Ausbildungszuschuss für Schwerbehinderte

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Kittie

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Hallo liebe Mitforis,

ich habe eine Frage hinsichtlich folgender Situation.

Mein Mitbewohnerfreund ist seit einigen Jahren arbeitslos. Zwischendrin hat er einmal für ein paar Monate einen Helferjob gehabt. Zuerst hieß es vom JC er dürfe keine Ausbildung machen, weil er schon so alt wäre (25).

Jetzt macht er derzeit noch ein Praktikum und der Betrieb hat ihm eine Ausbildungsstelle angeboten. Voraussetzung: er wird hinsichtlich des Ausbildungszuschusses gefördert.
Seit zwei Wochen geht das im JobCenter und Arbeitsamt hin- und her. Tägliche Anrufe mit etlichen verschiedenen Stellen was natürlich sehr nervenaufreibend war. Nun kam heute endlich das ok, das der Antrag auf Ausbildungszuschuss bewilligt wird. Klar wartet er jetzt erstmal auf die schriftliche Bestätigung.

Was noch nicht ganz klar ist, ist folgendes:
Beim Arbeitsamt steht folgendes:
Die Höhe der Zuschüsse beträgt bis zu 60 Prozent der monatlichen Ausbildungsvergütung für das letzte Ausbildungsjahr. Der Zuschuss wird für die gesamte Ausbildungszeit gezahlt.

Kann mir das vllt jemand erläutern?
Bedeutet das schlicht, dass man den Betrag des Ausbildungsgehaltes aus Jahr 3 heranzieht, und davon 60% bezahlt?
 

ollermann

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Hello Kittie!
Ich hab mal geyahoot und das hier gefunden:

§ 73 Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung behinderter und schwerbehinderter Menschen

(1) Arbeitgeber können für die betriebliche Aus- oder Weiterbildung von behinderten und schwerbehinderten Menschen im Sinne des § 104 Absatz 1 Nummer 3 Buchstabe e des Neunten Buches durch Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung oder zu einer vergleichbaren Vergütung gefördert werden, wenn die Aus- oder Weiterbildung sonst nicht zu erreichen ist.

(2) Die monatlichen Zuschüsse sollen regelmäßig 60 Prozent, bei schwerbehinderten Menschen 80 Prozent der monatlichen Ausbildungsvergütung für das letzte Ausbildungsjahr oder der vergleichbaren Vergütung einschließlich des darauf entfallenden pauschalierten Arbeitgeberanteils am Gesamtsozialversicherungsbeitrag nicht übersteigen. In begründeten Ausnahmefällen können Zuschüsse jeweils bis zur Höhe der Ausbildungsvergütung für das letzte Ausbildungsjahr erbracht werden.

(3) Bei Übernahme schwerbehinderter Menschen in ein Arbeitsverhältnis durch den ausbildenden oder einen anderen Arbeitgeber im Anschluss an eine abgeschlossene Aus- oder Weiterbildung kann ein Eingliederungszuschuss in Höhe von bis zu 70 Prozent des zu berücksichtigenden Arbeitsentgelts (§ 91) für die Dauer von einem Jahr erbracht werden, sofern während der Aus- oder Weiterbildung Zuschüsse erbracht wurden.


Soweit ich das erkennen kann betrifft diese Aussage den AG und bedeutet das der AG eben als Förderung dafür das er deinen Freund ausbildet
max.60-80% der Ausbildungsvergütung des letzten Ausbildungsjahres als Förderung erhält.
80% bei Schwerbehinderung...du schreibst im Titel "Ausbildungszuschuss für Schwerbehinderte" ...demnach gehe ich davon aus das dein Freund schwerbehindert ist? Wieviel % GdB? Und wenn dem so ist stünde dem AG bzw. deinem Freund ja auch 80% Förderung zu...hm...ergo Widerspruch evtl.?

soweit erstmal, hoffe geholfen zu haben

Grüßle
 

Kittie

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@trixi2011 das ich das auch nicht toll finde, ist völlig klar. Aber er möchte eben gerne eine Ausbildung machen. Körperlich hat er wenig Einschränkungen. Inder Kindheit ist bei ihm extrem viel falsch gelaufen, musste arbeiten seit er 14 war ohne dass die Eltern ihn groß unterstützt haben. Dadurch ging psychisch viel den Bach runter. Verständlich, wenn man mit sowas konfrontiert wird.

Problem ist eben, sobald er ehrlich ist und sagt er ist schwerbehindert, stellt ihn keiner freiwillig ein. verschweigt er es und es kommt raus, fühlt sich der Chef verarscht...

@ollermann
Ausbildungszsuchuss gibt es, laut Infos des Arbeitsamtes nur noch für schwerbehinderte. Für "normale" Azubis gar nicht mehr. Das hatte mich auch insofern gewundert weil wir erst zum Arbeitsamt mussten. Das widerum sagte dann es gäbe für ihn 40% und 20% zusätzlich für die Sozialversicherungsabgaben. Das Problem ist ja, das der Zuschuss für den Arbeitgeber eine Kann-Leistung ist, keine Muss-Leistung.

Klar, sobald die Bewilligung da ist, kann man immer noch Einspruch einlegen und versuchen die 80% zu erhalten.

Freund hat 50% GDB. Ist aber schonmal vom Arbeitsamt begutachtet worden, weil er nur Hauptschulabschluss gemacht hat. Dort wurde dann die Empfehlung gegebeb, dass er aufgrund mentaler Fähigkeiten durchaus auch für Ausbildungen geeignet ist, die einen Realschulabschluss voraussetzen.
Vom Arbeitsamt gings nach dem Gespräch wieder zurück zum JC. Da kennt sich (juhu) überhaupt keiner aus. Ist der erste Fall seit 5 Jahren dort...

Auf der Seite des Arbeitsamtes steht auch, das die Förderung in Ausnahmefällen 80, oder auch 100% betragen kann. Der Berater beim Arbeitsamt sagte aber selber, dass sowas wohl selten genehmigt wird. Eben diese entsprechende %-Zahl vom letzten Ausbdilungsjahr. Dabei steht aber dann auch, dass dier Förderung über die gesamte Ausbildungszeit gestellt wird.

Daher rührt auch meine Frage. Das würde für mein Verständnis heißen:

im dritten Lehrjahr gibt es z.B. 800€. Der AG erhält davon 60%, also 480€. Diese 480€ erhält er dann die gesamte Zeit über? Irgendwie finde ich das etwas schwieirg formuliert bzw. es lässt Interpretationsspielraum. (Die Sozialabgaben habe ich hier jetzt einfach mal weggelassen, der Einfachheit halber).

Klar, man muss erstmal abwarten was jetzt genau in dem Schreiben steht. Ich würd auch beim JC nachfragen, aber da sich da niemand auskennt...

@sheldor
BAB ist für den Auszubildenden. Das ist eine Aufstockungsleistung für die auszubildende person selber (müsste Vermittlungsbudget sein). Ausbildungszuschuss ist aber für den Arbeitgeber. BAB müsste er sicher auch beantragen, dazu muss aber erstmal alles in trockenen Tüchern sein.
 

ollermann

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Aber er möchte eben gerne eine Ausbildung machen.

Find ich gut!

Klar, sobald die Bewilligung da ist, kann man immer noch Einspruch einlegen und versuchen die 80% zu erhalten.

Da sein Bedarf an Förderung ja schon festgestellt wurde und mit dem Bescheid dann auch schriftlich vorliegt, halte ich einen Widerspruch mit dem Hinweis auf §73 Abs.2 für erfolgversprechend.

Daher rührt auch meine Frage. Das würde für mein Verständnis heißen:

im dritten Lehrjahr gibt es z.B. 800€. Der AG erhält davon 60%, also 480€. Diese 480€ erhält er dann die gesamte Zeit über? Irgendwie finde ich das etwas schwieirg formuliert bzw. es lässt Interpretationsspielraum. (Die Sozialabgaben habe ich hier jetzt einfach mal weggelassen, der Einfachheit halber).

Genau so versteh ich es auch.


liebe Grüße
 

Kittie

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@ollermann
Vielen Dank. Dann ist mein Verständnis da nicht soo sonderlich anders.

Ich dachte immer alles was das JC betrifft wären Leistungen nach SGB 2 :) Aber wenn die Ausbildungszuschüsse allgemein zu SGB 3 zählen, sehe ich das auch als Erfolgsversprechend an :)
 
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