Ausgesteuert, teilberentet, 6 Monate ALG I - jetzt plötzlich voll erwerbsfähig???

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Janny78

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
23 März 2015
Beiträge
12
Bewertungen
1
Hallo ihr Lieben!

Mein Fall ist leider etwas komplizierter. Ich bin seit Februar 2014 durchgehend arbeitsunfähig. Da ich an diversen Autoimmunkrankheiten leide und auch vorher oft krank und eingeschränkt leistungsfähig war, empfahl mir meine Firma einen Antrag auf Rente zu stellen.

Ich bekam dann im September 2014 eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung genehmigt. Diese wurde vom Krankengeld abgezogen. Seit Mai 2015 bin ich ausgesteuert und erhielt nach dem Gutachtertermin ALG I nach § 125. Renteanspruch ruht, da ALG I ja noch auf Grundlage des vollen Gehaltes berechnet wurde.

Soweit so gut. Da sich während meiner Krankheit mein Arbeitsplatz komplett verändert hat, benötigte ich dringend eine stufenweise Wiedereingliederung. AfA zahlt nicht, KK ist raus, also Reha-Antrag gestellt, um danach die Wiedereingliederung machen zu können. Dieser Antrag wurde im September 2015 abgelehnt.

Da meine Teilrente zu Ende Februar 2016 ausläuft, habe ich im Rahmen der Weiterbewilligung erneut die Reha beantragt. Die Reha- und die Rentenabteilung laufen getrennt voneinander und die Rentenabteilung kann diese auch genehmigen. Arzt hat auch ausführlich begründet wieso, weshalb und warum ich die Reha benötige.

Die DRV hat hier noch nicht entschieden. Angeblich waren meine Unterlagen bis Ende November nicht angekommen. Ich hatte aber Glück und konnte meine Kopien senden.

Nun hatte ich zum Jahresbeginn nette Post von der AfA. Die Gutachter der DRV und der AfA hätten Gutachten erstellt, hierbei wurden sie sich anscheinend nicht einig. Ich soll jetzt laut AfA vollschichtig arbeitsfähig sein und habe für den Freitag, den 8. Januar 2016 auch gleich mal einen Termin aufgedrückt bekommen. Man müsse mit mir das Gutachten persönlich erläutern und mit mir meine Leistungsfähigkeit besprechen. Auch telefonisch konnte ich hier keine Klärung herbeiführen, bekam nur heute die Mail mit folgendem Text:

leider habe ich gestern beim Ärztlichen Dienst niemanden mehr erreicht. Ich habe auch noch eine Anfrage in unserer Leistungsabteilung laufen, auf Basis welchen Dokuments das Divergenzgutachten in Auftrag gegeben worden ist. Unabhängig von diesem Prozess muss ich Sie auf folgendes aufmerksam machen:
Maßgeblich für unser Handeln sind die vorliegenden Unterlagen des Ärztlichen Dienstes. Da Ihr aktuelles Gutachten Sie als vollschichtig leistungsfähig einstuft, ist es nun wichtig für die Fortzahlung Ihrer Leistungen, dass Sie sich dem Arbeitsmarkt für mind. 15h/Woche zur Verfügung stellen. Je nachdem, für wieviele Stunden Sie sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen können/wollen, wird Ihr Arbeitslosengeld entsprechend berechnet. Können oder wollen Sie sich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stellen, ist dies kein Problem, entsprechend werden dann die Leistungen eingestellt.

Außerdem sind folgende Aufgaben für Sie wichtig:
Die Suche nach einen leidensgerechten Arbeitsplatz im Rahmen des Leistungsbildes des ärztlichen Gutachtens oder die Kontaktaufnahme mit dem Arbeitgeber innerhalb von 4 Wochen. Über die Kontaktaufnahme fordern wir einen schriftlichen Nachweis.
Eine Arbeitsaufnahme darf nicht durch die Angabe Ihrer Krankheit, aus der Sie ausgesteuert sind, vereitelt werden. Schließlich ist es Ihre Aufgabe, einen leidensgerechten Arbeitsplatz zu suchen.
Bitte reichen Sie bezüglich der Krankheit, aus der Sie ausgesteuert sind, keine weiteren Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen mehr ein. Die Krankheit führt nicht mehr zur Leistungsfortzahlung und für die Beschäftigungssuche sind die Einschränkungen entsprechend berücksichtigt.

Bei allem Verständnis für Ihre Situation kann ich aufgrund der komplexen Sachlage und unserer Pflicht, Ihre Verfügbarkeit zu überprüfen, den Termin am 08.01.2016 nicht absagen oder telefonisch führen. Bitte nehmen Sie den Termin wahr oder verhalten Sie sich entsprechend den Möglichkeiten, die im Merkblatt 1 angegeben sind, wenn sie einen Termin nicht wahrnehmen können.

Ich bin jetzt völlig verunsichert, wie ich mich verhalten soll. Ich würde schon gern testen, ob ich auch in der neuen Arbeitsplatzsituation überhaupt mehr als drei Stunden schaffen kann. Dafür brauche ich aber eine stufenweise Wiedereingliederung. Der Betriebsarzt würde mich ohne diese Voraussetzungen auch nicht wieder ins Büro lassen. Da ich gesundheitlich noch immer stark angeschlagen bin, kann ich derzeit also überhaupt nicht mal eine Prognose abgeben.

Habt ihr einen Tipp, wie ich mich jetzt am besten verhalten soll? Gleich meine Anwältin kontaktieren?

Herzlichen Dank für eure Mühe und liebe Grüße,

Janine
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.183
Hallo Janny78,

Mein Fall ist leider etwas komplizierter. Ich bin seit Februar 2014 durchgehend arbeitsunfähig. Da ich an diversen Autoimmunkrankheiten leide und auch vorher oft krank und eingeschränkt leistungsfähig war, empfahl mir meine Firma einen Antrag auf Rente zu stellen.

Interessante (und für mich neue Variante), dass der AG auffordert eine EM-Rente zu beantragen, nur nebenbei zur Info, bist du Schwerbehindert oder einem Schwerbehinderten gleichgestellt ???

Ich bekam dann im September 2014 eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung genehmigt. Diese wurde vom Krankengeld abgezogen. Seit Mai 2015 bin ich ausgesteuert und erhielt nach dem Gutachtertermin ALG I nach § 125.
Renteanspruch ruht, da ALG I ja noch auf Grundlage des vollen Gehaltes berechnet
wurde.

Soweit nachvollziehbar, auch wenn es den § 125 SGB III dafür nicht mehr gibt, das ist jetzt § 145 SGB III.

hast du dir das komplette Gutachten vom ÄD der AfA beim Med. Dienst aushändigen lassen und bist du (trotzdem) noch weiter AU geschrieben für deine Teilzeitstelle beim AG ???

Hast du denn überhaupt schon einen Änderungsvertrag (in Folge der Teilweisen EM-Rente) mit deinem AG abgeschlossen, und bereits mal Teilzeit zur Rente gearbeitet (für wie viele Stunden täglich wurde vereinbart ???), das geht ja alles nicht einfach so ohne deine Zustimmung und eine ordentliche schriftliche Änderung des Arbeitsvertrages. :icon_evil:

Soweit so gut. Da sich während meiner Krankheit mein Arbeitsplatz komplett
verändert hat, benötigte ich dringend eine stufenweise Wiedereingliederung. AfA
zahlt nicht, KK ist raus, also Reha-Antrag gestellt, um danach die Wiedereingliederung machen zu können. Dieser Antrag wurde im September 2015
abgelehnt.

Hier sehe ich im Moment noch gar nichts "was gut sein könnte", man kann deinen vertraglich zustehenden Arbeitsplatz nicht einfach "umgestalten", ohne mit dir darüber (üblicherweise im Rahmen des BEM) zu sprechen, besonders wenn schon bekannt ist, dass du gesundheitliche Einschränkungen hast und aktuell eine Teilweise Erwerbsminderung besteht.

Auch wenn die Rente aktuell (wegen dem ALGI-Bezug) nicht ausgezahlt wird, bist du doch gar nicht Vollzeit verfügbar (auch nicht für deinen AG), zumindest nicht bis klar ist was nun ab 01.03.2016 damit sein wird, wenn die DRV zur Verlängerung entschieden hat.

Mit welcher Begründung wurde denn konkret diese Wiedereingliederung von der DRV abgelehnt und in welchem Rahmen (Vollzeit ???) sollte denn diese Wiedereingliederung stattfinden ... ???

Da meine Teilrente zu Ende Februar 2016 ausläuft, habe ich im Rahmen der
Weiterbewilligung erneut die Reha beantragt. Die Reha- und die Rentenabteilung
laufen getrennt voneinander und die Rentenabteilung kann diese auch genehmigen.
Arzt hat auch ausführlich begründet wieso, weshalb und warum ich die Reha
benötige.

Das ist widersinnig, die EM-Teilrente wird separat bearbeitet und danach kann und muss sich dann eine (eventuell) geplante Wiedereingliederung (auf Teilzeit-Arbeit) bei deinem AG prüfen lassen ...

Wenn du krank bist und gar nicht arbeiten kannst, dann geht auch keine Wiedereingliederung (schon gar nicht in Vollzeit) und für Teilzeit-Abmachungen müsste aktuell erst mal die Teilweise EM-Rente verlängert werden ...

Sonst bist du ab 01.03.2016 nicht nur bei der AfA wieder als Vollzeit einsatzfähig anzusehen, sondern auch nach Rentenrecht wieder Vollzeit Erwerbsfähig ...

Du hättest zunächst mal die Weiter-Bewilligung der Teilweisen EM-Rente abwarten sollen, um DANACH zu klären welche Teilzeitmöglichkeiten es bei deinem AG geben könnte, dazu scheint mir im Moment noch gar nichts geregelt zu sein.

Üblicherweise werden solche Klärungen bereits vor Erstbewilligung einer Teilweisen EM-Rente beim AG durchgeführt, weil sich daraus die Entscheidung ergeben wird, ob der Teilzeit-Arbeitsmarkt für dich (leidensgerecht /versicherungspflichtig) als verschlossen anzusehen ist ODER ob der vorhandene AG einen solchen Teilzeit-Arbeitsplatz anbieten kann..

Was dazu konkret in deinem Falle bereits geklärt und gelaufen ist kann ich gerade nicht nachvollziehen aus dem was du schreibst, scheint mir dazu gar nichts geklärt bisher ... :icon_evil:

Die DRV hat hier noch nicht entschieden. Angeblich waren meine Unterlagen bis Ende November nicht angekommen. Ich hatte aber Glück und konnte meine Kopien senden.

Mach eine schriftliche Sachstandanfrage (nachweislich per Einschreiben) zum Stand der Bearbeitung deines Antrages auf Verlängerung der Teilweisen EM-Rente, das musst du zunächst mal genau wissen, wie es damit weitergehen wird.

Wenn Reha und EM-Rente gleichzeitig beantragt wurden, wird zuerst Reha bearbeitet und danach (vielleicht) mal die Rente, denn Reha "gefällt" der DRV natürlich auch viel besser als EM-Rente zahlen zu müssen.

Ich weiß nicht wer dich da beraten hat, das alles gleichzeitig zu beantragen, entweder KANN man arbeiten (dann beantragt man eine Reha-Leistung) oder man KANN NICHT arbeiten (dann beantragt man eine Rente oder die Verlängerung) ... und nicht alles durcheinander ...

Nun hatte ich zum Jahresbeginn nette Post von der AfA. Die Gutachter der DRV und der AfA hätten Gutachten erstellt, hierbei wurden sie sich anscheinend nicht
einig.

Die werden sich nie "einig", bist du denn zu einem DRV-Gutachter gewesen (jetzt nach dem Antrag auf Verlängerung ???), die versuchen das auch gar nicht, weil schon die DRV daran gar nicht interessiert ist, aber du hast offenbar auch alle Schweigepflicht-Entbindungen unterschrieben, da wissen die eben schneller Bescheid als du selber.

Bei der DRV sieht man dich offenbar nun auch nicht mehr als Teilweise EM, so würde ich das deuten, wenn die AfA das jetzt übernimmt ...
Fallls du tatsächlich eine Wiedereingliederung in Vollzeit (bei der DRV) beantragt hattest wundert mich das auch nicht besonders, da hast du ALLES gründlich so falsch gemacht, wie man es überhaupt nur tun kann ... :icon_neutral:

Ich soll jetzt laut AfA vollschichtig arbeitsfähig sein und habe für den
Freitag, den 8. Januar 2016 auch gleich mal einen Termin aufgedrückt bekommen.
Man müsse mit mir das Gutachten persönlich erläutern und mit mir meine
Leistungsfähigkeit besprechen. Auch telefonisch konnte ich hier keine Klärung
herbeiführen, bekam nur heute die Mail mit folgendem Text:

Telefonisch kann (und sollte) man auch keine Klärungen herbei führen wollen, ich nehme an den Ablehnungs-Bescheid (zur Verlängerung der Teilweisen EM-Rente) wirst du die nächsten Tage auch im Briefkasten haben ...

Zitat: leider habe ich gestern beim Ärztlichen Dienst niemanden mehr erreicht. Ich habe auch noch eine Anfrage in unserer Leistungsabteilung laufen, auf Basis welchen Dokuments das Divergenzgutachten in Auftrag gegeben worden ist. Unabhängig von diesem Prozess muss ich Sie auf folgendes aufmerksam machen:
Maßgeblich für unser Handeln sind die vorliegenden Unterlagen des Ärztlichen Dienstes. Da Ihr aktuelles Gutachten Sie als vollschichtig leistungsfähig einstuft, ist es nun wichtig für die Fortzahlung Ihrer Leistungen, dass Sie sich dem Arbeitsmarkt für mind. 15h/Woche zur Verfügung stellen. Je nachdem, für wieviele Stunden Sie sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen können/wollen, wird Ihr Arbeitslosengeld entsprechend berechnet. Können oder wollen Sie sich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stellen, ist dies kein Problem, entsprechend werden dann die Leistungen eingestellt.

Außerdem sind folgende Aufgaben für Sie wichtig:
Die Suche nach einen leidensgerechten Arbeitsplatz im Rahmen des Leistungsbildes des ärztlichen Gutachtens oder die Kontaktaufnahme mit dem Arbeitgeber innerhalb von 4 Wochen. Über die Kontaktaufnahme fordern wir einen schriftlichen Nachweis.
Eine Arbeitsaufnahme darf nicht durch die Angabe Ihrer Krankheit, aus der Sie ausgesteuert sind, vereitelt werden. Schließlich ist es Ihre Aufgabe, einen leidensgerechten Arbeitsplatz zu suchen.
Bitte reichen Sie bezüglich der Krankheit, aus der Sie ausgesteuert sind, keine weiteren Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen mehr ein. Die Krankheit führt nicht mehr zur Leistungsfortzahlung und für die Beschäftigungssuche sind die Einschränkungen entsprechend berücksichtigt.

Bei allem Verständnis für Ihre Situation kann ich aufgrund der komplexen Sachlage und unserer Pflicht, Ihre Verfügbarkeit zu überprüfen, den Termin am 08.01.2016 nicht absagen oder telefonisch führen. Bitte nehmen Sie den Termin wahr oder verhalten Sie sich entsprechend den Möglichkeiten, die im Merkblatt 1 angegeben sind, wenn sie einen Termin nicht wahrnehmen können.



Ich bin jetzt völlig verunsichert, wie ich mich verhalten soll. Ich würde schon
gern testen, ob ich auch in der neuen Arbeitsplatzsituation überhaupt mehr als
drei Stunden schaffen kann.

Auch per Mail kommuniziert man mit der AfA nicht, ich lass das mal so hier mit stehen, denn das ist der übliche Kram (überwiegend ohne Rechtsgrundlagen) den man bekommt, wenn die sich mit der DRV zumindest "einig" sind, dass du wieder "voll Fitt zu sein hast" ... dem schließt sich die AfA jetzt an.

du solltest dir also erst recht ALLE vorliegenden "Gutachten" des ÄD (direkt dort) in Kopie aushändigen lassen, denn mit dir hat ja (bei der AfA) offenbar auch kein Arzt über dein wahres Befinden gesprochen.

Ob du selbst herausfinden willst in welchem Zeitrahmen du "Erwerbstätig" sein könntest interessiert da weder die AfA noch die DRV wirklich, die Forderung der AfA nach einer Erklärung deines AG dazu ist gar nicht erlaubt aber man hat den ganzen "Sack" (überwiegend unzulässiger) Forderungen jetzt über dir geöffnet und ausgeschüttet, um dir klar zu machen wer jetzt das "Sagen" hat, damit du überhaupt noch Geld bekommen wirst.

Suche dir unbedingt einen Beistand (§ 13 SGB X) für diesen Termin und versuche dich sehr "bedeckt" zu halten, ehe du Äußerungen machst, die man zu deinem Schaden nutzen wird.

Aktuell bist du ja offiziell (bis Ende Februar) mit deinem letzten Bescheid noch Teil-EM-Rentner und den dazu "passenden" Teilzeit-Arbeitsplatz hätte dir die AfA anzubieten, den brauchst du dir (eigentlich) nicht selber suchen.

Schränkst du danach deine "Verfügbarkeit" selbst auf Teilzeit ein, wird man dein ALGI entsprechend kürzen ...

Dafür brauche ich aber eine stufenweise Wiedereingliederung.

Die bekommst du aber aktuell nicht bewilligt, bei der KK bist du ausgesteuert (dann bezahlen die das auch nicht mehr) und die DRV bewilligt Wiedereingliederung in der Regel nur direkt im Anschluss an eine medizinische Reha und nicht separat ...

Der Betriebsarzt würde mich ohne diese Voraussetzungen auch nicht wieder ins Büro lassen. Da ich gesundheitlich noch immer stark angeschlagen bin, kann ich
derzeit also überhaupt nicht mal eine Prognose abgeben.

Leider fragen DRV und AfA aktuell weder nach deinem eigenen Empfinden, noch nach dem deines Betriebsarztes ...

Habt ihr einen Tipp, wie ich mich jetzt am besten verhalten soll? Gleich meine Anwältin kontaktieren?

Was soll die aktuell dagegen machen können, Rechtsansprüche die du nicht hast kann auch kein Anwalt durchsetzen (wollen) ...
Du brauchst den Bescheid zum Verlängerungsantrag der Teilweisen EM-Rente und wenn nicht verlängert wurde kannst du Widerspruch einlegen.

Das ändert an der aktuellen "Aufhebung" (bzw. Ablauf der Befristung) der (Teil-) Rente aber auch nichts, gegen die AfA kannst du erst vorgehen wenn man dir die ALGI-Leistung tatsächlich per Bescheid einstellen würde ... dann käme es auf die konkrete Begründung dafür an und ein Anwalt könnte dich dabei unterstützen herauszufinden, ob das korrekt ist was da drin steht ...

Vielleicht habe ich einige Zusammenhänge falsch verstanden, dann korrigiere mich bitte, aber im Moment kann ich nur beurteilen, was ich meine verstanden zu haben ...

MfG Doppeloma
 

Janny78

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
23 März 2015
Beiträge
12
Bewertungen
1
Hallo liebe Doppeloma und herzlichen Dank für Deine Mühe! :smile:

Zum einen, ja ich habe derzeit 30% Schwerbehinderung anerkannt und bin seit 2012 gleichgestellt. Mein AG hat es mir nur empfohlen, da er selbst eine kranke Frau zu Hause hat und mich in meiner Situation entlasten wollte. Auch will ich demnächst noch eine Höherstufung beantragen.

Genau, ich habe meinen Vertrag noch nicht umschreiben können, da die Rente während der AU beantragt war und genehmigt wurde. Ich kann daher nicht mal abschätzen, auf wieviele Stunden in meinen Vertrag schreiben lassen kann. Daher muss ich auch erst mal die Weiterberentung abwarten, da mein AG und der Betriebsarzt mich sonst überhaupt nicht wieder an den Arbeitsplatz lassen würden. Schon gar nicht ohne Hamburger Modell.

Die Berentung erfolgte aufgrund bestehender Erkrankungen, hinzu kamen während der AU noch eine Zöliakie, daraus resultierend Herzprobleme und starke Fatigue. Und daran havariere ich noch immer, denn es ist jetzt meine vierte Autoimmunkrankheit und mein Körper ist ziemlich fertig auf den Reifen. Die Berentung erhielt ich aufgrund des angeblich psychosomatischen Beschwerdekomplexes. Ich habe starke Psoriasis und seit einigen Jahren Hashimoto und eine Autoimmungastritis mit Morbus Biermer und Eisenmangel. Daraus resultierend hatte ich auch depressive Schübe und körperliche Ausfallerscheinungen, weil es über zwei Jahre nicht erkannt wurde. Da AI-Erkrankungen in Deutschland aber fast alle als psychisch bedingt gelten (ohne Worte) erfolgte die Berentung auch aus diesem Grund.

Die DRV zahlt eine Wiedereingliederung nur als Maßnahme nach einer Reha. Ohne Reha kein Hamburger Modell. Die Reha wurde abgelehnt, weil sie keine Aussicht auf Besserung der Lage sahen und meine Therapien für ausreichend halten.

Bezüglich der Reha habe ich mit einer Freundin gesprochen, die auch berentet ist, ironischerweise aber bei der DRV arbeitet. Da ich schon berentet bin, war es wohl absehbar, dass die Reha-Abteilung diese auch ablehnen würde. Ein Widerspruch hätte mir aufgrund des Auslaufens der Rente nichts gebracht. Läuft der Rentenantrag, ist die Reha-Abteilung raus und alles läuft über die Rentenabteilung. Die Rentenabteilung kann auch Rehas anordnen und genehmigen oder mich gleich weiter berenten, Wenn das passiert, ist gar keiner für eine stufenweise Wiedereingliederung zuständig, tolles Bürokratie-Chaos.

Ich glaube auch nicht, dass mich die DRV als voll arbeitsfähig einstufen wird. Eher wird die Teilrente weiterlaufen. Eine Vollberentung wäre natürlich schrecklich, da würde ich auch ins Widerspruchsverfahren gehen, weil ich es zumindest versuchen will.

Morgen werde ich erst mal alles nur so hinnehmen was mir gesagt wird. Ich überlege auch darum zu bitten, das Gespräch aufzeichnen zu dürfen, da ich mir schlecht Dinge längerfristig merken kann.

Auch will ich Einsicht in die Gutachten. Eine Begutachtung nach Aktenlage werde ich nicht hinnehmen. Zumal der hinzukommende Teil der Erkrankungen, also das Akutgeschehen wegen der Zöliakie und dem ganzen Rattenschwanz mich vom Wiedereinstieg abgehalten hat, da es auch erst wieder nach mehr als einem Jahr AU festgestellt wurde. Ggf. muss ich dann nächste Woche einen Termin beim Anwalt machen. Mal schauen, was der Tag morgen bringt.

Liebe Grüße, Janine
 

Janny78

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
23 März 2015
Beiträge
12
Bewertungen
1
Update: Termin lief gut. Neues Gutachten wird erstellt und mir wird das Hamburger Modell gezahlt. Dann schauen wir mal ob das alles auch so klappen wird, denn es sind drei Abteilungen involviert.

Vielen Dank noch mal und ein schönes Wochenende! :)
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten