Ausrüstung als Kosten gegenrechnen?

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HerbertHannover

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Guten tag!
Ich bin ALG 2 bezieher und habe mich nebenher sein gewerbe aufgemacht. Forografiere für hotels für immobilienmakler usw. ihre röume, häuser und alles mögliche. Also kann man sagen als fotograf. Dazu musste ich mir eine semiprofessionelle ausrüstung anschaffen. Spiegelreflexkamera, spezialobjektive, stativ, software zum bearbeiten der bilder. Das geld dazu habe ich mir in der familie geliehen. Gesamtkosten für die ausrüstung 1850€. Angefangen habe ich im Juni. Im juni und juli habe ich nur 100€ verdient. Also alles behalten. Aber in august hatte ich einen großauftrag für knapp 2000€. Der berater für selbständige bei der arbeotsagentur sagte mir dass ich die kosten für meine ausrüstung nicht gegenrechnen darf. Habe mir die ausrüstung 2 tage vor der gewerbeanmeldung angeschafft. Darf ich die 1850€ tatsächlich nicht als kosten ansetzen?

Gruss
Herbert
 

pinguin

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Mir scheint, die Antwort des Amtsmitarbeiters ist dezent leicht unrichtig. Es sind sämtlich jobbedingten Kosten abzugsfähig, und "jobbedingt" heißt hier, daß die Ausgaben zur Durchführung des Jobs nötig sind und die betreffenden Gegenstände bspw. auch überwiegend für den Job genutzt werden. "Überwiegend" heißt nun, daß die Nutzung zu mehr als 50 % beruflich sein muß; gelegentliche private Nutzung steht der Einstufung als "jobbedingt" nicht entgegen.

Sinngemäß hab ich das kürzlich so gelesen, und so steht es wohl auch in der maßgeblichen Rechtslektüre drin. Hier dürfte wohl das Einkommensteuerrecht in Frage kommen, Punkto Werbungskosten und Co.

Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, daß es hier noch großer Überzeugungsarbeit gibt; das Problem für Dich ist der Nachweis der beruflichen Nutzung. Bei Berufskleidung wäre die vergleichsweise einfach zu führen.
 

HerbertHannover

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Danke schon mal für deine antwort.
Es geht mir aber weniger um das einkommensteuerrecht als darum, was ich im september für den manat august an die arbeitsagentur zurückzahlen muss. also ich hebe jetzt 2000€ inkl. merwertdteuer verdient. also 1680€ netto. Die ausrüsting hat aber 1850€ gekostet und das habe ich mir vom geliehenen geld gekauft um überhaupt anfangen zu können. Wenn mir jetzt die arbeitsganetur nun alles weg nimmt, bleiben mir davon wie ich verstanden habe nur 150€? Ich verstehe den blödsinn überhaupt nicht. Auf der einen seite wollen die dass man aus der arbeitslosigkeit raus ist auf der anderen seite gebe sie einem keine möglichkeiten. Wie soll ich nun meine ausrüstung dann abbezahlen. Da solhe aufträge unregulär sind.
 

HerbertHannover

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Eine sache noch, ich habe von der handwerkskammer (ja diese geier wollen auch noch geld, verdammten blutsauger) ich soll noch knapp 200 euro dort bezahlen und in der IHK ebenfalls (habe noch was auf meinem gewerbeschein stehen). Kann ich diese kosten ebenfalls als notwendige betriebsausgebe anrechnen?
 

ShowCenterFulda

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Wie "Gewerbe aufgemacht"??? Bist Du ausschließlich freischaffend oder betreibst Du auch ein Ladengeschäft, wodurch die Kunden auch zu Dir kommen können?

Wenn Du nur beim Kunden vor Ort Aufträge erfüllst, könnten unter Umständen zusätzlich zur bezahlten Rechung am Jahresende auftragsbezogene Beiträge in die Künstlersozialkasse von den Kunden zu zahlen sein. Das solltest Du prüfen und die Kunden ggf. darauf hinweisen.

Kammerbeiträge an die Handwerkskammer, wenn Du handwerklich tätig bist und deswegen in der Handwerksrolle eingetragen bist. Beiträge an die IHK, wenn Du nach Art und Umfang überwiegend einen Handel betreibst. Als Freischaffender ohne Ladengeschäft kann man bei Erfüllung diverser Kriterien davon ausgenommen werden und sich abmelden (Freelancer).

Mehrwertsteuer ist eigentlich Umsatzsteuer. Unter Umständen kannst Du von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen und die vierteljährliche USt.-Voranmeldung beantragen.

Es sind sämtlich jobbedingten Kosten abzugsfähig,

Das ist richtig, aber Investitionsgüter sind nicht immer gleich Kosten. Wenn man beispielsweise ein Auto kauft, sind das im ersten Schritt auch keine Kosten, sondern ein Vermögenstausch. Nur der jährliche Werteverfall wird abgeschrieben und somit zum Aufwand. Ob es sich dabei um Kosten handelt, ist nur für die KLR relevant. Ähnlich bei der Fotoausrüstung: Man könnte sicher den mit der Steuererklärung ausgewiesenen Abschreibungsbetrag einmal jährlich geltend machen. Die vollständige Gegenrechnung mit einem einzigen Monatsumsatz kommt aber wahrscheinlich nicht in Frage. Da Du Dir das Geld zudem geliehen hast, müssen die Raten hierfür zunächst aus dem Umsatz erwirtschaftet werden. Auch wenn diese sich zwar als Ausgaben darstellen, "kippen" sie deshalb bei der Steuer noch lange nicht aus dem Gewinn heraus. Damit solltest Du rechnen und zeitig vorsorgen.

Hier dürfte wohl das Einkommensteuerrecht in Frage kommen,

und

Es geht mir aber weniger um das einkommensteuerrecht

@HerbertHannover: Mir ist klar, dass Du Deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben (=nicht zwingend Kosten!) vermutlich per EÜR nachweisen musst. Da sich dies steuerlich aber ganz anders darstellen wird, sollte es Dir sehr bald um das Steuerrecht gehen, und zwar dringend! Der TE @pinguin liegt da völlig richtig. :icon_wink:

handwerkskammer ... knapp 200 euro dort bezahlen und in der IHK ebenfalls. Kann ich diese kosten ebenfalls als notwendige betriebsausgebe anrechnen?

Ja, hier handelt es sich tatsächlich sowohl um Kosten als auch um einen Aufwand. In der EÜR musst Du diese Ausgabe selbstverständlich aufführen.
 

Koelschejong

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Der SB hängt sich am Datum der Gewerbeanmeldung auf. Das ist nicht haltbar, es gibt auch vor der Anmeldung Kosten, die ganz klar Betriebsausgaben sind.

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Die Anschaffung der Ausrüstung wird komplett zu 100% als Betriebsausgabe gebucht und in der EKS abgerechnet. Vorteil - Gewinn sehr gering, ALG II Anspruch entsprechend hoch
  2. Das Darlehen wird hier berücksichtigt. Dann bedeutet das, die Anschaffung ist keine Betriebsausgabe, wohl aber die Tilgung des Darlehens. - Vorteil: Bei entsprechender Gestaltung des Darlehensvertrages (z.B. Mindestrate, die jederzeit erhöht werden kann) ist eine "feinfühlige" Gewinnsteuerung möglich.
 

HerbertHannover

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Vielen Dank für eure hilfe!
Soe wie ich das verstanden habe, kann ich zusammenfassend sagen:

1. Die kosten für die fotoausrüstung kann ich nicht als kosten bei der arbeitsagentur geltend machen? Wohl aber das darlehen welches ich mir in der familie geliehen habe. Und entsprechend der vereinbarung über die zurückzahlung, meinen gewinn minimieren? Was wenn ich die vereinbarung "so gestaltet habe" dass ich alles vom ersten gewinn ab, zurückzahle?

2. Die kosten für die handwerkskammer sind gewinnminimierend als kosten anzusetzen.

3. Können wir das konkret an meinem beispiel verdeutlichen, damit mir die sache klarer wird.
Im mai 1850€ bei verwandten geliegen, im juni 295€ Ust. vom finanzamt erstettet bekommen.
Im Juli 100€ verdient.
Im August 2000€ verdient.
Jeden Monat wir die wohnung bezahlt, die krankenversicherung und 384€ aufs konto überwiesen.

Was darf ich denn behalten?

Gruss

Ps: normalerweise habe ich mit formularen und behörden überhaupt keine probleme, aber diese sche**se mit der EKS strengt mich wirklich an. So einen müll von büroktaie kannte ich bis dahin nicht.
 

Koelschejong

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Bei Selbstständigen wird nicht monatlich gerechnet sondern immer über den gesamten Bewilligungszeitraum der jeweilige Monatsdurchschnitt ermittelt.

Wie Du Darlehensverträge gestaltest, das ist Deine Sache. Also geht auch Rückzahlung auf einen Schlag.

Was Dir bleibt, ist der sog. Freibetrag.

Grob heißt das: € 100 plus 20% von dem was Du über € 100 an Gewinn hast. Aber wie gesagt, das ist grob. Genaueres findest Du in § 11b SGB II.
 

Koelschejong

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Nöö, sogar noch weniger, maximal bleiben Dir € 300.

Aber hast Du denn € 2000 Gewinn? Jeden Monat, also 12.000 im Bewilligungszeitraum? Gratuliere.

Dann dürfte keine Bedürftigkeit vorliegen und Du hast überhaupt keinen ALG II Anspruch
 

KarlApitalismus

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@Herbert
Da du scheinbar keine/kaum Kenntnisse in dem Thema Selbstständigkeit und ALG II hast, empfehle ich dir in deinem eigenen (auch finanziellen) Interesse dich da schlau zu machen. Für mich sehr hilfreich war und ist z.B. die DGB Broschüre: Tipps für Selbstständige – Soziale Sicherung und wenn das Geld nicht reicht · aktualisierte Neuauflage 2013
https://www.dgb-bestellservice.de/besys_dgb/auswahl.php?artikelnr=DGB21348

Und/oder du liest dich hier in der Rubrik Information - Existenzgründung und Selbstständigkeit im Erwerbslosen Forum Deutschland ein. Insbesondere was den Umgang mit dem JC angeht muss man ggf. sehr auf der Hut sein.
 

Koelschejong

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Das hieße also einen Gewinn von € 4000 in 6 Monaten oder ca. € 670 im Monatsdurchschnitt.

Bei € 670 hast Du dann einen Freibetrag von € 214,00 pro Monat, der Rest würde Monat für Monat angerechnet.
 

HerbertHannover

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Danke Karl Kapitalismus, werde ich mir durchlesen.
Danke auch dir KoelschJung und all den anderen!

@Koelschjung, was ir noch nicht klar ist.......wann muss ich denn das Geld an deas JC von meinen 200€ umsatz auszahlen....das ist für mich der knackpunkt. Soll ich nun das geld meine verwandten zurückzahlen oder es an das jobcenter abgeben?

Währe das vielleicht sogar besser mich für den monat august rückwirkend von der ALG2 abzumelden und für september wieder einen antrag stellen?
 

Koelschejong

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Du musst nix an das JC zahlen, die zahlen Dir entsprechend weniger ALG II. Und für einen Monat abmelden, kann ich Dir nicht raten. Ich halte es zwar für möglich, aber dann bekommst Du mit Sicherheit einiges an Problemen zusätzlich mit dem JC. Da solltest Du auf dem Gebiet schon sehr sattelfest sein.
 

HerbertHannover

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Was ich immer noch nicht verstehe, ist wieviel die weniger bezahlen? Da sie ja nicht wissen können was ich verdienen werde in den nächsten monaten? Das ist das problem, und ich weiss es ja auch nicht. Denn 2000 € ist eine menge geld das sind 2,5 monatszahlungen an mich vom JC. Bekomme ich nun 2,5 monate kein geld von denen? Das ist das was für mich so schwammig ist.....Zumahl die merwertsteuer ich ja auch noch an das finanzamt abführen muss.
 

Koelschejong

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Deswegen musst Du ja eine vorläufige EKS ausfüllen. Daraus ergibt sich, wie Du Deinen Gewinn einschätzest für die nächsten 6 Monate. Und daraus wird der Durchschnitt/Monat gerechnet und der wird jeden Monat als Dein Einkommen berücksichtigt.

Hatte ich Dir doch gerade vorgerechnet mit den 2 x 2000 Einkommen in 6 Monaten.
 
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