Autos und Geschenke zur Gewinnung von Azubis

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Dagegen72

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Hi,

letztens im Fernsehen: eine Bäckerei stellt ihren Azubis ein Firmenauto zur Verfügung und der TV-Moderator (RTL) machte Tests bei Metzgern die angeblich auch Azubi-Mangel hätten, worauf diese auch hier und da Zugeständnisse anbieten würden, wie z.B. freie Kost.

https://ml.spiegel.de/article.do?id=987282

Wer beispielsweise bei der Bäckerei Goeken Azubi des Monats wird, darf den Firmenwagen fahren, einen weißen Ford Ka.

Gerade auf BR eine Doku zum Thema, im Gespräch der IHK-Chef (?) aus Nürnberg. "Die Betriebe könnten die Azubis zu Weihnachten ja mal vor holen und ein kleines Geschenk überreichen" :biggrin:

Azubi - Kontakte solle man schon im Kindergarten und Schulen vor allem Gymnasien (?) ("studieren müsse ja nicht zwingend sein") knüpfen ...

viele Betriebe holen sich Jugendliche aus dem Ausland bspw. Spanien, wie die o.g. Bäckerei ...

Wenn man von zukünftigem Fachkräftemangel spricht, dann weil es keine Azubis für das Handwerk (Handwerk, Industrie, Handelskammer) mehr gäbe. Warum ist das eigentlich so?

Und: erst das Gerangel um die Azubis - und .. werden die dann später auch von den Betrieben übernommen???
 

Charlot

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Und: erst das Gerangel um die Azubis - und .. werden die dann später auch von den Betrieben übernommen???

Meistens nicht.
Die Zeiten, in denen man irgendwo etwas gelernt hat und dann bis zur Rente bei diesem Betrieb blieb, sind lange vorbei.
 

XxMikexX

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Mir ist immer noch nicht klar warum z.B. ein Bäckerlehrling heute Abitur haben muß.

Früher ging das doch locker mit Hauptschulabschluß.

Ist backen heute High-Tech?
 
D

Don Vittorio

Gast
Gefragt wären auch die Eltern,die das Motto "Ihr sollt es einmal besser " haben pflegen und den Nachwuchs vor Berufen mit schmutzigen Händen oder anderen Arbeitszeiten als im Beamtentum üblich,fernhalten wollen.Mag ja verständlich sein,ist aber bei einem Teil der Kinder mangels der Voraussetzungen einfach nicht angebracht.
Und natürlich ist es der blanke Unsinn wenn ein Kochazubi Abi haben soll.Die wenigsten wollen einmal TV-Koch werden, sondern irgendwo in einer Kantine oder einem Restaurant arbeiten.Ich wüsste nicht,was sich am Kochen seit den letzten Jahrzehnten so verändert haben sollte,dass man nicht mit Hauptschulabschluß ein guter Koch werden könnte ?Und wer keinen guten Geschmacksinn hat,dem hilft auch das Abi nichts in diesem Beruf.
Natürlich muss man inzwischen mehr auf Inhaltstoffe und Gesundheit achten,aber auch das sollte ein Hauptschüler schaffen können.

Oder Bankkaufleute,da genügte früher ( 60ger) noch der Hauptschulabschluß und ich habe einen Klassenkameraden, inzwischen pensionierten Filialleiter der Sparkasse,der auch nur die 8-jährige Hauptschule besucht hatte und trotzdem erolgreich seinen Beruf ausübte.

Ausser Berlin,Mecklemnburg-Vorpommern und Brandenburg ( zweiechen 4,6 und 8,4 % ) wechseln in den restlichen Bundesländern zwischen 34,2 % in Bremen und 52,6 % in Hamburg von der Grundschule ins Gymnasium.

Siehe https://www.destatis.de/DE/Publikat...Blick0110018129004.pdf?__blob=publicationFile
Seite 26

Ich finde gerade keine Zahlen dazu,wieviele dann wieder rückwärts wechseln,aber es sind nicht wenige.
 

Dagegen72

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der IHK-Chef meinte in der Frankener Rundschau (hieß die so?) - das man das Thema Berufe schon viel früher in die Schulen bringen soll, das finde ich grundsätzlich auch, und dass auch größere Förderung in Richtung Berufe statt findet, ( ich dazu: statt dass man die genaue Daten der Frz. Revolution kennt oder welcher Fluss in Hinterlandtupfingen fließt.)

Selbst fürs Studieren kann Praxis nicht schaden, denn das wird ja oft vorgeworfen, Theorie ja, Praxis nein ...

es hieß auch, dass auf Schüler ohne Schulabschluss besonders eingegangen werden sollte, weil es die besonders schwer auf dem Arbeitsmarkt hätten ... okay, okay, da meine ich wieder, dass man ruhig mal eine Person arbeiten lassen kann, statt darauf zu schielen, ob Abschluss ja oder nein.

Gibt genug Leute mit Talenten und Fähigkeiten und Arbeitskräften, die zupacken können, auch ohne dass sie Englisch zwei und Physik zwei hatten und bspw. Prüfungsstress nicht aushalten, ohne dass das eine Aussage auf ihre Fähigkeiten gibt.

Genauso, dass Leuten eine Chance gegeben wird, ohne die Person eins zu eins mit ihrem Lebenslauf gleichzusetzen, der aus den unterschiedlichsten Gründen einem Arbeitgeber als ungeeignet erscheinen kann. Die Begradigungen von Flüssen hat man inzwischen auch festgestellt, dass das ein umweltbezogenes Fiasko ist und man arbeitet nun an natürlichen Schlengelungen eines Flusses wieder.

Evetuelles Problem: Leute, die einen Abschluss haben, wollen dafür wohl auch be - / entlohnt werden, bzw. entsprechend honoriert.
 

utafu

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Meine Erfahrungen mit Firmen : Vollständige Bewerbungsmappe für 14 Tägiges Schulpraktikum gewünscht, dann Einladung für 2 Probetage um festzustellen ob man für das Praktikum geeignet ist.

Viele Firmen möchten nur Azubis mit Berufserfahrung einstellen.
Bieten ein Jahrespraktikum an ohne Garantie für die Ausbildung.
Unser Nachbars-Junge macht jetzt ein Jahrespraktikum in eine KFZ-Werkstatt.

Über die Ausbildungsbörse der Schule, in dem die Schüler sich eintragen können,kommen immer wieder "Angebote" für meine Söhne.
Nach erfolgreichem Abi hätten sie einige Angebote für ganz viele unbezahlte Praktika.
 

NVNM

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Mir ist noch kein Betrieb untergekommen der mir Boni angeboten hätte. Außer man versteht unter "Bonus" sowas wie 25€ Essensmarken zusätzlich zur erbärmlichen Ausbildungsvergütung.
 

Dagegen72

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Essensmarke könnte durchaus als Bonus durchgehen, glaube ich.

Ja, das mit den schei* Praktika .. man, das sollte ein Ende haben, aber solange immer noch die Leute glauben, dass man "wenigstens" ein Praktikum machen könne ..."Generation Praktikum" und die schei* JC sind da auch nicht unschuldig dran ..sowieso mit denen ihrer Massenbewerbungüberflutungen und Gratisarbeitstageanbieterei :icon_stop:

ja, der Ausspruch der Eltern, dass die Kindern es mal besser haben / machen sollen kann ich verstehen, jetzt sind aber gerade die Bürojobs bzw. Jobs im Kaufmännischen Bereich angeblich rückgängig?
 

NVNM

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Ich wusste bis zu dem Zeitpunkt gar nicht dass es Essensmarken in Deutschland GIBT. Dass es sie gibt finde ich eher armselig als beruhigend.
 

Erolena

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Für den Beschäftigten ist es doch egal, womit er in der Kantine bezahlen muss, ob mit Chipkarte, Essenmarken oder Bargeld. Wahrscheinlich ist es für den Betrieb rentabler, für 25 Euro Essenmarken zu spendieren, statt 25 Euro Bargeld auszuzahlen.
 

AnonNemo

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[...] Wahrscheinlich ist es für den Betrieb rentabler, für 25 Euro Essenmarken zu spendieren, statt 25 Euro Bargeld auszuzahlen.
... da könnte auch noch dazukommen, dass 25EUR Bargeld eben 25EUR sind.
Essensmarken im Wert von 25EUR müssen nicht 25EUR Bargeld entsprechen!
Die Essensmarken können z. B. als Betriebsausgaben abgerechnet werden, der Betrieb kann einen finanziellen Zuschuss vom Staat/Finanzamt o. ä. bekommen usw. usf. ...

Wenn z. B.
ein Rentner in seiner alten Firma für 15EUR/h arbeitet,
die Firma produziert Zement für 15EUR pro Sack als Verkaufspreis.
Der Rentner vereinbart mit seinem Chef: ich brauche 10 Säcke Zement und dafür schreibe ich 10 Arbeitsstunden weniger auf (wenn er die Zusammenhänge bzgl. Herstellungspreis kennt handelt er den Zement auf 8 Stunden runter).
Dann haben beide etwas davon.
Der Rentner seine 10 Säcke Zement und der Chef 8-10 Arbeitsstunden für die er keine Sozialabgaben an den Staat zahlt. Beides im Wert von ungefähr 150EUR.
 

JulieOcean

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Das ganze Bildungssystem ist doch auf ein Studium ausgerichtet. Diejenigen, die einen Hochschulabschluss haben, haben die Chance auf brauchbare Stellen, die anderen sind billiges Fußvolk, das allenfalls verramscht wird. Wer strebt da schon voller Motivation eine Ausbildung an?

Das hier zum Beispiel kam mir kürzlich unter: Der "Facility-Manager" ist sowas wie ein besserer Hausmeister:
Facility Management: studieren . de
Zitat aus dem Text: Wer bei dem Studiengang Facility Management (Gebäudemanagement) an "studierte Hausmeister" denkt, liegt nicht komplett falsch, (...)

Sorry, aber ich denke da an studierte Fachidioten. Die verdienen das Geld im Chefsessel durch die schlecht bezahlte Arbeit anderer, die zwar in der Sache weit kompetenter sind, aber eben "nur" nicht-studierte Handwerker. :icon_neutral:
 

Dagegen72

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eventuelles Problem: Leute, die eine Ausbildung gemacht haben, wollen dafür entsprechend be - / entlohnt werden
#7

andererseits: der Bewerber, der jobtauglich mit seinen Fähigkeiten ist, aus welchen Gründen auch immer fit ist einen Job auszuüben, sollte doch auch belohnt werden können (mit Job und entspr. Entlohnung), wenn nicht noch mehr aus Respekt??

Vielleicht läuft in der Bildungsdenke hierzulande einfach nur was falsch?

https://www.youtube.com/watch?v=ozEMf5wPPjs
 

Fairina

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Ich kann mich noch an die Anforderungen an Azubis in den 80igern und 90igern erinnern. Friseusen mussten Abi haben, Verkäufer und Tischler auch. Ohne Abi bekam man kaum etwas. Systematisch wurden Facharbeiter runter gemacht oder gar nicht eingestellt, wenn sie nicht Abi hatten. Und die Industrie und das Handwerk haben sich mit solchen Forderungen geradezu überschlagen. Jetzt wird gejammert.

Bei all den "schönen Geschenken" vergesst ihr, daß der Arbeitnehmer das als geldwerten Vorteil auch versteuern muss. Das Auto dürfte es nur geben, wenn anders der Arbeitsplatz um die Uhrzeit nicht erreicht werden kann und der Azubi auch sich die 1%-Regelung leisten kann.

Davon ganz abgesehen, daß die meisten Bäckereien doch gar nicht selber den Teig herstellen. Der wird in großen Gebinden angeliefert und muss nur noch angerührt werden. Darum schmecken die auch fast überall gleich in Deutschland.
 

AnonNemo

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Hallo Dagegen72,

nein. Die deutsche Bildungsdenke läuft, aus Sicht der Machthaber, doch komplett richtig!

Als Heranwachsender - Kindergarten, Schule, Ausbildung - hat der Staat die Möglichkeit die noch Formbaren zu beeinflussen (indoktrinieren) und deren staatlichen Wertvorstellungen zu etablieren.
Als Erwachsener - Ausbildung, Arbeiter - kann der Staat oder der Arbeitgeber dann hergehen und urteilen/bewerten; Du (Arbeitnehmer) hast nicht den Wert den ich (Arbeitgeber) brauche. Ich werde es trotzdem mit dir probieren aber natürlich nur zu dem von mir benötigten Wert.

In der BRD wird alles bewertet und deshalb kann durch die Machthaber sehr viel unter Wert durchgesetzt werden.

Da wird (z. B.) bei ZAFs mit den - nicht zu kontrollierenden Angaben - sehr hohen Ausgaben für mein Gehalt, deren persönliches Gehalt, deren Personal-, deren Unterhalt-, deren Mietkosten, deren Gewinnerwartungen, den Steuer & Abgaben usw. usf. gejammert.
Es interessiert aber keinen, ob ich von dem Lohn leben kann oder ob ich sogar Schulden machen muss bzw. wie es in meinem Alter (in meinem Ruhestand) aussieht.
Hauptsache DER Machthaber hat Gewinn gemacht und IHM geht es gut.

Prof. Dr. Heinz-Josef Bontrup hat es, aus meiner Sicht, hier https://www.youtube.com/watch?v=YJzk0oyR_kw (es reicht bis Min. 2:00 anzusehen) sehr einfach und klar formuliert wie es mit Löhne, Kaufkraft, Kredit, Zinsen, Steuern, Konsum, Profit/Gewinn und Schulden aussieht.

AnonNemo
 
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