherung, sondern Verbesserungen für alle." Sie trat für eine Anhebung der Hartz-IV-Sätze auf 420 Euro sowie einen besseren Schutz der privaten Altersvorsorge ein.
Privilegien gefordert: Hartz IV - aber nicht für alle! | Frankfurter Rundschau - Politik

jo, ne "private Meinung".

Meine private Meinung.

Den ganzen Vorstand der BA wegen Unfähgkeit und Missachtung der vom Gesetz gegebenen Grundrechte in die Wüste schicken.

Die können sich nicht damit herausreden, das sie "nur Gesetze befolgt" haben, sondern das sie selbst Gesetze missachtet haben und rechtswidrige DAs verfastt haben. Auch sind sie mitverantwortlich, das viele Menschen zu Hilfsarbeitern gemacht wurden, weil sie gerade in den echten Weiter- und Ausbildungen gespart haben.
 
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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat sich gegen differenzierte Hartz-IV-Sätze ausgesprochen und einen entsprechenden Vorstoß der Bundesagentur für Arbeit zurückgewiesen.

„Es wäre wirklich falsch, wenn man die gesellschaftliche Spaltung (...) noch vertiefen würde“, sagte DGB-Vorstand Annelie Buntenbach in Berlin. Wichtiger sei es, Erwerbslosen und Geringverdienern Hartz IV möglichst zu ersparen und Beschäftigten die Angst vor einem schnellen Absturz zu nehmen.

Der Vorstoß von Bundesagentur-Vorstand Heinrich Alt sei „nicht wirklich geeignet, um die Gerechtigkeitsprobleme, die dann neu aufgeworfen werden, zu lösen“, sagte Buntenbach. Alt hatte vorgeschlagen, dass Arbeitslose, die lange in die Sozialkassen eingezahlt haben, bessergestellt werden sollten als solche, die ihr Leben lang nur Leistungen bezogen haben. Zuvor hatte bereits die Bundesregierung den Vorschlag aus Nürnberg abgelehnt.
Arbeitsmarkt: DGB gegen differenzierte Hartz-IV-Sätze - Deutschland - FOCUS Online

„Es ist in der Tat richtig, dass das nicht umsonst zu haben ist.“ Natürlich kämen mit höheren Hartz-IV-Regelsätzen zusätzliche Kosten auf die Steuerzahler zu, sagte Buntenbach. Eine Anhebung wäre aber auch ein Beitrag, um den Konsum anzukurbeln. Als Konjunkturimpuls würden sich höhere Sätze größtenteils selbst finanzieren. Der Hartz- IV-Regelsatz wurde zuletzt am 1. Juli angehoben. Derzeit kostet Hartz IV den Staat insgesamt rund 40 Milliarden Euro.
Immerhin wird jetzt endlich mal nachgedacht und erkannt, das auch Elos etwas zur Konjunktur beitragen können.
 

RobertKS

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Huhu zusammen,
tja wie Arania schon schrieb, dies wäre eine Rückkehr ins alte System, denn Hartz IV war ein Schuß in den Ofen.Aber noch besser - anstatt über eine andere Form von Hartz IV nachzudenken - wäre Hartz IV gleich abzuschaffen.

Gruß Robert :wink:
 

Martin Behrsing

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LINKEZEITUNG.DE - "Linkspartei keine deutliche Kraft der Arbeitnehmer" Linkezeitung-Interview mit Martin Behrsing

Linkezeitung: Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit schlägt angesichts der im Herbst befürchteten Ausweitung der Massenarbeitslosigkeit ein zwei-Klassen Hartz IV vor. Ist das ein Witz fürs Sommerloch oder könnte etwas dahinter stecken?
Martin Behrsing: Man könnte meinen, es sei ein Witz für das Sommerloch, zumal es klare Absprachen innerhalb der BA gab, sich nicht in die einstmals vom NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers losgetretene Debatte einzumischen. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BA, Heinrich Alt hat aber anscheinend vor alsbald in die Position eines Staatssekretärs nach NRW zu wechseln. Deshalb sein eigenmächtiges Interview mit der "Welt".
Auf der anderen Seite muss man sehen, dass eine Verlängerung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I nur mit einem höheren Beitragssatz gehen würde. Grundsätzlich würde dies den Staat bei den Ausgaben von Hartz IV enorm entlasten, da die Arbeitslosengeldversicherung ja betragsfinanziert ist. Man muss jedoch sehen, dass die Mehrheit der ALG I-Beziehenden kaum mehr Leistungen haben, weil die Löhne derart tief gesunken sind.Heinrich Alt bedient populistische Pseudogerechtigkeit und in Wahrheit verbirgt sich dahinter eine Milchmädchenrechnung. Irritiert bin ich allerdings, warum sich ausgerechnet die Bundestagsfraktion der Linkspartei in das selbe Horn stößt.
Linkezeitung: Aber wahrscheinlich würde es auf eine Kürzung von Hartz IV hinauslaufen, oder?
 
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Parteien wollen Hartz IV umbauen

BERLIN. Ganz gleich, wie die Bundestagswahl im September ausgeht: Bei der Versorgung der Langzeitarbeitslosen wollen alle Parteien Änderungen vornehmen. Der Grund sind die düsteren Prognosen zur Lage am Arbeitsmarkt.

Heute bekommen fast fünf Millionen Menschen, die erwerbsfähig sind, finanzielle Hilfe vom Staat – in Form von Hartz IV (siehe Grafik). Diese Zahl wird wegen der Krise steigen. Eine wenig erfreuliche Vorhersage macht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Forscher rechnen damit, dass die Rezession 2010 dazu führt, dass besonders der Anstieg bei den Langzeitarbeitslosen krass ausfällt. Das sind Menschen, die länger als ein Jahr ohne Arbeit und als erwerbslos gemeldet sind. Beziehen von diesen 2009 im Schnitt 2,4 Millionen Arbeitslosengeld II (Alg II), werden es 2010 fast 2,9 Millionen sein. Sie bekommen nicht mehr Geld aus der Arbeitslosenversicherung (Alg I), sondern fallen auf die sogenannte Grundsicherung für Arbeitsuchende zurück, auch Hartz IV genannt. Darunter werden viele sein, die lange beschäftigt waren und lange Beiträge an die Arbeitslosenversicherung bezahlt hatten.

Gleichwohl lehnen CDU/CSU und Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) eine Unterscheidung bei der Hartz-IV-Unterstützungen ab. Scholz verweist darauf, dass es unter bestimmten Voraussetzungen beim Übergang von Alg I ins Alg II Zuschläge zum regulären Regelsatz gebe, um Härten abzufedern. Sie werden bis zu 24 Monate lang gezahlt und betragen zum Beispiel bei einem Paar ohne Kinder im ersten Jahr höchstens 320 Euro im Monat und im zweiten Jahr höchstens 160 Euro. Alts Vorstoß wird somit im Sande verlaufen. Die Regierungsparteien sind nicht bereit, zum Zustand zurückzukehren, den es vor den rot-grünen Hartz-Gesetzen gab. Damals konnte jemand, der erwerbstätig war und dann lange keinen Job mehr fand, zeitlich unbegrenzt die Arbeitslosenhilfe beziehen. Erwerbsfähige Personen ohne Job, die nie Beiträge in die Nürnberger Kasse entrichtet hatten, wurden hingegen aus der Sozialhilfe unterstützt. Sie waren in aller Regel schlechter gestellt als die Empfänger von Arbeitslosenhilfe. Dieser früher üblichen Unterscheidung wäre Alts Plan nahe gekommen, indem er die Hartz-IV-Unterstützung davon abhängig macht, wie lange jemand zuvor Beiträge in die Arbeitslosenversicherung entrichtet hat.
Wirtschaft: Parteien wollen Hartz IV umbauen - Badische-Zeitung.de
 
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Zitat Martin Behrsing:

Der Erfolg des Kapitals ist in erster Linie den Beschäftigten zu verdanken. Deshalb gibt es für sie nichts mehr zu verschenken.
Genau das muss in den Köpfen derer, die den Erfolg des Kapitals erarbeitet haben, bewusst werden. Außerdem die Tatsache, dass bewusst gespaltet wird. Auch z.B. zwischen Rentnern und Arbeitnehmern.

Bisher ist das aber nicht so. Bewusstsein kommt meist erst dann, wenn die netten Dinge am eigenen Leibe erfahren werden.
 
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Der Erfolg des Kapitals ist in erster Linie den Beschäftigten zu verdanken. Deshalb gibt es für sie nichts mehr zu verschenken.
oder für den "Normalo":

Die Firmen sind durch ihre Angestellten reich geworden.

Durch die Telefonisten (Call-Center-Agent), die täglich Aufträge beschafft haben.

Durch die Arbeiter, die (im Schichtbetrieb) die Waren und Dienstleistungen hergestellt haben.

Durch andere Mitarbeiter, die diese Waren und Dienstleistungen zu den Kunden gebracht haben, aufgestellt, eingerichtet oder repariert haben.

(was noch so dazu passt)

Belohnt wurden nur die Vorstandsetagen oder die Aktionäre, die keinen Handschlag dafür gemacht haben.

Bestraft werden die, die das Geld brachten, indem sie jetzt entlassen werden oder Lohneinbußen hinnehmen müssen.

Ohne Arbeiter keine Geschäfte, ohne ausreichendem Lohn, keine gute Arbeit.

Die "Feinde" sind nicht die Erwerbslosen und wer noch als angebliche "Schuldige" suggeriert werden, die angeblich "zu viel Geld" bekommen, sondern die Politik und die Arbeitgeber, die zu wenig bezahlen.

Leute, lass Euch nicht verar......

:cool:
 

Bienchen

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Sancho, auch Dir gebe ich vollkommen recht.

Ohne die Arbeiter, die sich kaputt schuften und wenig Geld bekommen, wäre die Anderen nicht so reich.
Aber ich glaube kaum, dass es bei allen Menschen in diesem Land in das Gehirn hinein geht. Sehr viele haben verlenrt eine eigene Meinung zu haben und selbst zu denken. Sie glauben alles, was die da oben sagen.

Für viele von uns, gerade hier im Forum, ist so etwas unvorstellbar.
Manchmal möchte ich einigen das Selber-Denken einhämmern und frage mich immer wieder, wie dumm man als Mensch eigentlich sein kann.
Ich verstehe es nicht und rege mich auf. Nur helfen tut es nicht. Bei Gesprächen ist es oft der Fall, dass die Machenschaften der Politiker und ihrer Handlanger (oder auch anders herum) noch verteidigt werden. Man kann mit Beweisen usw. aufwarten, die Haltung ist aber weiterhin stur.
 
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