Aufforderung zur Bewerbung in Jobbörse - wie reagieren?

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E

ExitUser

Gast
Hi zusammen,

ich hab ein Profil bei der Jobbörse und schaue da alle paar Tage mal rein. Zu 99% sind die Angebote von ZAF und darauf hab ich keine Lust. Nun hatte ich heute folgende Mail in meinem Jobbörsen-Postfach:

"Sehr geehrte Bewerberin/ geehrter Bewerber,
der Arbeitgeber XXX ist aufgrund der Veröffentlichung Ihres Bewerberprofils in der JOBBÖRSE an einer Bewerbung von Ihnen interessiert.

Das entsprechende Stellenangebot können Sie über den "Link zum Stellenangebot" aufrufen. Dort erfahren Sie auch die Kontaktdaten des Arbeitgebers sowie die gewünschte Art der Bewerbung.
Sollten Sie weitere Informationen zum Anliegen des Arbeitgebers wünschen, setzen Sie sich bitte direkt mit diesem in Verbindung.

Viel Erfolg bei Ihren Bemühungen!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team JOBBÖRSE"

Nun hatte ich eben jenes Angebot neulich mal durchgelesen, ist natürlich von ner ZAF . Die Bezahlung steht dabei und die ist, gemessen an den sehr hohen Anforderungen an den Bewerber, ein Witz. Die Stelle wäre auch nur vom 01.04.2015 – 31.12.2015 zu besetzen!

Nun die Frage: MUSS ich mich da bewerben? Ich denke mal, eher nicht, da ja keine Rechtsfolgenbelehrung dabei ist...? Kann es sein, dass ich die Aufforderung noch mal schriflich bekomme? Muss ich auf diese komische Mail irgendwie reagieren? :icon_frown:

Danke im Voraus :dank:
 
H

HHPeterle

Gast
Dann kannst du es getrost ...
Ignorieren

Hallo,
habe heute auch eine Auforderung zur Bewebung über die Jobbörse erhalten.

Bewerben oder nicht? Muss glaube ich nicht immer eine Rechtsbelehrung darnhängen, oder?
Jedenfalls gilt das für ein Vermittlungsvorschlag. und in der Egv steht: "Sie bewerben sich innerhalb von drei Tagen auf Stellenangebote, Vermittlungsvorschläge, die Sie von der Agentur erhalten haben."
 

martinpluto

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Achtung: Es muss bei einem Stellenangebot (hier nicht der Fall, da nicht konkret) nicht unbedingt eine Rechtsfolgenbelehrung dabei sein. War zum Beispiel aufgrund eines früheren Angebots die belehrung bekannt, dann genügt die Kenntnis der Rechtsfolgen; es muss nicht erneut darauf hingewiesen werden. Die Kenntnis der Rechtsfolgen genügt also
 
S

schnuckelfürz

Gast
Achtung: Es muss bei einem Stellenangebot (hier nicht der Fall, da nicht konkret) nicht unbedingt eine Rechtsfolgenbelehrung dabei sein. War zum Beispiel aufgrund eines früheren Angebots die belehrung bekannt, dann genügt die Kenntnis der Rechtsfolgen; es muss nicht erneut darauf hingewiesen werden. Die Kenntnis der Rechtsfolgen genügt also

Habe ich auch schon des öfteren geschrieben, aber es wird leider immer wieder diese Falschinfo gegeben. Seit April 2011 braucht man bei Kenntnis keine Rechtsfolgenbelehrung mehr. Hat man eine EGV , hat man ja schon Kenntnis davon, denn die RFB steht in jeder EGV .

Nur im SGB III also ALG 1 muss die RFB noch drin stehen.

Änderungen im SGB II

Fassung § 31 SGB II a.F. bis 01.04.2011 (geändert durch Artikel 2 G. v. 24.03.2011 BGBl. I S. 453)
oder deren Kenntnis
 

nowayhose

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gelibeh

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Ok ...das gilt aber nur für den Vermittlungsvorschlag und diesen nur in postalischer Form, oder?
Nur Papierform. Zum Kenntnishaben wurde ja schon was geschrieben. Ich sehe das genauso. Kenntnis hättest Du wohl dann, wenn Du schon mal deswegen sanktioniert wurdest. Dann sollte man davon ausgehen können, dass Du die Rechtsfolgen kennst.
 

obi68

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Generell ist es für Dritte ohnehin nie nachweisbar, daß jemand Kenntnis von etwas hat, wenn es nicht bei jedem Anlass erneut erläutert wird. Streng genommen müsste man denjenigen dann noch dafür unterschreiben lassen, daß er Kenntnis erlangt hat.

Mal gewusst, wieder vergessen. Überhaupt nicht gemerkt, weil man sich ja korrekt verhalten hat. Generell etwas vergesslich.
Sprich: wenn ich sage: das weiß/wusste ich nicht, hat das gegenüber das erst mal als Fakt anzuerkennen.

Und dann kommen wir noch zum nächsten Punkt: nehmen wir an, ich habe Kenntnis, weil jedesmal eine RFB dranhängt. Wer kann denn beweisen, daß ich das Juristengeschwafel überhaupt verstanden habe?
 

nowayhose

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Hi,
Falsch..:icon_evil: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Ist generell im Recht so.


hmmmm:icon_kinn: Im SGB !! schon:icon_mrgreen:

https://www.elo-forum.org/alg-ii/77561-verwirrung-wegen-rfb.html#post900983



Nochmal die Kenntnis meint Dolus directus 2. Grades (das sichere Wissen). Und den NAchweis muss der Leistungsträger erbringen. Das BSG , Urteil vom 18. 2. 2010 - B 14 AS 53/08 R ist da sehr eindeutig. Und daran hat sich auch nichts geändert.



Gruß



nowayhose
 

gelibeh

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Nochmal die Kenntnis meint Dolus directus 2. Grades (das sichere Wissen). Und den NAchweis muss der Leistungsträger erbringen. Das BSG , Urteil vom 18. 2. 2010 - B 14 AS 53/08 R ist da sehr eindeutig. Und daran hat sich auch nichts geändert.
Der Nachweis dürfte ohne angehängte RFB schwer zu führen sein.
 

obi68

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HHPeterle

Gast
Nein, ganz und gar nicht.

Beispielhaft hier mal für das Strafrecht:

lexexakt Rechtslexikon - Glossar

Weiss jetzt nicht was das aufgeführte Beispiel jetzt mit unserem Thema zu tun hat. Regenschirm und so....
Wäre es so, könnte man niemanden verurteilen, weil man wissen kann, ob er /sie wusste, dass es verboten ist.

Und auf das Sozialrecht bezogen: eine Pflichtverletzung von deren Folgen ich nicht weiß, kann selbstverständlich nicht bestraft werden.
Das wäre grobe Willkür.

In unserem Fall ist in der EGV ja sogar einmal aufgeklärt worden. Dann muss nicht immer wieder drauf hinweisen
 
E

ExitUser

Gast
Nein, ganz und gar nicht.

Beispielhaft hier mal für das Strafrecht:

lexexakt Rechtslexikon - Glossar

Und auf das Sozialrecht bezogen: eine Pflichtverletzung von deren Folgen ich nicht weiß, kann selbstverständlich nicht bestraft werden.
Das wäre grobe Willkür.

Dein Beispiel belegt aber doch gut, dass eben Unwissenheit wirklich nicht vor Strafe schützt. Wenn ich fest überzeugt bin: das ist mein Schirm. Dann werde ich nicht bestraft. Wenn ich aber der Ansicht bin, weil es regnet, darf ich anderer Leute Schirme klauen. Dann werde ich sehr wohl bestraft, weil ich hätte wissen müssen, dass es nicht erlaubt ist. Auch wenn ich wirklich nicht genau wusste, dass das verboten ist.

Ähnliches bei den VV . Sobald jemand fragt: muss ich mich bewerben oder kann ich das umgehen, weil die RFB fehlt? Ab dem Punkt kann man wohl unterstellen: derjenige weiß, dass er sich bewerben muss und sucht nur nach einem Schlupfloch. Außerdem kann man unterstellen: er hätte wissen müssen. Und gerade dieses "wissen müssen" spielt im Strafrecht eine große Rolle. Bei Körperverletzungen z.B. oder bei Totschlag. Da spielt eine große Rolle, ob derjenige hätten wissen müssen, was die Folgen sind. Und jeder, der sich ein wenig informiert, weiß auch ohne angehängte RFB jedes Mal, was die Folgen sind, wenn man sich nicht bewirbt.
Ich kann auch im Straßenverkehr nicht jemanden mit Lichthupe bedrängen und nötigen, schneller zu fahren. Und kann mich dann darauf berufen: wusst ich nicht, hat mir nie jemand schriftlich mitgeteilt, dass man sowas nicht darf. Es werden sogar Leute wegen Fahrerflucht belangt, die es wirklich nicht wussten. Es wissen z.B. die wenigsten, dass man die Polizei rufen muss und es nicht langt, am beschädigten Fahrzeug einen Zettel zu hinterlassen mit den eigenen Kontaktdaten. Und DAS wissen wirklich viele nicht. Trotzdem werden sie wegen Fahrerflucht belangt.

Ich hab hab mir auch dieses Infoheft nie durchgelesen. Evtl. steht sogar da schon drin, dass man sich auf VV bewerben muss?
Und ich jedenfalls hab keine Lernschwäche und muss nicht jedes Mal neu auf alles hingewiesen werden.

Aber wegen der Jobbörse. Da würde ich mich nicht bewerben. Ich z.B. hab da zwar meine Zugangsdaten mal beantragt. Zweimal reingeschaut. Ich fand es sinnfrei und habe da über ein Jahr nicht mehr reingeschaut. Da können die mich anschreiben, bis sie schwarz werden, das merk ich gar nicht.

Kommt das aber noch per Post, würde ich mich bewerben.
 
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