Auf dem Campingplatz,einzige Perspektive? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

wolliohne

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 August 2005
Beiträge
14.321
Bewertungen
831
Mit Herz und Seele

Auf dem Campingplatz


  • Samstag, 04. Juni 2011, 18.20 - 18.50 Uhr .
  • Montag, 06. Juni 2011, 11.30 - 12.00 Uhr (Wdh.).
https://www.wdr.de/tv/huh/sendungsbeitraege/2011/06/04.jsp?pbild=1 Eveline Koch und Kira fühlen sich auf dem Campingplatz wohl

Wenn Karlheinz Koch mit seiner Eveline zusammen im Pool liegt und ein Gläschen Sekt trinkt, dann ist ihre Welt in Ordnung. Ein paar Meter weiter steht der Wohnwagen mit Vorzelt. Karlheinz ist vor Jahren mit seiner Familie auf einen Campingplatz gezogen, weil er arbeitslos war und sich eine normale Wohnung nicht mehr leisten konnte. Und er hat noch keinen Tag bereut: „Was wollen wir mehr, wir haben hier doch alles.“



Auf dem „Campingplatz Brempt“ in Niederkrüchten, nahe der niederländischen Grenze, kennt jeder jeden. 45 Stellplätze sind als erster Wohnsitz gemeldet. Man weiß um die Schicksale der anderen, wer verstorben ist, wo Nachwuchs erwartet wird. Herzlich betreut werden die Platzbewohner vom Pächterpaar Monica und Ewald Hoffmanns, die sich um jede lästige Kleinigkeit kümmern und auch mal eingreifen, wenn es Streit gibt. Für Alfred Weger ist der Campingplatz eine Art Rettungsinsel. Nachdem er wegen privater Schicksalsschläge schwere Depressionen bekam, verlor er seinen Job als Versicherungsmakler und betäubte sein Unglück mit Drogen. Auf dem Platz findet Alfred, was er in seinem bewegten Leben nie hatte: „das Wesentliche“ und „ein bisschen Ruhe“.

Mit Herz und Seele - hier und heute - WDR Fernsehen
 

[HartzFear]

Forumnutzer/in
Mitglied seit
14 Dezember 2010
Beiträge
504
Bewertungen
172
In Amerika heißen die Campingplätze Trailerparks und sind Ausdruck für den sozialen Abstieg auf amerikanisch. Gleichwohl man das Sozialsystem der USA nicht mit dem der BRD vergleichen kann, wird durch das Schrittweise anpassen der allgemeinen Fürsorge hierzulande auf kurz oder lang der selbe Effekt erzielt werden.
 
E

ExitUser

Gast
Hätt' ich den Platz u. einen Wohnwagen, könnte ich mir das auch vorstellen.

Einen (belegten) Platz kenne ich in der Nähe.

Aber ein gescheiter Wohnwagen samt Ausstattung wird auch nicht so ganz billig sein.
 

Donauwelle

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 Januar 2008
Beiträge
1.440
Bewertungen
125
In Amerika heißen die Campingplätze Trailerparks und sind Ausdruck für den sozialen Abstieg auf amerikanisch. Gleichwohl man das Sozialsystem der USA nicht mit dem der BRD vergleichen kann, wird durch das Schrittweise anpassen der allgemeinen Fürsorge hierzulande auf kurz oder lang der selbe Effekt erzielt werden.
Unterschätze mal bitte Trailer nicht. Mein Ex hat lange für eine Firma gearbeitet, die diese vertreibt. Da gibt es Double- und Triple-Trailer, die innen drin alle Annehmlichkeiten haben, die man sich nur denken kann - Jacuzzi, modernste Küchengeräte inklusive.

Von den Preisen her sind sie dann auch nicht billiger als ein Haus - mit dem Unterschied, dass man sie eben einschl. Hausstand mitnehmen kann, wenn man jobmässig umziehen muss.

Es gibt mittlerweile Trailerparks mit großen Vorgärten, Sicherheitsdienst, Gemeinschaftsswimmingpool, Clubhäusern etc.

Klar gibt es sicherlich noch Parks, die dem alten Stereotyp entsprechen...
 

[HartzFear]

Forumnutzer/in
Mitglied seit
14 Dezember 2010
Beiträge
504
Bewertungen
172
Ich unterschätze nichts. Das es auch die Luxusausführungen gibt ist unbestritten. Die sind aber nicht repräsentativ für die Masse der US-Amerikaner, die in Trailerparks leben müssen. Der Normalfall wird wohl ein sehr bescheidenes Leben fernab aller Annehmlichkeiten, die nicht existenziell sind, führen. Oft sind die Trailer - also nicht die Luxusausführungen - auch nicht Eigentum der Bewohner, sondern sind gemietet, weil zu teuer.
 

Donauwelle

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 Januar 2008
Beiträge
1.440
Bewertungen
125
Ich unterschätze nichts. Das es auch die Luxusausführungen gibt ist unbestritten. Die sind aber nicht repräsentativ für die Masse der US-Amerikaner, die in Trailerparks leben müssen. Der Normalfall wird wohl ein sehr bescheidenes Leben fernab aller Annehmlichkeiten, die nicht existenziell sind, führen. Oft sind die Trailer - also nicht die Luxusausführungen - auch nicht Eigentum der Bewohner, sondern sind gemietet, weil zu teuer.
Nun - meine Erfahrungen beruhen nur auf einem Teil der Südstaaten. Und da sind Trailer eben auch die Alternativen zum normalen Haus - so wie man sich hier zwischen Massivhaus oder Fertighaus entscheidet - auch auf eigenem Grundstück. Die Preise sind ähnlich.

Die Menschen, die Trailer besitzen, selbst einen uralten, haben mehr Eigentum als diejenigen, die nur zur Miete irgendwo wohnen...
 
K

Kelton

Gast
Wo war denn jetzt nun der Bezug zum Thema "Hartz-IV" in dieser Reportage? Ich habe sie mir nämlich angeschaut. Es ging höchstens in zwei Nebensätzen um das Thema "Arbeitslosigkeit".

Insgesamt machten die Bewohner des Campingplatzes einen keineswegs unglücklichen Eindruck. Zumal offensichtlich die meisten von ihnen nicht wegen Arbeitslosigkeit dorthin gezogen sind, sondern weil ihnen das Leben auf dem Campingplatz gefällt. Es waren ja schon meist eher ältere Herrschaften. Ich verstehe nicht so ganz, warum jetzt der Eindruck erweckt werden soll, die Reportage zeige auf, daß Bezieher von ALG II auf Campingplätze abgeschoben werden sollen.

Wer mag, kann sich den Beitrag auch per Web-Stream anschauen.
 
Oben Unten