Aufruf unterzeichnen - Ein Plan B in Europa

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Martin Behrsing

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Aufruf unterzeichnen: https://www.euro-planb.eu/?page_id=633&lang=de

AUFRUF
Am 13. Juli wurde die demokratisch gewählte griechische Regierung von Alexis Tsipras durch die Europäische Union in die Knie gezwungen. Die „Einigung“ vom 13. Juli ist ein Staatsstreich. Sie wurde dadurch erreicht, dass die Europäische Zentralbank die Schließung der griechischen Banken erzwang und drohte, diese nicht wieder öffnen zu lassen, bis die griechische Regierung eine neue Version eines gescheiterten Programms akzeptiert. Warum? Weil das offizielle Europa die Idee nicht ertragen konnte, dass ein Volk, das unter einem zerstörerischen Austeritätsprogamm leidet, es wagt, eine Regierung zu wählen, die entschlossen „Nein“ sagt.

Durch mehr Austerität, zusätzlichen Ausverkauf öffentlichen Eigentums, größerer Irrationalität im Bereich der Wirtschaftspolitik als je zuvor, und massiver Menschenverachtung im Bereich der Sozialpolitik, wird das neue Memorandum nur dazu dienen, Griechenlands große Depression zu verschlimmern und Griechenlands Reichtum nicht-griechischen und griechischen Oligarchen zur Beute zu machen.
Aus diesem Finanz-Staatsstreich müssen wir unsere Lehren ziehen. Der Euro ist das Werkzeug politischer und ökonomischer Dominanz einer kleinen europäischen Elite geworden. Diese Oligarchie versteckt sich hinter der deutschen Regierung, erfreut darüber, dass Frau Merkel all die Schmutzarbeit macht, zu der andere Regierungen unfähig sind. Dieses Europa schafft Verletzungen, sowohl innerhalb der Länder, als auch zwischen ihnen: Massenarbeitslosigkeit, scharfes Sozialdumping und Beleidigungen gegen die europäische Peripherie, die der deutschen Führung zugeschrieben werden, aber von allen „Eliten“, auch denen der Peripherie, nachgeplappert werden. Die Europäische Union ist so zur Vertreterin eines extrem rechten Ethos geworden sowie zu einem Werkzeug, um demokratische Kontrolle über Produktion und Verteilung in Europa auszuhebeln.

Es ist eine gefährliche Lüge, zu behaupten, dass der Euro und die EU den Europäerinnen und Europäern dienen und Sie von Krisen abschirmen würden. Es ist eine Illusion zu glauben, dass Europas Interessen im eisernen Käfig aus den Regeln der Eurozone und den europäischen Verträgen geschützt werden könnten. Die Methode Präsident Hollandes und Ministerpräsident Renzis, sich wie Musterschüler, oder tatsächlich wie „Mustergefangene“ zu verhalten, ist eine Form der Kapitulation, die nicht mal Milde finden wird. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat es klar gesagt: „Es kann keine demokratische Wahl gegen die europäischen Verträge geben“. Das ist die neoliberale Adaption der Doktrin der „beschränkten Souveränität“, erfunden von Breschnew in 1968. Damals haben die Sowjets den Prager Frühling mit ihren Panzern niedergeschlagen. Diesen Sommer hat die EU den Athener Frühling mit ihren Banken zerschlagen.

Wir sind entschlossen mit diesem „Europa“ zu brechen. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, die Zusammenarbeit zwischen unseren Völkern und Ländern auf neuer Basis wiederaufzurichten. Wie können wir eine Politik umsetzen, die gute Arbeitsplätze vor allem für junge Menschen schafft, die Wohlstand umverteilt, eine ökologische Wende herbeiführt und die Demokratie wieder herstellt, in den Beschränkungen dieser EU? Wir müssen dem Irrsinn und der Unmenschlichkeit der aktuellen europäischen Verträge entkommen und Sie von Grund erneuern, um die Zwangsjacke des Neoliberalismus abzustreifen, den Fiskalpakt aufzuheben und TTIP zu verhindern.

Wir leben in außergewöhnlichen Zeiten und sind mit einer wahrhaften Notlage konfrontiert. Die Demokratien der Mitgliedsstaaten brauchen Luft zum Atmen und den politischen Raum, der ihnen die Möglichkeit gibt, sinnvolle Politik auf einzelstaatlicher Ebene voranzubringen, ohne Angst vor dem harten Eingreifen einer autoritären Eurogruppe, dominiert von den Interessen des stärksten Mitgliedsstaates und von Großkonzernen, oder einer EZB, die als Dampfwalze droht, jedes „unkooperative Land“ niederzuwalzen, wie mit Zypern und Griechenland geschehen.

Dies ist unser Plan A: Wir werden alle in unseren Ländern, und alle zusammen überall in Europa, auf eine vollständige Neuverhandlung der europäischen Verträge hinarbeiten. Bis diese Neuverhandlung erreicht ist, beteiligen wir uns in einer Kampagne des europäischen zivilen Ungehorsams gegenüber willkürlichen, europäischen Praktiken und irrationalen „Regeln“ an den Kämpfen der Europäerinnen und Europäer überall in Europa.

Zu allererst muss die Eurogruppe rechenschaftspflichtig gemacht werden. Zudem muss die Mär beendet werden, dass die EZB „unpolitisch“ und „unabhängig“ wäre, wenn Sie (auf schädlichste Weise) höchst politisch agiert, vollständig abhängig von bankrotten Bankern und deren politischen Handlangern, und bereit ist, Demokratie mit einem Knopfdruck zu beenden.

Die Mehrheit der Regierungen, die die europäische Oligarchie repräsentieren und sich hinter Berlin und Frankfurt verstecken, haben ebenfalls einen Plan A: Statt der Forderung der Menschen Europas nach Demokratie nachzugeben deren Widerstand brutal zu beenden, wie im Juli in Griechenland geschehen. Warum haben Sie es geschafft, einer demokratisch gewählten Regierung die Luft abzuschneiden? Weil Sie auch einen Plan B hatten: Griechenland im schlechtesten möglichen Zustand aus der Eurozone zu werfen, indem das Bankensystem zerstört und die Wirtschaft zum Stillstand gebracht wurden.

Angesichts dieser Erpressung benötigen wir unseren eigenen Plan B als Abschreckung gegen den Plan B, den Europas reaktionärste und anti-demokratische Kräfte verfolgen. Dies ist zur Stärkung unserer Position notwendig, im Angesicht ihres brutalen Bekenntnisses, zu einer Politik, die die Mehrheit im Interesse einer kleinen Minderheit opfert. Aber auch, um dem einfachen Prinzip neue Geltung zu verschaffen, dass Europa den Interessen der Europäerinnen und Europäern dienen muss und dass Währungen Werkzeuge sind, um den gemeinsamen Wohlstand zu mehren, nicht Folterinstrumente oder Waffen zur Abschaffung der Demokratie: Wenn der Euro nicht demokratisiert werden kann, wenn Sie weiter darauf bestehen, den Menschen die Luft abzuschnüren, dann werden wir uns erheben und ihnen in die Augen sehen und sagen: Versucht es nur! Eure Drohungen ängstigen uns nicht. Wir werden einen Weg finden, um sicherzustellen, dass die Europäerinnen und Europäer ein Geldsystem haben, das für Sie arbeitet, nicht gegen Sie.

Unser Plan A für ein demokratisches Europa, gestützt durch einen Plan B, der den Mächtigen zeigt, dass Sie uns durch ihre Erpressung nicht unterwerfen können, ist offen und zielt darauf, die Mehrheit der Europäerinnen und Europäer anzusprechen. Dies erfordert ein hohes Maß an Vorbereitung. Die Debatte wird die technischen Elemente verstärken. Viele Ideen gibt es bereits: Die Einführung eines parallelen Zahlungssystems, Parallelwährungen, digitalisierte Eurotransaktionen, ein Austritt aus der Eurozone sowie die Umwandlung des Euro in eine (demokratische) Gemeinschaftswährung.
Kein europäisches Land kann sich in Isolation befreien.

Unsere Vision ist internationalistisch. In Erwartung dessen, was in Spanien, Irland – möglicherweise wieder in Griechenland, abhängig von der Entwicklung der dortigen politischen Situation – und in Frankreich 2017 passieren könnte, müssen wir auf einen konkreten Plan B hinarbeiten, unter Berücksichtigung der Besonderheiten in jedem einzelnen Land.

Wir schlagen deshalb vor, einen internationalen Gipfel für einen Plan B für Europa einzuberufen, der allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Organisationen und Intellektuellen offen steht. Diese Konferenz könnte bereits im November 2015 stattfinden.

Wir werden den Prozess am Samstag, den 12. September, während der Fête de l’Humanité in Paris beginnen.
Schließen Sie sich uns an!
 

Taunustanne

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Weil das offizielle Europa die Idee nicht ertragen konnte, dass ein Volk, das unter einem zerstörerischen Austeritätsprogamm leidet, es wagt, eine Regierung zu wählen, die entschlossen „Nein“ sagt.

Wer Schulden macht und "A" sagt, muß die Schulden auch zurückzahlen und "B" sagen.

Ansonsten: Ein eher peinlicher Versuch, Europa mittels Putin-Propaganda zerstören zu wollen. Europa wird sich irgendwie durchwursteln. Ist nicht gerade die Zeit für Völkerverständigung zur Zeit. Aber alles ist besser, als unter Russlands Fuchtel zu stehen.
 

Martin Behrsing

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was tummeln sich in den letzten Tagen für Leute hier herum. Das ist ja schon echt peinlich. Insbesondere, wenn man nur dem Noeliberalismus nach plappert.
 

Roter Bock

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Es ist allerhöchste Zeit für einen Plan B, auch wenn ich eher der Auffassung bin das Euro, und "Europa", EZB und andere Institutionen dieses Gebildes (damit meine ich diese quallenmäßige Politik die nur Arbeitgebern, Unternehmern und der Wirtschaft dient) komplett zerrschlagen werden muss.

Da kann man nichts ändern - das muss weg!

Habe jedoch unterschrieben - weil große Übereinstimmung vorherrscht mit meinen Ideen!


Roter Bock
 

Gallnstein

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Wer Schulden macht und "A" sagt, muß die Schulden auch zurückzahlen und "B" sagen.

Ansonsten: Ein eher peinlicher Versuch, Europa mittels Putin-Propaganda zerstören zu wollen. Europa wird sich irgendwie durchwursteln. Ist nicht gerade die Zeit für Völkerverständigung zur Zeit. Aber alles ist besser, als unter Russlands Fuchtel zu stehen.

Ich gebe zu, das ist ein langer Text. Das einlesen braucht Zeit und das verstehen sicher auch. Wenn ich mich nicht irre kann man hier auch Fragen stellen für den Fall das irgendwas nicht so ganz klar ist. Ich nehme an das gern geholfen wird. Wer nicht Fragt bleibt dumm. Das hab ich noch aus Kindertagen ist aber stehts aktuell.
Manchmal gibt man einen Kommentar der ( aus Dummheit ) geschrieben wird.
Na halt nicht nachgehakt , nicht auf dem neuesten Stand der Dinge ect. Klar ist mir auch schon passiert.
Aber ich weiß auch das es keine dummen Fragen gibt , aber sicher manch dumme Antworten.
:icon_mrgreen:
 

wolliohne

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Mitgezeichnet.

Ganz in meinem Sinne da ähnlich eigene private Petition gestartet.
Wir haben Kaum (keine) eine Chance also nutzen Wir sie !

Videos bei YouTube sind leider nicht in Deutsch ?
 

Zeitkind

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Diese Konferenz könnte bereits im November 2015 stattfinden.
2016 :wink: Der Aufruf ist gut und die Hoffnung stirbt zuletzt.
Ein eher peinlicher Versuch, Europa mittels Putin-Propaganda zerstören :icon_lol: zu wollen.
Welches Europa? Meinst Du das verkorkste Wirtschaftsregime? Dein Anspruch scheint weit unter Deinem BiLDungsniveau zu liegen. :icon_hihi:
Aber alles ist besser, als unter Russlands Fuchtel zu stehen.
Was bitteschön hat der Aufruf mit Putin zu tun?
Da hat aber einer ne ganz schöne Russlandphobie. Mehr als nur peinlich.
Manchmal gibt man einen Kommentar der ( aus Dummheit ) geschrieben wird. :icon_mrgreen:
Es gibt leider zu viele, bei denen das zur Regel geworden ist. :icon_hihi: Da ist Hopfen und Schmalz verloren. :biggrin:
Videos bei YouTube sind leider nicht in Deutsch ?
Das hier schon. :wink:
 

Buchfan

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unterzeichnet und vermehrt :wink:

gelesen und gehört :wink:


spannend. utopisch? schön, dass es visionen gibt....
 
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