Autist, verzweifelt, finde keine Arbeit, perspektivlos! (2 Betrachter)

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Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Harzfünfer

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Hallo, ich hoffe, hier kann mir irgendjemand weiterhelfen.


Ich finde keine Arbeit bzw. Ausbildungstelle und weiß nicht mehr weiter.

Mit was soll ich anfangen?

Ich habe nun endlich einen Termin zur Diagnostik eines Asperger-Syndroms bzw. einer Autismus-Spektrums-Störung. Dass ich so etwas habe, ist mir schon seit Jahren gedämmert und war eine plausible Erkrlärung für mein ewiges und scheinbar unabwendbares Außenseitertum. Aufgrund dieser Probleme, Mobbing usw., habe ich das Gymnasium vor der Oberstufe verlassen, weil ich mit den Leuten nicht mehr klargekommen bin und völlig fertig war. Abgesehen von ein paar hinzukommenden fachlichen Problemen.

Mir war es danach auch wegen völliger Unerfahrenheit und unzureichender schulischer Vorbereitung unmöglich(!) gewesen, eine Lehrstelle zu ergattern, was ich eigentlich geplant hatte. Für das Jahr drarauf konnte ich mich dann immerhin für eine schulische Ausbildung anmelden, die man selbst zahlen musste. Diese habe ich im Prinzip erfolgreich abgeschlossen letzten Herbst, aber es bringt mir rein gar nichts. Ich habe null Arbeiterfahrung und bin völlig überfordert von den ausufernden Auswahlverfahren, die in scheinbar jedem Unternehmen gang und gäbe zu sein scheinen, trotz eines vermeintlichen „Fachkräftemangels“. Ich versuche nämlich derzeit erfolglos, wieder eine (betriebliche) Ausbildung zu bekommen, eine kaufmännische, wo mir meine Vorkenntnisse von Nutzen sein könnten.

Nur ich sehe, dass ich einfach keinerlei Perspektive habe. Ich halte mich inzwischen für so gut wie unvermittelbar für den ersten Arbeitsmarkt, leider. Ich bin einfach in der falschen Zeit gelandet. Alles dreht sich im Beruf nur noch um Teamfähigkeitsgedöns, Soft Skills, und optische Oberflächlichkeiten. Ich bin nämlich auch übergewichtig bis adipös und habe auch noch erfahren, dass selbst das schon ein Ausschlusskriterium bei vielen Firmen sein kann(!).

Mir scheint der Zugang in den Arbeitsmarkt völlig verwehrt zu sein. Von ganz prekären Jobs mal abgesehen, aber die kann ich nicht machen, weil ich mit den Leuten in dem Bereich erst recht nicht klarkäme und es unerträglich wäre.

Ich habe wie man sich denken kann auch Depressionen und Suizidgedanken. Wie denn auch anders bei diesem Leben?

Nun habe ich darüber nachgedacht, ob es mir möglich wäre, in einer Behindertenwerkstatt zu arbeiten. Ist ja immer noch besser als gar nichts zu machen.

Ich bekomme nämlich auch nichts außer das Kindergeld, meine Eltern sind auch gesellschaftlich „abgehängt“ und haben selbst kaum genug Einkommen, aber ohnehin erst geeerbt, also ist mit Hartz IV etc. auch nichts, solange ich mit denen in einer BG bin. Bei Hartz IV wäre es vielleicht so, dass sie mich in eine Leihfirma schicken, aber da will ich auch eigentlich nicht hin.

In den nächsten Jahren muss sich defintiv für mich entscheiden wo die Reise hin geht- ab 23 wird noch nicht mal mehr die Krankenversicherung übernommen...

Was würdet ihr mir empfehlen? Denkt ihr, ich habe noch den Hauch einer Chance, auf dem ersten Arbeitsmarkt einen für mich geeigneten Job zu finden?

Sollte ich vielleicht nach der abgeschlossenen Autismus-Diagnose direkt einen GdB bzw. SBA beantragen, und könnte damit in die Reha-Abteilung der BA wechseln?

Ich bin nämlich ausbildungssuchend gemeldet und gelte als „gesund“, und die machen überhaupt nichts für mich, außer Stellenangebote zuzuschicken, auf die es eh nur Absagen hagelt. Eine Arbeit können oder wollen die mir nicht anbieten. Ich selbst kann keine finden, ich schaffe noch nicht mal einen Einstellungstest, warum, weiß ich nicht. In die Endauswahl bin ich bisher noch gar nicht gekommen.


Mann, das ist alles so frustrierend...


Ich bin 20 und mein Leben ist jetzt schon gelaufen....
 

gila

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Sollte ich vielleicht nach der abgeschlossenen Autismus-Diagnose direkt einen GdB bzw. SBA beantragen, und könnte damit ......
das wäre sicherlich schon mal ein guter Plan. Denn wenn du hier eine Anerkennung durch einen GdB hast, kann das schon mal von Vorteil sein ...wir haben hier im Forum mehrere Menschen mit einer Autismus Diagnose die sich mit ihren Problemen hier gemeldet haben Und reichlich zu tun und zu kämpfen haben. Das ist natürlich alles aber kein Grund den Mut vollends zu verlieren. Es ist ein langer Weg, ganz klar, bis man das ganze Behörden Gedöns durch hat, aber alles ist machbar und möglich.

Recherchiere doch mal ob es bei dir vor Ort einen Hilfeverein gibt oder eine Beratungsstelle gerade für Menschen mit Autismus Diagnose und versuche dort mal Gespräche zu führen und erfrage ob es möglich ist, dass du eine Begleitung bzw Betreuung irgendwo bekommst, die mit dir die ganzen Sachen erledigt.
Das wäre ein erster Schritt ... dann gibt es auch noch Sozialverbände wie den VdK und auch andere, hör dich mal um ob es da bei dir vor Ort eine Stelle gibt, die auch kompetent ist.
ich habe eine Tochter mit Anfang 30 die seit vielen Jahren psychisch krank ist und erwerbsunfähig, seit einigen Jahren wird sie vom Sozialamt betreut. Sie hat soviel geackert und geschuftet und sich bemüht, so dass sie jetzt nach lange Zeit den Mut hat sich nach einer Ausbildung umzuschauen. Wenn du kaufmännisch schon etwas an Erfahrung und Ausbildung hast, dann wäre es vielleicht eine Idee, so wie es meine Tochter jetzt gemacht hat, sich im öffentlichen Dienst zu bewerben, manchmal sind die Stellen explizit so ausgeschrieben dass es heißt dass Menschen mit einer Schwerbehinderung die gleichen Möglichkeiten bekommen bei gleicher Eignung wie Menschen ohne Schwerbehinderung ... und stell dir mal vor: was wir alle nie gedacht hätten wurde jetzt wahr!
Sie hat die Eignung bestanden, schon ein persönliches Gespräch mit der Handelskammer geführt und bekommt im September die Chance die Ausbildung als Kauffrau für Büromanagement zu beginnen!
Das ist nicht das, was sie sich als Tätigkeit mal erträumt hatte, aber alles andere scheiterte an verschiedenen Einschränkungen die sie hat.
nun ist sie froh und glücklich dass sie nach einigen Bewerbungsversuchen dort gelandet ist und man ihr ernsthaft diese Möglichkeit eröffnet und sie möchte das jetzt auf alle Fälle versuchen.

Du bist noch so jung, lass dich nicht entmutigen!
 
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Badener

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Was würdet ihr mir empfehlen? Denkt ihr, ich habe noch den Hauch einer Chance, auf dem ersten Arbeitsmarkt einen für mich geeigneten Job zu finden?

Sollte ich vielleicht nach der abgeschlossenen Autismus-Diagnose direkt einen GdB bzw. SBA beantragen, und könnte damit in die Reha-Abteilung der BA wechseln?

Ich bin 20 und mein Leben ist jetzt schon gelaufen....
Hallo,
genau wie @gila auch schreibt!
Erst mal alles "melden" und beantragen!!!
Aufgrund der Tatsache das Du auf´m Gymnasium warst vermute ich eine "relativ" leichte Form AA.
Trotzdem wirst Du Hilfe bekommen ...
Nur Mut!!! Es gibt in allen größeren Städten "Hilfe" Vereine was Autismus angeht!
Das Leben ist deshalb noch lange nicht zu ende ... erst mal die Beeinträchtigung annehmen, lernen damit umzugehen, verstehen das es nix schlimmes ist!
GLG

Du bist noch so jung, lass dich nicht entmutigen!
 

SusaHa

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Ich bin Diagnostizierter Asperger, mit oft mehr Glück als Verstand. Ich bin durch schwere Zeiten gegangen (Ausbildung war die Hölle) und es gab immer wieder Zeiten, die waren sehr hart. Mit meiner Diagnose bin ich anfangs offen umgegangen, vermeintliche Menschen mit Verständnis haben sich am Ende doch nur darüber lustig gemacht.

Viele Situationen erfordern einen Kampf immer wieder aufs Neue, ich muss meinen Tag gut planen und wenn möglich jede eventualität berücksichtigen, dann fühle ich mich deutlich besser.

Ich bin jetzt, mit 34 Jahren dort angekommen, wo ich mich wohlfühle. Ich werde angenommen wie ich bin (liegt aber auch an meinem Job, hier ist es OK verrückt zu sein). Ich habe mit Gleichgesinnte gesucht und wir unterstützen uns gegenseitig, auch wenn es mal mies läuft (gerade dann ist jemand wichtig, der verstehen kann wie man ist).

Was möchte ich dir sagen? Es wird nie einfach, du wirst immer Probleme habe die Menschen ohne dieses Defizit nicht sehen oder verstehen aber der ganze Mist lohnt sich trotzdem. Ich halte inzwischen Vorträge (und mache mich vorher verrückt, ich zittere auf der Bühne und kann kaum das Mikrofon halten, das wird auch nie aufhören), ich habe mich beraten lassen von professionellen Trainern, war beim Psychologen mit Verhaltenstherapien, ich habe eigene Strategien entwickelt (da muss jeder das für sich passende finden) usw.
gib dich nicht auf, nimm dein Leben in die Hand. Der eine hat es schwerer, der andere leichter, so geht es auch Menschen ohne Autismus.
 

ElMundo

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Hallo,
in deiner Situation wäre eine Selbständigkeit im E-Commerce möglich, es gibt genug Tutorials oder sogar Seminare.
Alles gute, genieß das Leben..wie's nur geht !
 

Rookie84

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Frag mal bei deinem lokalen Zeitungsverlag nach, ob die noch Zusteller suchen. Bei uns nehmen die jeden. Nachts aufstehen ist zwar Mist und die Bezahlung ist bescheiden, ist aber noch viel besser als Behindertenwerkstatt. Mir gefällt der Job und man hat fast nichts mit Kunden zu tun - daher sollte der Autismus kein Problem hier werden.
 

Otto27

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Gibt genug Jobs wo auch Autisten klar kommen, bzw. wo es z. T. sogar ein Vorteil sein kann sich wirklich sehr stark in ein Themenfeld vertiefen zu können. Das wichtigste sollte aber sein, dir erst mal zu überlegen, welche Art von Job zu dir vorstellen kannst, also einfach die klassischen Überlegungen ob du z. B. wo im freien arbeiten möchtest oder eher in geschlossenen Räumen wie Büros, ob du körperlich arbeiten möchtest und evtl. sogar Spass dabei hast dich auszutoben (weil du es z. B. einfach als eine Art Sport ansiehst) oder du lieber bequem im sitzen arbeiten möchtest, oder im stehen, ob dir saubere Büroarbeit wichtig ist oder du gerne mit Materialien arbeitest (z. B. Holz oder Farbe oder Nahrungsmittel...) usw. Was andere erwarten und von dir wollen, würde ich im ersten Schritt erst mal vollkommen ausklammern, es geht hier erst mal um dich, was du willst, du musst dann mit dem Beruf leben und da ist in erster Linie wichtig, dass du damit klar kommst und dahinter stehst.

Im zweiten Schritt gleichst du das dann mit deinen aktuellen Fähigkeiten ab und wichtig ist hier auch, dass nicht nur kurzfristig auf momentane Situation zu beziehen, sonderrn auch überlegen ob das evtl. was für dich sein könnte wo du gewisse Perspektive siehst. Wenn du aktuell z. B. etwas übergewichtig bist, ok, dann sind körperliche Arbeiten erst mal etwas anstrengender, nur es geht ja nicht nur ums aktuell kurzfristige Wohlbefinden, sondern auch darum eine Berufswahl zu treffen, womit man möglichst auch noch in 5 oder 10 Jahren oder mehr, glücklich ist und zu einem passt und der längerfristige Ausblick ob man sich darin sieht, ist hier wichtiger als die kurzfristige Sichtweise (und das Gewicht kann sich auch relativ schnell ändern und wenn eine Person eigentlich das innere Grundbedürfnis hat z. B. sich gerne zu bewegen und im freien an der frischen Luft zu arbeiten, dann bringts nix nur aus aktuellen Gewichtsgründen dann eine Büro-Karriere zu starten...umgekehrt bringts auch nix, wenn man sich eigentlich im Büro sieht, nur weil man aktuell gerade nix findet dann vollkommen anderen Beruf zu lernen, wie körperliche Arbeit im Freien, dann besser weiter suchen, sich noch stärker um Bürojob bemühen, den Umkreis der Suche erhöhen, wenns sein muß auch umziehen und die längere Findungszeit einfach akzeptieren als irgendwas zu machen das nicht passt und dann in 5 oder 10 Jahren oder den Rest seines Lebens unglücklich darüber zu sein...).

Danach schätzt du deine intellektuellen Fähigkeiten ein und wo du dich im Beruf in 5, 10 oder 20 Jahren am ehesten siehst und auf welchem Niveau du deine Tätigkeit ausführen möchtest. Willst du z. B. eher so eine Art kleiner Befehlesempfänger sein, also Arbeiter oder Angestellter im unteren bis mittleren Bereich, wo einfach nach genauer Anweisung vom Chef dann seine Arbeit erledigt und kaum/keine große Eigenverantwortung trägt, oder ist dir wichtig größeren Freiraum zu haben, Dinge zu bestimmen und wirklich hohe Kompetenz auf einem Gebiet zu entwickeln? Davon abhängig würde ich zwischen Studium und Ausbildung entscheiden. Und ja, hört sich für manche evtl. nach Widerspruch ein, aber ich denke gerade für Autisten ists z. T. auch besser eine höhere Ausbildung wie Studium anzustreben (zumindest wenn der intellektuelle Background stimmt), weil je höher deine Qualifikation und fachliches Können, desto unwichtiger sind zwischenmenliche Dinge womit Autisten z. T. größere Probleme haben (du bekommst dann einfach deinen Job durch dein fachliches Können und nicht durch dein sympathisches und charmantes auftreten...).

Und um noch konkreten Vorschlag zu machen. Vorausgesetzt du willst gerne saubere Arbeit im Büro haben (was aktuell viele wollen), dann würde ich abhängig wie du deine Fähigkeiten einschätzt entweder Abi nachmachen (geht z. B. auch als Kurs bei Fernuniversität wie Hagen) und was im Informatik-Bereich studieren bzw. falls du das alles eine Stufe kleiner haben möchtest, dann würde ich Ausbildung als Fachinformatiker machen.

PS: Zusätzlich natürlich auch mal die klassischen Beratungsstellen dazu aufsuchen und einfach mal unverbindlich anhören welche Ideen von dort kommen. Wichtig finde ich nur, dass du an erster Stelle auf das hörst was dir liegt und weniger darauf ob dir irgendwer sagt, dort gibts gute Berufs-Chancen weil gerade viele Leute in diesem Bereich gesucht werden. Wirklich gut und dauerhaft zufrieden kann man nur in einem Bereich werden, dem einen liegt und wo man voll dahinter steht und mit vollem Einsatz dabei ist. Und das macht am Ende m. A. n. den größeren Unterschied, wenn du in irgendwas wirklich gut bist, hast du auch in einem Beruf der weniger gefragt ist, trotzdem bessere Chancen, als wenn du dich durch irgendwas durchquälst (z. B. BWL weil gerade BWL gefragt ist) und dann evtl. gerade so Mittelmass Abschluss schaffst (weil es dich einfach nicht wirklich interessiert...). Viel Erfolg!
 

Harzfünfer

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Hallo ich bins nochmal, der aktuelle Stand ist folgender:


Von den 8 Bewerbungen, die ich Anfang Februar mit meiner damaligen Betreuerin aus einer Einzelmaßnahme abgeschickt hatte, habe ich bis jetzt immer noch keinerlei richtige Antwort erhalten.

Außer eine von einer großen Firma. Ratet mal, was da los war? Ich soll(te) vorab einen Online-Test absolvieren. Da habe ich mir gleich schon gedacht, das kann ja heiter werden, wenn die einem mit sowas kommen. Ich habe mich dann doch dazu aufgerafft den 20-minütigen Test zu bearbeiten. Es war eine Katastrophe! In dem Brief hatte gestanden, es gäbe sechs Aufgaben, die man in der Zeit bearbeiten müsse.

Tja, das allein hört sich bereits eher nach viel als nach wenig an, wenn man bedenkt, dass es sich z.B. um größere Textaufgaben handelt. Tja, falsch gedacht: In diesem Online-Zugang waren das nicht sechs Aufgaben, sondern sechs Rubriken mit jeweils etlichen Aufgaben! Schöne Bescherung!

Da waren welche mit Mathe, das waren die schlimmsten, die waren zwar nicht so umfangreich, aber man hatte noch nicht mal eine Minute jeweils dafür! 7 Aufgaben in fünf Minuten oder so. Es gab zwei oder drei solcher Mathe-Rubriken. Und dann waren die auch noch so als Logiktests aufgebaut, man musste erst mal verstehen, was die überhaupt wollen, bevor man das überhaupt berechnen sollte!!! Dann sollte man das auch noch ohne Taschenrechner lösen! Ich weiß ja jetzt nicht, ob die sich da in die Webcam einhacken oder was, aber ohne „Hirnprothese“ hätte man da gar nichts gekonnt.

Ich kann euch sagen, ich bin sowas von wütend auf das alles.:mad:🤬 Ein Teil war Allgemeinwissen, auch nicht leicht, und nur Sekunden Zeit zum antworten. Ein Teil waren Wortübungen, Buchstaben herausstreichen, Wörter richtig zusammensetzen u.ä., manches davon ging teilweise noch.

Also bei diesem unmöglichen Test die volle Punktzahl zu bekommen, ich weiß nicht, wie das einer überhaupt machen sollte. Selbst die Hälfte halte ich kaum für realistisch. Ich weiß nicht, was ich von diesem Test halten soll. Vielleicht war der extra so gemacht, ein Stresstest? Also ich bin währenddessen ausgeflippt, aber zum Glück konnte man jede Rubrik getrennt bearbeiten, waren meist so 5 Minuten, die dann von der Stoppuhr abliefen. Also so einen unglaublichen Test wie den habe auch noch nicht gehabt.

Die beiden Offline-Tests, zu denen ich eingeladen war, fand ich auch schwer bzw. anspruchsvoll, aber soo krass waren die dann doch nicht. Ich bin halt auch nicht gut in Mathe und generell langsam. Und dann weiß ich halt nie, was die überhaupt wollen.:confused: Was ist die Zielsetzung? Wie viel Prozent von dem Test soll man denn richtig gelöst haben, um weiterzukommen? Das ist so dermaßen zum kotzen, das alles.(n)

Und dieser Test ist ja nur der erste Schritt. Wer weiß, was dann noch alles kommt bzw. käme. Am Ende noch ein Offline-Test und dann mehrere(!) Runden Vorstellungsgespräche. Das ist doch alles nicht mehr normal.o_O Ich frage mich wie das andere nur machen? Wie bekommen die so einen Ausbildungsplatz, wenn es einem so dermaßen schwer gemacht wird? Wie kann da überhaupt noch jemand eine Stelle ohne „Vitamin B“ finden? Wie viele Bewerber haben die denn bloß?:unsure::icon_neutral: Ich meine, wenn es doch angeblich nicht mehr viele Schulabgänger gäbe, die überhaupt eine Lehre machen wollen, wieso veranstaltet man ein derartiges Affentheater? Dann sollen sie einem doch zum Gespräch einladen, wenn die Bewerbung gefallen hat, und dann den Vertrag zur Unterschrift vorlegen, wenn man dort überzeugt hat. Muss man denn da im Vorlauf so einen Wahnsinn veranstalten, mit mehreren Auswahlrunden und was weiß ich noch alles?!🤢


Ich würde mal gerne euch fragen, was ihr dazu sagt. Wie war das denn bei euch? Wie habt denn ihr eine Arbeit bekommen? Wurde es euch denn auch so schwer gemacht? Wie habt ihr das hinbekommen? Was sind eure Anmerkungen zu dieser Bewerbungs-Katastrophe?


Mein eigentliches Problem sind ja gerade die Vorstellungsgespräche, aber ich sehe, bei großen Firmen komme so „weit“ ja noch nicht mal!😟


Deswegen verlange ich eigentlich nichts mehr, als dass mir die von Grund auf kranke Gesellschaft, wenn sie mir keinen regulären Arbeitsplatz zugesteht, wenigstens einen Werkstattplatz in einer WfbM anbietet! Soll denn noch nicht mal das drin sein?😧


Es werden einem nur Steine in den Weg gelegt, ich habe das so unglaublich satt!😤


Was soll ich denn noch machen?!

Ich bin durch schwere Zeiten gegangen (Ausbildung war die Hölle)
Was für eine Ausbildung hast du denn gemacht und was war dort so schlimm. Also ich kann keine Ausbildung machen, die nicht gut ist dann breche ich endgültig zusammen. Wenn ich sehe würde dass es nichts, dann gehe ich wieder.
Ich werde angenommen wie ich bin (liegt aber auch an meinem Job, hier ist es OK verrückt zu sein).
Ind was für einem Bereich oder als was arbeitest du denn jetzt?
in deiner Situation wäre eine Selbständigkeit im E-Commerce möglich, es gibt genug Tutorials oder sogar Seminare.
Frag mal bei deinem lokalen Zeitungsverlag nach, ob die noch Zusteller suchen. Bei uns nehmen die jeden. Nachts aufstehen ist zwar Mist und die Bezahlung ist bescheiden, ist aber noch viel besser als Behindertenwerkstatt. Mir gefällt der Job und man hat fast nichts mit Kunden zu tun - daher sollte der Autismus kein Problem hier werden.
Nein. Für mich sind das keine Optionen. Dann lieber Werkstatt.

Zusätzlich natürlich auch mal die klassischen Beratungsstellen dazu aufsuchen
Was für Beratungsstellen?
 

Harzfünfer

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ich habe eine Tochter mit Anfang 30 die seit vielen Jahren psychisch krank ist und erwerbsunfähig, seit einigen Jahren wird sie vom Sozialamt betreut.
War die bei der Grundsicherung oder wie war das?
schon ein persönliches Gespräch mit der Handelskammer geführt
Wieso muss man bei der Handelskammer vorsprechen? Oder soll das der AG sein?
 

Celtic Warrior

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Ich hab meinen Ausbildungsplatz (zum Gärtner) damals über ein Praktikum bekommen. Mein Chef wusste dadurch schon, wie ich drauf bin und was ich kann und ich wusste schon Bescheid, wie das im Betrieb so abläuft. Einen Test musste ich aber trotzdem machen. Viel Mathe, Physik, Biologie, Allgemeinwissen und auch schon ein bisschen was Fachbezogenes. Natürlich unter Zeitdruck und den wachsamen Augen meines Chefs. Ich hab's so gut gemacht, wie ich konnte und fertig. Sich da noch lange drüber aufregen bringt eh nichts.

Ich kann dir nur raten, solche Tests einfach wieder und wieder zu üben (gibt genügend davon im Internet). Du wirst dann immer routinierter darin und bringst vor allem deinen Kopf in Schwung.

Übrigens: Bist du dir wirklich sicher, dass du als Autist in einer WfbM arbeiten willst? Dir ist schon klar, dass das da meistens sehr laut und hektisch zugeht und dass manche Leute da sehr aufdringlich sein können? Dass du da sehr wahrscheinlich recht stupide Arbeiten machen musst, wie z. B. Kartons falten, Schrauben abzählen und einpacken und all so was? Dass du da nur ein kleines Taschengeld kriegst und kein großartiges Gehalt? Einziger Vorteil ist da, dass man beschäftigt ist und ein klein bisschen was in die Rentenkasse kommt (was später aber eh nicht reichen wird). Meine Freundin hat sich zwei verschiedene WfbM angesehen und ihr Urteil war ganz klar: "Für Autisten das reinste Folterlager!".
 

Harzfünfer

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Ich hab meinen Ausbildungsplatz (zum Gärtner) damals über ein Praktikum bekommen. Mein Chef wusste dadurch schon, wie ich drauf bin und was ich kann und ich wusste schon Bescheid, wie das im Betrieb so abläuft.
Du bist auch Autist? Ich nehme an, das war eher ein kleiner Betrieb?
Mal ein Praktikum zu machen könnte ich mir vorstellen, allerdings betrifft es bei mir eher große Betriebe, die nicht so greifbar sind. Ich habe schon in der Schulzeit für das einzige Praktikum nur mit Mühe und Not ein Unternehmen gefunden- Handwerksklitsche bei uns im Dorf, sonst hat sich keiner gemeldet, und die auch nur, weil meine Oma die alte Chefin kannte...
Einen Test musste ich aber trotzdem machen. Viel Mathe, Physik, Biologie, Allgemeinwissen und auch schon ein bisschen was Fachbezogenes. Natürlich unter Zeitdruck und den wachsamen Augen meines Chefs. Ich hab's so gut gemacht, wie ich konnte und fertig. Sich da noch lange drüber aufregen bringt eh nichts.
Ich verstehe einfach nicht, was die mit diesen Tests bezwecken wollen. Halten die einen denn für so unglaublich dumm? Halten die deutsche Schulen für so dermaßen inkompetent? Wieso müssen die einem derart malträtieren? Es ist ja nicht so, dass ich da null Punkte hätte, aber bestimmt auch nicht 97 von 100 ...
Übrigens: Bist du dir wirklich sicher, dass du als Autist in einer WfbM arbeiten willst? Dir ist schon klar, dass das da meistens sehr laut und hektisch zugeht und dass manche Leute da sehr aufdringlich sein können? Dass du da sehr wahrscheinlich recht stupide Arbeiten machen musst, wie z. B. Kartons falten, Schrauben abzählen und einpacken und all so was? Dass du da nur ein kleines Taschengeld kriegst und kein großartiges Gehalt? Einziger Vorteil ist da, dass man beschäftigt ist und ein klein bisschen was in die Rentenkasse kommt (was später aber eh nicht reichen wird). Meine Freundin hat sich zwei verschiedene WfbM angesehen und ihr Urteil war ganz klar: "Für Autisten das reinste Folterlager!".
Ich denke da schon länger drüber nach und es ist eine meiner letzten Hoffnungen. Lieber mache ich sowas als für immer gar nichts. Die Rente wäre nicht viel ,aber würde mir reichen. Ist sogar mehr als man für ein Berufsleben als Geringverdiener bekäme. Ich würde mir auch wenn überhaupt mehrere erreichbare Werkstätten anschauen. Manche sollen eine extra Abteilung für psychisch Kranke haben. Dann gibes auch Außenarbeitsplätze in normalen Betrieben, allerdings bekommt man da auch keinen richtigen Lohn.

Ich kann halt Hartz IV auch frühestens in 5 Jahren bekommen, was soll ich bis dahin machen? Es wäre gut ,wenn sich bald eine Lösung für mich ergäbe. Ich muss wissen wo ich dran bin. Und inzwischen bin ich soweit, dass ich mich einfach für richtig behindert erklären lassen möchte, weil ich eh kein normales Leben führen kann...
 
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Badener

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Und inzwischen bin ich soweit, dass ich mich einfach für richtig behindert erklären lassen weil ich eh kein normales Leben führen kann...
Hallo,
es ist keine Schande wenn man "anderst" als andere Menschen ist ... jeder Mensch hat Beeinträchtigungen, manche mehr ... manche weniger.
GLG
 

Kerstin_K

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Wie viel Prozent von dem Test soll man denn richtig gelöst haben, um weiterzukommen?
Entweder das richtet sich nach der Zahl der Bewerber im Verhältnis zur Anzahl der offenen Stellen oder das läuft ganz anders und die wolen einfach nur wissen, wo deine Stärken und Schwächen liegen.

Es kann auch sen, dass ie nur wissen wollen, wie du unter Druck reagierts. Manche Menschen arbeiten dann ruhig weiter mit er Betonung auf Fehlervermeidung, also lieber ein paar Aufgaben weniger und dafür weniger Fehler. Andere beeilen sich dann und meinen, wenn sie mehr Aufgaben lösen, dass dann auch die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass richtige Antworten dabei sind.

Und dann kann es auch sein, dass deine Konzentrationsfähigkeit getestet weren sollte.
Wieso muss man bei der Handelskammer vorsprechen?
Eventuell gibt es für Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, Nachteilsausgleiche zu bekommen. Um Beispiel meht Zeit in der Prüfung. Oder Legasteniker zum Beispeil könen sic Aufgaben vorlesen lassen, Sehbehinderte können die Aufgaben in Grossdruck bekommen, es gibt da viele Möglichkeiten.
Manche sollen eine extra Abteilung für psychisch Kranke haben.
Autismus ist doch keine psychische Krankheit.
 

Rookie84

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Ich verstehe einfach nicht, was die mit diesen Tests bezwecken wollen. Halten die einen denn für so unglaublich dumm? Halten die deutsche Schulen für so dermaßen inkompetent?
Nein, das liegt an der Nachfrage nach dem Ausbildungsberuf. Es kommt vor, dass auf eine Stelle sich 40-50 Bewerber melden, gerade im kaufmännischen Sektor ist das nicht unüblich. Da werden dann solche Tests durchgeführt, um zu filtern. Bei unbeliebten Ausbildungsberufen (zb. Hotel/- Restaurantfachmann) wird so etwas nicht gemacht, da ist man froh, wenn sich überhaupt jemand bewirbt.

Und eine Werkstatt ist für sensible Autisten nicht zu empfehlen. Denn wenn keine Stelle im Außenbereich vorhanden ist, dann musst Du innerhalb der Werkstatt arbeiten. Und da hast Du es teilweise mit Leuten zu tun, die psychisch schwer umgänglich sind (z.B. fangen aus irgendeinen banalen Grund an zu schreien). Und fährst Du erstmal auf der Schiene, ist es schwer, wieder da rauszukommen - wenn das im Lebenslauf steht, hat man schlechte Karten... daher dann lieber als Geringverdiener anfangen (Briefe sortieren, Zeitungen austragen, Waren im Supermarkt sortieren zum Beispiel).
 

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Geh dich mal bei Supermärkten als Wareneinräumer bewerben. Die brauchen jetzt überreichlich solcher Mitarbeiter.
 

Celtic Warrior

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Du bist auch Autist? Ich nehme an, das war eher ein kleiner Betrieb?
Ich bin Autist und ADSler. Und nein, dass war kein kleiner Betrieb. Das war damals einer der größten Betriebe in dem Bereich weit und breit (mittlerweile ist der mangels Nachfolger geschlossen).

Mal ein Praktikum zu machen könnte ich mir vorstellen, allerdings betrifft es bei mir eher große Betriebe, die nicht so greifbar sind.
Warum sollten große Betriebe nicht so greifbar sein? Schreib die doch einfach mal an und biete denen an, ein Praktikum zu machen.

Ich habe schon in der Schulzeit für das einzige Praktikum nur mit Mühe und Not ein Unternehmen gefunden- Handwerksklitsche bei uns im Dorf, sonst hat sich keiner gemeldet, und die auch nur, weil meine Oma die alte Chefin kannte..
Tja, dass ist das Dumme. Vieles geht heute nur noch über Vitamin B. Leider leiden die meisten Autisten ja bekanntlich an einen eklatanten Vitamin B-Mangel, was die Suche nicht grad einfacher macht. Da hilft nur, hartnäckig zu bleiben und nach erfolgter Bewerbung nach einer gewissen Wartezeit nachzufragen, wie das denn nun aussieht. Die müssen sehen, dass du das wirklich willst. Das muss dann natürlich auch sehr deutlich aus deinem Anschreiben hervorgehen (also nicht so ein lasches Standard-08/15-Lari-Fari-Anschreiben, sondern was mit "Biss"; das muss sich von anderen Bewerbungen abheben).


Manche sollen eine extra Abteilung für psychisch Kranke haben.
Wo dann Bipolare, Borderliner und so arbeiten. Wenn du bei "normalen" Menschen schon Probleme hast, ihr Verhalten zu verstehen und mit denen klarzukommen, wirst du die unter Garantie gar nicht mehr verstehen und auch nicht mit denen klarkommen.

Und inzwischen bin ich soweit, dass ich mich einfach für richtig behindert erklären lassen möchte, weil ich eh kein normales Leben führen kann...
Glaub aber nicht, dass plötzlich alles gut ist, nur weil du offiziell als behindert giltst. Das Leben wird dadurch nur geringfügig leichter. Okay, man wird dann nicht mehr an die ZAFs und anderes Geschmeiss vermittelt und man nimmt mit Glück etwas mehr Rücksicht auf deine speziellen Bedürfnisse, aber ansonsten musst du dich trotzdem regelmäßig bewerben und du wirst auch an diversen "Sinnlos-Maßnahmen" teilnehmen müssen. Und auch im Leben jenseits von Jobcenter und Arbeit wird sich nicht wirklich viel ändern. Das einzig Gute ist da, dass man ambulant betreutes Wohnen oder ein persönliches Budget beantragen kann. Ansonsten werden die Menschen kaum mehr Rücksicht nehmen und es dir auch nicht viel einfacher machen.
 

Harzfünfer

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Es kann auch sein, dass die nur wissen wollen, wie du unter Druck reagierst. Manche Menschen arbeiten dann ruhig weiter mit er Betonung auf Fehlervermeidung, also lieber ein paar Aufgaben weniger und dafür weniger Fehler. Andere beeilen sich dann und meinen, wenn sie mehr Aufgaben lösen, dass dann auch die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass richtige Antworten dabei sind.
Also bei diesem Online-Test hat es sich ergeben, dass ich die Möglichkeit hatte, ihn zwei mal zu machen. Weil keine Ergebnisse in der Firma angekommen sind und nachdem ich reklamierte, den Test doch bearbeitet zu haben durfte ich ihn noch mal machen. Er ist schon hart und knifflig aber jetzt mit dem Vorwissen war es einfacher. Also manche Aufgaben sind entweder leichter als andere oder fallen mir leichter und ich bin schneller darin, das weiß ich nicht. Bei den Matheaufgaben waren ein paar dabei, an denen man sich sehr lange aufhalten kann, das ist wohl ein Trick. Ich bin dann zur nächsten weiter. Rückblickend habe ich über diese Matheaufgaben noch mal nachgedacht. Die sind nicht unlösbar aber man muss sehr intensiv nachdenken und braucht einiges an Zeit.
Also, letztendlich konnte man die Aufgaben bestehen, wenn man ca. die Hälfte oder 60-70% richtig hatte. Ich bin aber anscheinend leider trotzdem durchgefallen, weil in einem der Aufgabenteile nebst Allgemeinwissen der Firmenname abgefragt wurde, und das wusste ich nicht bzw. habe GmbH angekreuzt, was falsch war. Deswegen bin ich anscheinend durchgefallen. Die anderen Aufgabenteile waren nämlich alle grün (für "bestanden), nur das war gelb. Schade. Aber wenn die jetzt auch noch einen Test im Unternehmen durchführen würden usw., das wäre so viel Selektion, dass ich mir das nicht antue. Wenn die wirklich so viele Bewerber haben, habe ich eh keine Chance.
Autismus ist doch keine psychische Krankheit.
Im weitesten Sinne schon. Man spricht aber eher von psychischer Behinderung, weil es ja nicht heilbar ist.
Nein, das liegt an der Nachfrage nach dem Ausbildungsberuf. Es kommt vor, dass auf eine Stelle sich 40-50 Bewerber melden, gerade im kaufmännischen Sektor ist das nicht unüblich. Da werden dann solche Tests durchgeführt, um zu filtern.
Es heißt doch ständig, es gäbe nicht genug Lehrlinge, auch gäbe es mehr Lehrstellen als interessierte Schulabgänger etc. Wie kann dann sowas sein? Und auch bei kaufmännischen Berufen heißt es, dass die nicht mehr so heiß begehrt sind. Es gibt da so eine Auflistung der Berufe, und da gibt es drei Symbole: Eins, wenn es mehr (Lehr-)stellen als Bewerber gibt, eins wenn es sich etwa die Waage hält und eins wenn es mehr Bewerber als Stellen gibt. Und bei Kaufmann für Groß- und Außenhandel soll es demzufolge ungefähr genau so viele Bewerber wie Stellen dafür geben. Aber wieso gehe ich dann immer leer aus und bin der Gelackmeierte?

Andere Berufe wie z.B. im Handwerk kommen für mich nicht infrage, v. a. wegen meiner motorischen Probleme, das habe ich schon mal erwähnt, oder?
Und eine Werkstatt ist für sensible Autisten nicht zu empfehlen. Denn wenn keine Stelle im Außenbereich vorhanden ist, dann musst Du innerhalb der Werkstatt arbeiten. Und da hast Du es teilweise mit Leuten zu tun, die psychisch schwer umgänglich sind (z.B. fangen aus irgendeinen banalen Grund an zu schreien). Und fährst Du erstmal auf der Schiene, ist es schwer, wieder da rauszukommen - wenn das im Lebenslauf steht, hat man schlechte Karten...
Man könnte es sich ja mal angucken. Vielleicht gibt es ja doch einen Außenbereich. Allerdings bin ich auch nicht gerne bei Wind und Wetter draußen, ich friere immer so und vertrage auch die Hitze nicht.
Dass Leute plötzlich anfangen zu schreien bin ich von meiner Verwandtschaft eh gewohnt. Das wird mich nicht großartig schocken.
Wenn ich schon dort wäre würde ich es auch bleiben soweit möglich. Mir geht es ja um die Rente. Nach zwanzig Jahren winkt ein Rentenanspruch.


ABER: Nun ist die Sache, es erzählt einem ja jeder irgendwas anderes. Ich war nämlich kürzlich bei einer Psychologin die meinte, in der WfbM könnte man nur arbeiten, wenn man keinen richtigen Schulabschluss hat bzw. höchstens mit Förderschulabschluss. Das hat mich erst mal vor den Kopf gestoßen und ich habe sowas noch nie gehört. Es gibt doch z.B. auch noch Körperbehinderte wie Rollifahrer in WfbMs, da muss man doch nicht zwangsläufig geistig behindert sein?
Ich weiß jetzt nicht wie sie das gemeint hat.
Was würdet ihr dazu sagen?

Ich denke, in aller Regel ist das doch Sache der Arbeitsagentur, die schicken einem doch da hin (wenn sie wollen). Und da sollen ja auch schon Leute gelandet sein, die mal regulär gearbeitet haben.


Desweiteren hat sie gemeint, ich solle eine Ausbildung in einem Berufsbildungswerk machen. Auch das stößt mich vor den Kopf. Das läuft doch auch über die BA, die müssen das doch genehmigen und sind der Kostenträger. Und ich habe ja schon eine abgeschlossene Ausbildung, weshalb die mir eh nichts finanzieren werden. Zumal so ein BBW für mich nicht infrage käme und selbst wenn, was wäre danach? Da ist man dann wieder arbeitslos. Das bringt mich einfach nicht weiter.



Ach, mir hängt das alles so zum Hals heraus, ich wünschte es gäbe endlich sowas wie ein Grundeinkommen, dann würde ich einfach davon leben und hätte diese ganzen Probleme nicht mehr...
daher dann lieber als Geringverdiener anfangen (Briefe sortieren, Zeitungen austragen, Waren im Supermarkt sortieren zum Beispiel).
Auch für solche Stellen muss man sich bewerben und erst mal überhaupt eine Zusage bekommen. Und in Zukunft wird es solche Stellen durch die Technisierung immer weniger geben.
Warum sollten große Betriebe nicht so greifbar sein? Schreib die doch einfach mal an und biete denen an, ein Praktikum zu machen.
Das ist halt schon was anderes als ein inhabergeführtes Kleinstunternehmen, wo man persönlich vorstellig werden könnte.
Okay, man wird dann nicht mehr an die ZAFs und anderes Geschmeiss vermittelt und man nimmt mit Glück etwas mehr Rücksicht auf deine speziellen Bedürfnisse, aber ansonsten musst du dich trotzdem regelmäßig bewerben und du wirst auch an diversen "Sinnlos-Maßnahmen" teilnehmen müssen.
Da ich ja eh bis auf weiteres keine ALGII-Leistungen o.ä. erhalte, betrifft mich das erst mal nicht so sehr. Aber wäre natürlich trotzdem gut, wenn für den Fall des Falles vor allzu viel Willkür geschützt ist.
Ansonsten werden die Menschen kaum mehr Rücksicht nehmen und es dir auch nicht viel einfacher machen.
Ich möchte jetzt einfach diesen Behindertenstatus, weil man dann was vorzuweisen hat. Bis jetzt verstehen die Menschen das einfach nicht, weil man ist ja nicht offiziell behindert. Und ich kann das einfach nicht erfüllen was die anderen, normalen Menschen von mir erwarten und verlangen, einfordern oder vielleicht sogar erzwingen wollen. Ich kann nicht in eine fremde Großstadt umziehen und dort studieren oder arbeiten. Ich kann ohne fremde Hilfe keine Arbeit finden. Ich kann nicht federleicht durchs Leben gehen und alles mit links schaffen und mich um zehn Sachen gleichzeitig kümmern, so wie das die anderen können. Das kann ich nicht und das sollen die anderen endlich mal verstehen. Ich bin dann lieber ein "Behinderter" als für immer ein Simulant, eine Mimose oder ein Hypochonder...

Weil viele Leute glauben ja, man würde sich psychische Krankheiten wie z.B. Depressionen nur einbilden oder dass sie eine Ausrede wären für Leute, die nichts leisten wollen...
 
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