Aufstockend ALG 2 durch Minijob - großes Problem! (1 Betrachter)

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Mirko1984

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Hallo liebes Forum

Ich habe Mitte November aus eigener Kraft einen Minijob auf 450 € Basis angenommen. Da die Arbeitszeit 15 Stunden / Woche überschreitet, stellte man mir daraufhin mein ALG 1 komplett ein. Zeitgleich habe ich einen Antrag mit sämtlichen Unterlagen auf ALG 2 postialisch beim Jobcenter eingereicht und bekam kürzlich einen Termin zur "Besprechung meiner Leistungsangelegenheiten".

Bei diesem Termin stellte sich heraus, dass eine Beantragung von ALG 2 "so einfach nicht ginge". Ich bekam meine kompletten Unterlagen zurück und es wurden zig Unterlagen nachgefordert (teilweise doppelt, die offizielle Mietbescheinigung meiner Wohnungsgesellschaft wurde beispielsweise nicht anerkannt, es wurde gesagt, der Vermieter hätte den Vordruck des Jobcenters auszufüllen, die Angaben hier sind aber identisch).

Ich habe jetzt einen Termin zur "Antragsabgabe" für Mitte Dezember bekommen, früher sei es angeblich nicht möglich. Auf mein Einwand hin, dass ich derzeit trotz harter Arbeit bei einem Lebensmitteldiscounter völlig mittellos bin, kein Geld mehr habe, meine Miete nicht bezahlt ist und der Kühlschrank auch leer sagte man mir da könne man "gar nichts" machen, so wären halt die Wege und in diesem Jahr werde ich wohl kein Geld vom JC mehr sehen.

Ich bin ziemlich niedergeschlagen und habe schon alles versucht. Die Arbeitsagentur selber verweist strikt an das Jobcenter, das Sozialamt verweist strikt an das Jobcenter, Freunde und Bekannte können mir nicht mit Geld aushelfen.

Gibt es denn wirklich gar nichts, was ich tun kann? Hat von euch vielleicht noch jemand Tipps oder hilfreiche Ratschläge?
 

Mirko1984

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Du arbeitest über 15 Stunden die Woche für 450 Euro?

LG Mona Lisa
Jain. Ursprünglich waren 10 Stunden / Monat auf 450 € Basis ausgeschrieben. Ich wurde aber sehr schnell für mehr gebraucht bzw. so eingeplant. Vom AG selber habe ich Ende November aber nur 5 Arbeitsstunden (Hälfte für November) ausgezahlt bekommen, weit unter 100 €. Die "Überstunden" gibt es erst Ende Dezember.
 

abcabc

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Irgendwas passt hier hinten und vorne nicht.....

Da die Arbeitszeit 15 Stunden / Woche überschreitet
Macht dann mindestens 60-65h pro Monat.
Was steht denn in deinem Arbeitsvertrag?

Die entscheidende Frage ist: Was möchtest du?
Wenn dein ALG I Anspruch höher ist als ALG II, wäre wahrscheinlich das geschickteste die Arbeitsstunden so weit zu reduzieren, dass du wieder ALG I bekommst. Dazu wäre wichtig zu wissen, was im Arbeitsvertrag steht.....

Vom AG selber habe ich Ende November aber nur 5 Arbeitsstunden (Hälfte für November) ausgezahlt bekommen, weit unter 100 €.
Irgendwas stinkt hier gewaltig: mehr als 15h pro Woche arbeiten (= mindestens 60-65h pro Monat) aber nur 5h ausbezahlt bekommen.....
Hast du selbst JEDE Arbeitsstunde aufgeschrieben (reicht im Kalender), falls dein Arbeitgeber Ende Dezember Stunden unterschlägt?

Die "Überstunden" gibt es erst Ende Dezember.
Dann rechne unbedingt mal genau aus, wieviele Stunden du dieses Jahr gearbeitet hast und wieviel € du verdient hast. Wenn du nicht auf mindestens 9,19€ pro Stunde kommst (9,18€ wäre auch zu wenig), wäre das ein schwerer Verstoß gegen das Mindestlohngesetzt.
Klingt so, als ob man bei diesem Arbeitgeber genau nachrechnen sollte....
 

Mirko1984

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Irgendwas passt hier hinten und vorne nicht.....


Macht dann mindestens 60-65h pro Monat.
Was steht denn in deinem Arbeitsvertrag?
In meinem Arbeitsvertrag steht eine Basis mit 10 Monatsstunden.

Die entscheidende Frage ist: Was möchtest du?
Wenn dein ALG I Anspruch höher ist als ALG II, wäre wahrscheinlich das geschickteste die Arbeitsstunden so weit zu reduzieren, dass du wieder ALG I bekommst. Dazu wäre wichtig zu wissen, was im Arbeitsvertrag steht.....
Ich möchte aus der Hilfebedürftigkeit raus. Aus eigener Kraft. Und das ist bei meinem jetzigen AG durchaus möglich, da ich ab Dezember jetzt schon eine vertraglich fixierte Stundenerhöhung vereinbart habe. Mein ursprünglicher ALG 1 Betrag ist so gering, dass ich zusätzlich noch mit ALG 2 aufstocken müsste. Darauf habe ich aber bislang verzichtet (also bis Mitte November).

Der Arbeitsvertrag verpflichtet mich zudem ausdrücklich zu der Leistung (bezahlter) Überstunden.

Irgendwas stinkt hier gewaltig: mehr als 15h pro Woche arbeiten (= mindestens 60-65h pro Monat) aber nur 5h ausbezahlt bekommen.....
Hast du selbst JEDE Arbeitsstunde aufgeschrieben (reicht im Kalender), falls dein Arbeitgeber Ende Dezember Stunden unterschlägt?
Das macht durchaus Sinn. Bezahlt wird ja eine Basis von 10 Monatsstunden für den vollen Monat. Da ich Mitte November erst angefangen habe sind 5 Stunden durchaus korrekt. Überstunden über den vertraglich fixierten Teil der Basisstunden werden ausdrücklich erst im Folgemonat ausgezahlt.

Der AG nutzt eine elektronische Zeiterfassung und würde da nicht wissentlich betrügen. Dafür ist der Konzern zu groß und es steht ein gewisser Ruf auf dem Spiel. Aber ja, meine Kernarbeitszeiten weiß ich, so dass ich das zumindest grob überschlagen kann.

Dann rechne unbedingt mal genau aus, wieviele Stunden du dieses Jahr gearbeitet hast und wieviel € du verdient hast. Wenn du nicht auf mindestens 9,19€ pro Stunde kommst (9,18€ wäre auch zu wenig), wäre das ein schwerer Verstoß gegen das Mindestlohngesetzt.
Klingt so, als ob man bei diesem Arbeitgeber genau nachrechnen sollte....
Ich liege vertraglich deutlich über dem Mindestlohn. Der AG reicht auch Lohnbescheinigungen nach, so dass man das nachvollziehen kann. Ich habe da ein gewisses Grundvertrauen, weil der Konzern wie geschrieben sehr groß ist. Dennoch werde ich natürlich nachrechnen.

Ich frage mich nur, ob ich jetzt wirklich den ganzen Dezember mit einem leeren Kühlschrank auskommen soll und dass keine Miete bezahlt ist, obwohl ich nachweislich NICHTS habe oder ob es da nicht Mittel und Wege gibt, auf eine gewisse Dringlichkeit zu bestehen. So leid es mir auch tut, das kann es doch nun wirklich nicht sein: Man wird seitens der Behörden permanent dazu angehalten, seine Hilfebedürftigkeit zu verringern oder aber ganz zu beenden und sobald man selbst aktiv wird, strangulieren die einen finanziell, es gibt keinerlei (zeitnahen oder unbürokratischen) Hilfen oder zumindest Darlehen und keinerlei Unterstützungen und man erntet vielmehr desinteressiertes Schulterzucken, obwohl man einen gewissen Bedarf hat.

Und ich komme aus dieser Situation auch so schnell jetzt nicht wieder raus. Im ersten Affekt hätte ich all das nur zu gerne wieder hingeschmissen, aber dann bekomme ich, der sich eigenständig um den Job bemüht hat und der von den zuständigen Ämtern schlicht im Stich gelassen wird, noch eine 12 wöchige Vollsperre beim ALG 1.
 
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grün_fink

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Hast du denn schriftlich einen Kredit oder eine Vorauszahlung beantragt?
Denn dass dir Leistungen dem Grunde nach zustehen, dürfte ja (fast) klar sein.
 

Matt45

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Leider ein typisches Problem mit diversen Beteiligten(Ämter, AG und TE).

@TE: Was nützt dir eine "Basiszeit" wenn du trotzdem 50 Stunden mehr arbeitest als diese 10 Stunden?

Da passt auch grundsätzlich etwas nicht mit der Arbeitszeit. Du schreibst einmal von 10 Stunden im Monat und später arbeitest du mehr als 15 Stunden in der Woche. Solche "Probleme" sollte man sofort ansprechen, du siehst was passiert ist.

Hast du dir deinen Arbeitsvertrag genau angeschaut und verstehst diesen Vertrag?

Gerade mit "Zusammenspiel" von ALG2/ALG1 sollte deine Arbeitszeit auch passen. Leider hast du dich im Vorfeld sehr wenig informiert, sonst wäre dieses Problem(ALG1,Lohn, Jobcenter) zumindest deutlich kleiner geworden.

Du solltest diese Woche dringend aktiv werden beim AG oder JC(Kredit,Vorrauszahlung,,,,), sonst wird es im Dezember wirklich schwierig.
 

Mirko1984

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Leider ein typisches Problem mit diversen Beteiligten(Ämter, AG und TE).

@TE: Was nützt dir eine "Basiszeit" wenn du trotzdem 50 Stunden mehr arbeitest als diese 10 Stunden?
Der Einwand stimmt. Ich habe auf meine Situation nicht hinreichend aufmerksam gemacht und quasi erst im Nachhinein durch Kollegen erfahren, dass eine Überschreitung der Monatsarbeitszeit regelmäßig stattfindet - das setzt der AG vorraus und das versteht man dort unter "flexibel". Um guten Willen zu zeigen habe ich mich von Anfang an darauf eingelassen - auch, da diese Überstunden voll abgegolten werden.

Da passt auch grundsätzlich etwas nicht mit der Arbeitszeit. Du schreibst einmal von 10 Stunden im Monat und später arbeitest du mehr als 15 Stunden in der Woche. Solche "Probleme" sollte man sofort ansprechen, du siehst was passiert ist.
Hast du dir deinen Arbeitsvertrag genau angeschaut und verstehst diesen Vertrag?
Ja, den Vertrag verstehe ich. Dort steht "durchschnittlich eine Arbeitszeit von 10 Stunden im Monat" und "Der Arbeitnehmer erklärt sich bereit, während der Betriebszeiten flexibel tätig zu sein. Darüber hinaus erklärt er ausdrücklich, im Bedarfsfall angeordnete Mehrarbeit zu leisten."

Gerade mit "Zusammenspiel" von ALG2/ALG1 sollte deine Arbeitszeit auch passen. Leider hast du dich im Vorfeld sehr wenig informiert, sonst wäre dieses Problem(ALG1,Lohn, Jobcenter) zumindest deutlich kleiner geworden.
Korrekt. Da war auch sicher eine gewisse Torschlusspanik in Sachen versauern im ALG 1 Bezug und dann nahtloser Übergang in ALG 2, mit allen Schwierigkeiten, die das mitbringt. Seitens der Arbeitsagentur ging man (zu) locker mit mir um, hatte keine adäquaten Stellen für mich und schien darüber hinaus auch nicht wirklich interessiert. In das Unternehmen, in dem ich jetzt bin, da wollte ich seit jeher hin und hab mich über einen größeren Zeitraum dahingehend engagiert und nach der x-ten Bewerbung bekam ich nunmehr endlich die Chance im vorerst kleinen Rahmen mit Option im Unternehmen zu wachsen.

Du solltest diese Woche dringend aktiv werden beim AG oder JC(Kredit,Vorrauszahlung,,,,), sonst wird es im Dezember wirklich schwierig.
Mache ich diese Woche direkt bei Antragsabgabe und hoffe, dass man mir dann hilft. Ich verlange nichts unmögliches, aber meine ausstehende Miete zeitnah decken zu können und über Weihnachten nicht vor einem leeren Kühlschrank sitzen zu müssen, das wäre schon schön. :(
 

quinky1950

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Auch wenn es eine große Firma ist, sie will betrügen!
Auch wenn die Überstunden bezahlt werden, sie will betrügen!
Warum?
Falls mal Urlaub oder Krankheit, es werden nur 10 Stunden für einen ganzen Monat bezahlt, selbst wenn Du durchschnittlich 60-80 Stunden im Monat gearbeitet hast.
Da s ist die neue Form des Betruges, dem sich viele Firmen bedienen!
Erst wenn der Arbeitsvertrag auf die korrekte Zeit geändert wird, liegt kein Betrug vor.
 
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