Aufwendungen für Arbeitsstelle

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Holger61

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Liebe elo-cummunity,

Im Internet habe ich gelesen, dass ab dem 7. Monat Al-Bezug, eine Stelle als unzumutbar gilt, wenn man netto weniger verdient als das Arbeitslosengeld zuzüglich der Aufwendungen.

Jetzt meine Frage: Was kann ich als Aufwendungen ansetzen?

Ich wohne etwas abgelegen und fast alle Arbeitsstätten sind bei Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln unzumutbar wegen zu langer Fahrtzeiten. Bleibt nur die Anfahrt mit dem Auto. Realistisch wäre eine neue Stelle in einer 50 km entfernten Stadt zu finden. Meine Rechnung: 2 x 50 km (Hin- und Rückfahrt) x 0,30 €/km = 30 € Fahrtkosten pro Tag. 30 €/Tag x 230 Tage/Jahr / 12 Monate = 575,- € Fahrtkosten pro Monat.

Gibt es weitere Aufwendungen, z.B. Verpflegungsmehraufwand für tägliche Abwesenheit über 8 Stunden?

Ich erwarte den AL-Höchstbetrag von 2373,- € (nach Heydorn-Alg1-Rechner 2018),
zuzüglich Fahrtkosten sind das 2948,- netto.
Nach Heydorn Gehaltsrechner entspricht das 4320,- € Brutto.

Liege ich richtig in der Annahme, dass mir ein Arbeitsplatz in dieser Stadt mit einem Bruttogehalt unter 4320,- € nicht zumutbar ist?

Gruß Holger61
 

Zeitkind

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Willkommen im Forum. :welcome:Rezeption
Ich erwarte den AL-Höchstbetrag von 2373,- € (nach Heydorn-Alg1-Rechner 2018),
zuzüglich Fahrtkosten sind das 2948,- netto.
Nach Heydorn Gehaltsrechner entspricht das 4320,- € Brutto.
Ziehe den Mehraufwand incl. Fahrtkosten vom zu erwartenden Nettoentgelt ab
und vergleiche die Summe mit Deinem monatl. Arbeitslosengeld. Thats all. :icon_wink:
Liege ich richtig in der Annahme, dass mir ein Arbeitsplatz in dieser Stadt mit einem Bruttogehalt unter 4320,- € nicht zumutbar ist?
Die Bestimmung richtet sich nach dem Nettoeinkommen.
§ 140 SGB III - Zumutbare Beschäftigungen meinte:
(3) 3 Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einer arbeitslosen Person eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare
Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.
Gibt es weitere Aufwendungen, z.B. Verpflegungsmehraufwand für tägliche Abwesenheit über 8 Stunden?
Ist doch eindeutig formuliert;
mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen
 

Holger61

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@Zeitkind,

ich bin bei meiner Rechnung doch vom Nettoeinkommen ausgegangen: 4320,-€ brutto entspricht 2948,-€ netto, davon die Fahrtkosten abgezogen entspricht meinem zu erwartenden ALG1.

Für mich ist die Beschreibung „der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen“, allerdings nicht eindeutig.

Die Fahrt zur Arbeit kostet Geld, mich interessieren kein Benzingeld oder eine Entfernungspauschale, sondern die realen Kosten dafür und die habe ich pro gefahrenem km, also Hin- und Rückweg mit 0,30 € angesetzt. Am Arbeitsplatz muss ich bei über 8 Stunden Abwesenheit eine Mahlzeit einnehmen. Bei Dienstreisen wird hierfür ein Verpflegungsmehraufwand von 8,-€ angesetzt. Sind die hier auch plausibel oder argumentiert man, dass man zu Hause auch was essen muss. Wie sieht es mit Arbeitskleidung, Fachliteratur usw. aus? Die braucht man ja nicht jeden Monat, wie kann man die einrechnen. Um es ganz exakt zu machen, müsste man die Steuerrückerstattung aufgrund der Werbungskosten wieder abziehen.

Also für mich ist die Berechnung der Aufwendungen überhaupt nicht eindeutig und letztendlich gilt die Regelung, die die Arbeitsagentur dafür vorsieht. Ich wollte mich hier nur vorab informieren, um meiner netten Vermittlerin nicht unwissend gegenüber zu treten.

PS: Hätte ich noch 30 Arbeitsjahre vor mir, dann würde ich sofort auch eine schlechtbezahlte Stelle annehmen, um mich aus dieser Stelle heraus auf was Besseres zu bewerben. Wenn man allerdings nach der Arbeitslosigkeit in Rente gehen möchte, dann ist man nicht scharf darauf sich in eine neue Tätigkeit einzuarbeiten und nach einem anstrengenden Arbeitstag 0,-€ zusätzlich zu haben. Kurzum, ich lehne nicht generell eine neue Stelle ab, aber sie muss erfüllend sein und sich lohnen.
 
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