Azubi (2. Ausbildung) + Aufstockung SGB II + Nebenjob?

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Magical

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Hallo

Leider bin ich durch Studienkosten (Studium nicht abgeschlossen) in Schulden (KfW) geraten und bin deswegen seit Ende Okt '18 in der Privatinsolvenz.
Weil ich Azubi bin und netto rund 812 € bekomme, erhalte ich Aufstockung, da ich alleine wohne. Der Betrag liegt im Moment 279 €. Allerdings wird zum März hin neu berechnet, wegen des Weiterbewilligungsantrags.
Es reicht allerdings knapp nicht aus. Grund ist nicht mein extremer Lebensstil, sondern, dass ich immer die neuen Gesetze zugeschickt bekomme und diese für meinen Job auch tatsächlich brauche. Meine Kosten für die Ausbildung sind tatsächlich nicht ohne. Dienstbegleitende Unterweisungen usw. finden auch immer relativ weit weg statt und man muss quasi mit dem Auto dort hin.

Deswegen meine Frage:
Ergibt es Sinn sich einen Nebenjob zu suchen? Wenn ja, bis wie viel €, dass es nicht gepfändet wird?
Grundsätzlich ist SGB II Leistung ja unpfändbar, aber wie genau verändert sich die Konstellation wenn, da ein Nebenjob zu käme...?
Wird die SGB Leistung kleiner, aber die Summe der Einkünfte größer, sodass ich näher an die Pfändungsgrenze komme?

Eine weitere Frage...
Ich zahle minimal Lohnsteuer (LSt Kl I) und kann ja dadurch, dass ich ja nicht die erste Ausbildung mache, deutlich mehr absetzen, als jemand, der seine Erstausbildung macht. Die Erstattung ist doch pfändbar oder sehe ich das falsch? Wie umgeht man das Problem, weil das theoretische Netto sich ja verändert, weil das Einkommen durch bspw. Werbungskosten geringer wurde. Die Rechengrundlage für die Pfändung ändert sich ja dann, sodass es ja im Grunde eine Doppelbelastung wäre, die Erstattung zu pfänden.

Danke im voraus
 

axellino

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Ergibt es Sinn sich einen Nebenjob zu suchen? Wenn ja, bis wie viel €, dass es nicht gepfändet wird?

Ob es hier in deiner Insolvenz noch Sinn macht einen Nebenjob anzunehmen, musst Du selbst entscheiden und als Messlatte dazu, könntest Du dein individuellen Pfändungsfreibetrag ansetzen und so denn Dir nur der Grundfreibetrag in Höhe von 1140 € zusteht, wird sich ales darüber grundsätzlich dein Insolvenzverwalter/Treuhänder krallen.

Grundsätzlich ist SGB II Leistung ja unpfändbar, aber wie genau verändert sich die Konstellation wenn, da ein Nebenjob zu käme...?
Wird die SGB Leistung kleiner, aber die Summe der Einkünfte größer, sodass ich näher an die Pfändungsgrenze komme?

Wenn Du hier zu dein Ausbildungsgehalt und aufstockenden ALG 2 noch ein Nebenjob annehmen würdest, dann würdest Du mit diesen natürlich deine Hilfebedürftigkeit verringern oder sogar beenden und somit würdest Du logischerweise, weniger bis gar kein ALG 2 aufstockend mehr erhalten. Im weiteren, der Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts sind gem. § 42 Abs.4 SGB II beim auszahlenden Leistungsträger unpfändbar, gelangen diese jedoch z.B. auf ein Konto, dann wird daraus erstmal ein neutraler Auszahlungsanspruch und wird ggfls. in dieses Konto gepfändet, dann könnten diese Leistungen ggfls. und im aller schlimmsten Fall, auch einer Pfändung unterliegen.

Grundsätzlich wäre zu deinen Anliegen zu sagen, jedes Einkommen wäre den Insolvenzverwalter/Treuhänder anzuzeigen.
Übersteigt dieses dein Gesamteinkommen und somit auch in der Addition meherer Einkommen und dabei spielt die Einkommensart grundsätzlich erstmal keine rolle, dein individuellen monatl. Pfändungsfreibetrag, dann wird dein Insolvenzverwalter/Treuhänder sicher ein Antrag auf Zusammenlegung von Einkünften, § 36 InsO i.V.m. § 850e Nr. 2, 2a ZPO beim Insolvenzgericht stellen, um damit den Insolvenzbeschlag erweitern zu können. Der pfändbare Anteil deines "Gesamteinkommens" würde dann von deinen Haupteinkommen abgeführt werden.

Ich zahle minimal Lohnsteuer (LSt Kl I) und kann ja dadurch, dass ich ja nicht die erste Ausbildung mache, deutlich mehr absetzen, als jemand, der seine Erstausbildung macht. Die Erstattung ist doch pfändbar oder sehe ich das falsch?

Eine Erstattung wäre ab Eröffnung deines Verfahrens und bis zur dessen Aufhebung massezugehörig und der Insolvenzverwalter würde sich diese krallen. In der darauffolgenden sog. Restschuldbefreiungsphase, bliebe diese eigentlich grundsätzlich in deiner Tasche.
Deine weiteren Darlegungen und Fragestellung hierzu, habe jetzt nicht nicht richtig im Zusammenhang verstanden:sorry:
 
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