AU geschrieben, was passiert wenn ich dennoch (auf Honorar) arbeite?

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M

Mitglied 61702

Gast
Ich bin momentan konkret krank/AU geschrieben, dies ist auch völlig korrekt so und erforderlich in Hinblick auf "normale" und übliche Arbeit bzw. Maßnahmen.

Parallel habe ich eventuell ein Angebot im Oktober jeweils an einem Tag in der Woche für jeweils etwas mehr als 3 Stunden an diesem Tag und in sehr entspannter Situation (ich kann mich bewegen wie ich will, es gibt alle 45 Minuten Pausen, die körperliche Anstrengung ist sehr gering, eigentlich ist es nur "quasseln" und ich kann direkt vorm Veranstaltungsort parken) einer Honorartätigkeit nachzugehen.

Ich bin geneigt, diese Sache trotz AU zu machen, da es mir einen Fuß in eine Tür bringt, durch die ich evtl. noch mehr solche Arbeit bekäme. Lehne ich es ab, gelte ich als unzuverlässig und würde wohl nie wieder gefragt.

Gleichzeitig will ich nicht deswegen in der Vollvermittlung des JC landen, denn meine AU ist AU mit Grund. Ich bin für übliche Arbeiten momentan nicht leistungsfähig genug, auch wenn ich mich einmal die Woche für 3 Stunden mit ein paar Leuten sinnbringend und geldeinbringend unterhalten kann.

Da ich die Einkünfte selbstverständlich anmelden muß und werde, wird das JC wohl oder übel mitbekommen, daß ich dann und dann dort gearbeitet habe.

Wie seht ihr das? Was kann passieren?
 

Anna B.

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als erkrankter Arbeitnehmer hast du die Pflicht, alles zu vermeiden, was deine Erkrankung verschlimmern könnte oder den Heilungsprozeß verzögern könnte.

Am besten ist es, du besprichst die Angelegenheit mit deinem behandelnden Arzt, wenn du alles offiziell machen willst....

falls du dir sicher bist, dass absolut niemand bemerkt, dass du eigentlich au bist...dann...mach was du meinst...

Die Folgen müßtest du dann allerdings tragen (evtl. Leistungseinbußen usw.)..oder dir tatsächlich vorher vom Arzt bestätigen lassen, dass ausgerechnet diese 1 Stunde in der Woche (oder 2 oder 3) für deine Gesundheit und Genesung sehr förderlich sind..
 
M

Mitglied 61702

Gast
Erst einmal habe ich keine andere Arbeitsstelle.

Ich bin arbeitslos und wenns nach dem JC ginge, dann müßte ich mich weitaus stärker belasten, als mich 3 Stunden lang wo hinzusetzen und mit ein paar Leuten zu reden. Mich hinsetzen und mich mit anderen unterhalten behindert auch keine Heilungsprozesse, denn dafür muß ich mich in naher Zukunft unters Messer legen und in Physiotherapie. Ich habe keine Erkältung und ich habe auch nicht vor irgendwo auf einem Gerüst herumzuturnen.

Das Problem ist, daß ich diese 3 Stunden pro Woche, die mich nicht einmal so belasten wie ein Gang zum JC, ohne Weiteres machen kann, aber eben keine Arbeit, wie sie vom JC innerhalb von Maßnahmen oder bei eventuellen ZAF-Jobs vorgesehen ist.

Gleichzeitig bekomme ich durch diese insgesamt 14-16 Stunden Arbeit in einem Monat die Möglichkeit, eventuell später einmal mehr zu arbeiten und das ist dann ein Job, der zu mir paßt, mir Spaß macht und meine Bedürftigkeit zumindest im Ansatz etwas mindert. Momentan reden wir aber von weniger als 200 Euro im Monat für diesen Monat. Deshalb könnte ich auch aufs Geld verzichten.

Arbeitsrechtlich, so habe ich zwischenzeitlich rausgefunden, ist gegen einen zur Erkrankung passenden Minijob nichts einzuwenden. Aber Arbeitsrecht und SGBII sind unterschiedliche Baustellen. Deshalb meine Fragen.
 
M

Mitglied 61702

Gast
Also, wie ich vorhergeahnt hatte, der Kurs kommt zustande.

Es werden 4 Tage insgesamt sein, jeweils im Abstand einer Woche, jeweils eine Dauer von 1,5 Stunden (6 Stunden insgesamt).

Wenn ich nun davon ausgehe, daß ein ELO dann AU ist, wenn er weniger als 3 Stunden pro Tag arbeitsfähig ist, dann frage ich mich, ob ich das nicht doch bzw. nicht doch bezahlt machen können soll? Insbesondere da diese Tätigkeit weder körperlich Dinge verlangt oder Ansprüche stellt, die ich krankheitsbedingt nicht machen könnte, noch ist es derartig stressend, wie jegliches was mein JC mit mir anstellen könnte.

Ablehnen will ich diesen Job nicht, weil ich langfristig dort einen guten Mini- bzw. evtl. sogar Midijob bekommen könnte.
 
M

Mitglied 61702

Gast
Ich beziehe mich hierauf:

„Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende – „Hartz IV“) beantragt haben oder beziehen, sind arbeitsunfähig, wenn sie krankheitsbedingt nicht in der Lage sind, mindestens drei Stunden täglich zu arbeiten oder an einer Eingliederungsmaßnahme teilzunehmen."

Quelle:

https://www.g-ba.de/downloads/39-261-1517/2012-06-21_AU-RL_Bewertungsmasstab-SGB II-Bezug_BAnz.pdf

Hat da echt keiner Erfahrung mit?
 

franky0815

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Wenn du dafür bezahlt wirst sieht das JC ja auf den Auszügen den Geldeingang, dann solltest du dir eine gute Erklärung bereitlegen für was und vor allem wann das war, machen würde ich den Job auf jeden Fall wenn dir soviel daran liegt.
 
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Mitglied 61702

Gast
Wenn du dafür bezahlt wirst sieht das JC ja auf den Auszügen den Geldeingang, dann solltest du dir eine gute Erklärung bereitlegen für was und vor allem wann das war, machen würde ich den Job auf jeden Fall wenn dir soviel daran liegt.

Na, ich habe doch geschrieben: 1,5 Stunden/Tag - insgesamt 4x innerhalb von 4 Wochen = 6 Stunden insgesamt

Die Frage, die ich mir stelle, ist eine rechtliche. Nämlich ob Arbeitsunfähigkeit bei ALGII nach wie vor dadurch definiert ist, daß man mindestens 3 Stunden/Tag arbeiten können muß, und ob es dafür ggfs. noch weitere Rechtsgrundlagen gibt, als die von mir zitierte.

Und: ob es wirklich so gesehen werden kann, daß wenn es mindestens 3 Stunden/Tag sein müssen, eine Arbeit von 1,5 Stunden/Tag nur insgesamt 4x in einem Monat die AU nicht aufheben.

Selbstverständlich werde ich diesen Job machen, ich will dort einen Fuß in die Tür bekommen. Für mich stellt sich nur die Frage, ob ich es gegen Geld machen kann, oder besser auf den Lohn verzichten soll. Bzw. was ich ggfs. meinem Hausarzt sagen soll.
 

Abobo

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Seit 2012 schon?

Ich habe erst in jüngster Zeit mitgekriegt, dass sie da irgendwelche Verschärfungen gemacht haben. Irgendwann ist man nur noch AU, wenn man nicht mehr das Bett verlassen kann, glaube ich. Und auch das muss dann ein Gutachter prüfen. :doh:
 
M

Mitglied 61702

Gast
Seit 2012 schon?

Ich habe erst in jüngster Zeit mitgekriegt, dass sie da irgendwelche Verschärfungen gemacht haben. Irgendwann ist man nur noch AU, wenn man nicht mehr das Bett verlassen kann, glaube ich. Und auch das muss dann ein Gutachter prüfen. :doh:

Wenn du dem Link oben folgst, dann sieht es so aus, als gälte diese Fassung derzeit auch. Zumindest habe ich bisher nichts anderes gefunden. Es wurde zwar nochmals dran rumgebastelt, aber für die ELOs änderte sich nicht viel:

https://www.mds-ev.de/fileadmin/dok...Begutachtungsgrundlagen_GKV/BGA-AU_170515.PDF

Dennoch, ich kann doch nicht die Einzige sein, die weniger als 3 Stunden (also Minimini-Job) während einer AU gearbeitet hat, und damit nicht mehr arbeitete, als für eine AU relevant. Es gibt doch mit Sicherheit irgendwo noch andere, die ähnlich Gelagertes gemacht haben, zB Nachhilfe oder Musikunterricht oder sonst was, was trotz Krankheit sehr wohl machbar ist.
 

Abobo

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Die meisten hier haben wohl schlichtweg Glück gehabt nicht an SB zu geraten, die einen drängen, auch bei AU zu arbeiten.

Die Wegeunfähigkeitsbescheinigung verlangt ja auch (noch) kaum einer.
 
M

Mitglied 61702

Gast
Die meisten hier haben wohl schlichtweg Glück gehabt nicht an SB zu geraten, die einen drängen, auch bei AU zu arbeiten.

Die Wegeunfähigkeitsbescheinigung verlangt ja auch (noch) kaum einer.

Irgendwie wird hier was mißverstanden.

Mein SB drängt mich NICHT, bei AU zu arbeiten.

ICH will während der AU einen Minijob machen, und zwar einmal die Woche für 1.5 Stunden an einem Wochentag dieser Woche.

Ich will das deshalb machen, weil dieser Job seit einem halben Jahr angeplant ist, also zu einem Zeitpunkt als ich noch nicht AU war, und weil dieser Job mir einen Fuß in der Tür zu noch mehr Arbeitsstunden bei diesem Träger verschaffen wird. Worauf ich außerordentlich scharf bin, denn es ist eine Arbeit, die leidensgerecht ist (ich bin akut krank und auch chronisch krank), sie wird recht gut bezahlt und ist so gut angesehen, daß sie mir weitere Türen öffnen wird.

Akut bin ich zuvorderst körperlich erkrankt, und das sind alles Sachen, die diesem Job in dem Zeitaufwand nicht entgegen stünden. Eine Maßnahme oder einen Putzjob, wie vom JC für mich avisiert, kann ich dennoch nicht machen, schon garnicht ganztags.

Mir gehts mit dieser Frage darum, daß ich möchte, daß die AU weiterhin anerkannt wird, bzw. ich ggfs eine Handhabe hätte, um gegen das JC vorzugehen, wenn sie sie in Frage stellen.
 
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