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Ferdinand456

Gast
Im Zuge dieser https://www.elo-forum.org/news-disk...012-psycho-test-arbeitslose-79589/index2.html Diskussion, wie auch bereits einige Zeit davor, hatte ich ja beschrieben, wie wir in letzter "Aktivierungsmaßnahme" (2010) mehrfach von den Kursleitern als schwer depressiv und behandlungsbedürftig betitelt wurden, Empfehlungen "guter Psychiater" und Therapeuten erhielten, später Einladungen von Seiten des Jobcenters zum Psychiater. Selbstverständlich unter Androhung einer Sanktion, sollte man der Einladung keine Folge leisten.

Dies zog sich über ein Jahr hinweg: Von September 2010 bis September 2011, was bedeutet, meine Sachbearbeiterinnen versuchten mich im September 2011 WIEDER zum Psychiater (alternativ "Therapeuten") zu bewegen, um irgendetwas Undefinierbares zu "verarbeiten" (bei Nachfrage, was es "zu verarbeiten" gilt und mit welchem Therapie-Ziel: Keine Antwort).

Ich als diplomierter Psychologe musste massiv auftreten, mit Anwalt und auch Staatsanwalt drohen, damit diese steten Nötigungen und ruf- wie berufsschädigenden Beleidigungen endlich aufhörten. Dies obwohl mir grundsätzlich nie irgendeine Begründung für diese Einladungen genannt wurde. Lediglich wusste ich, dass ich nach Abbruch der Aktivierungsmaßnahme eine Sanktion erhielt, DANN die Einladung zum Psychiater unter erneuter Drohung, was 60 % Sanktion bedeutet hätte, somit drohende Obdachlosigkeit. Alleine vom finanziellen Verlust einmal abgesehen.

Selbst der psychisch Gesündeste droht in solchen Situationen die Nerven zu verlieren. Anders ausgedrückt: Menschen werden kaputt schikaniert bis in die Obdachlosigkeit hinein, um im Nachhinein die "psychiatrische Diagnose" der schweren Depressivität bestätigt zu sehen? Auffallend, dass derzeit immer mehr Psychiater betonen, etwas wie "Burnout" gebe es überhaupt nicht, dies alles seien chronische und erblich bedingte Gehirnschäden, die Arbeitswelt sei daran nun überhaupt nicht schuld, es läge alles am Patienten selbst, die Arbeitswelt sei höchstens "Auslöser" eines schon seit Geburt bestehenden geistigen Schadens gewesen, der dann erst zum Ausbruch kam. Wirres Gefasel von arbeitgeberfreundlichen Ärzten und Psychiatern, die bei Nachhaken immer wildere Behauptungen ohne jede Begründung und wissenschaftlich alles andere als fundiert in den Raum werfen: "Also, das ist alles erblich bedingt und die Arbeitswelt war nur der Auslöser. Oder der Tod eines Angehörigen oder etwas anderes. Manchmal gibt es auch viele Auslöser. Oder gar keinen Auslöser, dann kommt die Krankheit einfach nur so". Gegenstimmen, die längst erwiesen haben, dass eben NICHT alles erblich bedingt ist, sondern viel komplexer in einem gesellschaftlichen wie auch politischen Gefüge zu betrachten sei (das war harte teure Forschungstätigkeit nach dem Ende der Nazi-Zeiten!), werden unter den Tisch gekehrt und erst gar nicht erwähnt.

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass insbesondere der Nationalsozialismus auf "erblich" bedingten Geisteskrankheiten bestand, darauf baute und sämtliche äußere Umstände (wie Mobbing, gesellschaftliche Ausgrenzung, Schikane, Ghettoisierung, später KZ) beseite schob, was ja dann in der Vernichtung "lebensunwerten Lebens" endete (da sowieso unheilbar und erblich bedingt, bla, bla - mich macht das alles unglaublich wütend).

Der Gipfel: Als ich meiner Sachbearbeitung erklärte, sie könne mir mit dieser Drohung ("Psychiater oder obdachlos - Sie haben die Wahl") keine Angst machen, zumal ich als diplomierter Psychologe über diesen Skandal dann ein Buch schreiben würde und eben so mein Geld verdienen, entgegnete sie mir, "wenn Sie obdachlos werden, können wir Sie einweisen".

Bitte auf der Zunge zergehen lassen: Arbeitsloser wird vor die Wahl gestellt: Klapsenarzt oder obdachlos. Entscheidet er sich (aus der Not heraus) für "obdachlos", dann wartet - na wer wohl? - der Klapsenarzt auf ihn, diesmal mit Einweisung! Ein deutlicheres "Es gibt kein Entrinnen", bzw. "Sie entkommen uns nicht!" kann es kaum geben.

Insbesondere pikant, wenn derjenige, dem das gesagt wird, vorher erklärte, ein Buch darüber schreiben zu wollen. In anderen Nationen ist dies ein Grund für Asyl-Beantragung, denn diese Drohung bedeutete nichts anderes, als die Autorenfreiheit einzuschränken, indem derjenige potenzielle Autor in einer psychiatrischen Anstalt zwangsverwahrt werden soll, nachdem man ihn in die Obdachlosigkeit hinein schikaniert hatte. Das Ende der Demokratie.

So. In diesem Moment nun schaltete ich die Gegendrohung der Staatsanwaltschaft ein (versuchte Freiheitsberaubung mit Versuch der schweren Körperverletzung durch zwangsweises Verabreichen einer psychopharmakologischen Dauermedikation), bzw. klärte meine Sachbearbeiterinnen darüber auf, dass sie sich bei Versuch strafbar machen würden, was ich mit Staatsanwaltschaft beantworten würde.

Da erst war dann Ruhe im Karton. Nun zum Eigentlichen: Im Zuge dieser merkwürdigen Ereignisse, auch eines ehemals in der ARD demonstrierten Falles einer Arbeitsuchenden, welcher nach Begutachtung "geistige Behinderung" unterstellt worden war, kam der Verdacht auf, dass Regierung, Psychiater und Unternehmer an einem Strang ziehen, Arbeitslose in Massen zu "Debilen" oder "psychisch Kranken" oder "geistig Behinderten" abstempeln lassen, um so die Arbeitslosenzahlen zu frisieren, denn ab bestimmter geistiger Einschränkung wird derjenige zwar noch schön auf Arbeitsuche geschickt, taucht aber in der Arbeitslosenstatistik nicht mehr auf!

In gestriger "Domian-Sendung" rief eine Dame an, die erklärte, man habe ihr überraschenderweise das Asperger-Syndrom diagnostiziert. Das ist eine leichte Form des Autismus. Die Dame schien erleichtert. Während der Sendung schrieben einige bei Facebook mit, prompt kamen die ersten Zweifel: "Die hat kein Asperger". Oder "wie Asperger klingt das nicht". (Domian hat einige Zuhörer aus sozial tätigen, fachlich kompetenten Kreisen). Anzumerken: Die Dame, die anscheinend unter "Asperger" litt, war verheiratet und im sozialen Bereich tätig. Prompt schrieb ein nächster Teilnehmer auf Domians Facebook-Seite: Sein Bruder habe auch das Asperger-Syndrom diagnostiziert bekommen, würde musikalisch sein und gut Instrumente spielen, aber wüsste nicht, was das Gegenüber (der Arbeitgeber) im Bewerbungsgespräch hören möchte.

Natürlich wurde er umgehend aufgeklärt, dass es für die Diagnose eines Asperger-Syndroms absolut nicht ausreiche, wenn jemand nicht wisse, nicht verstehen könne, etc. was Arbeitgeber so hören möchten und dass eine solche aktenkundige Diagnose später einmal schwerwiegende Konsequenzen mit sich bringen könne.

Dass es so weit kommen konnte, ist ein Skandal und sollte einen deutschland- wenn nicht weltweiten Aufschrei mit sich bringen. Es geht nicht, dass Menschen die Wahl haben, entweder ihr Leben lang 120%ig zu funktionieren, oder aber mithilfe von Psychiatern, die das Gras wachsen hören, die ein Lächeln als "manische Phase", ein Tränchen als "depressive Phase" und mangelndes Einfühlungsvermögen gegenüber dem Arbeitgeber als "Asperger-Syndrom", diagnostizieren, in die Ecke des psychiatrisch Auffälligen bis hin psychiatrischen Patienten vollends abgedrängt zu werden.

Die Langzeitfolgen solcher wilden Diagnostiziererei ist unberechenbar, darüber sollte man sich im Klaren sein und vehement dagegen vorgehen. Es können folgen: Berufsverbote (Berufskraftfahrer und Therapeuten dürfen in diesen Berufen nicht arbeiten, wenn sie auf bestimmte Weise psychiatrisch diagnostiziert wurden), schlimmstenfalls Zwangsmedikationen, bzw. tausende von Briefen, die solche Behandlungen empfehlen, schlimmstenfalls Versuche der Zwangseinweisung, dazu jede Menge Ärger mit Versicherungen im Falle, dass man sich selbständig machen möchte.

Ich möchte nochmals betonen: Eine psychiatrische Diagnose ist kein Pappenstil und nicht einfach so hinzunehmen, als sei einem ein Schnupfen diagnostiziert worden. Auch die Dauermedikation mit Psychopharmaka, die meist lebenslänglich anhalten soll, muss kritisch hinterfragt werden. Das sind keine Bonbons, sondern hochwirksame Medikamente mit ebenso hochwirksamen Nebenwirkungen bis hin zu Blutbildveränderungen.

Ich sehe hiermit meine Aufgabe der steten Aufklärung als beendet an. Immer wieder treffe ich auf Zeitgenossen, die irgendwie irgendwo erklären, sie hätten diese und jene psychiatrische Diagnose bekommen ("Borderline" ist auch so eine Mode-Diagnose geworden), hakt man aber genauer nach und versucht, ein paar wenige Kriterien (Begründungen) für diese angeblich schwere Erkrankung zu finden, findet man: Absolut NICHTS, was bedeutet, kerngesunde Leute mit kerngesunden Emotionen wie auch Reaktionen werden reihenweise als Fälle für die Psychatrie ausgewiesen, meist geht es um Geld und / oder Statistiken, etc., etc. Ich kläre nun seit über 10 Jahren auf, nur werden die Dinge schlimmer und schlimmer, es nimmt gefährliche Ausmaße an.

Ich kann nur empfehlen, jedem Einzelnen, der eine psychiatrische Diagnose aufgedrückt bekommen soll, obwohl er das für nicht richtig hält: Wehrt Euch! Hakt nach! Fragt nach fundierter Begründung und Herleitung für diese "Diagnose" oder aber alleine für die Einladung zu einem Psychiater! Nicht alles gefallen lassen. Auftreten, beschweren, nicht jeder Forderung einfach so nachgehen, nicht jede Diagnose glauben, immer hinterfragen! Denkt an die Konsequenzen, die eine solche Diagnose mit sich bringen kann: Berufskraftfahrer, Selbständigkeit, Heilberufe, Versicherungen, (s. oben)! Lasst Euch nicht gesellschaftlich komplett an den Rand drängen, nachdem ihr schon arbeitslos geworden seid, indem man euch im Nachhinein noch eine psychiatrische Diagnose hineinwürgt, ggfs. gegen euren Willen!

Mehr kann ich nicht dazu tun und ich kann nur hoffen, dass das alles in der Bevölkerung ankommt. Ich habe fertig.
 
E

ExitUser

Gast
:icon_klatsch::icon_daumen:

Hallo Ferdinand,

vorweg:
Ich denke nicht, Du solltest "fertig haben" :icon_evil:
Es ist mehr denn je wichtig, auf dieses Thema immer wieder,aufzeigend und sensibilisierend,hinzuweisen.
Auch hier im Forum wurden "Non-Konformen" psychische Störungen attestiert, der Kampf gegen solche fatalen Falschdiagnosen geht jedoch häufig in den diversen Hilfe-trööts unter.
Von daher, eigentlich sollte Dein Beitrag gepinnt werden!!
Kurz zu deinem Beitrag als solchem:
Es liegt auf der Hand, dass Individualität nicht zu einer erwünschten Gesellschaft der "Betas und Deltas"passt.
Was also liegt näher, als jedwedes "Anderssein" (sei es nur sehr kritisch, sei es unangepasst, sei es "extravagant") in eine Krankheitsecke psychischer/geistiger Natur zu schieben?
"Man" schlägt damit, wie Du schon richtig schriebst, mehrere Fliegen mit einer Klappe -Kosteneffizienz,statistische Bereinigung und (wichtig) Unglaubwürdigmachung des Betreffenden.
Die Systematik dieses perfiden "Spiels" kann mMn nicht häufig genug aufgezeigt werden, von daher, bitte poste weiter!

Für mich wäre es interessant zu erfahren, wer im Forum schon mit solchen fragwürdigen Diagnosen konfrontiert wurde und mit welchen Folgen.Ganz direkt weiß ich nur von einer userin...dies ist meinem schlechten Erinnerungsvermögen geschuldet, ich kann mir halt nicht alles merken :icon_smile:
Ich selbst habe mein "Psychogramm" der Gutachterin des DRV mit einer Mischung aus Empörung und schallendem Gelächter gelesen.
Das u.a. angewandte TAT Verfahren hat schon während des Tests bei mir Belustigung ausgelöst (Verwendung von Kinderkarten), blöd halt für die Anwenderin, dass ich eben interessierter Laie bin, was Psychologie betrifft. Und (es sei meinem "übersteigerten Ego :icon_twisted:" geschuldet) ich konnte es mir nicht verkneifen, zu manipulieren.
Meine Rechnung ging auf:
Die (eigentlich sehr offensichtliche) Manipulation wurde nicht duchschaut, nach knapp 2 Stunden stand das Ergebnis fest -wunschgemäß :biggrin:-!
Soviel zum Thema Seriosität psychologischer Zwangsbegutachtung.
Empört dabei hat mich lediglich der Gedanke, wie andere Menschen mit teilweise grottenfalscher Wiedergabe ihres Gesagten -und den Schlüssen daraus- umgehen könnten.
Welche Folgen/Nachteile ein solcher Mist für einzelne Betroffene bedeutet, welche Schweinereien u.U. folgen können ect.
Was meine Person betrifft, eher Amusement, aber ich weiß, dass für die meisten Menschen von solchen Begutachtungen mehr oder minder das komplette weitere Leben abhängt.
Übrigens nicht nur im Bereich Erwerbslosigkeit/Rente, auch im Berufsleben entscheidet ein solches Gutachten über Wohl und Wehe.Zur Erinnerung seien die hessischen Skandale genannt - sie betrafen Polizei-und Finanzbeamte - die aufdeckten, was unter "Koch-Geheimnis" hätte verborgen bleiben sollen.
Allen wurde diagnostiziert (salopp formuliert) sie hätten mächtig einen an der Klatsche...

fG
Christine
 

sixthsense

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Das scheint wirklich immer häufiger der Fall zu sein, dass Leute, die sich nichtmehr alles gefallen lassen oder gewisse Zusammenhänge besser verstehen, ganz schnell psychiatrisiert werden.
 

franzi

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Das ist genau das, was ich auch schon seit längerem vermutet habe, nicht zuletzt als ich den Bericht über jene Frau gesehen habe, der durch die Medien ging.

Auch das persönlich Erlebte in meiner letzten Maßnahme verlief genau in diese Richtung: gezielte Einschüchterung, Suchen von eventuell vorliegenden "Störungen" psychischer, sozialer, emotionaler Art - und zwar durch nicht kompetente LAIEN, die sich anmaßen (oder dazu eingeteilt werden), Diagnosen zu erstellen. - Diesen Punkt finde ich besonders bedenklich: dass einfach jeder Weiterbildungs-Dozent das seelische Befinden seiner "Schäfchen" analysieren und bewerten darf.
:cool:

Wie bereits richtig gesagt, gibt es nur einen Weg: aktive Gegenwehr und zwar selbstbewusst, nachdrücklich, klar und direkt, damit das gleich im Keim unterbunden wird.
Leider gibt es aber viele Betroffene, die manchmal nicht mehr die Kraft und auch nicht den Mut haben, sich zu wehren.

Hier hilft m. E. auch der aufmerksame Blick von unbeteiligten Dritten. Z. B. durch Zuhilfenahme einer Begleitperson. - Nie Gespräche unter vier Augen! Beistand ist in diesen Fällen unerlässlich!
Auch so harmlos klingende Dinge wie "Profiling" werden gerne dazu benutzt, nicht die Stärken einer Person herauszuarbeiten, sondern sie gezielt fertig zu machen.
Daher auch bei Profiling-Gesprächen: nie alleine hingehen. Oder wenn, dann gleich vor der ganzen Gruppe.
 
G

gast_

Gast
Dazu kann ich nur sagen: Das beste Gegenmittel ist, nicht alleine hin zu gehen...mit Beistand, der Protokoll schreibt, werden solche Aussagen wohl nicht getätigt!

Und falls doch kann man sich effektiver wehren - und dann muß die/der SB irgendwann zum Psychologen und man bekommt eine/n anderen! :biggrin:
 
E

ExitUser

Gast
Das scheint wirklich immer häufiger der Fall zu sein, dass Leute, die sich nichtmehr alles gefallen lassen oder gewisse Zusammenhänge besser verstehen, ganz schnell psychiatrisiert werden.

Diese Erfahrung musste ich mit dem DORTMUNDER JOBCENTER am eigenem LEIB durchlaufen!Des letztere Erfahrung beschäftigt zur Zeit ,-
noch meinen ANWALT und das SOZIALGERICHT!Aber ich lebe leider immer noch;- zum leidwesen des JOBCENTER,-als OTTO-NORMALVERBRAUCHER:biggrin:!!!!!j
:icon_twisted:Bin leider ein stehaufmänniken!:icon_dampf:

Meiner persönlichen Meinung nach,- machen die das nur aus reinem Pflichtgefühl heraus sonst hätten diese nämlich ein IMAGE-PROBLEM!

Martin weiss eh das er das beste Forum hier leitet!:icon_klatsch:
 

sixthsense

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Diese Erfahrung musste ich mit dem DORTMUNDER JOBCENTER am eigenem LEIB durchlaufen!Des letztere Erfahrung beschäftigt zur Zeit ,-
noch meinen ANWALT und das SOZIALGERICHT!Aber ich lebe leider immer noch;- zum leidwesen des JOBCENTER,-als OTTO-NORMALVERBRAUCHER:biggrin:!!!!!j:icon_twisted:Bin leider ein stehaufmänniken!:icon_dampf:

Meiner persönlichen Meinung nach,- machen die das nur aus reinem Pflichtgefühl heraus sonst hätten diese nämlich ein IMAGE-PROBLEM!

Martin weiss eh das er das beste Forum hier leitet!:icon_klatsch:

Darf man fragen, worum es dabei genau geht? Weswegen wollte o. will man dich psychiatrisieren?
 

BEA51

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Nun ja, so eine differenzierte Diagnose habe ich nicht bekommen, bei mir wurde eine Persönlichkeitsstörung - ich persönlich sage Hartz IV-Syndrom dazu - und eine akute depressive Phase - missglückter Suizid - attestiert.

Dem ging voraus, dass mir in 2005 ohne Bescheid und ohne Sanktion, für 3 Monate das ALG 1 gestrichen bzw. einfach nicht überwiesen wurde. Gründe fanden sich keine, ich rotierte die 3 Monate zwischen allen zuständigen Stellen umher. Dann floss die Kohle auf einmal wieder, aber es fand sich keiner, der für die 3-MonatsLücke zuständig war.

Vermieter sprach Kündigung aus, das Amt behauptete, dass es erst bei Räumungsbefehl mit Darlehen helfen könne. Stromanbieter sperrte, Krankenkasse auch - konnte keine Medis mehr holen (bin u. a. DiabetikerIn) und versank in Depressionen.

Hab in der Zeit locker 20 kg abgenommen und ernährte mich zum Schluss nur noch von Mentholbonbons und Schwarztee. Mein Hausarzt, dem ich zufällig begegnete hat dann was angeleiert, denn auf einmal war Polizeit/Feuerwehr da und holte mich aus der Wohnung. Grad so mit dem, was ich am Leib trug ab in die Psychiatrie.

Innerhalb der ersten 14 Tage (noch auf der geschlossenen, vollgestopft bis zum Kragen mit Psychopharmaka) wurde von dort Antrag auf vollständige gesetzliche Betreuung gestellt, das ging ratzfatz. Bis zur Entlassung nach 3 Monaten war mein Haushalt geräumt, gewünschte Sachen eingelagert und es ging in ambulant betreutes Wohnen.

Ich hatte Glück mit meiner Betreuerin. Sie hat es immer gefördert, dass ich wieder selbstständig handeln konnte und dürfte mit dieser Einstellung eine Ausnahmeerscheinung sein. Im Frühsommer 2010 befürwortete sie, dass die Betreuung aufgehoben wurde - nach etwas über 4 Jahren - der Amtsarzt hatte zur 2-jährigen Überprüfung mal locker auf 7 Jahre Verlängerung plädiert, so rein nach Aktenlage
Den Notar, der die Auflösung der Betreuung vollzog, werde ich nie vergessen, er beglückwünschte mich und sagte mir, dass ich für ihn ein Ausnahmefall wäre, der innerhalb "so kurzer Zeit" wieder rausgekommen ist, das wäre nicht üblich.

Ich bin mir seither absolut bewusst, dass ich diesen Stempel weiter mit mir rumtrage und mit jeder Äusserung - auch verbal - keinen Anlass dazu geben darf, dass mir selbstzerstörerische Absichten unterstellt werden können. Denn hier im Ländle kann man schnell "entsorgt" werden.

Selbst brauch ich gar nicht mehr nachhelfen, denn der Umgang mit den Hartz IV-Behörden beschert mir u. a. kaum noch regulierbaren Bluthochdruck, bin sozusagen dauerhaft "auf 180"...Habe jetzt eine patente Anwältin gefunden, schaun mer mal, wie weit wir kommen :icon_twisted:

Grüssle aus Südwest
BEA
 

hartaber4

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Zum Thema "Psycho-Klamauk" (der leider auch schnell ernst und existenzbedrohend werden kann...):

Rosenhan-Experiment

oder hier:

Schlechte Ärzte ?- Fehldiagnosen bei Psychiater liegen bei 45 % | Pressemitteilungen-online.de

oder hier:

DER SPIEGEL*20/2011 - Seelsorge für die Industrie

oder hier die "ökonomische" Dimension:

List of bestselling drugs - Wikipedia, the free encyclopedia


Merke:

Zehn Psychiater...zehn mal "Diagnonsens"......

Es empfiehlt sich einen weiten Bogen um diese Ärzte zu machen....

Und zu den Gutachtern der BA (Ärztlicher Dienst):

Wessen Brot ich ess.......
 

hartaber4

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@BEA51:

Du hattest echtes Glück was deine Erfahrungen mit dem "Betreuungsrecht" angeht..... So etwas geht sehr oft ganz anders aus (NOTAR hatte hier sicher nicht unrecht...wobei man bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen sollte, dass diese "NOTAR"-Kiste eine Besonderheit in BW ist..... in den anderen Bundesländern machen das die Betreuungsgerichte der Amtsgerichte)
 

BEA51

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AW: Asperger-Syndrom ... @ hartaber4

Betreuungsgericht als Abteilung vom Amtsgericht gibt es in BW auch, aber die "Beschlussfassung" , also Beginn und Beendigung der Betreuung und die Festlegung der Bereiche erfogt per notarieller Urkunde.

Grüssle aus Südwest
BEA
 

hartaber4

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AW: Asperger-Syndrom ... @ hartaber4

Betreuungsgericht als Abteilung vom Amtsgericht gibt es in BW auch, aber die "Beschlussfassung" , also Beginn und Beendigung der Betreuung und die Festlegung der Bereiche erfogt per notarieller Urkunde.

Grüssle aus Südwest
BEA

Das fällt eben in den anderen Bundesländern flach.....

wenn es dich interessiert (weil BW und "frisch" vom Richtertisch in Nürtingen)....man sucht jetzt den "Umweg" übers Betreuungsrecht...weil Zwangsmedikation gemäß BVerfG nach UBG BW nicht verfassungskonform sind.....

sei wirklich heilfroh, dass du aus "der Nummer raus bist" (wobei das Stigma " hat nen Dachschaden" ewig bleibt und bei "Bedarf" ganz schnell aus der Mottenkiste gehot werden kann....seufz. Bitte nicht falsch verstehen... nicht meine Denke...aber so denken viele Akteure im Umgang mit "psychisch Kranken")

Hier der Link (liest sich erst sehr gut...dann aber ab Randnummer 24.......):

11 XIV 80/11
 

Muzel

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Ich glaube nicht, dass eine Begleitung ein wirksamer Schutz gegen eine Fehldiagnose ist. Bei mir saß meine Schwester dabei und die ist Psychotherapeutin und hat auch nichts machen könne, dass der Gutachter bei mir chronische Schizophrenie festgestellt hat. Wenn so ein vermulmtes Gutachten kommt, kann eigentlich nur der behandelnde Arzt helfen oder ein Schreiben an den Auftraggeber, das in dem Gutachten hahnebüchender Unsinn darstellt.
 

hartaber4

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Ich glaube nicht, dass eine Begleitung ein wirksamer Schutz gegen eine Fehldiagnose ist. Bei mir saß meine Schwester dabei und die ist Psychotherapeutin und hat auch nichts machen könne, dass der Gutachter bei mir chronische Schizophrenie festgestellt hat. Wenn so ein vermulmtes Gutachten kommt, kann eigentlich nur der behandelnde Arzt helfen oder ein Schreiben an den Auftraggeber, das in dem Gutachten hahnebüchender Unsinn darstellt.

Stimmt...wenn man dagegen angehen möchte... geht mächtig bergauf und in die sauerstoffarme Zone........
 
G

gast_

Gast
Ich glaube nicht, dass eine Begleitung ein wirksamer Schutz gegen eine Fehldiagnose ist. Bei mir saß meine Schwester dabei und die ist Psychotherapeutin und hat auch nichts machen könne, dass der Gutachter bei mir chronische Schizophrenie festgestellt hat. Wenn so ein vermulmtes Gutachten kommt, kann eigentlich nur der behandelnde Arzt helfen oder ein Schreiben an den Auftraggeber, das in dem Gutachten hahnebüchender Unsinn darstellt.
Ich denke, ein Protokoll ist immer hilfreich, wenn man gegen etwas angehen will... und nach meiner Erfahrung kann man als Beistand sehr wohl helfen...ich z.B. hab als Beistand einiges verhindern können!
 
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Gast
Hi Ferdinand!

ich bin jetzt 40. Bei mir hat sich der Verdacht auf Asperger-Autismus letzte Woche verhärtet. Bisher bin ich damit nur nicht "aufgefallen" - wenngleich es schon in meiner Kindheit aus heutiger Sicht eindeutige Anzeichen für das (damals noch so gut wie unbekannte) Asperger-Syndrom gab. Ich hatte damals grosse Schulprobleme, das Gymnasium hat mich in der 5. Klasse zum Schulpsychologen geschickt, wo eine Hochbegabung mit weit überdurchschnittlichem IQ festgestellt wurde. Es folgten diverse Sitzungen bei einer angeblich qualifizierten therapeutischen Einrichtung - nach etlichen Stunden "Tischtennis" und "Basteln" mit der Psychologin habe ich mich letztendlich geweigert und keine Therapie mehr zugelassen.
Resultat: Kein Gymnasium, Realschule. Schlechter Schüler, habe oft den Unterricht geschwänzt und mich in die Uni- und Zentralbibliothek verkrochen um meine eigenen Interessen nachzugehen. Mit 12 etwa habe ich alle Bücher über den Indochina-Konflikt und den chinesischen Bürgerkrieg gelesen, als Geografie-Hausaufgabe einen Vortrag über den Bau der Baikal-Amur Magistrale usw.
Ich wurde ständig gemobbt, auch hatte ich wenig Freunden weil es Asperger-Autisten unheimlich schwerfällt, mit anderen Menschen soziale Situation zu teilen. Ich habe halt kaum Empathie und kann wenig mit Gefühlen anderer Leute anfangen, nonverbale Kommunikation funktioniert bei mir nicht intuitiv sondern "erlernt" - Mimik und Gestik meines Gegenübers kann ich nur schwer deuten. Es kostet mich Mühe, mir unbekannte Menschen beim Sprechen richtig anzusehen, etwa bei Vorstellungsgesprächen. ich fühle mich ausgegrenzt und oft wie von einem anderen Planeten.

Ich bin auch nicht wirklich Teamfähig, arbeite liebr für mich alleine. Ich muss viele Dinge planen - der Kauf etwa einer simplen Maus für meinen Rechner artet zu einer (für mich ungeheuer interessanten) Recherche-Orgie aus, ich schreibe Tabellen, trage Vor- und Nachteile ein und nach zwei Wochen habe ich ein Modell gefunden. Als ich mir ein Rad gekauft habe, wurde ich über drei Monate zum Fachmann für Baugruppen und Teile. ich habe sehr spezielle Interesssen...

Ich war bei der Bundeswehr was mir auch recht einfach viel, da ich in einer fernmeldetechischen/kryptologischen Einheit gewesen bin. Seit 14 Jahren bin ich Grafiker und Apple-Spezialist, bisher hatte ich das Glück, alleine mit meinem Chef in einer Agentur zu arbeiten. Leider ist nach 10 Jahren der Ofen aus gewesen und ich bin seit drei Jahren arbeitslos.

Auf das Asperger-Syndrom hat mich eine Bekannte "vom Fach" gebracht und mich zu etlichen Screening-Tests genötigt die alle ein eideutige Tendenz in Richtung Asperger zeigten. Auch mein gesamtes Verhalten und mein Umfeld stimmt samit voll und ganz überein.

Wie gesagt, ich warte auf meine genaue Diagnose - bei Erwachsenen ein sehr, sehr schweres Unterfangen. Es braucht dafür Psychiater die sich WIRKLICH auf diesem Gebiet auskennen. Im Rheinland gibt es nur eine Hand voll. Und auch der Psychiater wird mich nach seiner Beurteilung an die Universitätsklinik in Köln weiterleiten, dort gibt es eine auf Autismus spezialisierte Abteilung wo zur Zeit eine spezielle Studie gemacht wird.
Eine Diagnose schwarz-auf-weiss werde ich frühestens in einem halben Jahr in den Händen halten. Ich bezweifle, dass das Jobcenter psychatrische Kräfte hat, die sich wirklich mit Autismus auskennen!

Meiner SB habe ich den jetzigen Stand dennoch vorhin schriftlich mitgeteilt.

Für mich wird sich bei der Jobsuche nicht viel ändern - wenngleich mir einiges klarer geworden ist was bisher falsch lief, etwa bei Vorstellungsgesprächen oder der Auswahl der Jobangebote. Natürlich werde ich mich nur noch auf Stellen bewerben, die meinen mir jetzt wirklich bewusst gewordenen Bedürfnissen entsprechen und die ich auch ausführen kann. Etwa was Inhalt der Arbeit, Kontakt mit Menschen, Ort der Stelle usw. angeht.
 
F

Ferdinand456

Gast
Zum Thema "Psycho-Klamauk" (der leider auch schnell ernst und existenzbedrohend werden kann...):

Rosenhan-Experiment

oder hier:

Schlechte Ärzte ?- Fehldiagnosen bei Psychiater liegen bei 45 % | Pressemitteilungen-online.de

oder hier:

DER SPIEGEL*20/2011 - Seelsorge für die Industrie

oder hier die "ökonomische" Dimension:

List of bestselling drugs - Wikipedia, the free encyclopedia


Merke:

Zehn Psychiater...zehn mal "Diagnonsens"......

Es empfiehlt sich einen weiten Bogen um diese Ärzte zu machen....

Und zu den Gutachtern der BA (Ärztlicher Dienst):

Wessen Brot ich ess.......

Das kann ich in jedem Wort unterschreiben, insbesondere der Spiegel-Artikel ist gut.

@Bragi: Bei Dir ist es etwas anderes. Du möchtest genau wissen, was mit Dir los ist, Ärzte ebenfalls. Sie geben sich Mühe und überweisen sogar zu zweiter Meinung, extra an eine Fachgruppe, die auf diesem Gebiet forscht.

Etwas anderes ist es, wenn eine Aufforderung kommt, wie z. B. von Seiten des Jobcenters oder anderweitiger Behörde. Gutachtergeschädigte gibt es zur Genüge. Da werden Existenzen zerstört, Karrieren, Familien, alles Mögliche. Es gibt Väter, die um ihre nichtehelichen Söhne kämpfen und bereits drei psychiatrische Gutachten in ihren Händen halten: Das erste, das ihnen gewaltig eins an der Waffel bescheinigte und den Sohn auf Lebenszeit entziehen sollte, dagegen zwei Gegengutachten (die zu bekommen, ist mehr als mühsam und kostet oft einen Haufen Geld, es gibt Psychiater(-innen), die sich darauf spezialisiert haben und gegen Geld gute Gegengutachten verfassen). Trotzdem sehen sie ihre Söhne (noch) nicht und werden sie eventuell jahrelang nicht sehen können.

Oder nimm mich als Beispiel: Nach Aufforderung einer im Rechtsstreit befindlichen Gegenpartei war ich blöd genug, mich im Jahre 1996 der Meinung meiner Kollegen zu stellen. Weder hatte ich etwas zu verbergen, noch zu befürchten, so dachte ich. War ich doch ein freundlicher, fleißiger und fröhlicher Zeitgenosse. Wurde also nach "bisherigen Lebenskrisen" befragt. Ohne groß darüber nachzudenken, gab ich folgende Lebenskrisen an: Krebserkrankung meines Vaters, als ich 13 Jahre alt war. Schwere Erkrankung meines Bruders, als ich 16 Jahre alt war (beide leben noch). Krebserkrankung meiner Freundin und Mitbewohnerin, als ich 21 Jahre alt war (sie starb knapp 5 Jahre später mit 26 Jahren), Unfalltod eines meiner besten Freunde, als ich 23 Jahre alt war.

Meine eigenen Kollegen bastelten mir daraus eine schwere chronisch psychiatrische Erkrankung. "Chronisch rezidivierende Depressionen seit 11. Lebensjahr". Dies wurde auf dem Landratsamt eingereicht. Ich verlor: Meine Fahrgastbeförderungserlaubnis ("mit 26 Jahren war er psychisch so weit erkrankt, dass er nur noch Taxi fahren konnte" - plumquatsch, ich habe diesen Job sehr gerne gemacht und hatte das auch immer wieder betont), meine Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Psychologe auf Heilpraktikerbasis). Ich darf nicht einmal den Segelschein machen (Bodenseeschifferpatent: Vorgeschrieben, dass bei chronisch rezidivierender psychiatrischer Erkrankung keine Erlaubnis erteilt werden darf. Liegt natürlich in denselben Händen der Sachbearbeiterin für Fahrgastbeförderungserlaubnis).

Ich hatte im Jahre 1997 mit dieser ausgemacht, dass ich ein Gegengutachten einhole. "Leichte Sache", dachte ich, aus ein paar Schicksalschlägen im Leben darf einem kein Kollege eine "chronisch rezidivierende Depression" basteln, schon gar nicht retrospektiv, also in die Vergangenheit hinein.

Weit gefehlt. Ich glaube, ich war bei 8 Psychiatern und Psychiaterinnen, die eigentlich meine Kollegen darstellen sollten. Teils hingen sie lässig in ihren "Chefsesseln" und grinsten mich an, während ich erzählte und um ein Gegengutachten bat, erklärten mir mit einem lässigen "Nö!", dass ich jetzt besser die Praxis verlassen solle und riefen mir noch ein zynisches "Sie tun mir sehr, sehr leid" hinterher, nachdem ich stotternd verunsichert gefragt hatte, ob sie sich darüber bewusst sind, dass sie nicht nur meinen Job und Taxischein, sondern meine gesamte Karriere zerstören, wenn sie mich einfach so hängen lassen. "Auf Wiedersehen!", wurde ich hinausbefördert. Selbst derjenige Kollege, der meine Diplom-Arbeit betreut und bewertet hatte, traute sich an mich nicht heran, gab mir kein Gegengutachten. Man ließ mich komplett hängen und total alleine, bis hinein in den Jobverlust.

Weil ich also bei diesen "Kollegen" komplett alleine gelassen wurde, "musste" mir meine Sachbearbeiterin noch meinen Führerschein entziehen. "Mangelnde Einsicht zur Medikation" und "mangelnde Mitarbeit zur Einholung eines Gegengutachtens". Ich hatte ihr daraufhin tausend Mal erklärt, dass sich die Psychiater weigerten, mir zu helfen, also gab sie mir irgendwann meinen Führerschein wieder zurück.

Obwohl ich seit meinem 18. Lebensjahr komplett und absolut unfallfrei Auto fahre, vor dem Desaster 5 Jahre komplett unfallfrei Taxi fuhr, keine Punkte in Flensburg, nichts dergleichen, obwohl ich bei Beantragung der Fahrgastbeförderungserlaubnis die MPU (medizinisch psychologische Untersuchung) bestehe, obwohl ich der Sachbearbeitung vom Amt 100.000x erklärt hatte, dass man aus diversen Lebensschicksalen nicht einfach eine chronisch psychiatrische Erkrankung basteln darf, werde ich, sowie ich die Antragsunterlagen beim Landratsamt einreiche, noch heute umgehend zum Psychiater (zurück)-geschickt. Das sind teils genau diejenigen, die mich damals haben hängen lassen (ich darf mir dann einen auf einer Liste aussuchen).

Diese würden den Teufel tun, mich je gesund zu schreiben, denn damit würden sie ihren Kollegen in den Rücken fallen, die mich damals für chronisch krank "mit mangelnder Einsicht zur Medikation" erklärt hatten (ach so, versuchte Zwangseinweisung hatte auch stattgefunden, misslang aber aufgrund meines Fachwissens), und ggfs. sich selbst in den Rücken fallen.

Weil ich aber nach einer solch schwerwiegenden Diagnose mit solch schwerwiegenden Konsequenzen das Recht hätte, diejenigen, die das ehemals verbockt hatten, auf bis zu 100-Tausende Euronen Schmerzensgeld, bzw. beruflichen Schadensersatz, zu verklagen, wird sich nie einer finden, der sich traut, mich für das zu erklären, was ich bin: Komplett gesund. Selbst wenn ich beteuern und versprechen würde, niemanden zu verklagen, ich wäre chancenlos. Denn garantieren könnte ich es nicht, es wäre zuviel verlangt und damit müsste der Kollege rechnen: Er müsste damit rechnen, dass ich mit seinem tollen Gegengutachten, das mich für absolut gesund erklären würde, umgehend vor Gericht ziehen würde, um diejenigen zu verklagen, die mir eine bis dahin mehr als ein Jahrzehnt dauernde Odyssee des Job- und Karriereverlustes eingebrockt hätten. Anwälte trauen sich an meinen Fall schon gar nicht heran, auch da hatte ich mir die Finger wund telefoniert.

Und wozu auch? Letztendlich liegt es im Ermessen der Sachbearbeitung. Wenn sie der Meinung ist, dieses alberne (und gefährliche) Spiel zu treiben, einem Diplom-Psychologen, der seit seinem 18. Lebensjahr absolut unfallfrei Auto fährt, der in einem Rechtsstreit von der Gegenpartei zum Psychiater geschickt wurde, der dann zufällig für lebenslang krank erklärt wurde, und der ihr als ebensolcher Fachmann 100 Mal erklärt, dass eine solche Diagnose Quatsch ist, Personenbeförderung, Ausübung der Heilkunde und Bodensee-Schifferpatent verbieten zu müssen, dann missachtet sie derart gewaltig seinen Berufsstand als Diplom-Psychologe und hebt den Berufsstand der Psychiater derart auf ein Podest, dass nun die Situation eingetreten ist: Vollkommen gesunder Diplom-Psychologe versucht seit 1997 zu arbeiten und darf es nicht, bekommt aber vom selben Amt (Jobcenter = Landratsamt) die Aufforderung, sich einen Job zu suchen. Fährt nach wie vor komplett unfallfrei Auto, raucht nicht, trinkt nicht, nichts, nichts, nichts. Aber er darf nicht Taxi fahren.

Das ist so so bizarr, so unglaublich (im Jahre 1996 wurde ich durch winzigen Fingerzeig eines Psychiaters in ein anderes, vollkommen falsches, verkehrtes, verdrehtes, unglaubliches, verkorkstes und versautes Leben geworfen, voller Verruf an meiner Person, voller Anfeindung und Unkollegialität), gleichzeitig aber auch albern, dass ich die gesamte Psychiatrie nicht mehr ernst nehmen kann, sie zutiefst verachte und in ihr einen einzigen riesigen Betrug sehe, der Ausmaße ungekannten Maßes angenommen hat. Diagnosen, Gutachten, Gegengutachten: Alles Mist, alles Dreck. Es geht letztendlich nur darum, ob der Geldbeutel stimmt, oder die "Wichtigkeit" oder die politische Beziehung, oder, oder, oder, und ob dem "Gutachter" die Nase desjenigen passt, der vor ihm sitzt.
 
E

ExitUser

Gast
@Ferdinand

Sorry, habe deinen Text nur ein wenig überflogen. Es ist unglaublich, was sich Ämter heute erlauben (dürfen).
Ich bin einfach nur sprachlos wenn ich das lese! ich bewundere deinen Kampfgeist.

Ich hoffe nur, das Jobcenter gibt sich mit der Diagnose meines Psychiaters zufrieden und hetzt nicht noch irgendwelche eigenen "Fachleute" hinterher oder kommt gar auf die Idee, mich als "behindert" abzustempeln. Meine aktuelle SB hat leider den Verstand und das Einfühlungsvermögen einer Schildkröte.
 

verona

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Ein Mittel, um sich ein wenig zu schützen, um im Vorfeld klar zu stellen, ist eine Patientenverfügung. In diesem Fall auch eine psychiatrische Vorausverfügung. Eine Kopie bei dem behandelnden Arzt und eine bei einem Rechtsanwalt hinter legen.

Die SachbearbeiterInnen des Jobcenters können zwar zum medizinischen Dienst schicken, aber sonst war´s das. Diagnosen gehen die nichts an.
Obdachlose werden nicht aufgrund dessen in eine Psychiatrie eingewiesen. Da muss Fremd- oder Eigengefährdung vorliegen.

Nie alleine zum Jobcenter. Im Beisein eines Dritten wird sich ein SB garantiert überlegen, was er sagt.

Bei derartigen Äußerungen eines SB sofort darauf aufmerksam machen, diese schriftlilch zu kommen zu lassen.
Scheint die Situation im Jobcenter nicht mehr auszuhalten, erklären man fühle sich übel. Dann zum Arzt, nicht zum Psychiater, und eine Krankschreibung für den Tag und evtl. Folgetag einreichen.

Keine Disskusionen über die Erkrankung mit einem SB, der nichts aber auch gar nichts von medizinischen Angelegenheiten versteht.

Muss man zum med. Dienst, an den Datenschutz denken. Die dürfen sich nicht einfach die Unterlagen von der KK oder den Ärzten besorgen.
Dem Hausarzt und Neurologen/Psychiater schriftlich mitteilen, welche Unterlagen raus dürfen, welche nicht.

Genauere Informationen beim jeweiligen Landesdatenschutz einholen.
 

hartaber4

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@ferdinand456:


"Das ist seltsam, dass Männer, die sich für Sachverständige ausgeben, einander widersprechen und von einerlei Sache nicht einerlei Begriff haben."

Lukian von Samosata, Ikaromenippos, Kap. 5 / Freund des Menippos'
 

hartaber4

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@verona

zu deiner Anführung:

"Ein Mittel, um sich ein wenig zu schützen, um im Vorfeld klar zu stellen, ist eine Patientenverfügung. In diesem Fall auch eine psychiatrische Vorausverfügung. Eine Kopie bei dem behandelnden Arzt und eine bei einem Rechtsanwalt hinter legen."


Der Tipp ist gut, sollte aber einhergehend mit einer Vorsorgevollmacht erstellt werden (am besten mit notarieller Beurkundung wg. der Geschäfts-bzw. Vollmachtsfähigkeit zu dem Zeitpunkt der Vollmachtserstellung).

Selbst das ist aber nicht "bombensicher" .....so kann das Betreuungsgericht z.B. selbst an der Vorsorgevollmacht rumsägen..... Kontrollbetreuung anordnen......eine Vorsorgevollmacht ohne notarielle Beurkundung.... lässt sich sehr schnell "in der Luft zerreissen".... wenn Betreuungsrichter etwas von "ihrem" Fach verstehen (was oft nicht der Fall ist).

Und nicht zu vergessen (seit September 2009 neues Verfahrensrecht) sind die Möglichkeiten der Beschwerde für Betroffene drastisch beschnitten worden (was Fristen und Instanzen angeht).
 

hartaber4

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Weil man ja gerade auch beim Thema Autismus ist:

Es gibt Länder in den Autisten nicht "wegdiagnostiziert" werden...sondern vom Arbeitsmarkt begehrte Kräfte sind.

Siehe Link dort:

Autisten sind Spezialisten, arbeiten fehlerfrei und viel schneller als üblich

Arbeit statt Rente. In Dänemark zeigt ein kleines Beratungsunternehmen, wie wenig es braucht, um autistische Fachkräfte zu integrieren – und dies auch noch zu marktüblichen Löhnen. Von diesem cleveren Geschäftsmodell profitieren letztlich alle. Selbst das HR-Management der Kunden hat positive Wirkungen auf das gesamte Unternehmen festgestellt.

der arbeitsmarkt - Beitrag detail - Autisten sind Spezialisten arbeiten fehlerfrei und viel schneller als üblich
 
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