ausziehen und BAföG (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Wollknäul

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
15 Mai 2008
Beiträge
81
Bewertungen
0
Hallo,
ich kenne eine Bekannte die hat folgende Situation:
Also, sie wohnt bei ihren Eltern(bekommen ergänzend ALG II) und ist noch keine 25 J. Ihr Arzt ist der Meinung, dass es aus gesundheitlichen Gründen besser wäre für sie auszuziehen. Nun fängt sie im August mit Fachabi an und muss wohl BAföG beantragen. Wie sollen die nächsten Schritte aussehen?
 

Mario Nette

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
13 Dezember 2007
Beiträge
12.325
Bewertungen
847
Sie sollte sich umgehend eine Attest von ihrem Arzt holen und auch umgehend den Umzug und die Übernahme der Umzugskosten beantragen. Das kann sie gleichzeitig machen und in den Antrag schreiben, dass das ärztliche Attest nachgereicht wird.

Warum "umgehend"? Weil die ARGE sonst alles aussitzen will, um ja keinen Antrag auf Erstattung der Umzugskosten zu bekommen. Wer allerdings in einer derartigen Lage ist, wird auch mit Schüler-BAföG ganz sicher nicht reich und fähig, einen Umzug zu stemmen. Sofern aber erst einmal der BAföG-Bezug rechtlich begründet ist (also ab Anfang August), wird sich die ARGE nicht mehr zuständig sehen. Jetzt allerdings ist sie noch zuständig. Also Feuer frei ;)

Mario Nette
 

Wollknäul

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
15 Mai 2008
Beiträge
81
Bewertungen
0
kann der Arzt ihr etwas aufschreiben damitsie ausziehen darf? denn eigentlich darf sie ja noch nicht ausziehen...
 

pigbrother

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
22 Juni 2009
Beiträge
1.217
Bewertungen
219
Nun, wenn der Arzt meint dass es aus gesundheitlichen Gründen besser wäre für sie auszuziehen, dann sollte er es auch begründen.

Dann kommt aber sicher der Amtsarzt der dies auch feststellen muss ....
 

jette

Elo-User*in
Mitglied seit
9 Juli 2008
Beiträge
212
Bewertungen
27
Nein, nur bei gesundheitlichen Einschränkungen, die die Vermittlung auf dem "Arbeitsmarkt" betrifft.
Falsch, der ärztliche Dienst kann auch prüfen, wenn es um Umzüge geht. Genauso erhält dieser auch einen Auftrag, wenn ein Arzt nichts konkretes auf der Bescheinigung für den Ernährungsmehrbedarf angibt.
Der ÄD ist nicht nur für die Prüfung des gesundheitlichen Zustandes im Rahmen der Vermittlung zuständig.
 
E

ExitUser

Gast
Bisher kannte ich nur dies:

Der Ärztliche Dienst ist ein eigener interner Fachdienst der Bundesagentur für Arbeit. Dieser Fachdienst hat die Aufgabe, die gesundheitlichen Einschränkungen von Arbeitsuchenden festzustellen und die Auswirkungen der festgestellten Gesundheitsstörungen auf die Leistungsfähigkeit und/oder die Eignung für bestimmte Berufe zu beurteilen (= ärztliche Begutachtung).Der Ärztliche Dienst wird nur nach Beauftragung tätig. Zuständig für die Beauftragung ist immer die jeweils für Sie zuständige Fachkraft. Dies gilt, egal ob Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II haben und auch wenn Sie noch erwerbstätig, aber dennoch arbeitsuchend, sind.
Quelle: BfA

Gibt es da Neuerungen?
 

pigbrother

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
22 Juni 2009
Beiträge
1.217
Bewertungen
219
Wenn jemand Erwerbsunfähigkeits- Rente beatragt muss auch er zum Amtsarzt.
 
E

ExitUser

Gast
Steht dort ja auch: "Leistungsfähigkeit".

Aber ich habe bisher noch nichts zum Thema "Wohnung" gefunden.
 

Erolena

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 November 2007
Beiträge
5.939
Bewertungen
1.508
AW: Ausziehen und BAföG

...im August mit Fachabi an und muss wohl BAföG beantragen....
Was meinst Du hier genau mit Fachabi? Je nach besuchter Schule liegen die Dinge unterschiedlich.
Fachoberschule, bei der eine abgeschlossene Berufsausbildung vorausgesetzt wird (umfasst nur Kl.12), Es besteht unabhängig vom Wohnort Bafög-Anspruch.
Dagegen bei zweijähriger FOS (Kl.11+12), setzt keine abgeschlossene Berufsausbildung voraus. Derjenige der zu Hause wohnt oder wohnen könnte, hat hier keinen Bafög-Anspruch.
 
E

ExitUser

Gast
Hallo,
ich kenne eine Bekannte die hat folgende Situation:
Also, sie wohnt bei ihren Eltern(bekommen ergänzend ALG II) und ist noch keine 25 J. Ihr Arzt ist der Meinung, dass es aus gesundheitlichen Gründen besser wäre für sie auszuziehen. Nun fängt sie im August mit Fachabi an und muss wohl BAföG beantragen. Wie sollen die nächsten Schritte aussehen?
M.E. wird das Amt sich sogar sehr freuen, wenn sie auszieht. Sie wird nämlich bafög erhalten und es steht ihr noch ihr Mietanteil zu, den sie dem Bafög nicht anrechen können, weil im Bafög für KdU nur 50 Euros enthalten sind. Ihr Mietanteil ist sicherlich höher.

Um das hier etwas besser zu erklären:

Einem Student, der bei den Eltern wohnt, wo beide Elternteile ALG II beziehen, fällt aus der Bedarfsgemeinschaft und bekommt auch seinen Mietanteil dafür nicht. Der wird einfach abgezogen! Da das Bafög aber meist nur ca. 377 Euros beträgt, und in diesen 377 Euros für Kosten der Unterkunft nur 50 Euros vorgesehen sind, kann er seinen Mietanteil bis auf 50 Euros nicht davon bezahlen, denn das Bafög ist für sein Studium da.

D.h. kurz vor Studienbeginn müsste der Student "Antrag auf Zuschuss zu den Kosten der Unterkunft gem. § 22 Abs. 7 SGB II" stellen. Dazu benötigt er den Bewilligungsbescheid für das Bafög und eine Studienbescheinigung (bzw. er muss sie nachreichen, wenn sie noch nciht vorliegen).

Erfahrungsgemäß stellt das Amt sich dumm. Die wollen das gar nicht bezahlen. Da das Kind neben dem Bafög ja noch Kindergeld bezieht und evtl. noch ein wenig jobben kann, sehen die den Bedarf als gedeckt. Dann sollte der Student zum Fachanwalt für Sozialrecht gehen und seinen Mietanteil gem. Beschluss AZ. L 9 AS 215/07 ER vom Hessischen Landessozialgericht einklagen (inzwischen liegen noch viele Urteile mehr vor). Das ist in einigen Wochen im Eilverfahren eingeklagt und der Student bekommt seinen Mietanteil.

Und schon macht das Amt Druck, damit der Student auszieht! Denn dann kann er sich den Mietanteil des Studenten sparen! Dann ist die Wohnung für die Eltern zu teuer und sie werden aufgefordert, entweder unterzuvermieten oder aber sich eine preiswertere Wohnung zu suchen.

Selbst wenn der Mietanteil des Studenten unter 50 Euros liegt (schließlich sind die Eltern Aufstocker) und ihm gar kein Zuschuss für ungedeckte Mietkosten zusteht, fällt er aus der Berechnung und kann ausziehen. Er erhält dann etwas mehr Bafög (etwas über 400Euros) + Kindergeld und kann noch jobben. Ist nicht viel, aber für die Anmietung eines Zimmers in einer WG reicht es.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten