Aufhebungsvertrag dann erst mal Ausszeit nehmen - ALG Anspruch feststellen und für später sichern. Was ist mit Krankenversicherung

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yen1976

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Hallo,

habe einen Aufhebungsvertrag unterschrieben mit ordentlicher Abfindung. 1 Monatsgehalt pro Jahr + 15.000€
Es steht drin "... um einer Betriebsbedingten Kündigung vorzubeugen..."
Die reguläre Kündigungsfrist laut Tarifvertrag (Verdi) wurde eingehalten.
Arbeitsverhältnis endet am 30.06.19
Bin jetzt 42 Jahre alt.

Hatte mich am 1.04.19 (Montag) telefonisch bei der Agentur gemeldet. Da wurde mir am Tel. gesagt, es wäre bereits ein Tag zu spät mit der Meldung. Ich kam aber am 29.03.19 (Freitag) aus 5 Monate Sabatical im Ausland zurück. Ist aber nicht der wesentliche Punkt, der mich hier interessiert.

Mein Ziel ist es nach Thailand auszuwandern. Im August möchte ich meine Freundin dort besuchen und mich um diverse Dinge kümmern. Dann komme ich noch mal für ein paar Monate wieder nach Dtl.

Durch die Abfindung ist mein Steuersatz dieses Jahr recht hoch und ich habe etwas Puffer mit der Abfindung. So dass ich nicht unbedingt auf ALG angewiesen wäre.
Ich möchte aber gern den ALG Anspruch sichern, falls das ganze mit Thailand nicht so klappt, wie gedacht. Oder ich mal ne „Pause“ in Dtl. Machen muss, dass ich dann auf ALG zurück greifen kann. Nun habe ich diverse Varianten gehört.

A)
Sich zum 01.07.2020 melden. Damit hätte man keinen Anspruch bis dahin. Liegt aber in der Rahmenfrist. Eine drohende Sperre aus zu spät gemeldet und Aufhebungsvertrag ist verjährt. Man muss da aber wohl genau aufpassen. Am zum 02.07.2020 wäre wohl zu spät und die 12Monate Sosvers. Arbeitsverhältnis in der Rahmenfrist passt nicht.
Dann wird meine Anspruch geprüft und wenn ich die 12Monate innerhalb 24Monate Rahmenfrist nachweisen kann, habe ich den Anspruch auf ALG.

Hier hätte ich dann 12Monate ALG Anspruch?
Den habe ich dann 4 Jahre sicher?

Krankenversichern müsste ich mich selber. Z.B. bei meiner jetzigen GKV AOK Nordost.
Werden die Beiträge aus dem Jahreseinkommen erhoben oder dem monatlichen Einkommen?

Wenn Jahreseinkommen, dann wären die Beiträge recht hoch
Wenn monatlich, dann wäre Mindestbeitrag angesagt, was ich auch ok finde.

B)
Ich melde mich zum 01.07.2019 einen Tag Arbeitssuchend an. (Ist das wording korrekt?).

Würde mich dann zum 02.07.2019 wieder abmelden als Arbeitssuchend.

Dann wird mein Anspruch geprüft und festgestellt.

Evtl. bekomme ich eine Sperre, wegen Aufhebungsvertrag und zu spät gemeldet.

D.h. 12Monate minus 3 Monate und ein bisschen = 8,5 Monate ALG Anspruch.

Diesen Anspruch habe ich dann 4 Jahre sicher?


Dann habe ich noch das Thema Aufhebungsvertrag.

Dieser wurde in der Firma, wegen Umstrukturierung, angeboten. Da kann ich auch Artikel aus der Presse zum Termin mitnehmen.

Ich war davor auch längere Zeit krank geschrieben wegen Depression (Stichwort Burnout). Mein Psychiater würde mir mit einem Atest helfen, hat er gesagt.

Am 21.06. habe ich nen Termin bei der Agentur. Da soll ich dann ein Formular ausgefüllt mitbringen. „Fragebogen bei eigener Kündigung oder Aufhebungsvertrag“

Da weiß ich nicht, was ich da am besten reinschreibe, ohne negative Folgen zu befürchten. Muss der Fragebogen überhaupt ausgefüllt werden?

Eigentlich würde ich auch gerne Weiterbildungen machen, die meine Auswanderung und Jobsuche im Ausland verbessert. Tatsächlich möchte ich gerne etwas arbeiten, was mir auch Spaß macht.

Dachte an bestimmte Projektmanagement Zertifizierungen und Schulungen an großen IT Systemen, wie SAP oder was ähnliches.

Vielen Dank und Grüße
Yoda :)
 

MichaelBelek

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@yen1976
Lösung ist, dass Du Dich: 1) nicht arbeitssuchend meldest und 2) zugleich keinen Antrag auf ALG stellst. Freilich, bist Du dann frei von jeglicher Beziehung zum AA. In diesem Fall, solltest Du Dich mithin um eine eigene (private) Krankenversicherung, evtl. Auslandsreisenversicherung kümmern. Dem AA ist es egal, aus welchem Grund ein Aufhebungsvertrag geschlossen wird. Entscheidend ist, die Aussage Deines Arbeitsgebers (betriebsbedingt, o.a.), der Deine Gehälter+Abfindung in einer Aufstellung an das AA, Dir zur Weiterleitung an die Hand gibt.
 

yen1976

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1) nicht arbeitssuchend meldest und 2) zugleich keinen Antrag auf ALG stellst.
Hi, hier brauche ich Hilfe zum Verständnis.

1) gar nicht arbeitssuchend melden.
Was muss ich beim Termin am 21.06. sagen und mir schriftlich bestätigen lassen?

2) Wenn ich keinen Antrag stelle, wird dann trotzdem ein Anspruch festgestellt, welchen ich dann innerhalb 4 Jahre geltend machen kann? Wenn ich dann mal Geld benötige, mich arbeitssuchend melden und Antrag auf ALG stellen?

Mein Hauptanliegen ist. Wie sichere ich mir den Anspruch für später? Momentan kommen wohl ca. 1.600€ monatlich heraus. Da ich nicht weiß, wie es mit der Auswanderung läuft, würde ich diese Sicherheit gern im Kopf haben.

Ja, wenn ich Dtl. werde ich mich freiwillig bei der GKV anmelden.
Im Ausland dann per Auslandsreiseversicherung. Die GKV würde ich dann hier gern ruhen lassen, wie auch immer. Keine Beiträge bezahlen, aber wenn ich zurück kommen,direkt wieder rein kann. Selbst wenn ich mich im worst Case nicht selbst drum kümmern kann. Also meinen Eltern einen Schriebs fertig machen, den sie zücken können.
Wie das genau geht, weiß ich noch nicht.
 

MichaelBelek

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@yen1976
wichtig ist, dass du dein anliegen am 21.06. vor ort abklärst. zugleich erhälst du eine bestätigung, dass du dich nicht arbeitssuchend meldest, somit ruht dein anspruch auf alg.

persönlich hatte ich mir auch einmal eine auszeit genommen, in 2006, und bin wie beschrieben verfahren.

bezüglich krankenversicherung, solltest du dich von der gkv beraten lassen und gemeinsam nach lösungsmöglichkeiten, passend auf deine spezielle situation, besprechen.

vg

Mithin hast Du ne ganze Menge an speziellen Fragen, die Du in jedem Fall vor Ort, mit der GKV oder dem Arbeitsamt abklären solltest, zur Wahrung Deiner Rechtsansprüche und möglichen Verpflichtungen um nachteilige Folgen, bei evtl. Zuwiderhandlung, Fristversäumnissen, etc. zu vermeiden.

Viel Erfolg! VG



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HermineL

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Ich habe seit Jahren eine Auslandskrankenversicherung weil ich jedes Jahr schon aus familiären Gründen ins Ausland fahre. Ich bezahle dafür 20 Euro pro Jahr.
 

Babbelfisch

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2) Wenn ich keinen Antrag stelle, wird dann trotzdem ein Anspruch festgestellt, welchen ich dann innerhalb 4 Jahre geltend machen kann? Wenn ich dann mal Geld benötige, mich arbeitssuchend melden und Antrag auf ALG stellen?

Nein, Du musst einen Bescheid haben (= Feststellung des Anspruchs), d.h. Du meldest Dich alo, bekommst den Bescheid und meldest Dich wieder ab. Dann läuft die 4-Jahresfrist.

Unterläßt Du dies, gilt bei Antragsstellung die 2-jährige Anwartschaftszeit.
 

yen1976

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Danke :)

Nein, Du musst einen Bescheid haben (= Feststellung des Anspruchs), d.h. Du meldest Dich alo, bekommst den Bescheid und meldest Dich wieder ab. Dann läuft die 4-Jahresfrist.
Kann ich beim Termin am 21.06. die Feststellung des Anspruchs beantragen und gleichzeitig abmelden?
So dass ich nicht noch extra einmal hin muss?
Hab keine Ahnung wie lang so eine Feststellung dauert.
Ich will dieses Jahr eigentlich kein ALO in Anspruch nehmen, sonder den Anspruch sichern für die 4 Jahre.

Unterläßt Du dies, gilt bei Antragsstellung die 2-jährige Anwartschaftszeit.
D.h. dann, wenn ich mich am 01.07.2020 beim Arbeitsamt melde, würden in den vergangenen 24 Monaten 01.07.2018 - 30.06.2012 geprüft, ob ich 12 Monate sozialversichert beschäftigt war.
Bin durchgehend vom 05.02.2005 bis 30.06.2019 sozialversichert beschäftigt. D.h. die 12Monate sollten dann erfüllt sein und könnten den ALO Geld Anspruch feststellen lassen.
Wenn ich das am 02.07.2020 machen würden, dann hätte ich keinen Anspruch. Soweit richtig von mir verstanden?
Hatte das mal gelesen und dort den Begriff "Dispositionsjahr" mitgenommen.
 

Agent

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Ja, du kannst am 21.06. dich direkt zum 02.07.19 abmelden. Theoretisch könntest du das auch jetzt schon machen - persönliche Arbeitslosmeldung muss aber auf jeden Fall noch erfolgen. Dadurch könntest du dann dir auch den Termin sparen, denn Arbeitsvermittlung muss dann nicht mehr stattfinden...

Das Dispositionsjahr könntest du nutzen, aber was ist, wenn alles gut läuft und du erst mal in Thailand bleibst? Hast du dann noch einen Wohnsitz hier in Deutschland? Den bräuchtest du nämlich, um ALG I beantragen zu können. Und falls da irgendwas schief läuft mit der rechtzeitigen Meldung ist alles futsch... Würde ich mir gut überlegen.
 
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