Ausgesteuert, Reha arbeitsunfähig beendet, Erwerbsminderungsrente beantragt, wie geht es jetzt weiter?

grün_fink

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Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, hast du Infos bekommen über eine andere Person, dazu noch medizinische.
Ich würde das eher unter dem Aspekt des Datenschutzes sehen und entsprechend reagieren.
Die andere Person wartet bestimmt schon auf ihr Gutachten, und sie hat vielleicht deines, und deines vielleicht ist noch nicht fertig oder bei jemandem anderen gelandet.
Wenn ich das jetzt so richtig verstanden haben sollte.
 

benneman888

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@grün_fink
Das Gutachten ist schon für mich.
Es kommt mir nur so vor das diese Seite des schreibens vorgefertigt ist,und es für Patienten nur angepasst wird indem man nur unten immer den Namen ändert.
da ich nur 10 min. beim Gutachter war kann er diese Untersuchungen nicht gemacht haben.
Da ich ja nicht den Namen des Arztes veröffentlichen darf,frag ich in die Runde ob jemand diese Diagnosen evtl.bekannt vorkommen (evtl.text gleich).
Bin hier ja nicht der einzige der beim Gutachter nur 10 min. verbringt,und ein Gutachten erstellt bekommt das in 10 min. so nicht möglich ist,und deshalb die Rente abgelehnt wird.
 

Doppeloma

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Hallo saurbier,

das ist zwar schon etwas her aber ich sehe da trotzdem Korrekturbedarf, weil einige deiner Überlegungen an der Realität vorbei gehen oder nicht ganz der Rechtslage entsprechen.

Klar das jemand an sein privates Vermögen gehen muß um die langwirige Bearbeitungszeit eines Rentenantrages zu überbrücken, dürfte eher seltener sein, nichts desto gilt es da nach einer prositiven Entscheidung (Rentenbescheid) dann doppelt genau hinzuschauen, wie die DRV die Rentennachzahlung abrechnet.
Das kommt (entgegen deiner Annahme) gar nicht so selten vor, dass Jemand von seinem "Vermögen" leben muss oder auch (lieber) will, um den Bezug von ALGI möglichst zu vermeiden, es ist eine "Soziale Hemmschwelle" die man eigentlich gar nicht überschreiten möchte, zumal oft sogar noch ein Arbeitsplatz vorhanden ist.

Ich kenne dieses "ungute" Gefühl dort NICHT hinzugehören wegen Krankheit und Verweigerung der EM-Rente, wir haben auch fast 1 Jahr zu zweit von meinem ALGI (nach der Aussteuerung) + Wohngeld "existiert", um das wenigstens noch aufschieben zu können, bis es nicht mehr anders ging (mein Männe konnte in dieser Zeit bei mir familienversichert werden hatte schon GAR KEIN eigenes Einkommen mehr).

Oft auch einfach in der Hoffnung doch noch rechtzeitig die EM-Rente zu bekommen ehe man "ganz pleite ist", zudem sind ja die Schonbeträge (je nach Lebensalter) auch nicht so hoch, dass die oft schon durch Kontostand / Ersparnisse und Kapitalbildende Versicherungen überschritten werden.

Es ist eben nicht Jedem direkt "egal" wo sein Geld herkommt, wenn er bisher im Leben immer selbst dafür gesorgt hatte ... oder wenigstens noch Lohnersatzleistungen (aus eigenen Beiträgen) bezogen hat.
Ob es für spätere Renten inzwischen auch finanziell relevante "Verbesserungen" gibt wenn man ALGII bezogen hat, ist mir nicht bekannt, es wird (vermutlich) auch nicht erheblich dafür sorgen, dass es EM-Rentnern oder Rentnern überhaupt deswegen viel besser gehen wird, wenn sie lange Zeit Hartz 4 beziehen mussten (egal aus welchen Gründen).

Man hat jedenfalls oft auch gar nicht die "Wahl" zwischen Vermögenseinsatz oder ALGII ... wer zu viel "Vermögen" hat (oder einen Partner der genug verdient) bekommt es NICHT, auch nicht für bessere "Anwartschaften" auf EM-Rente.

Was die spätere Abrechnung der DRV betrifft sollte man immer sehr genau hinsehen, wer da für welche Zeiträume wie viel Geld erstattet verlangt.

Für Zeiten wo man vom Ersparten lebt KANN Niemand was erstattet verlangen, weil ja Niemand was gezahlt hat ...
Es kommt also letztlich darauf an, ab wann genau die EM-Rente dann (vielleicht) rückwirkend bewilligt wird und ob es da überhaupt noch berechtigte Erstattungs-Ansprüche gibt.
Hat man schon (länger) vom Vermögen gelebt bekommt man auch die komplette Nachzahlung SELBER auf das Konto und für nachträgliche EM-Rentenzeiten werden auch die selbst gezahlten KV-Beiträge dann direkt von der KK an das Mitglied erstattet.
Denn die werden ja dann noch von der DRV nachträglich wieder ausgeglichen aus der Renten-Nachzahlung (50 % und die Pflegebeiträge die der Rentner zahlen müsste), den Rest übernimmt ja die DRV bei Rentnern (die gesetzlich versichert sind).

Das läuft sogar relativ "automatisch" ab, ich kenne einige EM-Rentner, die auch von ihrem "Vermögen leben mussten (oder wollten) bis die EM-Rente endlich durch war.
Die waren natürlich ALLE zur Sicherheit weiter durchgehend AU geschrieben ...

Ich bin mir persönlich auch nicht so sicher, daß man die Zeit wo bennemann888 sich ja jetzt a) privat KV muß und b) von seinem Vermögen (Angesparten) leben muß weil ALG-II Anspruch besteht,
Hier hat sich wohl (zum Teil) der Fehlerteufel eingeschlichen ...
Zum 1. muss sich der TE NICHT in der Privat KV versichern, er wird als freiwilliges "Pflicht"- Mitglied weiterhin in der gesetzlichen Versicherung bleiben ... muss aber den Mindestbeitrag (ca. 180 € im Monat) aktuell selbst bezahlen (weil es sonst ja keiner mehr macht).

In deinem Punkt b) hast du wohl vor ALG-II Anspruch das Wort "kein" vergessen, denn wer Anspruch hat muss ja nicht vom Ersparten leben (er darf aber trotzdem) ...

so einfach unbeachtlich lassen kann, denn bei Anspruchsberechtigten ALG-II Empfängern würden die Anrechnungszeiten im Rentenverlauf ja erscheinen und könnten durchaus von Rentenrelevanter Bedeutung sein.
Diese ALG II-Anrechnungszeiten (für EM-Rente) ergeben sich NUR für Leistungs-Empfänger (bei direktem Übergang aus anderen Sozialsystemen oder aus Erwerbstätigkeit), es gibt keine "pauschale" Anspruchsberechtigung auf Hartz 4, wie z. B. nach Erwerbstätigkeit auf beitragsbasierte Lohnersatzleistungen ...
Wenn man die (KG / ALGI) dann nicht in Anspruch nimmt, hat man auch dafür später KEINE Punkte auf dem Rentenkonto aber wer wird darauf schon (freiwillig oder unfreiwillig) verzichten. :icon_kinn:

ALGII bekommt man generell NUR nach Prüfung der Bedürftigkeit und viele Antragsteller auf EM-Rente gelten NICHT als "bedürftig" wenn die persönlichen Lohnersatzleistungen mal abgelaufen sind und sie noch weiter um die EM-Rente kämpfen müssen.
Es genügt ja meist schon einen Partner zu haben der noch Einkommen (oder Vermögen) hat, um KEINEN Anspruch auf ALGII zu haben.
Zudem möchten diese Partner sich meist auch nicht gerne beim JC "nackig" machen müssen .... einen persönlichen Alleinanspruch (wie auf KG oder ALGI) auf ALGII gibt ja auch nicht mehr, da hängt dann (wegen einer EM-Rentenklage z.B.) die ganze BG mit drin ...

Auch stünde die Frage im Raum, wer erstattet ihm die ersatzweise entstandenen privaten KV-Beiträge, denn die DRV erstattet ja lediglich nach § 102-107 SGB X (Leistungsträger untereinander).
Wie ich schon erklärt habe macht das dann die KK selber mit dem "freiwilligen Pflicht-Mitglied" klar, die bekommt ja ihre Beiträge dann von der DRV zurück über die von dir genannten §§, sonst wäre der EM-Neurentner ja "doppelt" versichert gewesen.
Der "Ausgleich / Erstattung" erfolgt natürlich immer nur für rückwirkend auch bewilligte EM-Rentenzeiten, auf dem Rest bleibt man "sitzen" ... denn wenn keiner KV zahlt (auch nicht nachträglich) muss man selber zahlen ...

MfG Doppeloma
 

Doppeloma

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Hallo benneman888,

Nabend
Also ich fühle mich immer noch als Mann.
Und der Nachname ist ein anderer... ;)
Also ist nicht Herr benneman888 erschienen,sondern Frau grün-fink :cool:
Das soll doch wohl nicht das ganze "Gutachten" sein ?
Schon klar, dass du es nicht komplett einstellen möchtest (sollst du auch gar nicht) aber wie viele Seiten hat denn dieses "Wunderwerk" komplett, es kommt durchaus vor, dass man nur bestimmte Teile an den Antragsteller schickt und meint der merkt das nicht.

Wenn du den Eindruck hast, dass es gar nicht DEIN Gutachten sein kann, dann würde ich direkt die DRV um Aufklärung dazu bitten zudem sollte das eigentlich nicht Alles sein, was zur Entscheidung über deinen EM-Renten-Antrag vorgelegen hat (das wäre schon als sehr einseitig zu bemängeln) ... welche deiner Ärzte wurden angeschrieben, wo sind deren Stellungnahmen oder hattest du selbst schon was mitgeschickt ???

Die Ablehnungs-Bescheide sind "Schema F", kennst du EINEN, dann kennst du eigentlich schon (fast) ALLE, soviel zur individuellen und "gründlichen" Prüfung, mich hat man noch darauf hingewiesen, dass die AfA dafür zuständig sei mich in "andere" Arbeit zu vermitteln unter Beachtung einer langen Liste von Belastungs-Ausschlüssen, die doch bitte dabei zu beachten wären.

Vielleicht sollten die Mitarbeiter dort auch mal begutachtet werden, damit sie Männer und Frauen besser unterscheiden können ...???

Da fällt einem wirklich so langsam NICHTS mehr zu ein ... :doh:

MfG Doppeloma
 

Kerstin_K

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DIe DRV trickst da wirklich mit allen Mitteln. Mir wurde das zu meiner KfZ Hilfe ertellte Gutachten zugeschickt, der Trick: Die Blätter waren vormne und hinten bedruckt, ich bekam aber nur die Vorderseiten. Das dies nich sofort auffiel, ermöglichte die Seitennummerieruung der DRV: Vorderseiten 1V, 2V, 3V...Rückseiten 1R, 2R, 3R...
 

benneman888

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Hallo
Es sind schon einige Seiten .
Untersuchungssituation/Vorgeschichte der Aktenlage/Vorgeschichte nach eigenen Angaben/Ärztliche Behandlung/Derzeitige Medikation/Vorerkrankungen/jetzige Beschwerden/Untersuchungsbefunde/und verschiedene Beurteilungen.
Stellungsnahmen waren auch vorhanden.
Nur was bei Untersuchungsbefunde (siehe Anhang #138) steht,ist so mit mir nicht gemacht worden.
Und dann am Ende noch ein falscher Name.Naja,meine Ärztin sagte auch sofort,der Teil sieht aus wie vorgefertigt und man hat nur vergessen den Namen zu ändern.
Werde noch einige relevant wichtige Sachen für den Wiederspruch aufschreiben, die nicht in dem Gutachten stehen.
Einen Termin mit meiner Psychologin habe ich auch noch ,mal hören was die davon hält.

MfG
benneman888
 

saurbier

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Hallo bennemann888,

nun ja vielleicht hat die DRV da auf ein Gutachten zurück gegriffen, daß entsprechend deinem Gesundheitszustand schon mal für jemand anderen erstellt wurde ganz dem Motto - warum die Arbeit nicht vereinfachen und übernehmen -.

Bei mir z.B. stand doch schon von vor herein fest, daß meine Erwerbsminderung nach Aktenlage nicht vorliegt und wen wundert es da noch, das die dazu erfolgte ärztliche Begutachtung dann mit einer 10min. körperlichen Untersuchung abgeschlossen war. Die 20min. in der der Arzt dies und das abfragte (ob ich Auto fahre, wie ich die Treppe hoch und runter komme die nun mal vorhanden ist, oder wie ich meinen Einkauf erledige) ist es ein Witz, denn er kennt ja nicht einmal mein Lebensumfeld. Es wird halt einfach etwas konstruiert, damit sich später eine passende Begründung schreiben läßt.

Schade ist eben, daß man durch solche Dinge in ein wohlmöglich langfristiges Verfahren gedrängt wird, bei dem es auch eine Strategie bedarf die zu einem erfolgreichen Ende führt, eben weil die Sozialgerichte alle überlastet sind.


Grüße saurbier
 

benneman888

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Schade ist eben, daß man durch solche Dinge in ein wohlmöglich langfristiges Verfahren gedrängt wird, bei dem es auch eine Strategie bedarf die zu einem erfolgreichen Ende führt, eben weil die Sozialgerichte alle überlastet sind
Genau so ist es.
Meine Ärztin meinte ich würde eine EM rente so nicht bewilligt bekommen.
Sie denkt ich sei mit 54 noch zu Jung dafür und nicht krank genug um in Rente zugehen.
Aber ich möchte ja nur erstmal eine vorläufige Rente,um gesund zu werden .
Wenn man immer das JC oder die Krankenkasse im Nacken hat,oder so wie momentan das ich garkein Geld bekomme,wie soll man da gesunden.
Vor allem wenn man wegen Stress krank geworden ist.

Jetzt bin ich natürlich unsicher ob ich das Risiko mit dem Wiederspruch eingehen soll.
Hat da evtl. schonmal einer die Erfahrung gemacht,das sein Arzt im abrät zu klagen,es doch gemacht hat und gewonnen ?

MfG
benneman888
 

Doppeloma

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Hallo benneman888,

Jetzt bin ich natürlich unsicher ob ich das Risiko mit dem Wiederspruch eingehen soll.
Hat da evtl. schonmal einer die Erfahrung gemacht,das sein Arzt im abrät zu klagen,es doch gemacht hat und gewonnen ?
Bitte richte dich nicht danach was deine Ärzte dazu meinen, sondern danach was du FÜR DICH als richtig und Notwendig ansehen möchtest.
Wenn du schon daran zweifelst ob du Widerspruch einlegen solltest, brauchst du über eine Klage ohnehin gar nicht mehr nachdenken ... davor liegt noch der Bescheid zum Widerspruch ...

Welches "Risiko" fürchtest du denn beim Widerspruch ???

Das Sozial-Rechtsverfahren ist kostenfrei für dich, nur deinen Anwalt musst du selber tragen (wenn kein Anspruch auf Beratungs-Hilfe / PKH besteht), man kann das Verfahren aber auch selber OHNE Anwalt führen.

Mit einer Aufgabe aktuell tust du NUR der DRV "einen Gefallen" und wirst es in einem später erforderlichen, neuen Antragsverfahren auch nicht einfacher haben ... deine Aufgabe nach der Ablehnung des Antrages bleibt ja in deiner Renten-Akte und so ist der Hinweis schon vorhanden (für die DRV), dass du (wahrscheinlich) gleich aufgeben wirst wenn man deinen nächsten Antrag wieder ablehnt.

Was stellst DU dir vor wie es weitegehen soll wenn du jetzt aufgeben wirst, um die Bewilligung der EM-Rente zu kämpfen ???

Wie lange wirst du von deinem Vermögen leben können, bis du dann irgendwann doch zum JobCenter musst (denn anderes Geld bekommst du ja dann nicht mehr :icon_evil:) wenn du dann immer noch nicht wieder Gesund / Arbeits-FÄHIG bist und wieder arbeiten gehen kannst ???

Die ganze Zeit musst du (in JEDEM Falle) deinen zukünftigen Anspruch auf EM-Rente durch eine (durchgehende) AU-Bescheinigung aufrechterhalten (aus allen Versicherungen dafür bist du ja raus als "Privatier"), warum also NICHT JETZT weiter um die EM-Rente kämpfen (wo der Anfang schon gemacht ist), wirklich "zur Ruhe" wirst du so auch nicht kommen und dich immer wieder selber fragen, ob es wirklich richtig war einfach aufzugeben ... :icon_kinn:

Es gibt keine Garantien, dass du jetzt bald siegen wirst aber es gibt auch keine Garantien dafür, dass du später mal mehr Kraft für diesen Kampf aufbringen kannst ...
Aufgeben KANNST du so ein Verfahren jederzeit (schadlos für dich) wenn es wirklich mal völlig aussichslos werden sollte.

Das ist meist erst zu überlegen wenn auch gerichtliche Gutachter "gegen dich schreiben" und der Richter dir vorschlägt die Klage besser zurück zu nehmen ... oft sind es aber gerade diese Gutachten, die dann doch zur Berentung führen (so war es jedenfalls bei mir, bis dahin hatte ich auch kaum noch Hoffnung auf Erfolg mit meiner Klage).

Du weißt doch : "Wer kämpft KANN auch verlieren aber wer NICHT kämpft, der hat schon verloren !!!"

MfG Doppeloma
 

benneman888

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@Doppeloma
Du weißt doch : "Wer kämpft KANN auch verlieren aber wer NICHT kämpft, der hat schon verloren !!!"
Wohl wahr..wohl wahr

Mein Gedanke ist nur,was mache ich wenn die Klage kein Erfolg bringt.
Und ob ich das was ich nach der Klage ohne erfolg machen kann,nicht auch schon jetzt hätte machen können.
Den Wiederspruch werde ich auf jeden Fall durchziehen.
So habe ich erstmal genug Zeit alle möglichkeiten (mit euch) in Ruhe durch zu gehen,um das Beste daraus zu machen.

Macht es Sinn im Wiederspruch auch etwas über die hinhalte+verschleppungs Taktik der DRV zu schreiben ?

@saurbier
werde es nachher mal in Ruhe lesen



MfG
benneman888
 

saurbier

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Hallo benneman888,

Mein Gedanke ist nur,was mache ich wenn die Klage kein Erfolg bringt.
Nun ja, du kannst ja jederzeit deine Klage beenden, nichts würde einen Richter mehr freuen spart es ihm doch zusätzliche Arbeit. Nur sollte man das dann nicht zu früh machen, denn unnütze Klageverfahren verärgern Richter ungemein.

Ich würde mit einer Klagerücknahme auf jedenfall so lange warten, bis das das Gericht (Richter) ggf. mal entsprechende Andeutungen macht (wie z.B. ob man die Klage noch fortführen will bzw. aufrecht erhält etc.). Wenn man selbst klagt, sind die meisten Richter eher gehalten unsereins als nicht Juristen deren Einschätzung vom Verfahrenverlauf dezent rüber zu bringen und auf ein aussichtsloses Verfahren frühzeitig hinzuweisen, damit man selbst die reißleine ziehen kann.

Macht es Sinn im Wiederspruch auch etwas über die hinhalte+verschleppungs Taktik der DRV zu schreiben ?
Nun ja, was du im Widerspruch schreibst das bleibt dir überlassen, ich persönlich würde auf hinhalte+verschleppungstaktik in einem Widerspruch nicht eingehen, denn das bringt eh nichts. Erst recht nicht im Widerspruchsverfahren weil die DRV sowas einfach ausbendet. In einem nach folgenden Klageverfahren könnte man es je nach dem in Erwägung ziehen, kommt halt darauf an welcher Hintergrund die DRV dazu bewogen hat so zu verfahren. Im Widerspruchsverfahren würde ich lediglich Fakten darlegen, weshalb ich/du hier eine andere Beurteilung der Sachlage sehe.

Allerdings mußt du dir im klaren sein, daß die meisten Widersprüche eher als unbegründet abgewiesen werden. Auch das gehört zur Strategie bei den Behörden, je zermürbender der Kampf ist, je weniger sind bereit bis zum Ende um ihr Recht zu kämpfen (hier eben die EMR). Denke immer daran, je weniger am Ende übrig bleiben, je mehr hat die DRV gespart und unsereins ist dort nur ein reiner emotionsloser Kostenfaktor - kein Mensch.

genau aus diesem Grund ist der Spruch
"Wer kämpft KANN auch verlieren aber wer NICHT kämpft, der hat schon verloren !!!"
von Doppeloma so zutreffen.

In der von mir angehängten Dissertation kannst du das hoffentlich deutlich genug entnehmen.


Grüße saurbier
 
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Doppeloma

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Hallo benneman888,

Mein Gedanke ist nur,was mache ich wenn die Klage kein Erfolg bringt.
Falsche Frage, die richtige Frage lautet: "Was machst du wenn du JETZT " (oder nach abgelehntem Widerspruch) aufgeben wirst, wie stellst du dir vor, soll dein Leben dann weitergehen, ohne die geringste Aussicht eine EM-Rente vielleicht (in diesem Verfahren, mit diesem Antragsdatum) noch erreichen zu können ???

Dann stehst du sofort mit leeren Händen da, hat deine Ärztin dafür auch die passende Lösung ???

Und ob ich das was ich nach der Klage ohne erfolg machen kann,nicht auch schon jetzt hätte machen können.
"Einfach wieder arbeiten gehen" ???
Das geht JETZT offenbar NICHT und wird (sehr wahrscheinlich) auch dann NICHT mehr gehen.
Schon diese ganze unklare Situation (und das stetige Sinken deines Konto-Standes) wird dafür sorgen, dass es dir eher gesundheitlich noch schlechter gehen wird ...
Mit Ü 50 und den ersten ernsthaften Gesundheitsproblemen sollte man besser nicht mehr auf die Rückkehr der "vollen Schaffenskraft" hoffen, um dann noch bis zur regulären Altersrente wieder "durchstarten" zu können. :icon_evil:

Bis die "Sinnlosigkeit" einer Klage sich erweist und man dir die Rücknahme empfehlen würde kann da gesundheitlich / medizinisch und "Gutachterlich" noch Einiges passieren, was aktuell noch gar nicht absehbar und planbar ist.

Die Rücknahme der Klage ist KEIN wirkliches Ende, sondern die Chance (eine "Atempause") für einen neuen Angriff (EM-Renten-Antrag NEU stellen) auf die DRV, mit neuer und umfangreicherer med. Munition, als du sie aktuell anzubieten hast.

Mein Männe musste die Klage zu seinem ersten Antrag auch zurücknehmen und seine Schmerztherapeutin (die das gar nicht fassen konnte) hat ihn direkt wieder in die Schmerzklinik eingewiesen.
Mit diesem Bericht haben wir "ganz frech" den nächsten Antrag auf EM-Rente gestellt (kaum 6 Monate nach dem "freiwillig" aufgegebenen Klage-Verfahren), die Berichte die bereits im letzten Verfahren ignoriert worden waren, haben wir ALLE noch einmal beigefügt. :icon_daumen:

Als Antragsteller darf man das, die DRV muss allerdings ab 2. Antragstellung bei NULL beginnen und darf Unterlagen / Gutachten aus dem ersten Verfahren NICHT mehr für diese neue Entscheidung verwenden. :icon_evil:
Es wird dann später aber auch erst ab der 2. Antragstellung eine EM-Rente gezahlt ... immerhin haben wir dieses Ziel dann (weitere 6 Monate und ein DRV-Gutachten später) auch erreicht, er wurde voll EM-berentet bis zur Altersrente.

Aktuell würde es die DRV nicht sonderlich stören wenn du direkt aufgibst und einen neuen Antrag stellen würdest ... ohne bessere medizinische Argumente anbieten zu können ... überwiegend hat man erst (wenn überhaupt) am Gericht Erfolg (nach der gerichtlichen Begutachtung), warum sollte die DRV für den Widerspruch ihre Ansichten ändern wollen ???

Den Wiederspruch werde ich auf jeden Fall durchziehen.
So habe ich erstmal genug Zeit alle möglichkeiten (mit euch) in Ruhe durch zu gehen,um das Beste daraus zu machen.
Wieviel Zeit du haben wirst entscheidet auch nur die DRV, es gibt schnelle Ablehnungen von Widersprüchen (egal wie du das begründen wirst) und es kann auch mal länger dauern.
In meinem Falle dauerte es fast 1 volles Jahr bis auch der Widerspruch abgelehnt wurde, mein Anwalt und ich haben da viel Arbeit reingesteckt die DRV-"Gutachten" zu zerpflücken und besonders auch auf die krassen rechtlichen Unzulänglichkeiten hinzuweisen, denn es wurden auch Verfahrensvorschriften für Begutachtungen NICHT eingehalten.

Z.B. hatte der beauftragte (ambulante) Gutachter das psychiatrische Gutachten gar nicht SELBER durchgeführt sondern seine Assistenz-Ärztin damit beauftragt, er selbst hat mich nur kurz körperlich untersucht und dabei nicht viel mit mir gesprochen ...

Aus Sicht der DRV war das (angeblich) aber alles in Ordnung ... die Assistentin habe (angeblich) nur unwesentliche "Nebentätigkeiten" verrichtet ... komisch, dass ich das real ganz anders erlebt hatte ... das psychiatrische Gespräch (gute 2 Stunden lang mit der Assistentin in einem anderen Raum) ist auch KEINE "Nebensache" bei solchen Gutachten. :icon_evil:

Das hat der beauftragte Gutachter SELBER durchzuführen und NICHT zu "delegieren" aber der hatte ja gar keine Zeit dafür mit seinem vollen Wartezimmer ... :icon_neutral:

Der Internist (übrigens Chef einer internistischen Klinik-Station) war in 17 Minuten mit mir fertig, ich musste mich nicht mal entkleiden (im tiefsten Winter), alle Meß-Werte (Blutdruck / sonstige Blutparameter) und viele Teil-Inhalte wurden einfach aus meinem Reha-Bericht "übernommen" als wären es seine eigenen Erkenntnisse, der Bericht war zu diesem Zeitpunkt 1,5 Jahre alt.

Die (in seinem "Gutachten") ausführlich geschilderte Untersuchung (von Kopf bis Fuß) hat niemals stattgefunden aber ALLES an mir war medizinisch völlig O.B. ... mein Männe war als Begleitung dabei (vor der Tür im Wartebereich allerdings) und konnte zumindest die zeitlichen und räumlichen Abläufe bezeugen.

Hinderte die DRV Alles NICHT (wenn auch nach langem Zögern) auch meinen Widerspruch dann irgendwann abzulehnen, es dauerte nur länger. :icon_evil:

Macht es Sinn im Wiederspruch auch etwas über die hinhalte+verschleppungs Taktik der DRV zu schreiben ?
Welchen Sinn sollte es also machen der DRV ihre eigenen Arbeits-Taktiken zu beschreiben, das wissen die doch und der Widerspruch wird auch NUR bei der DRV bearbeitet und entschieden. :icon_kinn:
Da zählen nur Fakten und selbst die werden "in Abrede" gestellt solange es geht (auch später am Gericht noch) aber der Widerspruch muss nun mal eingelegt und entschieden sein, ehe man überhaupt eine Klage einreichen kann ... so ist nun mal der reguläre Weg durch die Rechts-Instanzen.

Mein Anwalt hatte mich allerdings schon vorgewarnt, dass auch die Widersprüche zu 80% abgelehnt werden und dann nur noch die Klage bleibt ... da wird also (sehr wahrscheinlich) auch DEINE Chance erst beginnen in der aktuellen EM-Rentensache überhaupt noch was erreichen zu können.

Ein neuer Antrag (DANACH) bleibt immer noch wenn das auch "in die Hose gehen" sollte mit dem gerichtlichen Gutachter (es wird in der Regel IMMER wenigstens EIN Gutachten beauftragt vom Richter, denn der ist ja selber auch kein Arzt).
Dann solltest du aber besser rechtzeitig die "Reißleine ziehen" (die Klage dann auf Anraten des Gerichtes besser zurück nehmen) und es NICHT zu einem Urteil (offizielle Abweisung der Klage, wie es die DRV permanent fordern wird) gegen dich kommen lassen ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 
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