Aussteuerung, wohl keine Nahtlosigkeitsregelung, wie wirkt sich Finanzierungslücke auf ALG1 aus?

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Ferdinand1234

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
13 März 2019
Beiträge
19
Bewertungen
2
Hallo zusammen,

folgender Sachverhalt:
- Aussteuerung aus Krankengeld erfolgt zum 10.04.2019
- Arbeitsverhältnis selbst auf ärztlichen Rat zum 30.04.2019 gekündigt
- Meldung bei AfA hat ergeben, dass ich Gesundheitsfragebogen ausfüllen sollte. Gutachten steht noch aus.
- Stationäre medizinische Reha ist beantragt

Die Arbeitsunfähigkeit bezieht sich auf die aktuelle Tätigkeit. Geplant ist, nach Ende des Arbeitsverhältnisses eine Umschulung/Weiterbildung, von der AfA finanziert, zu absolvieren und anschließend in die Selbstständigkeit zu gehen.

Folgende Fragen:
1. Da "geplant" ist, ab dem 01.05.2019 wieder arbeitsfähig zu sein, kommt die Nahtlosigkeitsregelung nicht in Frage, richtig? Bedeutete das also zwangsläufig eine Finanzierungslücke zwischen 11.04. und 30.04.2019?
2. Soweit ich richtig informiert bin, müsste man sich in einer solchen Lücke selbst kranken versichern, also neben dem fehlenden Einkommen die Beiträge für die KV selbst bezahlen, richtig?
3. Wie verhält es sich in diesem Fall bei der Beantragung von ALG1? Es entstünde ja eine Lücke vom 11.04. bis 30.04. in der dann auch niemand die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung bezahlt, ist das richtig? Wirkt sich das dann auf den ab 01.05. folgenden Anspruch auf ALG1 aus?
4. Angenommen es wird ALG1 bewilligt und kurze Zeit später die Reha angetreten. Während der Reha wird dann Übergangsgeld bezahlt, richtig? Kommt man dann nach Abschluss der Reha automatisch wieder ins ALG1?
5. Gibt es evtl. sogar Probleme mit der AfA, da eine Reha beantragt ist? Also in der Form, dass argumentiert wird, dass die Reha ja auf Grund AU beantragt wurde und derjenige somit scheinbar nicht arbeitsfähig ist und dem Arbeitsmarkt dementsprechend auch nicht zur Verfügung steht?

Ich hoffe, dass ist alles halbwegs verständlich formuliert. Ich habe ein wenig das Gefühl, den Überblick ob der vielen verschiedenen Regelungen zu verlieren. Vielen Dank für jede Hilfe.

Grüße
 

BerndB

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
19 August 2016
Beiträge
1.147
Bewertungen
679
Allgemeines, wie es oft bei Aussteuerungsfällen passiert:
Der AfA-Arzt stellt fest, dass man leistungsfähig ist, allerdings mit vielen Einschränkungen. Das Arbeitsverhältnis (Arbeitsvertrag) besteht weiter, das Beschäftigungsverhältnis (tatsächliche Ausübung) ist beendet und bleibt vermutlich beendet, weil die Ausübung der letzten Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist. In solchen Fällen zahlt die AfA nicht Alg als Nahtlosigkeitsfall, sondern "normales" Alg, wenn sich der Arbeitslose normal der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellt.
 

Ferdinand1234

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
13 März 2019
Beiträge
19
Bewertungen
2
"Bist du wirklich ab 01.05. wieder arbeitsfaehig? "

So, der Plan. Wieso?

"mal zum Verständnis: wenn dein Arbeitsverhältnis erst zum 30.04 gekündigt ist, steht dir denn dann nicht für den Rest ab Ende Krankengeld bis 30.04 noch Gehalt zu?"

Nur, wenn in dem Zeitraum die Arbeit wieder aufgenommen werden würde, soweit ich weiß.

"Allgemeines, wie es oft bei Aussteuerungsfällen passiert:
Der AfA-Arzt stellt fest, dass man leistungsfähig ist, allerdings mit vielen Einschränkungen. Das Arbeitsverhältnis (Arbeitsvertrag) besteht weiter, das Beschäftigungsverhältnis (tatsächliche Ausübung) ist beendet und bleibt vermutlich beendet, weil die Ausübung der letzten Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist. In solchen Fällen zahlt die AfA nicht Alg als Nahtlosigkeitsfall, sondern "normales" Alg, wenn sich der Arbeitslose normal der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellt. "


Im beschriebenen Fall endet der Arbeitsvertrag zu Ende April. Aber dennoch interessant, dass es den beschriebenen Fall gibt.
 

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
14.126
Bewertungen
21.793
Ja klar - du bist ja "ausgesteuert" :icon_neutral: da müsste es so sein, wenn du aufgrund deiner Erkrankung deiner "arbeitsvertraglich geschuldeten" Tätigkeit nicht nachkommen kannst, dann als arbeitslos im Sinne des § 138 SGB III giltst.


weiter ebenso §§ 136, 137, 138 SGB III - schau mal rein.

Der Grund der "Beschäftigungslosigkeit" ist da nebensächlich - du müsstest dich jedoch den Vermittlungsbemühungen zur Verfügung stellen.
Also: erklären, dass du gesundheitlich in der Lage bist, mindestens 15 Stunden wöchentlich zu arbeiten, zumindest körperlich leichte Tätigkeiten.

Heißt: keine weiteren AU-Meldungen der AfA einreichen! und sich schon jetzt mal gleich arbeitslos zu melden, damit keine Lücke entsteht -
sicher schalten die nach Aussteuerung auch den ÄD ein - das scheint ja schon zu laufen, da informiere dich hier unter den Stichworten wie "Schweigepflichtsentbindung" oder "Gesundheitsfragebogen" noch intensiver.

Du brauchst nicht auf das "offizielle Ende" deines Arbeitsverhältnisses zu warten - das sollte dir der SB aber erklärt haben?

Du stehst ab 11.4. zur Verfügung ...

Wenn du Ansprüche auf ALG I HAST - dann ab 1. Tag nach der Aussteuerung!

Entweder ALGI oder Rente - je nach Falllage.
 
E

ExUser 2606

Gast
"Bist du wirklich ab 01.05. wieder arbeitsfaehig? "

So, der Plan. Wieso?
Verfügst Du über hellseherische Fähigkeiten? Das sind noch 1,5 Monate, woher weisst Du, dass Du genau zum 01.05. wider gesund bist?
und sich schon jetzt mal gleich arbeitslos zu melden, damit keine Lücke entsteht -
Nein gila, das ist nicht nötig und auch keine gute Idee. Das reicht, wenn Ferdinand sich kurz vor der Aussteuerung medet oder sogar erst genau zum Aussteuerungsdatum. bei den Nahtlisigkeitsfällen, ist es sogar unschädlich, wenn sie sich erst später melden, dann gibt es trotdem ALGI ab Aussteuerung, denn die sind ja krank und da kann es schonmal passieren, dass man nicht zur AfA kann.

Wenn er sich jetzt schon bei der AfA meldet, dann gehen die ihm jetzt schon auf den Geist, das muss nicht sein.

Mit der Reha gibt es keine Probleme. Während der Reha gibt es Übergangsgeld und nach der Reha meldet man sich wieder persönlich bei der AfA, wenn die Reha unter 6 Wochen gedauert hat, muss man nichtmal den ANtrag neu ausfüllen.

Ist das mit der Umschulung durch die AfA schon gekärt? Eventuell wäre die DRV zuständig, wenn man lange genug eingezahlt hat.
 

Ferdinand1234

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
13 März 2019
Beiträge
19
Bewertungen
2
Arbeitslos und suchend Meldung ist bereits seit Ausspruch der Kündigung erfolgt.
DRV ist nicht zuständig, da Wartezeit nicht erfüllt.

Was ich nicht so ganz verstehe: Verfügbarkeit und ALG ab 11.04. obwohl noch Anstellungsvertrag besteht? Hätte das nicht die Konsequenz, dass man sagen würde, die Arbeit muss wieder aufgenommen werden. Weil, da ja offenbar gesund und dem Arbeitsamt für Vermittlung zur Verfügung stehen. Oder greift die Argumentation, dass sich die Krankheit nur auf den einen konkreten Arbeitsplatz bezieht?
 

Ferdinand1234

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
13 März 2019
Beiträge
19
Bewertungen
2
Hi zusammen,

ich versuche es Mal so einfach wie möglich zu stellen.

Aussteuerung ab 10.04.2019
Eigenkündigung auf ärztlichen Rat zum 30.04.2019
Somit ab 01.05.2019 vermutlich Anspruch auf ALG1
Verbleibender Resturlaub würde für Lücke zwischen Aussteuerung und Vertragsende ausreichen.

Nun zur Frage: Wäre es in dem Fall sinnvoll, sich ab 11.04.2019 wieder gesund zu melden und gleichzeitig den Resturlaub zu nehmen. So würde keine Finanzierungslücke zwischen 11.4. und 30.4. entstehen. Würden dadurch irgendwelche Nachteile entstehen? Zum Beispiel im Hinblick auf die Vermittlungstätigkeit der Agentur. Eine Umschulung/Weiterbildung wird angestrebt, steigt die Wahrscheinlichkeit z.B., dass so etwas abgelehnt wird, wenn man die letzte Zeit vor Arbeitslosigkeit nicht mehr krank gemeldet war?

Vielen Dank vorab.

PS: Zwischenzeitlich, also nach Arbeitslos und Arbeitssuchenmeldung, wurde auf eigene Faust Reha beantragt. Muss AfA darüber informiert werden? Wenn ja wie? Irgendwelche Formalitäten beachten?
 
Zuletzt bearbeitet:
E

ExUser 2606

Gast
Für den bestehenden Arbeitspltz bist DU aU geschrieben (bitte unbedingt weiterführen und nicht bei der AfA abgeben), Du stehst der Arbeitsvermittlung mit Deinem Restleistungsvermögen zur Verfügung, Due AU aufheben könnte nur der MDK.
 

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
14.126
Bewertungen
21.793
Aber in #6 steht doch bereits, dass du keine "Lücke" haben kannst, da du ab Tag nach Ende KG Anspruch auf "normales" ALG I hast,
wenn keine Nahtlosverfahren bei dir beabsichtigt ist. Verfügbarkeit.

 

Ferdinand1234

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
13 März 2019
Beiträge
19
Bewertungen
2
@ExitUser: Die Themen wurden offenbar zusammengelegt, da ähnlich. Du hattest geantwortet:

So ganz verstehe ich dein Vorhaben noch nicht, darum ein paar Fragen. Warum willst du denn selber kündigen wenn du derzeit AU geschrieben bist? Das könnte (auch auf ärztlichen Rat hin) eine Sperre beim ALG nach sich ziehen. Wenn du jetzt weiter AU bist, auch über die Aussteuerung hinaus, musst du dich sowieso bei der AfA melden und ALG1 beantragen (sofern du Anspruch hast).
Da müsstest du doch gar nicht kündigen, würdest formal deinen Arbeitsplatz behalten, und würdest ALG beziehen. Was du dann (in Ruhe) versuchst aus der "Arbeitslosigkeit" zu beantragen (Reha, EM-Rente, usw.) würde sich ja dann auch aus deinen gesundheitlichen Einschränkungen ergeben, aber das wären dann die nächsten Schritte.

Kündigung ist bereits erfolgt, zum 30.04.2019.

Warum willst du unbedingt die AU beenden? Das ist doch total kontraproduktiv in Richtung LTA. Warum soll man jemanden etwas "bewilligen" wenn er doch gar nicht krank ist.

Um in der Zeit zwischen Aussteuerung und ALG Gehalt beziehen zu können, also den Urlaub zu nehmen. Und weil das Ziel ist, eine Umschulung/Weiterbildung mit Unterstützung der AfA zu machen. Dafür muss ich dann ja ohnehin arbeitsfähig sein.

Für den bestehenden Arbeitspltz bist DU aU geschrieben (bitte unbedingt weiterführen und nicht bei der AfA abgeben), Du stehst der Arbeitsvermittlung mit Deinem Restleistungsvermögen zur Verfügung, Due AU aufheben könnte nur der MDK.

Warum soll ich die AU weiterführen? Der Vertrag ist zum 30.04.19 gekündigt. Und zwischen Aussteuerung und Ende Arbeitsvertrag könnte dann normal Gehalt bezogen werden, indem der Resturlaub in Anspruch genommen wird.

Aber in #6 steht doch bereits, dass du keine "Lücke" haben kannst, da du ab Tag nach Ende KG Anspruch auf "normales" ALG I hast,
wenn keine Nahtlosverfahren bei dir beabsichtigt ist. Verfügbarkeit.


Spricht aus deiner Sicht etwas gegen das beschrieben Szenario? Also den Resturlaub in Anspruch zu nehmen und AU dementsprechend nicht zu verlängern.
 
E

ExitUser

Gast
Die Themen wurden offenbar zusammengelegt, da ähnlich
Was ja auch Sinn macht, sonst stellt man Fragen die in anderen Threads schon geklärt waren. Und so war es bei mir, deswegen hatte ich meine Antwort zurück genommen. Es ist echt nicht vorteilhaft wenn du identische Themen mehrfach öffnest.

Und weil das Ziel ist, eine Umschulung/Weiterbildung mit Unterstützung der AfA zu machen. Dafür muss ich dann ja ohnehin arbeitsfähig sein
Aus welchen Gründen sollte dir eine Umschulung angeboten werden? Gesundheitliche Gründe scheiden ja bei dir aus.
 

Ferdinand1234

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
13 März 2019
Beiträge
19
Bewertungen
2
Du schreibst doch aber das du deine AU beenden willst. Somit stehst du der Vermittlung im vollen Umfang zur Verfügung.

Ja, aber nur weil ich grundsätzlich etwas tun und mich umschulen möchte, bedeutet das für die AfA, dass ich in vollem Umfang zur Verfügung stehe? Ist das wirklich so? Es wird ja immerhin auch gerade ein ärztliches Gutachten angefertigt.
 

Ferdinand1234

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
13 März 2019
Beiträge
19
Bewertungen
2
Warum willst Du unbedingt die AU unterbrechenund den Resturlaub nehmen? Denn kanst Du Dir auch auszahlen lassen, wenn Du ausscheidest.

Hallo Kerstin, ich will nicht unbedingt, ich suche nach der sinnvollsten Lösung für den beschriebenen Fall.
Es wäre ja keine Unterbrechung der AU, da dauerhaft, sodass Umschulung o.ä. beginnen kann.

Spricht denn irgendetwas dagegen es so zu tun, wie ich es geschrieben habe?
 

Ferdinand1234

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
13 März 2019
Beiträge
19
Bewertungen
2
Nur das man das mal versteht?!

Du willst eine Umschulung bekommen weil du aus gesundheitlichen Gründen deinen aktuellen Beruf nicht ausüben kannst. Aber AU für deinen aktuellen Job willst du dann nicht sein?

Hab ich das so richtig verstanden?

Ja genau, bzw. die Umschulung eher mit der Begründung, dass der alte Beruf ja nicht funktioniert hat und zu Krankheit geführt hat. Und um das nicht zu wiederholen, gleich anders aufstellen. Das wäre meine Begründung gegenüber der AfA.

AU will ich dann nicht mehr sein, weil der Vertrag ja ohnehin endet und die Aussteuerung bevorsteht. Daher wüsste ich jetzt nicht bei wem und wozu ich mich dann noch AU melden sollte.
 

Ferdinand1234

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
13 März 2019
Beiträge
19
Bewertungen
2
Na dann mal viel Erfolg bei deinem Vorhaben und das die AfA da so mitspielt wie du dir das vorstellst.

Vielen Dank. Ja, ich weiß, dass ich auf die Kooperation mit der Sachbearbeiterin angewiesen bin. Aber das erste Gespräch war ganz vielversprechend.

Spricht denn aus deiner Sicht etwas dagegen, es so zu tun?
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten