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Ausbeutung im Praktikum und Probearbeit

Knusper

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Hallo!

Um meine Arbeitslosigkeit zu beenden, habe ich in einer Firma ein Praktikum absolviert, um danach eine Festanstellung zu bekommen. Im Praktikum habe ich zu 99% reguläre Arbeitstätigkeiten erledigen müssen, zusammen mit den Festangestellten.
Obwohl meine Leistung gut war, teilte man mir erst wenige Tage vor Praktikumsende mit, daß man mich nicht weiter beschäftigen würde, trotz zahlreicher vorheriger Nachfragen von meiner Seite.

Eine Bekannte von mir hat Ähnliches erlebt, sie hat mehrere Male zur Probe unentgeltlich gearbeitet, den Job hat sie in keinem Fall bekommen.

Wir stehen z.Z. mit diversen Medien (TV, Zeitungen) in Kontakt, die Interesse an einem Bericht signalisiert haben, in dem es um mehrere solcher Fälle gehen würde.

Wenn ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt, meldet euch bitte. Ich freue mich darauf, zusammen dagegen aufzustehen!
 
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Mich würde viel mehr interessieren, was Du unternommen hast, außer an die Öffentlichkeit zu gehen.
Hast Du versucht den regulären Lohn wie ihn die Festangestellten haben einzuklagen?
 
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Mich würde viel mehr interessieren, was Du unternommen hast, außer an die Öffentlichkeit zu gehen.
Hast Du versucht den regulären Lohn wie ihn die Festangestellten haben einzuklagen?
Dürfte man kaum bekommen, wenn man den Praktikums-Vertrag unterschrieben hat.
 
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Dürfte man kaum bekommen, wenn man den Praktikums-Vertrag unterschrieben hat.

Der eigentlich nichtig wird, wenn man die gleichen Arbeiten wie die Festangestellten ausführt.
Besonders wenn wie es in diesem Fall scheint, man als volle Arbeitskraft ausgenutzt wird.
 
E

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Der eigentlich nichtig wird, wenn man die gleichen Arbeiten wie die Festangestellten ausführt.
Besonders wenn wie es in diesem Fall scheint, man als volle Arbeitskraft ausgenutzt wird.
Das wird doch hierzulande tausendfach geduldet u. ich höre nichts von großartigen Nachzahlungen.
 
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Für "Praktika" scheint dasselbe zu gelten, wie für die berüchtigten EGV im SGB II: Nicht unterschreiben sowas.
 
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Wer unengeltlich arbeitet, der sorgt eigentlich selbst dafür, dass er nicht in ein reguläres Arbeitsverhältnis übernommen wird. Wer stellt schon jemanden ein, dem er Lohn bezahlen muss, wenn er stattdessen auch jemanden bekommen kann, der freiwillig für lau arbeitet?
 
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Was wenn in dieser Praktikumsvereinbarung zugestimmt wir das kein Entgeld für die Dauer vereinbart wird? Habe noch nie eine solche Vereinbarung ohne diesen Punkt gesehen. :icon_mrgreen:
 

katja30031983

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Das hört man sogar in Augsburg: Praktikum muss der Ausbildung dienen - Wirtschaft - Augsburger Allgemeine

Dulden ist auch eine Entscheidung, wenn auch nicht die klügste.
Dulden wird aber in vielen Fällen keine "freiwillige Entscheidung" sein. Oft hat man wenig Möglichkeiten etwas dagegen kurzfristig zu unternehmen. Unternimmt man doch etwas erhält man nur Sanktionen erst einmal :/

Ich war bis letzte Woche selber in einem "Praktikum" parallel zur "eiterbildung, beides vom Arbeitsamt finanziert. Es war ein Kurierdienst, wo ich eigentlich Arbeitsabläufe im Büro kennenlernen sollte. Allerdings haben sie mich meistens zum Zustellen Ihrer Sendungen rausgeschickt obwohl Ich mehrmals indirekt und direkt mitgeteilt habe, dass es mir zuviel ist. Mit dem Chef zu reden war leider auch alles andere als einfach, da dieser einen eher cholerischen Charakter hatte. Einmal kam ich von einer Tour zurück und machte gerade Pause. Da wollte er mich wieder rausschicken. Als ich sagte, ich mache Pause entgegnete er: "Dann können Sie gleich ganz Pause machen!" (O-ton).

Und das alles, obwohl der Betrieb wusste, dass ich psychisch nicht voll belastbar bin. Jedenfalls gipfelte es darin, dass sie mich letzten Dienstag (08.07.) zum Zustellen einer Sendung nach Witzenhausen bei Kassel schickten! Über 400km Strecke eine Richtung obwohl ich so lange Fahrten gar nicht gewöhnt bin von der Belastung. Obwohl ich einige Pausen einlegte, passierte mir dann ein ziemlich schwerer Unfall auf der Autobahn mit durchaus nicht so lustigen gesundheitlichen Folgen :/ Habe noch den Geruch vom Airbag (verbrannt) in der Nase. Komisch. Bin erst am 09.07. in meinem Wohnort ins KH um alles abchecken zu lassen, da ich nicht bewusstlos war. Wollte erstmal nach Hause.

Was in der Situation richtig nicht gerade fair empfunden habe, dass ich das Bahnticket nach Hause selbst zahlen durfte. 124 Euro. Da hätten sie sich mindestens dran beteiligen können. Ihre Begründung war, dass "nein, dass zahlen wir nicht das musst du selber bezahlen wir haben auch kein Geld". Manchmal denke, vielleicht wäre es besser gewesen wenn sie den Leichenwagen hätten organisieren müssen. Dann hätte ich eine Sorge weniger, aber so kann man ja auch nicht denken. Hauptsache ich lebe noch weil das hätte echt unschöner ausgehen können. Hinten auf ein LKW und dann in die mittlere Leitplanke und in der Mitte stehen geblieben!

Na ja, wollte da nur mal meine aktuellen Erfahrungen zum Thema Praktikum beisteuern und wie es eigentlich auf kkeinen Fall laufen sollte.

liebe grüße, katie.

ps. ich mache niemandem ein Vorwurf, dass es soweit kommen musste, die anderen Mitarbeiter im Betrieb - kleine Firma - waren eigentlich alle nett soweit. Aber der Unfall hätte eigentlich verhindert werden können, da ich sogar im Vorfeld bevor ich losfuhr meine Bedenken äußerte, hatte sogar einige Minuten geheult weil ich da jetzt hin musste und denen das gesagt. "Nein, Du schaffst das schon."
 

Caso

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Was wenn in dieser Praktikumsvereinbarung zugestimmt wir das kein Entgelt für die Dauer vereinbart wird? Habe noch nie eine solche Vereinbarung ohne diesen Punkt gesehen. :icon_mrgreen:
Wenn du einen solchen Vertrag unterschrieben hast, dann hast du sehr ungünstige Folgen sehenden Auges akzeptiert. Dann hast du auch noch das gesamte Praktikum mit diesem Wissen (99% für lau praktiziert zu haben) absolviert.

Wenn du nun weder deinem JC noch deinem Praktikums-Betrieb während des Praktikums deutliche und schriftliche Hinweise zum eigentlichen Sinn eines betrieblichen Praktikums gegeben hast, um eine Veränderung dieser Ausbeutung zu erreichen, hast du im Nachhinein höchstwahrscheinlich schlechte Karten,noch eine Vergütung zu erhalten..

Oben hattest du geschrieben: Um meine Arbeitslosigkeit zu beenden, habe ich in einer Firma ein Praktikum absolviert, um danach eine Festanstellung zu bekommen.
Frage: Hast du dir die Praktikumsstelle selbst gesucht oder war das etwas *Zugewiesenes* nach §§ xxx SGB II vom JC??
Und was stand in dem Vertrag zur *Festanstellung*?
Das wären dann mM. große Unterschiede fürs weitere Vorgehen.

btw. Ich kenne Praktikumsverträge (freiwillige) mit dem Passus, daß es eine pauschale Vergütung von xx € gibt---und auch solche, daß der Praktikant keinen Anspruch auf Vergütung hat.
Meist waren das P-Verträge von/mit Berufsanfängern, also zum 1. Einstieg in dem Arbeitsmarkt. Diese Verträge mit Vergütung waren unabhängig von der Art des Praktikums und dem Praktikanten bzw. seiner *Vorgeschichte*.
Da hatte die Firma eine Betriebsvereinbaung geschaffen, in der diese *Pauschalvergütung Praktikum* geregelt war. Dort war zb. auch geregelt, daß Praktika nicht länger als 3 Monate und nicht mehrfach an 1Person vergeben werden dürfen in gleicher Abteilung/Bereich. Und auch, daß monatl. Praktikumsberichte vorzulegen sind.
 

Caso

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Aber ohne Unterschrift kein Praktikum es soll Leute geben die ein Praktikum brauchen zB. Umschüler zwecks Zulassung zur Prüfung usw.
Stimmt. Also kommts darauf an, um was es überhaupt konkret geht...

Ich frage dann jetzt so:
Um was für Leute und welche Praktika gehts hier überhaupt? Hier bei deiner Frage??
Um etwas gegen etwas zu unternehmen, wüßte ich schon gern, was das ETWAS überhaupt ist !

zb. Umschüler---bitte mal konkret.
Oben hast du von DIR geschrieben, jetzt von zb. Umschülern...
 

katja30031983

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Aber ohne Unterschrift kein Praktikum es soll Leute geben die ein Praktikum brauchen zB. Umschüler zwecks Zulassung zur Prüfung usw.
Yes, da stimmt wie bei meiner Weiterbildung, bzw. Umschulung.
Obwohl ich es eigentlich auch doof finde, dass meine 10 Jahre Arbeit davor
im selben Bereich (Logistik, privater Briefdienst) nicht zumindest teilweise
als Praktikum angerechnet werden können. Weil dort habe ich auch fast alles
gemacht. Wurden leider von der deutschen Post platt gemacht.

Aber die IHK hat halt Ihre strikten Vorgaben, wo die selten von abweichen.
Z.b. gibt es die Prüfungen auch immer nur in Deutsch. Es wäre sicher ein leichtes für die IHK, für anderssprachige Menschen entsprechende Prüfungstexte in der jeweiligen Muttersprache anzubieten, also die gängigsten Sprachen wie Englisch, Franz...

Aber dass schweift von dem Thema ab.


Zu den Praktikumsverträgen: in der Regel sehen die wirklich keine Vergütung vor, aber es gibt durchaus wie Caso schon schreibt Firmen welche eine kleine Vergütung auch für Praktikanten vorsehen.

PS. Bei meiner Umschulung hatte ich glaube ich keinen großen Einfluss auf die Art des Vertrages, moment
ich schau mal wie mein Vertrag aussieht. Ich werde ja schon vom AA bezahlt, daher ist eine spezielle Vergütung für das Praktikum nicht vorgesehen.
 

katja30031983

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In meinem Praktikumsvertrag der begleitend zur Umschulung lief heißt es:

§6 Vergütung

Der Praktikumsbetrieb zahlt der Praktikantin/dem Praktikanten keine Vergütung , da es
sich um eine von der Agentur für Arbeit I Jobcenter geförderte Maßnahme handelt.
 

Caso

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In meinem Praktikumsvertrag der begleitend zur Umschulung lief heißt es:

§6 Vergütung
Der Praktikumsbetrieb zahlt der Praktikantin/dem Praktikanten keine Vergütung , da es sich um eine von der Agentur für Arbeit I Jobcenter geförderte Maßnahme handelt.
Danke, das war ganz konkret.
Eine BA-geförderte Maßnahme.
Der Umschüler (also du) erhältst ja während der gesamten Praktikumsdauer Leistungen von BA/ JC. Sicher auch Fahrtkosten?
Andere, *freie* Praktikanten (nach Studium oder Ausbildung) erhalten in aller Regel von keinem noch irgendwas...da ist die kleine Vergütung besonders hilfreich.

Ungerecht finde ich es trotzdem, daß bereits berufserfahrene Umschüler noch so ein Praktikum machen müssen. Die müßten *überspringen* dürfen und sollten gleich die Prüfung machen dürfen.
Nunja, was ist noch alles ungerecht?
Das mit dem Deutsch?
Macht doch eine Initiative---alle IHKen in D--- Angebote in anderen Sprachen---für Umschüler mit Migrationshintergrund...Dann aber auch die gesamten Unterlagen für dei Umschulung---nicht nur die Prüfungsunterlagen!
Die IHK könnten sich das *fördern* lassen---:icon_hihi: und bräuchten vieles nur abschreiben und könnten sich vieles von *Honorarkräften* übersetzen lassen.---Tolles Projekt!! Auch dafür gibts die *social networks*---:wink:
Nicht von Praktikanten übersetzen lassen!!! Nicht ohne Vergütung.
 

Indeclinabilis

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Dürfte man kaum bekommen, wenn man den Praktikums-Vertrag unterschrieben hat.
Naja, evtl. kann man da etwas herausschinden. Anspruchsgrundlage wäre z.B:

§§ 26, 17 Abs. 1 S. 1 BBiG

Und diverse Klauseln im Praktikumsvertrag, die die Vergütung ausschließen, lassen sich evtl. über die §§ 305 ff. BGB angehen.

m.M

:icon_pause:
 
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Ungerecht finde ich es trotzdem, daß bereits berufserfahrene Umschüler noch so ein Praktikum machen müssen. Die müßten *überspringen* dürfen und sollten gleich die Prüfung machen dürfen.
Kann ich so nicht sagen, ich bin ursprünglich vom Bau und habe im kaufmännischem Bereich umgeschult. Ein Praktikum hat mich schon einige Schritte nach vorne gebracht und mir gleichzeitig gezeigt wie langweilig doch alles ist :icon_mrgreen:

In der Vereinbarung stand bei mir das ich keinen Anspruch auf ein Entgelt habe, genaueren Wortlaut müsste ich nachsehen. Mein Praktikum 1. Teil dauerte 3 Monate und der zweite Teil 6 Wochen, also 4,5 Monate für Lau gearbeitet für die gleiche Arbeit wie Festangestellte wie zb. Betriebskostenabrechnung, Widersprüche bearbeiten, Finanzbuchhaltung und Buchhaltung.

Ohne ein solches Praktikum hätte ich keine Zulassung zur Prüfung bekommen, eine Verweigerung der Unterschrift würde sozusagen das Ende der Umschulung bedeuten. Ein Entgeldanspruch würde bedeutet das ich kein Praktikumsplatz bekomme, also ein Teufelskreis.

Klar habe ich Fahrtkosten und einen Mehrbedarf bekommen ( ca. 240€/Monat) welche ich fürs rumsitzen in der Schule auch bekommen habe. Ich hatte eine 40 Stunden/Woche umgerechnet auf die 120€/Mehrbedarf waren das 0,75€/Stunde.
 

katja30031983

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Ja, Fahrtkosten bekomme ich auch für ein Monatsticket der öffentlichen Verkehrsmittel, ca.
63,90 Euro. :)
 

Caso

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Kann ich so nicht sagen, ich bin ursprünglich vom Bau und habe im kaufmännischem Bereich umgeschult. Ein Praktikum hat mich schon einige Schritte nach vorne gebracht und mir gleichzeitig gezeigt wie langweilig doch alles ist
Ich bezog das *ungerecht*auf diese konkrete Aussage:
Obwohl ich es eigentlich auch doof finde, dass meine 10 Jahre Arbeit davor im selben Bereich (Logistik, privater Briefdienst) nicht zumindest teilweise als Praktikum angerechnet werden können. Weil dort habe ich auch fast alles gemacht.
Klar habe ich Fahrtkosten und einen Mehrbedarf bekommen ( ca. 240€/Monat) welche ich fürs rumsitzen in der Schule auch bekommen habe. Ich hatte eine 40 Stunden/Woche umgerechnet auf die 120€/Mehrbedarf waren das 0,75€/Stunde.
Ja, umrechnen auf Stundenlohn bringt dann die Ernüchterung. Obwohl es nicht vergleichbar ist. Es ist eben kein Lohn.
 
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Ja, Fahrtkosten bekomme ich auch für ein Monatsticket der öffentlichen Verkehrsmittel, ca.
63,90 Euro. :)
Wollten Sie bei mir auch durchsetzen und mich mit 50€/Monat abspeisen. Als ich mit Klage gedroht habe haben sie ganz schnell die letzten 3 Monate nachgezahlt und mir sofort 122€ Monatlich überwiesen.

Es kann nicht angehen das die Anfahrt mit einem Auto mit einer Monatsfahrkarte abgerechnet wird :icon_mrgreen:
 
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Mal nebenbei, es ist doch ein ganz praktischer, arbeitsplatzsichernder Kreislauf für Jobcenter & Co. Wenn jemand ständig Praktika absolviert und am Ende doch nicht genommen wird, kann es doch nur am Praktikanten liegen, nech? "Da müssen wir gegensteuern, irgendwas müssen Sie ja falsch gemacht haben ... Wie wäre es mit X? Interessieren Sie sich für Y? Ich ruf gleich mal an, ich glaube, da ist gerade noch ein Platz für Sie frei ..."
 

Charlot

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"Da müssen wir gegensteuern, irgendwas müssen Sie ja falsch gemacht haben ... Wie wäre es mit X? Interessieren Sie sich für Y? Ich ruf gleich mal an, ich glaube, da ist gerade noch ein Platz für Sie frei ..."
Nein, wie aufmerksam.
So eine tolle Hilfe vom JC, einfach phänomenal.
 

Caso

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Wollten Sie bei mir auch durchsetzen und mich mit 50€/Monat abspeisen. Als ich mit Klage gedroht habe haben sie ganz schnell die letzten 3 Monate nachgezahlt und mir sofort 122€ Monatlich überwiesen.
Es kann nicht angehen das die Anfahrt mit einem Auto mit einer Monatsfahrkarte abgerechnet wird :icon_mrgreen:
Duuuhhuu----mir fällt grad auf, der TE meldet sich gar nicht. @Knusper ruft zur Revolte auf und verdrückt sich dann? Und wir zerpflücken die Ungerechtigkeiten in zig Praktikumsverträgen?:icon_motz:
 
E

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Duuuhhuu----mir fällt grad auf, der TE meldet sich gar nicht. @Knusper ruft zur Revolte auf und verdrückt sich dann? Und wir zerpflücken die Ungerechtigkeiten in zig Praktikumsverträgen?:icon_motz:
Haben wir sie vergrault?
Wir sind doch alle lieb:wink:
 

Knusper

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Heute ist der 14. Juli, französischer Nationalfeiertag: Der Sturm auf die Bastille :) Und gestern ist Deutschland Weltmeister geworden.

Kleiner Scherz.

Mal im Ernst: Wer ist dabei? Es ist nicht so schwierig aufzustehen.

Ich suche Personen, die Ähnliches erlebt haben, und sich in einem medialen Bericht dazu äußern möchten. Die Verbindungen dafür habe ich schon. Fehlen nur noch die Fälle. Wenn Firmen wissen, daß sie an den Pranger gestellt werden können, wird das die Wahrscheinlichkeit einer Ausbeutung senken.

Tatsächlich habe ich versucht, den Lohn einzuklagen. Trotz einer Vielzahl von Beweisen wurde die Klage abgewiesen. Begründung: Das Praktikum ging "nur" 2 Monate, das Gericht geht bei dieser Länge davon aus, daß der Praktikant noch nicht richtig eingearbeitet sein kann, um wie ein Festangestellter zu arbeiten. Entspricht bei meinem Praktikum nicht den Tatsachen.

Ich denke, daß dies ein politisches Urteil ist, wenn man sich die Verbreitung von Scheinpraktika in der Wirtschaft anschaut. Bei Erfolg meiner Klage wäre ein Tor geöffnet worden und hätte zur Instabilität geführt. Es hätte in der Zukunft mehr Klagen gegeben. Deshalb ziehen Gerichte (künstliche) Linien.

Trotzdem muß man sich so Etwas nicht gefallen lassen: Ein Scheinpraktikum ist Raub.

Wie man im Falle einer Scheinpraktikumsklage vorzugehen ist, kann man googeln, und die Aussichten sind nicht schlecht, wenn das Praktikum z.B. 6 Monate gedauert hat, man Zeugen hat, eine gute Dokumentation, etc. Es gab in letzter Zeit diverse Medienberichte von erfolgreichen Klagen (z.B. Rewe).
 

katja30031983

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Wollten Sie bei mir auch durchsetzen und mich mit 50€/Monat abspeisen. Als ich mit Klage gedroht habe haben sie ganz schnell die letzten 3 Monate nachgezahlt und mir sofort 122€ Monatlich überwiesen.

Es kann nicht angehen das die Anfahrt mit einem Auto mit einer Monatsfahrkarte abgerechnet wird :icon_mrgreen:
Na ja, meine Ausbildung geht über 2 Jahre. Die meiste Zeit über in der Schule, die Schule ist mit sehr gut mit den öffentlichen erreichbar für mich. Da passt das schon mit dem Monatsticket.

Nur im Praktikum, gut kommt drauf an wo der Praktikumsbetrieb ist musste ich mit dem Auto hin, weil es da sehr schlechte Verkehrsanbindung Bus & Bahn gab. Jetzt müsste ich mal nachdenken: mein Aygo hat eine Tankkapazität von 35l = ca. 50 Euro einmal voll tanken. Reichweite ca. 450km eine Tankfüllung. Praktikumsplatz 20km von mir entfernt. 2 mal im Monat musste ich mindestens tanken. Also deutlich mehr als die 60 Euro. Super, dass es bei Dir mit der Nachzahlung geklappt hat :) dann sehen sie, dass sich nicht jeder alles gefallen lässt!

lg, katie.
 
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@ Knusper

So, jetzt mal ganz genau.
Wen willst Du eigentlich verklagen?

Was bringt es denn, wenn sich hier welche mit negativen Erfahrungen in Praktikas melden, die über ganz Deutschland verstreut wohnen?

Ich bin der Meinung, dass es nur was bringt, wenn jeder einzeln den Betrieb verklagt, in dem er ausgenutzt wurde.
 

katja30031983

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@Knusper: wobei bei Rewe ist es auch mittlerweile so, dass nicht alle Filialen zu Rewe direkt gehören, also gibt da auch einige Filialen wo zwar Rewe draufsteht aber nicht direkt Rewe dahinter steckt. Rewe drückt sich da natürlich um die Verantwortung.
 

Caso

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Tatsächlich habe ich versucht, den Lohn einzuklagen. Trotz einer Vielzahl von Beweisen wurde die Klage abgewiesen. Begründung: Das Praktikum ging "nur" 2 Monate, das Gericht geht bei dieser Länge davon aus, daß der Praktikant noch nicht richtig eingearbeitet sein kann, um wie ein Festangestellter zu arbeiten. Entspricht bei meinem Praktikum nicht den Tatsachen.
Ich denke, daß dies ein politisches Urteil ist,
Ich denke, daß DEIN Urteil kein politisches ist.
Ich denke, daß es sehr genau auf den jeweiligen Praktikumsvertrag ankommt---also Ziele des Praktikums und Inhalte.
Bei jeder regulären Einstellung wird eine Probezeit vereinbart, gerade WEIL weder aus einem Praktikum noch aus den Bewerbungsunterlagen eindeutig hervorgeht, ob der Eingestellte wirklich *passt*.
In der Probezeit soll er auch keine 99% der AN-Tätigkeiten machen.

Du hast dann insofern Pech gehabt, daß du entweder einen schlechten P-Vertrag, oder selbst zu gutmütig/naiv/zu fit warst oder einen schlechten Praktikumsbetrieb hattest.
Der Richter hat mM schon sauber entschieden, daß 2 Monate einfach zu kurz sind.
Bei Erfolg meiner Klage wäre ein Tor geöffnet worden und hätte zur Instabilität geführt.
Überschätzt du dich nicht ein wenig? Wo hätte es Instabilität gegeben? Hätte bei Erfolg deiner Klage der Beklagte evtl. Berufung eingelegt? Durchaus denkbar. Erst in letzter Instanz und nach einem Grundsatzurteil der letzten Instanz hätte sich was bewegt---vielleicht.
Aus deinem sicher ärgerlichen Kontakt zum Gericht aber zu schließen---die Gerichte zögen DESHALB künstliche/politische Linien---halte ich für sehr weit hergeholt.
Persönlich aber verständlich. Unterlegene Kläger sehen sich meist als Opfer politischer und gerichtlicher Falschheiten. Dann ist oft das ganze System total falsch, obwohl es vorher ganz o.k. war.
Trotzdem muß man sich so Etwas nicht gefallen lassen: Ein Scheinpraktikum ist Raub.
Da stimme ich dir zu.
Es sollte keine Scheinpraktika geben. Es sollte Praktika geben, die ihren Namen verdienen und es sollte auch eine Vergütung geben---keinen Lohn.
Sondern zb. eine Vergütung als *Prämie* oder *Anerkenntnis*. Dann aber wäre wieder im Vertrag zu regeln, wann jemand so eine Vergütung kriegt und wann nicht. Denn dann nicht jeder automatisch---bleibt also schwierig zu differenzieren.
 

Knusper

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@ Domino

Es geht darum, Erfahrungen bezüglich Scheinpraktika bzw. Probearbeit zu einem Medienbericht beizusteuern. Wo diese Menschen in D wohnen, ist dafür gleichgültig.

@ Caso

Stimme Dir zu, daß ein richtiges Praktikum eine gute Sache sein kann.

Ein Scheinpraktikum, in dem 2 Monate reguläre Arbeitstätigkeiten erledigt werden, ist keine gute Sache, sondern Ausbeutung. Auch wenn ein Gericht mit künstlichen, pauschal gezogenen Linien das anders sieht (übrigens: die nächste künstliche Linie sieht man schon beim Praktika-Mindestlohn erst ab 3 Monate).

Dagegen möchte ich etwas tun.
 

Caso

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@ Caso
Stimme Dir zu, daß ein richtiges Praktikum eine gute Sache sein kann.
Ein Scheinpraktikum, in dem 2 Monate reguläre Arbeitstätigkeiten erledigt werden, ist keine gute Sache, sondern Ausbeutung. Auch wenn ein Gericht mit künstlichen, pauschal gezogenen Linien das anders sieht (übrigens: die nächste künstliche Linie sieht man schon beim Praktika-Mindestlohn erst ab 3 Monate).
Dagegen möchte ich etwas tun.
Nur zu. Ich wünsche viel Erfolg.
Das ML-Gesetz unterscheidet jetzt in der Sonderregelung Praktikum zwischen frw. Praktika und ausbildungs-integrierten Praktika.
(Pflicht-)Praktika im Rahmen von Schule, Ausbildung oder Studium unterfallen der Regelung nicht. Personen, die vor, während oder nach dem Studium oder der Ausbildung ein freiwilliges Praktikum machen, bekommen den Mindestlohn ab einer Beschäftigungsdauer von drei Monaten.
Pflichtpraktika gehören also weiterhin nicht zu den zu vergütenden Praktika. Dazu müßten ganz andere Gesetze geändert werden.

Es zieht übrigens der Gesetzgeber die Linien---wie sich das in einer demokratischen Rechtsordnung gehört.

Die nächste künstliche Linie siehst du evtl. bald bei der Azubi-Vergütung???
Denn: Warum erhält ein Azubi im 3. Ausbildungsjahr keine mit Lohn vergleichbare Entlohnung, obwohl er sicher das gleiche macht wie seine Kollegen, in gleicher Zeit, mit gleichem Ergebnis usw.---also mindestens wie die, die ihre Ausbildung schon grad hinter sich gebracht haben?
Ist das nicht ungerecht? ist das nicht Ausbeutung?
Auch dazu müßten ganz andere Gesetze geändert werden.

Jeder ist aufgefordert, sich einzubringen!!

Aus der gesetzl Regelung, ab 3 Monate frw. Betriebspraktikum ist der Mindestlohn zu zahlen---werden viele Anbieter von Praktika ab 2015 mitnehmen:
Unsere Praktikanten können gern hier max. 2 Monate ein Praktikum machen.
Länger ist das leider nicht möglich. Und Anbieter A zahlt für 2 Monate eine Vergütung von X € und Anbieter B zahlt gar nichts.
Und die, die längere Praktika anbieten, zahlen eben, vielleicht ist der Praktikant dann für > 3 Monate, aber nur halbtags oder stundenweise *brauchbar*??
Anbieter/Arbeitgeber sind doch nun wirklich nicht so naiv, wie der Mindestlohn-Gesetzgeber meint.
Schon immer ist ein Gesetz wie eine Medaille---mit mindestens 2 sichtbaren Seiten;-)
 
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