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Arzt schlug Schwerbehinderung vor

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verona

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#1
Hallo,
heute Mittag war ich bei meinem HA. Aufgrund meiner Rückenproblematik und auch meiner inzwischen arg angeknacksten Psyche, Depressionen, schlug er mir als Schutz an, einen Schwerbehindertenausweidszu zu beantragen.
Ich stehe dem skeptisch gegenüber und kann keine Vorteile entdecken. Fürchte auch um meinen 400 Euro-Job, der mir immer noch die Option bietet in Teilzeit oder sogar Vollzeit zu kommen. Meine Einstellung ist, das Harzt IV die Niedergeschlagenheit auslöst und angemessene Arbeit mich wesentlich zuversichtlilcher stimmen würde.

Fragen:

Wer hat Erfahrungen damit?
Und muss ich dem AG die "Behinderung" mittteilen?
Besteht meinerseits Auskunftpflicht gegenüber der ARGE?
V.G. verona
 

Muzel

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#2
Ich weiß nicht, wie alt du bist. Solltest du Ü50 sein, kannst du seelenruhig den Antrag stellen. Wir Ü50er werden sowieso wie Schwerbehinderte behandelt.
 

verona

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#3
Ich bin 46. Dass wir so behandelt werden, bemerke ich schon lange. Doch wie sieht es mit meinem Job aus?
 

Paolo_Pinkel

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#4
Pro: Betreuung durch das REHA-Team, weniger angreifbar wg. offizl. gesundhtl. Einschränkungen, bessere/r Fördermöglichkeiten und Kündigungsschutz, Chance auf eine Umschulung/Ausbildung wenn nicht vorhanden. Mehr zum Thema i.V.m. dem Arbeitsrecht.
 

Tamina

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#5
Verona, den Schwerbehindertenausweis kannst Du ruhig beantragen.
Er schützt Dich auch von dem angeblich gesetzlichen "Leitgedanken" der Jobcenter, daß Du alles zu tun hast um Deine Bedürftigkeit zu beenden bzw. zu verringern.
So fängt zwar (sinngemäß)tatsächlich der betreffende Gesetzestext an, aber der weiterer Wortlaut ("soweit man dazu geistig, körperlich und seelisch in der Lage ist") wird sehr gerne weggelassen und verschwiegen.

Siehe dazu genaueres im SGB II § 10.

Mir hat sogar mal die Regionaldirektion nach einem Beschwerdebrief von mir zurückgeschrieben, ich hätte jede Arbeit anzunehmen,egal was es sei:icon_neutral:

Soviel zu den Aussagen und der Hilfe von sogenannten "Fachleuten" in einer Aufsichtsbehörde.
 

verona

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#6
Verona, den Schwerbehindertenausweis kannst Du ruhig beantragen.
Er schützt Dich auch von dem angeblich gesetzlichen "Leitgedanken" der Jobcenter, daß Du alles zu tun hast um Deine Bedürftigkeit zu beenden bzw. zu verringern.
Aufgrund meiner Rückenproblematik haben die mich schon zum med. Dienst geschickt. Die wollten mich raus haben aus dem Bezug. Jetzt dürfen sie mich aber nicht mehr in Jobs, die meine Erkrankung beeinträchtigen bringen. (keine Putzjobs, kein langes Stehen oder Sitzen, nicht Überkopf arbeiten) Vondaher habe ich bereits einen gewissen Schutz.
Bekommt man bei Schwerbehinderung einen Mehrbedarf? Beißt sich das mit dem Minijob?
 

Tamina

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#7
Es gibt keinen generellen Mehrbedarf wegen Schwerbehinderung sondern lt SGB II § 21, Absatz 4:

(4) Erwerbsfähige behinderte Hilfebedürftige, denen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 33 des Neunten Buches sowie sonstige Hilfen zur Erlangung eines geeigneten Platzes im Arbeitsleben oder Eingliederungshilfen nach § 54 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 3 des Zwölften Buches erbracht werden, erhalten einen Mehrbedarf von 35 vom Hundert der nach § 20 maßgebenden Regelleistung. Satz 1 kann auch nach Beendigung der dort genannten Maßnahmen während einer angemessenen Übergangszeit, vor allem einer Einarbeitungszeit, angewendet werden.
Probleme mit Deinem Minijob sehe ich da keine. Schließlich schaffst Du den ja?

Du bist übrigens nicht verpflichtet, Deinem Arbeitgeber mitzuteilen, daß Du schwerbehindert bist, wenn Du das nicht möchtest. Allerdings greift dann auch nicht der verbesserte Kündigungsschutz.
Da kannst Du Dich dann im Falle wenn nicht im Nachhinein drauf berufen.
 

Mario Nette

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#8
Pro: Betreuung durch das REHA-Team, weniger angreifbar wg. offizl. gesundhtl. Einschränkungen, bessere/r Fördermöglichkeiten und Kündigungsschutz, Chance auf eine Umschulung/Ausbildung wenn nicht vorhanden. Mehr zum Thema i.V.m. dem Arbeitsrecht.
Nein, man wird nicht immer automatisch zum REHA-Team geschickt. Zwar ist man weniger angreifbar was die Frage nach der Zumutbarkeit angeht, die Frage ist aber auch, ob man es wirklich möchte, dass Arbeitgeber mit Beschäftigungszuschuss u. ä. Geldgeschenken bedacht werden. Ferner ist die Vermittlung in Entgelt-AGH ein Stück näher, weil eine Behinderung ein Vermittlungshemmnis darstellt. Entgelt-AGH natürlich nicht, wenn man bereits im 1. Arbeitsmarkt integriert ist, klar.

Mario Nette
 

verona

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#9
der ARGE melden?

Der Hausarzt meinte, ich müsse die Schwerbehinderung, falls anerkannt, nicht der ARGE mitteilen. Hier bestehe keine Meldepflicht, bzw. Offenbarungspflicht.
verona
 

alvis123

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#10
Hi verona..

insgesamt hast Du keine Nachteile, wenn Du das beantragst. Siehe hier:

finanzielle Vergünstigungen und Hilfen.

Was Deinen Arbeitgeber betrifft, so darf er Dir deswegen nicht kündigen. Andererseits kann es ihm auch finanzielle Vorteile bringen, da die Firmen ihre Schwerbehinderten-Quote erfüllen oder dafür zahlen müssen.

MfG
 

verona

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#11
AW: der ARGE melden?

Das war als Frage gemeint. Weiß einer zur Meldeprlicht ARGE etwas?
 

Muzel

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#13
Ganz kann ich eure Beiträge nicht ganz nachvollziehen. Wenn man sich im Bewerbungsverfahren als Schwerbehinderter outet, wird man als nicht richtig belastungsfähig angesehen und der AG möchte doch ganz gern wissen, auf welchem Gesundheitsgebiet die Einschränkung bestehen, obwohl es ihm eigentlich nichts angeht. Man muss nur tätigkeitsrelevante Einschränkungen angeben.
 

alvis123

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#14
Hi verona...

..das Schwerbehindertenrecht hat sich seit damals nicht grundlegend geändert:

Nachteilsausgleichen


verpflichtet,




Natürlich bist Du der ARGE gegenüber verpflichtet, jede Änderung mitzuteilen, die Deine Vermittlungsfähigkeit beeinflussen können. Müsste eigentlich auch in Deiner Eingliederungsvereimbarung stehen.

Richtig ist der Einwand, dass Schwerbehinderte schwerer einen Arbeitsplatz finden, als Nichtbehinderte. Aus diesem Grund wurde ja auch vom Gesetzgeber diverse Hilfsmöglichkeiten geschaffen. Google doch einfach mal danach. An Deinem jetzigen Arbeitsplatz dürfte sich aber nichts ändern.

MfG
 

Paolo_Pinkel

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#15
Bzgl. Post #13. Das ist alles eine Sache des Auftretens/Verkaufens gegenüber einem AG. Also keine Opferrolle einnehmen, sondern die Fähigkeiten aufzeigen und einen AG desensibilisieren. Außerdem sind die Eingliederungszuschüsse in der heutigen Zeit ein gewichtiges Argument dafür. GA der BA.
 

Mario Nette

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#16
Eingliederungszuschüsse - da krieg ich so einen Hals! Wenn ein Arbeitgeber eine Stelle ausschreibt, dann muss er auch die Kohle haben, um sich die "Ware Arbeitskraft" einkaufen zu können. Wenn meine Behinderung mich nicht maßgeblich hindert, den Anforderungen der Arbeitsstelle zu entsprechen, dann hat der Arbeitgeber einfach mal keinen Zuschuss "verdient", weil er sich dann vor allem doch bereichern wollen würde und das Argument "Minderleister", was ja immer wieder unterschwellig für den Bezug der Eingliederungszuschüsse hervorgekramt wird, ad absurdum führt.

Mario Nette
 

Muzel

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#17
Paolo, wenn man an 2 Stöcken zum Bewerbungsgespräch kommt und der AG wusste das nicht vorher, nützt die dein Auftreten nichts. Ein Trecker blickt dann intelligenter als der AG.
 
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