BA schlägt Lohnzuschüsse für Langzeitarbeitslose vor (1 Betrachter)

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xyz345

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BA schlägt Lohnzuschüsse für Langzeitarbeitslose vor - N24.de

BA schlägt Lohnzuschüsse für Langzeitarbeitslose vor

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat dauerhafte staatliche Lohnzuschüsse gefordert. "All die vielen Programme, von ABM bis zum Ein-Euro-Job, haben dauerhaft nicht die gewünschte Wirkung gezeigt", sagte BA-Vorstand Heinrich Alt der "Berliner Zeitung". "Wir müssen darauf hinarbeiten, dass auch Menschen mit größeren Vermittlungshemmnissen eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt erhalten."
Dauerarbeitslose mit vielfachen Beschäftigungshindernissen sollten auch auf lange Sicht Bundeszuschüsse erhalten, um "ihre objektiv eingeschränkte Produktivität auszugleichen", wie dies bei Schwerbehinderten bereits möglich sei, regte Alt an. In Frage kämen vor allem jene 400.000 Arbeitslose, "die in ihrem Leben noch nie eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt" hätten und ohne Zuschüsse oft keine Chance auf einen Arbeitsplatz hätten.
Alt sprach sich dagegen aus, diesen Personenkreis als arbeitsunfähig in die Sozialhilfe abzuschieben. "Wir wollen diesen Menschen signalisieren: Wir haben dich nicht aufgegeben; du kannst es schaffen, mit unserer Hilfe und eigener Anstrengung", sagte der BA-Chef. "Nur die allerwenigsten fühlen sich in der viel beschworenen Hängematte wohl", es sei "eine Frage der Selbstachtung, nicht von staatlichen Transfers abhängig zu sein."

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Ach nee! Sieh mal einer an! Hört! Hört! Nun kommen diese Töne.
Wer hätte das gedacht? :eek:

"es sei "eine Frage der Selbstachtung, nicht von staatlichen Transfers abhängig zu sein."
:confused: Häh? Besser als Transfers sind doch Lohnzuschüsse. Gell? :confused: :icon_neutral:
 

Holger01

Elo-User*in - temp. eingeschränkt
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In Frage kämen vor allem jene 400.000 Arbeitslose, "die ... ohne Zuschüsse oft keine Chance auf einen Arbeitsplatz hätten.
Für mich ist das ein weiterer Weg zum Lohndumping.

Mit den ZAF ist diese Entwicklung schon schlimm genug,
und mit diesem Vorschlag könnten weitere reguläre Arbeitsplätze zugunsten bezuschusster Arbeitsplätze vernichtet werden.

Da braucht sich ein AG immer seltener fragen, warum der reguläre Löhne zahlen soll, wenn er über solche Zuschussregelungen immer günstiger fahren kann.


Wehret den Anfängen: Womöglich werden aus den Zuschüssen keine Beiträge an die SV entrichtet, nur noch aus den abgesenkten Stundenlöhnen.


Auf der Strecke bleiben sowohl der reguläre Arbeitnehmer als auch der abgesenkte Arbeitnehmer.
 

Feind=Bild

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...

Da braucht sich ein AG immer seltener fragen, warum der reguläre Löhne zahlen soll, wenn er über solche Zuschussregelungen immer günstiger fahren kann.
...
Eben, wie immer: der ehrliche (ordentlich bezahlende) Arbeitgeber is mal wieder der Dumme.

Warum mehr zahlen, wenn doch auch weniger geht?!
 
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xyz345

Gast
Ich habe auch kürzlich erfahren, dass es in meinem Landkreis schon längere Zeit so Usus ist, den Arbeitgebern so "unter die Arme zu greifen". Zahlt AG keinen Lohn oder zahlt er zu wenig Lohn, dann kann der Sklave *schwupps* eine Vorzugsbehandlung beim Mobcenter erfahren und bekommt *bumms* seinen Lohn von denen ausbezahlt - aber nicht als Darlehen. :eek: :cool:
:icon_kinn: Mann und Frau sollte mal die Behörden drauf ansetzen, auch das Hauptzollamt würde sich sicher darüber freuen. :biggrin:
 

Trixi2011

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Ich sage nur: Die Wirtschaft diktiert den Marsch und nicht die Politik. Die Bosse der Firmen, haben soviel Einfluss - alleine die Drohung großer Firmen Arbeitsplätze ins billige Ausland zu verlagern - wirkt Wunder.

Darum bewilligt man lieber aufstockende Transferleistungen für Löhne, als zu riskieren, dass es mehr Arbeitslose in der Statistik gibt.

Denn nur wenn die AL-Statistik künstlich schön niedrig gehalten, kann man den Anschein vermitteln, dass in good old Germany alles zum Besten steht.
 

Ein Hartzianer

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Das ist der Beginn eines riesigen Drehtüreffekts.
Der AG kriegt 3 Jahre einen Mitarbeiter subventioniert,
danach kommt der Nächste. Völliger Unsinn. :icon_evil:

Auch als Dauerlösung wird das nichts.
So viel Arbeit gibts nicht.
 

arbeitslos in holland

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da würde sich ein blick in NL lohnen und ich lade den herrn alt ein, sich mal die arbeitsförderunng hier anzusehen und als beispiel in d zu kopieren.

2008 wurde ich über einen arbeitspsychologen an einen einzelunternehmer vermittelt. der job war einfach und so erklärte ich mich bereit, für 15/h in der woche anzufangen. den rest bekam ich vom amt, weil ich noch einen eigenen alg-anspruch hatte.

nach einem monat "ausbildung" konnte mich der unternehmer allein auf die kunden loslassen und bekam die zuschüsse trotzdem.

weil es mit mir gut lief, zahlte er mir einen teil als fahrtkostenzuschuss, verpflegungszuschuss bar aus.

weil er als unternehmer sich fördern lies, war der unternehmer verpflichtet, mir nach ablauf der förderzeit einen arbeitsvertrag ohne mindestsstunden anzubieten, aber über mindestens ein halbes jahr.
nach diesem halben jahr, hat der unternehmer den vertrag mit mir verlängert, weil er auch durch meine mitarbeit, neue kunden bedienen konnte, die er vorher vertrösten musste.

in so einem zusammenhang und verbunden mit verpflichtungen für den unternehmer, ist ein lohnzuschuss eine gute idee.

in d will man den leuten das geld aber bedingunglos schenken und ein weiteres betrugssystem am beitragzahler installieren.
 

Piedro

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BA schlägt Lohnzuschüsse für Langzeitarbeitslose vor - N24.de

BA schlägt Lohnzuschüsse für Langzeitarbeitslose vor

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat dauerhafte staatliche Lohnzuschüsse gefordert. "All die vielen Programme, von ABM bis zum Ein-Euro-Job, haben dauerhaft nicht die gewünschte Wirkung gezeigt", sagte BA-Vorstand Heinrich Alt der "Berliner Zeitung".
er hat's gemerkt! :eek:

... um "ihre objektiv eingeschränkte Produktivität auszugleichen", wie dies bei Schwerbehinderten bereits möglich sei, regte Alt an.
frechheit! nicht jeder langzeitarbeitslose ist eingeschränkt produktiv. vor allem ist man nicht unbedingt langzeitarbeitslos, weil man eingeschränkt produktiv ist, sondern weil das verhältnis von freien stellen zu den bewerbern nicht stimmt.

In Frage kämen vor allem jene 400.000 Arbeitslose, "die in ihrem Leben noch nie eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt" hätten und ohne Zuschüsse oft keine Chance auf einen Arbeitsplatz hätten.
auch denen ist keine eingeschränkte produktivität zu unterstellen.

bei einer bezuschussung der arbeitsverhältnisse ist dann aber unbedingt darauf zu achten, dass der ag zu einer weiterbeschäftigung verpflichtet ist, wenn die zuschussphase abgelaufen (und der beschäftigte nicht mehr "eingeschränkt produktiv") ist.

Alt sprach sich dagegen aus, diesen Personenkreis als arbeitsunfähig in die Sozialhilfe abzuschieben. "Wir wollen diesen Menschen signalisieren: Wir haben dich nicht aufgegeben; du kannst es schaffen, mit unserer Hilfe und eigener Anstrengung", sagte der BA-Chef.
besser als das, was bisher signalisiert wird: wir machen mit dir was wir wollen und du hast zu machen was wir wollen, der gesetzgeber ist uns ebenso wurscht wie die eigenen vorschriften.


"Nur die allerwenigsten fühlen sich in der viel beschworenen Hängematte wohl", es sei "eine Frage der Selbstachtung, nicht von staatlichen Transfers abhängig zu sein."
vielleicht sollte man den stacheldraht aus der viel beschworenen hängematte entfernen.


Ach nee! Sieh mal einer an! Hört! Hört! Nun kommen diese Töne.
Wer hätte das gedacht? :eek:

"es sei "eine Frage der Selbstachtung, nicht von staatlichen Transfers abhängig zu sein."
:confused: Häh? Besser als Transfers sind doch Lohnzuschüsse. Gell? :confused:
es sollte eine frage der selbstachtung des herrn a. sein grundrechte nicht gegen sowas wie selbstachtung zu stellen. in einer gesellschaft, die keine vollbeschäftigung bieten kann, ist es eben KEINE frage der selbstachtung, transferleistungen zu beanspruchen, sondern eine schlichte notwendigkeit. für jeden, der in eine freie stelle vermittelt werden kann, ob mit oder ohne lohnzuschuss, bleibt ein anderer aussen vor, der seine selbstachtung beeinträchtigen soll?

was für ein schwachfug.

aber: es gibt tatsächlich menschen, deren selbstachtung unter erwerbslosigkeit leidet. jedoch: die selbstachtung vieler menschen wird durch die praxis der sozialbehörden nachhaltig beschädigt, durch willkürliche entrechtung, systematische rechtsbeugung, inkompetente sachbearbeiter und solche, die weisungsgemäss den eindruck von inkompetenz vortäuschen.

herr a. sollte sich mal die äusserungen von sozialrichtern zur gemüte führen und eine korrekte vorgehensweise in den sozialbehörden sicherstellen. das täte der selbstachtung vieler gut. wenn er nebenbei auch noch langzeitarbeitslose bezuschussen will: soll er doch. aber erst mal den eigenen stall ausmisten und dafür sorgen, das geltendes recht auch ohne die hilfe von gerichten eingehalten wird.
 

Paolo_Pinkel

Super-Moderation
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Alt'er Wein in neuen Schläuchen:icon_party: Die Fördermöglichkeit gibt es bereits. Genauer gesagt im SGB III zu finden in den §§ 88 bis 90 SGB III.
 
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Oh Ja - Lohnzuschüsse für kriminelle Geschäftsmodelle um die Bundesagentur Sekte bei Ihrer Pseudovermittlung zu fördern.

Da fördere ich mich doch lieber selbst - diese möchtegern Amtsträger be- fördern doch nur öffentliche Mittel in die Taschen Ihrer verfassungsfeindlichen Organisation!

Bitte Herr Alt und Herr Weise sofort entlassen und vor Gericht stellen!!!
 

Hartzeola

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Ein Hartzianer

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Eine Lösung:

- Abgabenfreiheit für Jobs abschaffen
- Leiharbeit und Werkverträge verbieten
- Eine Art "Maschinensteuer"

Wäre schon mal ein Anfang. :icon_daumen:
 
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