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Martin Behrsing

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#1
Berlin: Fördertöpfe – Geschäftsbesorger – Billiglöhner
Die größte öffentliche Bibliothek Deutschlands –Teil 1

Berlin ist eine schöne Stadt. Allerdings hat sie einen großen Makel: Unter der wieder halbwegs ordentlich zurechtgezupften offiziellen Wirtschaftsdecke lugt überall verschämt ein riesiges wirtschaftliches Paralleluniversum hervor. Bis zu 20% Prozent aller Berliner und Berlinerinnen werden dort mit Tausenden von „Maßnahmen“, „Trainings“, „Arbeitsbeschaffungen“, „Aktivierungen“ und ähnlichen „modernen Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“, wie die Bundesagentur für Arbeit ihre Dienste gerne zusammenfasst, auf Trab gehalten. Merkwürdig bloß, dass trotz all dieser Bemühungen, für den ersten Arbeitsmarkt fit zu machen, so gut wie keine dort ankommen ! Und dies obwohl aus den verschiedenen Förderquellen reichlich Geld zufließt. Für diese Töpfe interessieren sich jedoch auch die weit über 400 (in Worten: über vierhundert!) Trägerfirmen, die sich allein auf dem Stadtterritorium Berlins um die Zukunft der Erwerbslosen drängeln. Wirklich um die Zukunft der Erwerbslosen? Oder doch eher um ganz anderes?


weiterlesen auf: PR-SOZIAL, das Presseportal...
 
E

ExitUser

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#2
Lieber Martin,

ich finde es außerordentlich dankenswert, daß Du Dich dieser Sache annimmst und warte schon voller Spannung auf die weiteren Enthüllungen.

Der heldenhafte Herakles hat die Rinder-Ställe des Augias durch die Wasser des Flusses Alpheios gesäubert. Aber das war auch ein engumrissenes Areal.
Die Berliner Schweineställe dagegen sind über die ganze Stadt verstreut und alle Wasser der Spree werden kaum ausreichen, um den Mist und die Gülle rückstandslos zu entfernen, die sich dort in relativ kurzer Zeit angesammelt haben.

Hoffentlich werden sich viel Zuträger melden, die Dein Vorhaben mit ihren Aussagen unterstützen. Viel Erfolg!

Heute, statt der üblichen "Lieben Grüße", ein erstgemeintes

hochachtungsvoll
 

Martin Behrsing

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#3
Hallo Phillip,
danke Maja, die den Artikel geschrieben hat. Ich finde diese Sachen müsen öffentlich werden und sie werden ihre Runden ziehen.
Lieber Martin,

ich finde es außerordentlich dankenswert, daß Du Dich dieser Sache annimmst und warte schon voller Spannung auf die weiteren Enthüllungen.

Der heldenhafte Herakles hat die Rinder-Ställe des Augias durch die Wasser des Flusses Alpheios gesäubert. Aber das war auch ein engumrissenes Areal.
Die Berliner Schweineställe dagegen sind über die ganze Stadt verstreut und alle Wasser der Spree werden kaum ausreichen, um den Mist und die Gülle rückstandslos zu entfernen, die sich dort in relativ kurzer Zeit angesammelt haben.

Hoffentlich werden sich viel Zuträger melden, die Dein Vorhaben mit ihren Aussagen unterstützen. Viel Erfolg!

Heute, statt der üblichen "Lieben Grüße", ein erstgemeintes

hochachtungsvoll
 

Tinka

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#4
Klasse Aktion!

Hallo Phillip,
danke Maja, die den Artikel geschrieben hat. Ich finde diese Sachen müsen öffentlich werden und sie werden ihre Runden ziehen.
Aber irgenetwas scheint mit ihrer Webseite nicht zu stimmen, oder?
LG
 

Martin Behrsing

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#7

Mario Nette

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#8
Wo wir schon bei Schweinen sind: Saubere Leistung. Öffentlichkeit muss her. Solche Praktiken lassen sich auch dann nicht rechtfertigen, wenn man versucht, als Argument die hohe Arbeitslosenquote von über 15% anzuführen. Sie lassen sich auch nicht rechtfertigen mit dem immensen Schuldenberg, den Berlin abzubauen hat (wobei man sich streiten kann, ob man einer Bundeshauptstadt - dem repräsentativen Sitz der gesamten Bundesrepublik - nicht vielleicht einen Bundesrepräsentierungszuschuss gewähren sollte ...)

Am 29.02.2008 sind alle herzlich zur Verhandlung eingeladen. Schaut in den Forums-Kalender für weitere Infos.

Und @Euklid
Spree UND Havel ...

Mario Nette
 
E

ExitUser

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#9
Hallo Mario Nette,

gelobe hiermit Besserung.
Wird nicht mehr vorkommen.

Spree UND Havel ...
 

Mario Nette

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#10
Na geht doch ;) (wir haben dann noch den Landwehrkanal im Angebot - jaja OK, ich hör ja schon auf, nicht schlagen :) ).


Hier mal was zur grandiosen Bilanz, die sich Berlin mit den Vergabe-ABMs leistet:
Insgesamt stellte das Land für Vergabe-ABM in Berlin über seinen Treuhänder, die Firma Dr. Lausch GmbH & Co. KG Umwelt und Wirtschaft, 12,3 Mio € zur Verfügung, die zu einem Auftragsvolumen von rund 80 Mio € für überwiegend klein- und mittelständische Unternehmen in Berlin führten. Dabei fanden 2.300 bisher arbeitslose Arbeitnehmer projektbezogen einen Arbeitsplatz bei gewerblichen Unternehmen auf dem ersten Arbeitsmarkt, von denen sich über 260 nach Beendigung des Projektes nicht wieder arbeitslos meldeten.
(Quelle: - http://www.berlin.de/landespressestelle/archiv/2007/07/06/81508/)

Alle Achtung! Eine lumpige Rückläuferquote von 88,7%, wer will denn da meckern? Ist doch besser als bei den Ein-Euro-Jobs ... ^^

Der Herr Treuhänder:
Den Nutzen aufgrund der Vergabe-ABM haben auch bei diesem Projekt die Berliner Öffentlichkeit, die geförderten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die sich mindestens für den Projektzeitraum auf dem 1. Arbeitsmarkt befinden, und die beauftragten Unternehmen. So kommt es auch zum Abschluss regulärer Arbeitsverträge.
(Quelle: http://www.stiftung-denkmalschutz-berlin.de/downloads/denkmalspiegel06-4.pdf)

Mario Nette
 

Rounddancer

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#11
Menschen wollen sinnvolle Arbeit

Menschen wollen sinnvolle Arbeit, wollen für das Geld, das sie zum Leben brauchen, nicht "Danke" sagen müssen.
Darum ist ABM im Grunde nicht so schlecht.
Schlecht sind aber die, die die Situation dazu ausnutzen wollen, den eigenen Reibach daraus zu ziehen. Reibach damit zu machen, indem sie richtige und existierende Stellen killen, und durch billige ABM besetzen. Das dadurch eigentlich eingesparte Geld landet dann in der Regel irgendwo, und sei es als "Erfolgsprämie" auf dem Nummernkonto derer, die die regulären Stellen gegen die Billig-ABM austauschten.

Und das Coaching ist eigentlich auch nicht schlecht. Nur da auch BA und Jobcenter sparen müssen, haben da seriöse Coachinganbieter, die, die mit ordentlich ausgebildeten, mit Wissen und pädagogischen Fähigkeiten ausgestatteten Lehrern, sowie seriösem Material arbeiten, Polen spätestens im Mai 2004 verloren, als die BA die ganzen Schulungsmaßnahmen neu Europaweit ausschrieb,- und nur noch die jeweils billigsten Anbieter in Verträge nahm. Nun braucht auch bei Schulungsanbietern nicht immer teuer zwingend auch gut zu sein,- aber ein billiger Anbieter, der weder sich selbst, noch seine Mitarbeiter, sein Material und die Miete der Räume mit einem "Vergelt's Gott!" zahlen kann, kann auf Dauer nicht wirklich gut sein.

Was passiert? Es kommen immer mehr Einmann-Schulungsunternehmen auf den Markt, nicht selten großspurig als "AG" auftretend,- und die arbeiten mit Referenten auf Minijob-Basis, und mit ehemaligen Absolventen als Referenten. Und diese Miniunternehmen gucken eifrig nach den nächsten Fördertöpfen, die sich bei BA, JC, Land, Bund, oder EU auftun, so wie die Katze vorm Mauseloch lauert, um zuzuschlagen, wenn eine Maus sich zeigt.
Denn man muß schnell sein im heißumkämpften Markt der Coachings,-
schnell, der Billigste,- aber besser ein Alleinstellungsmerkmal finden oder konstruieren,- denn nur dann kann man den Auftrag bekommen, ohne daß einen jemand unterbieten kann.

Sowas ähnliches gibts übrigens auch schon bei den Tanzschulen für orientalischen Tanz.
Die ersten Damen lernten im Orient, machten dann ihre Schulen auf, gaben ihr Wissen weiter. Deren Schülerinnen sahen, daß mit orientalischem Tanz gutes Geld zu machen war, sie lernten alles, was ihnen ihre Lehrerinnen beibringen konnten, machten noch den einen oder anderen Workshop dazu,- und ihre eigene Schulen auf. Dies wiederholte sich in immer kürzeren Zyklen.
Mittlerweile gehen Damen in orientalische Tanzschulen, machen da gerade noch den Grundkurs,- und dann bereits ihre eigene Schule auf...
Und, weil ja alle Damen, von der einstmals bestens ausgebildeten bis zu der, die selbst nach dem Grundkurs schon nach eigenen Schülerinnen heischt, noch immer davon leben müssen, geht es allen immer schlechter, teils können sie ihre Mieten kaum noch bezahlen, von Werbung oder der eigenen Weiterbildung ganz zu schweigen... Die Qualität geht drauf.

Und die Teilnehmer lernen immer weniger.

Schade drum.
 

sokub

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#12
Hallo,

also ich war letztes Jahr für einige Zeit bei solch einer Trägerfirma... Es war die Hölle... Hier mal meine Beobachtungen/Erlebnisse:

- Der Träger verwaltet ca 2000 Arbeitslose. Die Firma an sich sieht eher aus wie eine Briefkastenfirma - halt wenig Möbel, ein paar Aktenschränke und das wars. Mir kam es so vor, als wäre es nur eine reine Geldmaschine, halt möglichst billig und effektiv viel Geld verdienen

- Die "Schulungsmaßnahmen" waren der reinste Witz. Schlecht gelaunte und ungebildete "Trainer", schlechtes "Schulungsmaterial". Da bin ich weitaus (!!) besser qualifiziert, und das als Arbeitsloser...

- Der Träger hat das "Gehalt" immer erst eine Woche später ausgezahlt, wahrscheinlich um noch Zinsen zu kassieren

- Im Eingangsbereich von denen hängt ein "Zertifikat" für "Humanität und Menschlichkeit" an der Wand, aber wenn ich mir anschaue wie ängstlich dort die Arbeitnehmer sind, ergibt das ein ganz anderes Bild für mich.

- Die Mitarbeiter dort waren nicht gerade sehr motiviert. Der Chef war nicht mal in der Lage eine EMail zu schreiben - dazu hat er immer einen seiner Lakaien beauftragt. Wenn ich schon bei einem Chef so wenig Lernbereitschaft und Motivation sehe, dann sagt das einiges. Und ne Mail zu schreiben ist echt einfacher als einen Brief zu verschicken.

- Meine Krankenversicherung wurde 2 Monate (!!!) vor Ablauf der Maßnahme vom Träger gekündigt, einfach so... Erfahren habe ich das ca. anderthalb Monate später, als mich meine freundliche Beraterin von der Krankenkasse angerufen hat und mir mitgeteilt hat das ich schon länger nicht mehr versichert bin... Eine Anfrage bei der Arbeitsagentur brachte nichts, und der Träger fühlte sich auch nicht verantwortlich - also war wohl keiner zuständig...

- Ich hatte zeitweise Probleme mit meiner Einsatzstelle. Der Chef der Trägerfirma hat mir dann angeboten zu vermitteln und das ganze zu regeln, aber im Endeffekt hat er sich ohne mein Beisein mit dem Verantwortlichen der Einsatzstelle getroffen und es wurde garnichts gelöst. Das nenne ich mal Sozialkompetenz ...


Ich hab echt das ganze verdrängt, der totale Mist - und da ist noch weitaus mehr gelaufen... Ich hab damals ein 3 seitiges Statement der Arbeitsagentur zukommen lassen - keine Reaktion, wieder niemand zuständig... Kompetenz und Korrektheit wo man nur hinschaut!

Wenn man das ganze Geld was da verbraten wird mal in echte Stellen stecken würde und direkt den Arbeitgebern zukommen lassen würde um echte Stellen zu schaffen, das wäre eine gute Sache... Aber so öffnet das Tür und Tor für Dummheit, Betrug usw usw...

Perfekte Lösung wäre meiner Meinung nach: Ich bekomme sowas wie einen "Förderschein" von der Arbeitsagentur, mit welchem ich dann zu Arbeitgebern gehe. Wenn ich dort arbeiten kann, zahlt mir einfach die Arbeitsagentur mein Gehalt. Dann würde das Geld in die richtigen Hände fallen und direkt dort eingesetzt werden wo es benötigt wird. Dazu wäre das dann noch ein echter (!!!) Arbeitsplatz, und nicht dieser 6-monatige Pseudo-Mist, der schlecht bezahlt wird und wo man weder eine Prespektive noch irgendeine Sicherheit hat...
 

Rounddancer

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#14
Perfekte Lösung wäre meiner Meinung nach: Ich bekomme sowas wie einen "Förderschein" von der Arbeitsagentur, mit welchem ich dann zu Arbeitgebern gehe. Wenn ich dort arbeiten kann, zahlt mir einfach die Arbeitsagentur mein Gehalt. Dann würde das Geld in die richtigen Hände fallen und direkt dort eingesetzt werden wo es benötigt wird. Dazu wäre das dann noch ein echter (!!!) Arbeitsplatz, und nicht dieser 6-monatige Pseudo-Mist, der schlecht bezahlt wird und wo man weder eine Prespektive noch irgendeine Sicherheit hat...

Gibt es auch schon. Und den Mißbrauch gibts meist gleich mitgeliefert:
Eingliederungsmaßnahmen
Da wird dann der Arbeitgeber ein Jahr unterstützt, bekommt die Arbeitgeberbeiträge zur SoVers. UND bis zu 75% des Gehalts des AN,-
und dann wird ein Jahr und einen Tag nach Arbeitsaufnahme gekündigt...

Es ist schlimm.
 

FrankyBoy

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#15
Also wenn ich eure Erfahrungen mit meinen vergleiche dann ist zwar beides schlimm aber es gibt noch steigerungen - nachdem ich von einem öffentlichem Auftraggeber nur ca. 55% des Rechnungsbetrages erhalten hatte und 2 Privatkunden praktische zeitgleich insolvent wurden und ich auf 43.000,-- € Forderungen sitzen geblieben bin, musste ich meine Firma dicht machen - für mich als Einzelkämpfer war das nicht mehr aufzuffangen.

Bei der Arge wurde mir dann ein 0,87 Cent/Std. angeboten (160,-- €, egal wieviele Std. im Monat gearbeitet wurde), angeblich für das Projekt "Schulen ans Netz" und weil ich schließlich u. a. auch Informatiker bin dachte ich, na mal sehen was da los ist - der Schock kam schnell - Ansprechpartner am Gymnasium war der Hausmeister und anstatt Computer zu vernetzen hatte ich schließlich die hoch komplexe- und mich intellektuell vollkommen überfordernde Aufgabe, den Schulhof und die Gesamten Grün- und Parkflächen vom Unkraut zu befreien usw. usw.


Nach einer Beschwerde landete ich nun in einem evangelischem Altenheim in der Verwaltung - schließlich habe ich ja auch ne abgeschlossene Lehre als Industriekaufmann - als ich nun dort die Mitarbeiter der Verwaltung in Sachen EDV schulen sollte war meine Antwort: "wenn Sie einen IT-Trainer benötigen sollten sie auch einen solchen bezahlen, schließlich steht bei euch nahe der Haupteingagstür, dass ihr der Würde des Menschen allergrößte Bedeutung schenkt".

Dann gab es etliche Unterredungen mit unterschiedlichen Organen der Arge - ich habe denen erklärt das meine Arbeit nicht "Zusätzlich ist" und die Entlohnung weniger als 2/3 des Tariflohns enspricht und somit sittenwidrig ist usw. usw. dem Landrat habe ich vorgeschlagen seine Tätigkeit nun doch auch für max. 1,10 € die Stunde zu verrichten damit er mal erfährt wie super diese Bedingungen sind und schließlich würde er noch einen Beitrag zu den Pensionskassen leisten usw. usw. - habe schließlich in den Niederlanden einen Job gefunden so das sich der Rest erübrigt hat.

Nach 15 Monaten Holland, einigen Rücklagen und voller Motivation zurück nach Deutschland, Konzept erstellt, prüfen lassen, 5.000,-- € investiert usw. und die Arge hier am Ort macht alles kaputt weil ein Psychologe zum Wirtschaftsexperten mutiert und eine Beurteilung schreibt, die ich als "gelernter Wirtschaftsexperte" bis heute nicht nachvollziehen kann weil die Begründungen einfach nur schwachsinnig sind - na ja, deswegen werden wir uns noch vor dem europäischem Gericht für Menschenrechte spreche weil ich dieses Verhalten seitens der Arge nicht nachvollziehen kann und dieses im absolutem Widerspruch zum Europarecht steht.

Merkwürdig in diesem Zusammenhang war nur das sowohl der prüfende Steuerberater als auch der Prüfer bei der hiesigen ELGO mein Unternehmenskonzept eigentlich als sehr gut erachtet haben - also ein solcher Haufen Inkompetenz wie bei der Arge ist mir noch nicht unter die Augen gekommen - die sollten sich besser "Organisation deutscher Vollkernasis" nennen - das währe wenigstens ehrlich - 1/3 Bratwürste ala Thilo Sarrazin haben schließlich ihren Reiz nur vergisst der selbsternannte Mathematiker das man bei einer solchen Zubereitung die Energiekosten nicht mehr zahlen kann - der Harz IV-Warenkorb ist schließlich von 1998 und wurde erst einmal um 0,54% erhöht - die Energiekosten haben sich in der gleichen Zeit um ca. 100% verteuert.
 

Mario Nette

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#16
@FrankyBoy
Es wird dir vermutlich nicht viel helfen, wenn wir dir sagen, dass du damit nicht unbedingt ein Einzelfall bist. Es heißt bei den 1-€-Jobs auch nur im Sprachgebrauch "1-€-Job" - eigentlich sind es "Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung", wobei meist zwischen 0,70 € und 2,00 € je Stunde der Aufwand vergütet wird. Der Mittelwert geht letztendlich dann aber doch in Richtung 1 €.

Wenn du irgendwie wieder raus aus D kommst, mach das. Hier wird dir nur dein Geld verballert.

Mario Nette
 
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