Austeuerung, ALG1, leidensgerechter Arbeitsplatz

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Ruth16

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Hallo,

meine Aussteuerung bei der Krankenkasse erfolgte 29.04., der ärtzl. Dienst hat mich für 6-8 Std. mit diversen Einschränkungen arbeitsfähig eingestuft, stehe jetzt dem Arbeitsmarkt quasi zur Verfügung, damit ich das Arbeitslosengeld nun demnächst hoffentlich vollständig erhalte. Da mein Arbeitsverhältnis noch besteht (öffentlicher Dienst) hat mir das AA ein Schreiben an den Arbeitgeber bzgl. leidensgerechtem Arbeitsplatz mitgegeben. Im Schreiben wird das ärztl. Gutachten erwähnt nach dessen Vorgaben ich umgesetzt werden sollte. Meine ist Frage nun, bin ich verpflichtet den Teil B so wie er mir vom Arbeitsamt mitgegeben wurde mit Diagnosen, Einschränkungen an den Arbeitsplatz,..... mitzuschicken? Die Dame vom Integrationsfachdienst meinte ich solle auch schreiben was für einen anderen Arbeitsplatz ich mir vorstellen könnte. Habt ihr Erfahrungen mit der Umsetzung auf einen leidensgrechten Arbeitsplatz und was man dabei tun oder lassen sollte?

Falls das nicht klappt.... werde ich ja wohl demnächst Bewerbungen schreiben müssen. Gesundheitlich könnte ich vielleicht wieder eine Teilzeitstelle antreten, was ich vorher auch schon hatte. Die Dame vom AA meinte trotz des Gutachtens des ärztl. Dienstes müßte ich auch nur in Höhe des bisherigen Arbietsvertrages was suchen, damit es keine Leistungskürzungen gäbe. Ist diese Auskunft richtig?

Dürfte man bei bestehendem Arbeitsverhätnis überhaupt einen neuen Arbeitsvertrag abschließen? Wie würde das dann weitergehen?

Danke schon mal für Eure Auskünfte, vielleicht lichten sich ja bald ein paar Fragen im meinen Kopf.

Grüße

Ruth
 
D

Darksider

Gast
Hallo,

Also dein AG bzw der Integrationsfachdienst sollte schon wissen was du hast, sonst könnte man ja keinen leidensgerechten Arbeitsplatz suchen/herstellen.Teil B reicht dazu vollkommen aus.

Wenn es kein Platz gibt wird wohl der Arbeitsvertrag aufgelöst, ohne dass du Nachteile hast.Dann kannst und musst dich ja bewerben.Ob die Dame vom Amt recht hat mit ihrer Aussage, ich meine mal ja, da gibt es was, aber dazu sollen andere was sagen , bin noc h nicht richtig wach.
 

Fritz Fleißig

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Krankheitsdiagnosen gehören eigentlich nicht in den nichtvertraulichen Teil B, werden aber manchmal trotzdem aufgeführt. Ich würde dies einfach vor Weitergabe einer Kopie an den Arbeitgeber schwärzen, denn es geht den schließlich nichts an. Die sachlichen Einschränkungen bezüglich der Tätigkeit beziehungsweise Anforderungen an den leidensgerechten Arbeitsplatz muß der Arbeitgeber freilich kennen.

Du mußt dich als zuvor Teilzeitbeschäftigte nur auf Teilzeitstellen bewerben, bei denen die Arbeitszeit nicht größer ist als zuvor, um das ALG ungekürzt zu bekommen. Diese Auskunft ist also richtig. Alles natürlich unter Berücksichtigung deiner gesundheitlichen Möglichkeiten.
 
G

Gelöschtes Mitglied 24666

Gast
Du bist im öffentlichen Dienst, dann ist wahrscheinlich bei Eurem Betriebsrat ein Schwerbehinderten-Beauftragter. Der könnte Dir vielleicht helfen. Meine hat mir sehr geholfen.
Viel Glück
 

Doppeloma

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Hallo Ruth16,

meine Aussteuerung bei der Krankenkasse erfolgte 29.04., der ärtzl. Dienst hat mich für 6-8 Std. mit diversen Einschränkungen arbeitsfähig eingestuft, stehe jetzt dem Arbeitsmarkt quasi zur Verfügung, damit ich das Arbeitslosengeld nun demnächst hoffentlich vollständig erhalte.

Wie wurde das festgestellt, warst du beim Arzt oder "per Aktenlage" und welche Unterlagen hast du dafür zur Verfügung gestellt, wahrscheinlich schon viel zu viele ... ???

Hast du schon Bescheid und Geld bekommen oder schieben die deine Wartezeit jetzt noch weiter auf die Unterlagen, die dein AG denen vorlegen soll ???

Du hast einen Rechtsanspruch auf das Geld nach der Aussteuerung gemäß § 145 SGB III, auch wenn die das nicht gerne hören und die sind schon mit deinem Geld in Verzug seit dem 30.04.2013, ich wundere mich immer wieder wieviel Gedud die Leute da doch aufbringen und welchen Quark sie sich da erzählen lassen, warum man dem nicht nachkommt ...

§ 145 SGB III Minderung der Leistungsfähigkeit

Der Amtsarzt hat nicht zu entscheiden, ob Gesetze angewendet werden oder nicht.
Was läuft im Hintergrund bei der DRV ... es muß ja dort irgendein Verfahren ( Reha /EM-Rente) geben für den Anspruch an die AfA gemäß der Nahtlosigkeit ???

Da mein Arbeitsverhältnis noch besteht (öffentlicher Dienst) hat mir das AA ein Schreiben an den Arbeitgeber bzgl. leidensgerechtem Arbeitsplatz mitgegeben. Im Schreiben wird das ärztl. Gutachten erwähnt nach dessen Vorgaben ich umgesetzt werden sollte.

Welche Rechtsgrundlagen werden denn überhaupt für diese Forderung genannt (es gibt nämlich keine), dein AG hat deine Lohnbescheinigung auszustellen (damit dein ALGI berechnet werden kann), dein aktuelles Arbeitsverhältnis "ruht" und ALLE Möglichkeiten dich dort weiter beschäftigen zu können, sollten eigentlich lange (in 1,5 Jahren AU) geklärt sein ... :icon_kratz:

Wenn du dort noch irgendwas arbeiten könntest, wärst du ja nicht so lange AU gewesen, ODER ...aber das ist die neueste Mache der AfA den Ausgesteuerten das Leben schwer zu machen...

Meine ist Frage nun, bin ich verpflichtet den Teil B so wie er mir vom Arbeitsamt mitgegeben wurde mit Diagnosen, Einschränkungen an den Arbeitsplatz,..... mitzuschicken?

Dieses GA war für die AfA und hat bei deinem AG überhaupt NICHTS zu suchen, den geht das gar nichts an was da drin steht (egal ob es stimmt oder nicht), sind da (im Teil B) eindeutige Diagnosen genannt, geht das auch deinen Vermittler nichts an und ist ein schwerer Verstoß gegen den Datenschutz.

Die Dame vom Integrationsfachdienst meinte ich solle auch schreiben was für einen anderen Arbeitsplatz ich mir vorstellen könnte. Habt ihr Erfahrungen mit der Umsetzung auf einen leidensgrechten Arbeitsplatz und was man dabei tun oder lassen sollte?

Bist du Schwerbehindert mit Ausweis oder wie kommst du auf den Integrationsdienst, wenn die glauben da was regeln zu können (bei Schwerbehinderten) dann haben die sich gefälligst beim AG darum zu kümmern und nicht du.

Ja, Erfahrungen habe ich reichlich, dass es nach 78 Wochen AU definitiv keine Möglichkeit mehr gibt, in der vorhandenen Firma irgendwie "umgesetzt" zu werden, weil das alles längst schon früher geprüft wurde (so sollte es jedenfalls sein), die AfA will dich gerade nur sinnlos beschäftigen, um Gründe zu haben /finden den Bescheid und das Geld zurückzuhalten.

Oder hast du schon was bekommen ???

Falls das nicht klappt.... werde ich ja wohl demnächst Bewerbungen schreiben müssen.

Was würdest du denn in deiner Firma machen (müssen) und worauf glaubst du dich dann bewerben zu können, wenn es da (wo du dich auskennst) schon nicht mehr klappt, mit dem Arbeiten ???
Das ist meist viel Theater um NICHTS bei der AfA nach der Aussteuerung, der Arbeitsmarkt wartet nicht auf kranke Leute.

Du musst dich zwar theoretisch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen, aber bisher habe ich es noch nicht erlebt, dass ein Ausgesteuerter einen anderen Job gefunden hat, den er dann auch schaffen konnte ... hast du denn zuletzt Teilzeit gearbeitet ???

Gesundheitlich könnte ich vielleicht wieder eine Teilzeitstelle antreten, was ich vorher auch schon hatte. Die Dame vom AA meinte trotz des Gutachtens des ärztl. Dienstes müßte ich auch nur in Höhe des bisherigen Arbietsvertrages was suchen, damit es keine Leistungskürzungen gäbe. Ist diese Auskunft richtig?

Wenn dein ALGI auf einer Teilzeitstelle beruht, dann genügt es wenn du auch in diesem Zeitrahmen andere Arbeit suchen würdest, bis dahin darf sowieso nichts gekürzt werden, der Hinweis war völlig überflüssig, erst wenn du weniger als vorher arbeiten willst, wäre auch eine Absenkung des ALGI möglich.

Dürfte man bei bestehendem Arbeitsverhätnis überhaupt einen neuen Arbeitsvertrag abschließen? Wie würde das dann weitergehen?

Ja sicher, wenn du dem neuen AG dann mitteilst, dass du erst nach Ablauf deiner Kündigungsfrist (beim vorhandenen AG) dort anfangen kannst, allgemein genügt es schon im Bewerbungsschreiben darauf hinzuweisen, dass man sich noch im ungekündigten Arbeitsverhältnis befindet und erst nach der regulären KÜ-Frist (lt Arbeitsvertrag) zur Verfügung stehen kann.

Dei Arbeitsvertrag ruht ja nur, der löst sich aber nicht einfach in Luft auf wenn du einen weiteren unterschreiben würdest, ich schrieb ja schon, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass du einen anderen (sicheren) Arbeitsvertrag unter all diesen Bedingungen überhaupt angeboten bekommst.

Das hat ja dann nicht die AfA zu entscheiden, sondern der potentielle neue AG, ob er so zwischen 3 und 6 Monate warten möchte bis du dort deine Arbeit aufnehmen könntest ... ich kenne ja deine Kündigungsfrist nicht.

Einen Aufhebungsvertrag brauchst und solltest du nicht machen (selber kündigen OHNE neuen Arbeitsvertrag in der Tasche schon gar nicht), lass dir da NIX erzählen, dafür gibt es keinen Grund, schon gar nicht wenn du wirklich Schwerbehindert sein solltest.
Dann könnte dir die AfA zur Strafe auch noch 3 Monate das Geld sperren.

Diese ganze Thematik mit der Aussteuerung und der AfA danach ist sehr umfangreich und kompliziert, darum kann man den Leuten auch so leicht was Falsches erzählen, was nur zu ihrem Nachteil ist, sie wissen es ja nicht besser.

Nimm dir zukünftig jemanden als Beistand (§ 13 SGB X) mit, wenn du zur AfA bestellt wirst und hinterfrage ALLES was man von dir verlangt, du willst die Rechtsgrundlage dafür haben, schriftlich (!!!), damit du das (z.B. durch Gewerkschaft /Anwalt) prüfen lassen kannst, was man da von dir verlangt.:icon_daumen:

Da werden die meist schon deutlich vorsichtiger mit ihren Aussagen, was du angeblich alles machen mußt ...

MfG Doppeloma
 

Anna B.

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Die Anfrage an den AG ist so überflüssig wie ein Kropf...

gerade im öffentl. Dienst ist doch über das BEM - berufliche Eingliederungsmanagment . - bestimmt reichlichst bei euch alles besprochen worden..

Eingliederungsmanagement: Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

d.h. es gibt bestimmte Varianten von Arbeitsunfähigkeitszeiten und da ist der Arbeitgeber verpflichtet, mit jedem arbeitsunfähigen Mitarbeiter ein solches Gespräch oder auch 2 3 zu führen..um evtl. den Mitarbeiter auf einen anderen Arbeitsplatz umzusetzen.

Ich denke, das ist bei dir bereits geschehen...und es besteht auch keine gesetzl Verpflichtung dazu, das bei Aussteuerung zu wiederholen..

das ist nur Abschiebepolitik der Afa...damit sie dich erst mal aus dem Büro haben und vielleicht klappt es ja auch bei dem ein oder anderen..

du bist nicht dazu verpflichtet..!!

außerdem lass dir auch nicht erzählen, dass du vom AG einen schriftlichen Nachweis haben mußt, dass er dich nicht weiter beschäftigen kann...

das ist nämlich gesetzlich auch nicht geregelt..

in der DA zum § 145 SGB III (nach Aussteuerung/Nahtlosigkeitsregelung)..steht eindeutig..

Mit der Arbeitslosmeldung
dokumentiert der Arbeitslose, dass er das Direktionsrecht des
Arbeitgebers nicht mehr anerkennt. Bestätigungen des Arbeitgebers
sind nicht zu verlangen.


das steht so deutlich auf Seite..10 in dieser DA..

hier der Link zur DA... https://www.arbeitsagentur.de/nn_16...beitslosigkeit/Publikation/pdf/GA-Alg-145.pdf

ganz,ganz viel zu lesen...aber sehr erhellend und informativ...du wirst daraus erkennen, dass sie dir viel Blödsinn erzählt haben und sie gar nicht selber wissen, was sie einem erzählen...

du bist ausgesteuert,
du hast Beiträge eingezahlt
du hast Anspruch auf ALG I im Rahmen der Nahtlosigkeitsregelung
du hast viele Infos geliefert (Gesundheitsfragebogen, Schweigepflichtentbindung)..die du nicht hättest liefern müssen...wäre alles freiwillig gewesen..

die sind jetzt an der Reihe, dass sie dir dein ALG I zahlen...

du bist auf gar keinen Fall verpflichtet erneut mit deinem AG über einen Arbeitsplatz zu sprechen...siehe link..

du bekommst Vollzeit!1! hast ja vorher auch Vollzeit gearbeitet...dein ALG I...und zwar rückwirkend ab 30.4...

ich würde an deiner Stelle mal eine Beschwerde an Nürnberg schicken...mit der Aufforderung dir umgehend dein zuständiges ALG I auszuzahlen..

und dem SB vor Ort mal zu erklären, das er wohl in seiner Handlung ein wenig zu weit greift..nämlich am gesetz und an der DA vorbei..

hier die Anschrift für Nürnberg:

Nuernberg.Kundenreaktionsmanagement@arbeitsagentur.de

die würden heute noch eine email von mir erhalten..mit Fristsetzung für nächste Woche..Anfang nächster Woche...und Forderung der zahlung..

es ist unglaublich, wie die mit kranken Menschen umgehen...ach quatsch..die gehen mit allen so um..

läuft eigentlich ein Rentenantrag?

dann wird es auch schwer, eine STelle zu finden..

hab keine Angst...du wirst womöglich die ein oder andere Bewerbung schreiben müssen...aber spätestens beim Vorstellungsgespräch wirst du erwähnen, dass du Rente beantragt hast und das du seit...au bist...
und eine Kündigungsfrist...X Monaten hast..

da wird sich kein AG überlegen, dich einzustellen..

lass dir nicht so viel gefallen...und vor allen Dingen..unterschreibe vor Ort bei der Afa nichts..gar nichts...
alles gut durchlesen und ggf. hier einstellen...

viel Erfolg
 
Status

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