Aufenthaltsbestimmungsrecht durch das Jugendamt übertragen? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Anzi

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Ich weiß, das gehört hier eigentlich nicht hin, aber ich suche schon seit Tagen, ob es möglich ist, dass man das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf einen Elternteil bei beiderseitiger Zustimmung durch das Jugendamt übertragen kann.

Die beim Jugendamt haben meinem Noch-Mann gesagt, dass das ausschließlich gerichtlich funktioniert, und dass sie noch nie einen Fall hatten, bei dem sich die Eltern bei einer Trennung einig waren. Deswegen konnten sie gestern auch keine Auskunft geben weil sie sich selbst erst erkundigen mussten.

Habt ihr diesbezüglich Erfahrungen? Denn wir streiten uns ja nicht, also brauchen wir auch keinen Richter.

Falls das nur per Gericht geht: Braucht man zwingend einen Anwalt? Auch im Hinblick auf PKH?

Es geht dabei nicht um das Sorgerecht (hier weiß ich, dass das nur per Gericht geht)! Das bleibt weiterhin geteilt.

Danke!
 

knox

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was das sorgerecht betrifft.... das ist ne fehlinfo! die entscheidung der eltern (hier eure einigkeit) hat oberste priorität. wenn einigkeit besteht kann auch kein gerichtsverfahren erzwungen werden. alles andere wäre ein eingriff in die elternautonomie. wenn ein gericht erfährt, dass ihr euch nicht streitet und euch einig seit, bezweifle ich, dass ein gerichtsverfahren zugelassen wird.

das verursacht unnütze kosten für alle beteiligten.

m.W.n. reicht eine einfache erklärung, von euch eltern, gegenüber dem jugendamt aus, welche dann dort beurkundet werden muss. ähnlich der sorgerechtserklärung.

(weis ich aber alles nicht mit sicherheit)

am einfachsten wäre in eurem fall (so würde ich es machen): ihr geht zum für euch zuständigen AMTSGERICHT und bei dem rechtspfleger wo einer von euch PKH beantragen will (der einkommensschwächere) erklärt ihr die situation und fragt die selbe Frage wie hier nach... ich denke der wundert sich wieso ihr unbedingt ein gerichtverfahren anstrengen wollt, obwohl einigkeit besteht.

wenn nicht wird er/sie euch über die notwendigen schritte aufklären. bzw. beantragt bei ihm nen beratungshilfeschein (10 euro) der kann auch in famrechtssachen genutzt werden und geht zu nem anwalt und der klärt euch dann genauer auf. dort müssen dann die 10 eus bezahlt werden
 

Anzi

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Das mit dem Sorgerecht steht so auf der Urkunde über die gemeinsame Sorge - aber das wollen wir ja gar nicht auf einen "umlegen".

Mir geht es um das Aufenthaltsbestimmungsrecht

Ich kann einfach keine gesetzliche Grundlage finden, wie wir das regeln müssen.

wenn einigkeit besteht kann auch kein gerichtsverfahren erzwungen werden. alles andere wäre ein eingriff in die elternautonomie. wenn ein gericht erfährt, dass ihr euch nicht streitet und euch einig seit, bezweifle ich, dass ein gerichtsverfahren zugelassen wird.

das verursacht unnütze kosten für alle beteiligten.
der meinung bin ich auch. sollen die ämter und gerichte doch froh sein, dass es auch einvernehmliche trennungen gibt, die sich weder um geld, hausrat oder gar das kind streiten...

m.W.n. reicht eine einfache erklärung, von euch eltern, gegenüber dem jugendamt aus, welche dann dort beurkundet werden muss. ähnlich der sorgerechtserklärung.

(weis ich aber alles nicht mit sicherheit)
das war auch unsere meinung. der herr vom jugendamt sagt aber, dass es nicht ohne gericht geht. das kann und will ich aber nicht glauben - das ist wirklich widersinnig!

am einfachsten wäre in eurem fall (so würde ich es machen): ihr geht zum für euch zuständigen AMTSGERICHT und bei dem rechtspfleger wo einer von euch PKH beantragen will (der einkommensschwächere) erklärt ihr die situation und fragt die selbe Frage wie hier nach... ich denke der wundert sich wieso ihr unbedingt ein gerichtverfahren anstrengen wollt, obwohl einigkeit besteht.
naja, er bekommt ALGII, ich SchülerBaföG, da ist bei beiden nichts zu holen. aber danke für den tipp, das werde ich machen.

wenn nicht wird er/sie euch über die notwendigen schritte aufklären. bzw. beantragt bei ihm nen beratungshilfeschein (10 euro) der kann auch in famrechtssachen genutzt werden und geht zu nem anwalt und der klärt euch dann genauer auf. dort müssen dann die 10 eus bezahlt werden
das kam uns auch in den sinn, sofern nicht jemand anderes etwas weiß.
 

hartaber4

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Ostholstein = Modell nach Beratungshilfegesetz (Ländersache)

Beratungshilfe beantragen.....dann ggf. zu einem Fachanwalt......der wird beraten welche Optionen sich bieten.

Materielle Grundlage des Familienrechts ist das BGB.

Verfahrensrecht ist nunmehr seit bummelig (September?) 2009 das FamFG.

Deshalb gibt es auch keine PKH im Familienrecht mehr , sondern Verfahrenskostenhilfe (im Grunde sehr ähnlich, auch die Formulare).
 
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gast_

Gast
Das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat automatisch der, bei dem das Kind lebt: So hab ich das damals verstanden.

Als ich mich vom Vater meiner Kinder getrennt habe, bin ich zum Notar.

Wir haben da eine Urkunde bekommen, wo das Abgesprochene enthalten war. Das habe ich dem Jugendamt vorgelegt und gut wars.

Auch im Scheidungsverfahren habe ich das eingereicht...und die Richterin mußte unseren Willen bezügl. der Besuchsregelung respektieren,obwohl sie es gern anders gehabt hätte.
 

Anzi

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Danke euch. Ich erzähl euch dann wie wirs machen konnten.
 

doppelhexe

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bei meiner trennung/scheidung haben wir überhaupt nichts amtlich gemacht.

die schule hat einen schrieb bekommen, das der vater für alltägliche sachen zuständig ist, da das kind bei ihm bleibt und gut wars. 2/3 mal waren wir beim jugendamt, weil es probleme wegen des besuchsrechts gab. dort wurden wir über die rechtlichen frage aufgeklärt... (rechte/pflichten)

und bei der scheidung wurde nur angegeben, das das aufenthaltsbestimmungsrecht beim vater liegt und das besuchsrecht geregelt ist.

von uns hat nie einer irgendwas verlangt...

nun weiss ich nicht, ob ihr verheiratet seid oder nicht, vielleicht gibt es da auch noch unterschiede...:icon_kinn:
 

rechtspfleger

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Bei gemeinsamem Sorgerecht ist die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf einen Elternteil nur durch gerichtliche Entscheidung möglich.

Im Falle einer einvernehmlichen Regelung ist es jedoch möglich, daß der eine Elternteil (bei dem die Kinder nicht bleiben) den anderen Elternteil (bei dem die Kinder bleiben) entsprechend bevollmächtigt.

Das ist auch hinsichtlich anderer Teilbereiche der elterlichen Sorge, insbesondere Gesundheitsfürsorge und schulische Angelegenheiten, in Betracht zu ziehen.
 

Anzi

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wir sind verheiratet und möchten gern alle regelungen schriftlich festhalten; so halten wir es auch mit noch ausstehenden betriebskostennach/rückzahlungen, stromrechnung, kautionsrückzahlung, ratenzahlungen (je nachdem bei wem die sachen verbleiben), wer was aus dem haushalt mitnimmt etc.

ja, es ist kleinlich. aber sicher ist sicher :)
 
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gast_

Gast
Das ist nicht kleinlich, sondern vernünftig. Habe ich damals auch gemacht: Alles schriftlich festgehalten und beide haben unterschrieben.
Was Aufteilung der Habe angeht, da braucht es keinen Notarvertrag.
Der war mir nur wichtig, was die Kinder angeht...

So mußte im Scheidungsverfahren nicht noch um alles Mögliche gestritten werden - was Kosten spart.
 

Anzi

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Bei gemeinsamem Sorgerecht ist die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf einen Elternteil nur durch gerichtliche Entscheidung möglich.

Im Falle einer einvernehmlichen Regelung ist es jedoch möglich, daß der eine Elternteil (bei dem die Kinder nicht bleiben) den anderen Elternteil (bei dem die Kinder bleiben) entsprechend bevollmächtigt.

Das ist auch hinsichtlich anderer Teilbereiche der elterlichen Sorge, insbesondere Gesundheitsfürsorge und schulische Angelegenheiten, in Betracht zu ziehen.
es reicht eine eigens unterschriebene vollmacht? kann man da selbst auch so etwas wie auf die fürsorgeerklärung schreiben - dass man abmacht, dass dies nur gerichtlich verändert werden kann? sonst könnte man die vollmacht ja jederzeit widerrufen und dann ist sie nicht allzu viel wert.

Das ist auch hinsichtlich anderer Teilbereiche der elterlichen Sorge, insbesondere Gesundheitsfürsorge und schulische Angelegenheiten, in Betracht zu ziehen.
Aber Vollmachten kann man widerrufen... das hat der Herr vom Jugendamt wohl heute etwas öfter wiederholt. Ich habe den Eindruck, dass der will, dass mein Mann das alleinige Sorgerecht beantragt - warum auch immer. Vielleicht täusche ich mich aber auch.


Das ist nicht kleinlich, sondern vernünftig. Habe ich damals auch gemacht: Alles schriftlich festgehalten und beide haben unterschrieben.
Was Aufteilung der Habe angeht, da braucht es keinen Notarvertrag.
Der war mir nur wichtig, was die Kinder angeht...
Wir sagen uns eben auch - lieber so bevors dann doch noch aus irgendeinem Grund zum Streit kommt.
So ein Notar ist bestimmt auch nicht umsonst :/
Zu regeln, dass beide alle Rechte "am Kind haben" war kein Problem, aber umgekehrt ist es das anscheinend schon. Und das obwohl wir uns ja einig sind. Versteh ich nicht.
 
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gast_

Gast
Stimmt: Einen Notar muß man bezahlen.

Ich habe den Eindruck, dass der will, dass mein Mann das alleinige Sorgerecht beantragt - warum auch immer. Vielleicht täusche ich mich aber auch.
Ich meine, du täuscht dich - denn SB der Jugendämter meinen im allgemeinen, das man das gemeinsame Sorgerecht haben sollte... alleiniges Sorgerecht ist heute sehr schwer durchzusetzen... nur, wenn es gar nicht anders geht.

Vollmacht? Wozu?

Wenn das Kind bei einem lebt, kann man fast alles alleine entscheiden - nur größere Entscheidungen wie Op oder welche Schule: Da braucht man die Einwilligung des anderen Elternteils.

Und da sollte man das gemeinsam besprechen - eine Vollmacht ist da nicht hilfreich.
 

rechtspfleger

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es reicht eine eigens unterschriebene vollmacht? kann man da selbst auch so etwas wie auf die fürsorgeerklärung schreiben - dass man abmacht, dass dies nur gerichtlich verändert werden kann? sonst könnte man die vollmacht ja jederzeit widerrufen und dann ist sie nicht allzu viel wert.
Darin sehe ich keinen Sinn. Angenommen, die Kinder bleiben bei Dir und Dein Mann widerruft die Vollmacht, müßtest Du ja unter Umständen sowieso eine gerichtliche Entscheidung über das Sorgerecht bzw. Teile des Sorgerechts beantragen. Umgekehrt würde das natürlich in gleicher Weise gelten.

Aber Vollmachten kann man widerrufen... das hat der Herr vom Jugendamt wohl heute etwas öfter wiederholt. Ich habe den Eindruck, dass der will, dass mein Mann das alleinige Sorgerecht beantragt - warum auch immer. Vielleicht täusche ich mich aber auch.
Das stimmt mit dem Widerruf stimmt natürlich schon. Aber was bringt Dich zu der Annahme, daß der Mitarbeiter des Jugendamts möchte, daß Dein Mann das alleinige Sorgerecht beantragt? Ich denke, wenn dem so wäre, wäre das auch eindeutig formuliert und nicht nur ein Gespräch über das Thema Vollmachten geführt worden.
 

Anzi

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Darin sehe ich keinen Sinn. Angenommen, die Kinder bleiben bei Dir und Dein Mann widerruft die Vollmacht, müßtest Du ja unter Umständen sowieso eine gerichtliche Entscheidung über das Sorgerecht bzw. Teile des Sorgerechts beantragen. Umgekehrt würde das natürlich in gleicher Weise gelten.
Ja. Genau das wird übrigens von der Anwältin vorgeschlagen. Ich habe gesagt ich muss den Wortlaut hören bevor ich entscheide, ob ich damit einverstanden bin.
Aber es würde uns das Gericht vorerst ersparen (wofür wir beide kein Geld haben und ich schreibe in 3 Monaten Abschlussprüfung) und ich gehe davon aus, dass er sich gut um die Kleine kümmern wird... Es soll nur eine Absicherung darstellen.

Das stimmt mit dem Widerruf stimmt natürlich schon. Aber was bringt Dich zu der Annahme, daß der Mitarbeiter des Jugendamts möchte, daß Dein Mann das alleinige Sorgerecht beantragt? Ich denke, wenn dem so wäre, wäre das auch eindeutig formuliert und nicht nur ein Gespräch über das Thema Vollmachten geführt worden.
Wie gesagt, es kommt mir nur so vor, vielleicht bin ich da auch falsch gewickelt. Denn es gibt keinerlei Grund für ein alleiniges Sorgerecht. Dem würde ich auch nicht zustimmen.
Es hat mich nur stutzig gemacht, dass mein Mann bei der Widergabe so oft wiederholt hat, dass die Vollmacht jederzeit widerrufen werden kann und somit wenig Sinn hat. Ich war bei den telefonischen Gesprächen ja nicht dabei.
 
G

gast_

Gast
Aber es würde uns das Gericht vorerst ersparen (wofür wir beide kein Geld haben
Es würden euch doch erst einmal gar keine Kosten entstehen...

Es hat mich nur stutzig gemacht, dass mein Mann bei der Widergabe so oft wiederholt hat, dass die Vollmacht jederzeit widerrufen werden kann
Wie gesagt: So ist es.

Sinn macht sie nur solange, wie ihr euch einig seid - eben weil man sie jederzeit widerrufen kann.
Denn wir streiten uns ja nicht, also brauchen wir auch keinen Richter.
Was ich nicht verstehe: Warum soll das Jugendamt etwas festlegen, was ihr genauso gut alleine festlegen könnt?
 

Anzi

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Was ich nicht verstehe: Warum soll das Jugendamt etwas festlegen, was ihr genauso gut alleine festlegen könnt?
na ich dachte, dass man das eben so macht bei einer Trennung :>
 
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