Aussicht auf Job - aber nur mit eigenem KfZ (1 Betrachter)

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bavarian1969

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Hallo zusammen,

auf einen Vermittlungsvorschlag des Jobcenters hin bewarb ich mich kürzlich bei einem ca. 25 km entfernt auf dem Land tätigen Unternehmen. Das Vorstellungsgespräch verlief positiv, der potentielle Chef ist sympathisch und gestern abend kam der Anruf, dass er mich einstellen würde (voll versicherungspflichtig, kein Aufstocken nötig).

Voraussetzung hierfür ist allerdings ein eigenes KfZ zum Erreichen des Arbeitsplatzes, da dieser nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist (nicht zu den Arbeitszeiten und außerdem 6,5 km Fußweg von der nächstgelegenen Bushaltestelle).

Da ich auf eine eventuelle Zusage des Arbeitgebers vorbereitet sein wollte, schrieb ich gleich ans Jobcenter:

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Folge meiner Bewerbung auf Ihren Vermittlungsvorschlag vom 21.05.2012 hatte ich am heutigen Vormittag ein Vorstellungsgespräch bei der Fa. XXX, das sehr positiv verlaufen ist. Da der Arbeitsort nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist, wäre ein eigenes KFZ Grundvoraussetzung zur Aufnahme einer versicherungspflichtigen Tägigkeit bei der Fa. XXX. Eine Bestätigung des potentiellen Arbeitgebers, dass ein Arbeitsvertrag nur unter diesen Umständen abgeschlossen werden kann, kann nachgereicht werden.

Da ich mir ein solches KFZ aus eigenen Mitteln nicht leisten kann und seitens der Agentur für Arbeit die Möglichkeit auf Gewährung eines Zuschusses und/oder eines Darlehens besteht, bitte ich Sie um Prüfung, in welcher maximalen Höhe Zuschuß und/oder Darlehen gewährt werden können.

Ich habe mich mit Herrn XXX darauf verständigt, ihm bis spätestens Freitag, 15.06.2012 Bescheid zu geben, ob ich diese Voraussetzung erfüllen kann. Aus diesem Grund bitte ich Sie um rechtzeitige Rückinfo in dieser Angelegenheit.
Daraufhin erhielt ich mit Datum vom 13.06. ein Schreiben von einer mit noch unbekannten Mitarbeiterin des Jobcenters, aus dem auch nur hervorgeht, dass eine KfZ-Förderung möglich ist und welche Nachweise vorgelegt werden müssen (siehe Anlage).

Um Unklarheiten zu beseitigen, schrieb ich gleich nochmal ans Jobcenter:

Sehr geehrte Frau XXX,

ich danke Ihnen für Ihre Antwort vom 13.06.2012 und habe ein paar Anmerkungen und Fragen, zu denen ich Sie um Rückinfo bitte:

1. Höhe der KfZ-Förderung
Nach ausgiebiger Recherche des KfZ-Marktes im Umkreis von 50 km finden sich bei einem Budget von 1.000 EUR lediglich Fahrzeuge, deren Zustand, Alter und Laufleistung baldige Reparaturkosten wahrscheinlich machen. Mein persönlicher Ansprechpartner beim Jobcenter, der mich vor meinem Umzug von XXX nach YYYbetreute, stellte mir als KfZ-Förderung 1.500 EUR in Aussicht. Ich weiß, dass die KfZ-Förderung eine KANN-Leistung ist und will wirklich nicht unverschämt sein, aber jeder Euro mehr würde das Finden eines sicheren und zuverlässigen Fahrzeuges erleichtern.

Wie verhält es sich, wenn ich z. B. durch einen Gehaltsvorschuß des Arbeitgebers oder an anderer Stelle Geld leihen kann, um in Addition mit der KfZ-Förderung ein sichereres und zuverlässigeres KfZ zu kaufen? Hätte dies Auswirkungen auf die Förderung?

2. Der Arbeitsort ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen, auch eine Mitfahrgelegenheit ist nicht gegeben. Eine entsprechende Bestätigung des potentiellen Arbeitgebers ist kein Problem.

3. Nach Rücksprache mit dem potentiellen Arbeitgeber wäre ein unterschriebener Arbeitsvertrag kein Problem. Allerdings besteht er auf einer Zusatzklausel, dass der Arbeitsvertrag nur bei Vorhandensein eines KfZ zum Erreichen des Arbeitsortes gültig ist/wird.

4. Ein Budget von 1.000 EUR schließt einen KfZ-Kauf bei einem Händler nahezu aus. Selbst wenn, ist - ebenso wie bei einem Privatverkäufer - davon auszugehen, dass der Kaufpreis sofort in bar zu bezahlen ist. Wie ist hier die Vorgehensweise, zumal die Förderung laut Ihrem Schreiben ausschließlich an den Verkäufer erfolgt?

5. Aus Einsparungsgründen könnte es für mich von Vorteil sein, dass ich das KfZ als Zweitwagen auf einen Verwandten anmelde. Wäre dies möglich?

6. Ein Umzug ist nach Prüfung des Wohnungsmarktes ebenfalls nicht möglich. Am Arbeitsort selbst finden sich keine Mietangebote. Auch im näheren Umkreis gibt es keine Mietangebote, zudem wäre auch von Orten im Umkreis der Arbeitsort nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Der potentielle Arbeitgeber ist weiterhin an mir interessiert, möchte aber noch ein letztes Vorstellungsgespräch Anfang nächster Woche abwarten. Trotzdem bitte ich Sie um Rückinfo zu meinen Fragen sowie vorab um Zusendung der entsprechenden Vermittlungsbudgetunterlagen.
Hierauf erhielt ich ebenfalls schnell Antwort, diesmal jedoch von "meinem" Teamleiter, gegen den ich erst kürzlich Fachaufsichtsbeschwerde eingereicht habe. Und plötzlich ist es wohl so, dass ich selbst auch noch Geld aufbringen, um ein KfZ zu kaufen... ich weiß nur noch nicht, woher.

Wie die "Zahlung direkt an den Verkäufer" in der Praxis funktionieren soll, wurde auch nicht beantwortet.

Interessant finde ich auch den letzten Satz, laut dem eine endgültige Entscheidung über eine Förderung erst nach Vorlage aller relevanten Unterlagen getroffen werden kann. Ich kann doch nicht irgendwo 1000 EUR leihen, einen Kaufvertrag für ein KfZ für 2000 EUR unterschreiben, diesen dann vorlegen und dann dreht mir das Jobcenter 'ne lange Nase.

Ich bitte Euch daher um Tipps, Ratschläge und Infos bezüglich der weiteren Vorgehensweise.

Danke...
Bavarian
 

Roter Bock

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..wobei 1.000 Euro nicht hinten und vorne gereicht hätten. Zulassung - weitere 100,00 Euro. KFZ Steuer oft sofort fällig (Bankeinzug) Versicherung kostet ebenfalls. Da kommt man nicht weit.

Bist Du für Deine Bank Kreditwürdig? Dispo (könnte man später umschulden). Ich denke darauf lässt sich keine Bank ein bei ALG II.

So hart es klingt - wenn es keine andere Möglichkeit gibt das Geld aufzutreiben würde ich absagen und mich nicht in finanzielle Risiken bringen. Das Risiko heisst Probezeit - womöglich stehst Du wieder auf der Straße und der Kredit läuft noch.

Also - ein Job den das Jobcenter mit Bürokratie vereitelt hat - und genau das würde ich bei der BA in Nürnberg fallen lassen.

Roter Bock
 
G

gast_

Gast
..wobei 1.000 Euro nicht hinten und vorne gereicht hätten. Zulassung - weitere 100,00 Euro. KFZ Steuer oft sofort fällig (Bankeinzug) Versicherung kostet ebenfalls. Da kommt man nicht weit.

Stimmt.
Meine Tochter hat 1500 gebraucht - für den billigsten PKW, den sie kriegen konnte - und der noch einigermaßen in Schuß war und noch TÜV hatte.


Bist Du für Deine Bank Kreditwürdig? Dispo (könnte man später umschulden). Ich denke darauf lässt sich keine Bank ein bei ALG II.

Ich würde hingehen zum JC, mit einem Schreiben des Arbeitgebers, daß ich eingestellt werde, wenn ich bis ... einen PKW vorweisen kann.

Die müßten deinen Antrag auf Beihilfe bewilligen - schließlich bist du mittellos und nur so in Arbeit zu bringen.

So hart es klingt - wenn es keine andere Möglichkeit gibt das Geld aufzutreiben würde ich absagen und mich nicht in finanzielle Risiken bringen. Das Risiko heisst Probezeit - womöglich stehst Du wieder auf der Straße und der Kredit läuft noch.

Ja,das Risiko ist hoch...und das würde ich deutlich machen, daß du dieses Risiko nicht tragen kannst.

Also - ein Job den das Jobcenter mit Bürokratie vereitelt hat - und genau das würde ich bei der BA in Nürnberg fallen lassen.

Roter Bock
also, mit Beistand hin und hartnäckig auf sofortigem schriftlichen Bescheid bestehen - das ist möglich... bei meiner Tochter hab ich das wegen Arbeitskleidung usw auch durchgesetzt, daß - sogar nur auf eine mail des zukünftigen Arbeitgebers hin -sofort bar ausgezahlt wurde.

Und ich würde sagen: Hier wird aus der Kann-Leistung schon ne Muß-Leistung...bei Ablehnung würde ich verlangen, daß schriftlich das Ermessen begründet wird.
 

ingo s.

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frage...:

warum muss ein kfz (jetzt mal völlig unabhängig von der situation des te) immer gleich ein auto sein?

tut's da nicht erst mal ein roller, zumindest so lange, bis man finanziell 'sattelfest' ist.)

die heutigen flitzedinger sind ganz schön flink auf den rädern und kosten längst nicht so viel wie ein auto.

in der steuer und der versicherung sind sie auch deutlich günstiger.

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also...: was spricht dagegen...?
 

ingo s.

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Was machst du dann aber im Herbst und Winter?

Nur mal so gefragt .....


vorsichtig fahren --- nur mal so gesagt...

dann brauche ich eben 5 oder 8 minuten länger, das lässt sich ja wohl einkalkulieren...


ich kenne genug leute, die ihren roller auch im winter fahren.

es gibt bekannterweise kein schlechtes wetter -- nur schlechte kleidung...

schal, handschuhe, warum soll das nicht gehen...?
 

bavarian1969

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...mit Dispo oder Bankkredit sieht's ganz mau aus, aber der potentielle Arbeitgeber hat sich bereit erklärt, mir 1000 EUR Vorschuß für ein KfZ zu geben, die dann während der ersten 6 Monate (Probezeit) vom Gehalt abgezogen werden.

Zusammen mit der Förderung vom Jobcenter hätte ich dann 2000 EUR, wofür ich im Umkreis schon eine Handvoll guter Angebote gefunden habe.

Mit Beistand hingehen und auf sofortiger Entscheidung zu bestehen, ist wohl alleine schon mangels Kaufvertrag und Zulassungsbescheinigung ein Problem. Tolle Situation: ohne Förderung kein Kauf, ohne Kauf keine Förderung...

Mit 'nem Motorroller möchte ich angesichts der zu befahrenden Straßen (Unfallschwerpunkte durch Raser) und des Wetters (im Winter gerne mal Unmengen Schnee) nicht zu dieser Arbeit müssen.

Es wäre doch eigentlich ein Witz, wenn das Jobcenter mir diese Stelle als Vermittlungsvorschlag schickt und dann doch eine Annahme einer voll versicherungspflichtigen Beschäftigung ohne Aufstocken unmöglich macht...
 

ingo s.

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...Mit 'nem Motorroller möchte ich angesichts der zu befahrenden Straßen (...) und des Wetters (...) nicht zu dieser Arbeit müssen...



deshalb schrieb ich ja auch bewusst 'unabhängig von deiner situation...'


aber grundsätzlich.... was ist gegen diese idee zu sagen...?

warum fliesst nirgends in eine solche überlegung nach der beschaffung eines kfz diese durchaus machbare und dazu noch günstige alternative mit ein...?

immer wieder ist zu lesen...: '1000,- euro für ein auto...' usw.

warum nicht auch mal...: '200,- euro für 'nen roller und noch restgeld auf der hand...'

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und so einen roller kann man sich durchaus auch als hartzer leisten...
 

Solanus

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Ich sehe es ähnlich wie Ingo S.

Für den Anfang, zumal ja noch mindestens 3-4 Monate nicht mit Schnee und Eis zu rechnen ist, wäre es mit Sicherheit besser wie eine Schrottmühle mit unkalkulierbaren Folgekosten.

In der Zeit kann man dann sich ein kleines Polster zulegen um im Frühwinter dann ein Auto zu kaufen.

Zumal, wenn man nicht unbedingt über 500 m Höhenmeter wohnt, Schnee und Eis sowieso Zufall sind.

Selbst, wenn es mal regnen sollte, kann man mit einem Moped oder Roller fahren ohne nass zu werden. Trägt man halt einen Regenanzug.
 

bavarian1969

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deshalb schrieb ich ja auch bewusst 'unabhängig von deiner situation...'


aber grundsätzlich.... was ist gegen diese idee zu sagen...?

warum fliesst nirgends in eine solche überlegung nach der beschaffung eines kfz diese durchaus machbare und dazu noch günstige alternative mit ein...?

immer wieder ist zu lesen...: '1000,- euro für ein auto...' usw.

warum nicht auch mal...: '200,- euro für 'nen roller und noch restgeld auf der hand...'

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und so einen roller kann man sich durchaus auch als hartzer leisten...
...grundsätzlich spricht natürlich nix dagegen, aber bei mir ist's wie gesagt gefährlich und witterungsbedingt bestenfalls schwierig.

Vorsichtig wäre ich jedoch mit "200 EUR für 'nen Roller und noch Restgeld auf der Hand..."! Wenn man da mit fingierten Belegen den Kauf eines 1000 EUR Fahrzeuges vorgibt, in Wirklichkeit aber deutlich weniger ausgibt, kann der Schuß schnell mal nach hinten losgehen, wenn das Amt das mitkriegt.

Ich halte nichts von solchen Mauscheleien und suche mir lieber ein Auto für 2000 EUR, das technisch noch in Ordnung ist...
 
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