BA/JC: Bis zu 70% Vermittlung in Leiharbeit (1 Betrachter)

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Steamhammer

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Arbeitsmarkt in Deutschland: Hauptsache, die Statistik stimmt - taz.de

Hier, in dem Beitrag, wird das, was wir alle schon wussten, noch einmal ein drucksvoll bestätigt:

Immer mehr Arbeitslose werden von der Arbeitsagentur in Zeitarbeit vermittelt. Inzwischen kommt Kritik auch aus der Agentur selbst.
Nun hat Einsiedler erneut harsche Kritik am Kurs seines Hauses geübt – unter anderem daran, dass die Arbeitsagenturen Erwerbslose so häufig in Leiharbeit vermitteln. „Einzelne Agenturen erwirtschaften bis zu 70 Prozent ihrer Besetzungserfolge über Leiharbeit“, schreibt Einsiedler in einem Diskussionspapier. Das mache „eine selbstkritische Betrachtung dringend nötig“.
Diese Vemittlungspraxis haben wir wohl alle schon einmal "eindrucksvoll" zu spüren bekommen. Sie ist zwar nicht dezidiert gesetzeswidrig, verstösstt aber in jedem Falle gegen die guten Sitten.

Die Zahl der vorgeschlagenen Leiharbeitsstellen habe sich zwischen 2007 und 2011 „mehr als verdreifacht (276 Prozent)“, die Zahl der erfolgreich besetzten Leiharbeitsstellen sei im gleichen Zeitraum um 242 Prozent gestiegen. Der Anstieg der Vermittlung in „reguläre“ Arbeit „fällt dagegen mit 39 Prozent vergleichsweise bescheiden aus“.
Das bedeutet, dass die tatsächlich zustande gekommenen "Arbeits"verhältnisse fast ausschliesslich in der Leiharbeit zustandekamen, und fast nie in regulären Beschäftigungsverhältnissen. Zudem, auch wenn das so nicht drinsteht, wird wohl ausserhalb der Leiharbeit nur versucht worden sein, in weitere billige Dienstleistungsjobs zu vermitteln.

Ohne Erfolg?

Noch etwas stimmt nachdenklich: Obwohl die Agenturen den Erwerbslosen mehr Jobangebote präsentieren, bewege sich der Anteil der erfolgreichen Vermittlungsvorschläge „konstant auf niedrigem Niveau mit fallender Tendenz seit Jahren (2011: 2,1 Prozent)“, so Einsiedler.
Das ist immerhin eine gute Nachricht, dass es eben selbst unter den menschenfeindlichen Vorgaben der BA nicht immer möglich ist, oder vielleicht weniger möglich ist wie in der Vergangenheit, Menschen als Sklaven zu vermitteln.

Bei der BA reagiert man auf die Kritik gelassen: „Der Vorstand hat mit dem Personalrat zusammengesessen, und Teile der Anregungen von Herrn Einsiedler wurden in die BA-Strategie aufgenommen“, sagte Sprecherin Ilona Mirtschin zur taz. Sie verwies zugleich darauf, dass Leiharbeit und befristete Beschäftigung „ganze normale Arbeit ist. Wir können uns ihr nicht verschließen, das hat die Politik so bestimmt.“
Eine Krähe hackt der anderen eben kein Auge aus. Und die finanziellen Zuwendungen der ZA-Branche an die Jobcenter dürften dann halt zu solchen Aussagen wie der von der "noemalen Arbeit" führen.

KÄMPFT so gut Ihr könnt gegen die Vermittlungsbemühungen von JC/BA in Leiharbeit. Torpediert diese Firmen ideenreich. Schadet Euren Leih- Arbeitgebern geschickt.

Dann haben die vielleicht irgendwann gar keine Lust mehr auf uns, wenn wirklich Schaden für die entstehet!!!
 
E

ExitUser

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Hallo Steamhammer...doch das Thema ist schon interessant,nur nichts neues...wenn ich sowas wieder lese,reg ich mich nur wieder auf:icon_dampf:...die meisten buden von denen müssten geschlossen werden...
 
E

ExitUser

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Im SWR gabe es letzten Sommer eine Radiodiskussion.
Dort wurde belegt, dass die Arbeitsagenturen eng mit den Zeitarbeitsfirmen zusammenarbeiten.
Die Arbeitsagenturen streiten das natürlich ab.

Aber ich merke es ja selber, ich bekomme nur VV für Zeitarbeitsfirmen.

Aber aufgrund meiner Krankheiten bin ich für die sowieso uninteressant:biggrin:
 
S

Steamhammer

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Man sollte alles,wirklich alles tun,um für die ZA uninteressant zu sein und den Jobcentern das Gefühl geben,daß man nur viel Mühe und Zeit kostet,wenn man einbestellt würde.
 
R

Rounddancer

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Der Volksmund sagt: "Unter den Blinden ist der Einäugige König.", das bedeutet in diesem Fall:

Wenn halt (leider) fast nur Zeitarbeitsfirmen Jobs anbieten,- bzw. Leute für Jobs suchen (denn wenn eine ZAF sucht, dann hat sie noch keineswegs den Auftrag eines Kunden, real oft den Materialbestellschein (!) auf dem Tisch,- sondern muß sich beim Kunden erst darum bewerben, den bestellten Mitarbeiter liefern zu dürfen), -
dann können sich die AfAs und die JobCenter auch keine regulären Stellen aus den Rippen schneiden,- sondern müssen versuchen, das zusammenzubringen, was da ist, also Arbeitssuchende und die Zeitarbeitsfirmen.

Es ist Aufgabe der Politik, den übermäßigen Gebrauch von Zeitarbeit zu deckeln, und den Mißbrauch von Zeitarbeit abzustellen.
Und es ist die Aufgabe der Gewerkschaften, Druck zu machen, daß dies auch geschieht.

Druck machen sollten hier auch die IHKs und die Handwerkskammern: Die Mehrzahl ihrer Betriebe würde gerne ordentlich arbeiten und bezahlen,- viele davon tun das auch, so lange es geht-, die Mehrzahl der Betriebe sieht sich durch unlautere Wettbewerber ausgetrickst, weil diese mit Dumpingpreisen arbeiten.

Leider pennt die Politik, selbst in der Verräterpartei ist fast nur noch Otmar Schreiner da, der mit sozialen Themen hin und wieder unterm Tisch hervorgrummelt. Und die Gewerkschaften? Sommer schläft weiter, Huber kugelt mit der Regierung,- und der Rest ist macht- und kraftlos, da die Mitglieder und damit die Gelder fehlen.
 

paulegon05

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Im SWR gabe es letzten Sommer eine Radiodiskussion.
Dort wurde belegt, dass die Arbeitsagenturen eng mit den Zeitarbeitsfirmen zusammenarbeiten.
Die Arbeitsagenturen streiten das natürlich ab.

Aber ich merke es ja selber, ich bekomme nur VV für Zeitarbeitsfirmen.
kann ich nur bestätigen
 

Nettle45

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Also ich erlebe das zum ersten mal von einer ZA, angeschrieben zu werden, zur Vermittlung in eine völlig berufsfremde Telemedia-Tätigkeit (outbound)

Ich empfinde das als übelste Versklavung von Staats wegen,
hier wird irgendwo ne Grenze übertreten für mich.
Hier wird man völlig ausgeliefert.

Der Staat beliefert die Wirtschaft direkt und das kann es doch nicht sein.
 
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ExitUser

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Nun, wenn ich mir so die "Stellenangebote" (eher allgemein formulierte, naja, Lockangebote, um die Bewerberpools aufzufüllen) ansehe, dann erscheint mir die Zahl von 70% fast noch schmeichelhaft gering.

Meiner Erfahrung geht z.B. mein JC/SB dazu über, recht allgemeine ZAF-Stellenangbote ("Für einen Kunden aus...suchen wir Helfer ....") ohne Referenznummer rauszuschicken. So nach dem Motto: Bewirb Dich mal pauschal...
Hat den "Vorteil" für das JC und die ZAF, dass man nicht explizit unter der Ref.-Nr.... nachfragen kann und das Feld für ähnliche Angebote vor Ort bei der ZAF bereitet ist.
 

Neudenkender

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(...) und das kann es doch nicht sein.
Nein? Warum denn nicht?

Wie hast DU denn in den, sagen wir einmal: letzten beiden Jahrzehnten jeweils gewählt? Wer hat denn diese Gesetze gemacht, welche die heutigen Gegebenheiten erst ermöglicht haben?

Wirst du denn zukünftig wenigstens anders wählen? Oder sonst etwas unternehmen (!), damit in Zukunft "kann doch nicht sein" weniger wahrscheinlich wird?
 

Lilastern

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Schau dir doch nur einmal die Stellenangebote in der Jobbörse der AFA/Jobcenter an. Zu 95 Prozent Zeitfirmen.

Sehr wenig normale seriöse Firmen.
 

Nettle45

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Nein? Warum denn nicht?

Wie hast DU denn in den, sagen wir einmal: letzten beiden Jahrzehnten jeweils gewählt? Wer hat denn diese Gesetze gemacht, welche die heutigen Gegebenheiten erst ermöglicht haben?

Wirst du denn zukünftig wenigstens anders wählen? Oder sonst etwas unternehmen (!), damit in Zukunft "kann doch nicht sein" weniger wahrscheinlich wird?
Was mutmaßt Du hier rum was ich gewählt habe,
geht Dich nen Scheiß an,
bestimmt nicht die etablierten Parteien.

Schau dir doch nur einmal die Stellenangebote in der Jobbörse der AFA/Jobcenter an. Zu 95 Prozent Zeitfirmen.

Sehr wenig normale seriöse Firmen.
Ja selbst wenn es so ist, halte ich es nicht für rechtens wenn der Staat unmittelbar vermittelt unter der Androhung rechtlicher Konsequenzen.
 

Lilastern

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@ Rounddancer es sind aber gerade die Politiker die einen flexiblen Arbeitsmarkt wollen.

Das bedeutet die Ausweitung der Minijobs auf höhere Beträge.

Von wegen Mindestlöhne.


Aber dass dabei sozialversicherungspflichtige vor allem Vollzeitjobs vernichtet werden, daran denkt keiner.
 

RuhrSat

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Bis zu 70% Vermittlung in Leiharbeit
In welchem Wunderland gib's sowas? Bei mir sind es etwa 99,9%.

Aber weil es so ist, wie der Rounddancer sagt
Leider pennt die Politik, selbst in der Verräterpartei ist fast nur noch Otmar Schreiner da, der mit sozialen Themen hin und wieder unterm Tisch hervorgrummelt. Und die Gewerkschaften? Sommer schläft weiter, Huber kugelt mit der Regierung,- und der Rest ist macht- und kraftlos, da die Mitglieder und damit die Gelder fehlen.
bewerbe ich mich zur Zeit sogar eigeninitiativ bei den ZAF's, PAV's...
Und natürlich mache ich es so, wie es Steamhammer sagt
Man sollte alles,wirklich alles tun,um für die ZA uninteressant zu sein und den Jobcentern das Gefühl geben,daß man nur viel Mühe und Zeit kostet,wenn man einbestellt würde.
Das hilft mir ganzen Stress und Ärger mit JC umzugehen.
So habe ich schon hunderte von Bewerbungsschreiben hinter mir, etwa 2% davon mit sinnlosen Vorstellungsgesprächen, Fahrtkostenerstattungen...
Dafür ist mein SB stets zufrieden, wenn er meine Bewerbungsliste anguckt.
Ich bin auch zufrieden, weil mein SB zufrieden ist, und das Leben geht weiter.

In heutige Situation sehe ich keinen besseren Weg, als mitzuspielen.
Die Politik muss auf eigene Nase fallen, vielleicht wacht die dann auf. :icon_kinn:
Bis dahin mache ich mich freiberuflich, verdiene etwas zu (sollte auch hilfreich sein, falls eine Sanktion kommt :biggrin:) und geniesse das Leben.
Was ich auch Euch allen wünsche! :icon_party:
 

Lilastern

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Welche Fragen stellst du dann bei einem Bewerbungsgespräch bei der Zeitfirma?

Diese von diesem Sammeltread ZAF?

Dass du kein Auto hast schreibst du das gleich in deine Bewerbung hinein?

Also du fängst mit einer Negativbewerbung an?
 

RuhrSat

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Lilastern, wenn du mich fragst.
Welche Fragen stellst du dann bei einem Bewerbungsgespräch bei der Zeitfirma?

Diese von diesem Sammeltread ZAF?
Meist reicht es mir nur eine Frage aus diesem Sammeltread zu stellen, die wegen Zeitkontoverrechnung.
Diese Frage stelle ich zum Schluss (selbst wenn die ZAFis es zum Anfang hören möchten) und erkläre denen auch, warum ich solch ein Konto nicht haben MÖCHTE / WÜRDE.

Während des Gesprächs mit ZAFis vermeide ich womöglich klare Aussagen und Antworten.
ZB
ZAFi fragt
- Würden Sie in einer Wechselschicht arbeiten?
Ich sag
- Jaaa, das weiss ich nicht. Das habe ich nie gemacht, ich bin ein Frühaufsteher, und kann womöglich während Nachtschicht einschlafen (muss ja nicht unbedingt Wahr sein).

oder

ZAFi fragt
- Sie haben eine lukratieve Lohnvorstellung, würden Sie auch für 9 Euro arbeiten?
Ich sag
- Jaa, ich würde sogar für 1 Euro arbeiten.
ZAFi lacht
- Ha-ha, neee sowas machen wir nicht. Wir sind ja gute Onkelz.
Ich sag (lächelnd)
- Dann verstehen Sie ja, dass jede Arbeit direkt von der Motivierung abhängig ist.
ZAFi sagt
- Ja, das verstehe ich auch, aber...
Ich unterbreche ZAFi
- Ich kenne die Preise und wie gesagt, ich würde auch für 1 Euro arbeiten, aber Sie verstehen es - WIE.

Und in so eine Art verläuft meist das Gespräch mit Humor und Tragik, aber was wichtig ist freundlich.
Hauptziel dabei ist, dass die ZAFis von mir so wenig wie möglich festes in die Hände bekommen. Also, weder Fisch noch Fleisch.
Hilfreich ist es auch die ZAFis während ihr Gerede oft zu unterbrechen, so verlieren viele ihren Leitfaden, und das Gespräch verläuft schnell ins Papierkorb.

Das ist kein allgemeines Rezept wie man eine ZA entgeht, das ist mehr ein Schauspiel, welches ich gezwungen bin zu machen.

Dass du kein Auto hast schreibst du das gleich in deine Bewerbung hinein?
Ne, Auto schreibe ich nirgendwohin. (Das was du selber Schreibst, kann auch gegen dich gerichtet werden.)
Erst wenn ZAFi wegen Auto fragt, sage ich das es fast gestorben ist, und in kürze muss übers TÜV etc. (muss auch nicht ales Wahr sein)

Also du fängst mit einer Negativbewerbung an?
Jain. Das negativste dabei ist meine "lukrative" Lohnvorstellung und falls vorhanden ein Verweis auf Referenznummer.
Für Lohnvorstellung muss man sich informieren. Meine Vorstellung liegt etwas unter dem normalen Lohn, aber deutlich über dem Hungertarif der ZA.
Mein Profil und Lebenslauf sehen ganz gut aus. ZAFis sollen ja wissen, dass ich gut vorbereitet bin.
Und mein SB muss auch wissen, dass ich mich ordentlich bewerbe, dafür zeige ich ihm sogar meine Unterlagen.

PS. Die Welt ist ein Theater in dem wir die Schauspieler sind.
 
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