Armut in Großbritannien - Als Kris Thomas ohnmächtig zusammenbrach - vor Hunger

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götzb

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Hatte das auch schon von Frankreich gelesen, aber hier geht es um das Brexit Imperium.
Unter dem Universal-Credit-Programm bekam die Familie von Kris Thomas die ersten fünf Wochen kein Geld. Sie überbrückten die Zeit mit einem Kredit,
verpassten dann einen Jobcenter-Termin, von dem sie nichts wussten, weil er online mitgeteilt wurde, ihnen aber das Geld für Internet fehlt.
Das Jobcenter strich ihnen darauf 40 Prozent der Unterstützung.
https://www.elo-forum.org/forums/soziale-politik-politisches-zeitgeschehen.43/post-thread

Wenn das "Jobcentre" dann auch die Kosten eines Internetzugangs finanzieren würde, wäre das ja noch ok, aber so.
Das erscheint mir jetzt grotesk, haben die genannten dann eine Email Adresse angegeben, oder zumindest Zugangsdaten zu diesen JC+ Account, mit Nennung von kostenfreien Internetzugängen ?
 

Bernd the Beast

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ist das was sie in GB haben denn mit unserem Jobcenter vergleichbar,bzw. haben sie so ein System wie Hartz IV ?
Wusste ich garnicht,aber sehr interessant !
 

Gaestin

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Es gibt Universal Credit, wird oft endlos lange bearbeitet und so lange bekommen die Leute nichts. Und es gibt Food Banks. So was wie die Tafel.
 

Kerstin_K

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Das Sozialsystem in GB ist nicht mit dem deitschen vergleichbar und für Deutsche wahnsinnig schwer nachzuvollziehen. Da gibt es Regelungen, da könneen wir nur den Kopf schütteln.

Mal ein Beispiel: EIne Bekannte von mir bekam orthopädische Schuhe. Irgendwie lief das nicht mit Anproben und so, sondern alles per Post. DIe Dinger passten nicht und mussten umgearbeitet werden. Dann bekam sie sie zurück, jetzt passten sie zwar, aber man hatte die Verschlussschnalle auf der Innenseite montiert. So kann man die Schuhe ja nicht tragen. Ich sagte zu ihr: "Dann reklamiere das doch", da meinte sie: "Das geht erst in einem Jahr, weil ich diese Schuhe schonmal reklamiert habe." Aus unserer Sicht absurd, aber sie fand das total normal. "Wenn das jeder macht, dann kommen die ja zu nichts mehr, als Reklamationen zu bearbeiten." :icon_kratz:
 

Gaestin

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Es gibt in England National Health Service für alle. Nicht verschiedene Krankenversicherungen. WENN jemand eine Privatversicherung haben will, muss er/sie sie komplett selbst und zusätzlich bezahlen. Man hat also die staatliche und die private zusätzlich. Die private hat auch Eigenheiten. Zum Beispiel, wenn man die Rechnung zeigt für Obst und Gemüse, gibt es bei der privaten Punkte. Und wenn man in einem Fitnessclub oder Sportclub oder Schwimmbad ist gibt es Punkte. Von diesen Punkten verbilligt sich einmal im Jahr die Versicherung oder es gibt große Ermäßigung auf Wellness-Wochenenden.

Contribution-based Jobseeker's Allowance is paid for up to 182 days, if a person is unemployed, capable of and available for work, and is actively seeking work. The maximum weekly rate is £56.80 (age 16-24) and £71.70 (age 25 or over).

ist also pro Woche wenn man Beiträge gezahlt hat

252 Euro pro Monat für 16-24jährige und 324 für über 25jährige
Miete wird anders geregelt


Moderationshinweis...

3 Beiträge zusammengeführt. Bitte nicht mehrere Beiträge in kurzer Zeit posten. Man kann das eigene Posting innerhalb der Editierzeit (60 Minuten) jederzeit ändern oder erweitern. Des Weiteren lassen sich auch mehrere und auch verschiedene Zitate in einen Beitrag einfügen. Bitte in Zukunft beachten :) LG @HermineL



 

Kerstin_K

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Es gibt in England National Health Service für alle.
Und wenn man sich die Leistungen des NHS ansieht, dannsind wir mit unseren Gesetzlichen Krankenversicherungen echt gut dran. Alleine Die Rollstühle sind aus meiner Sicht eine Katastrophe.
 

Gaestin

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Kerstin, ehrlich gesagt es von Gegend zu Gegend verschieden. Manche Gegenden haben zu wenig Krankenhäuser, manche sind viel besser versorgt. Man kann sich ausdenken, woran es liegt!!!
 

götzb

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Den Film "Ich Daniel Blake" habe ich gesehen, sagte einiges über das dort vorherrschende System aus.
Sehr verstörender Film.

Oder "Brassed Off" der zur Thatcher Zeit spielte. (Bergwerkschließungen)
Die schienen jede Woche zum JC zu müssen... (pauschale Meldung Verfügbarkeit ?)

Und dann noch eine Meldung wo ein junger Unerfahrener vom JC in den Hafen geschickt wurde, und er dort zu Tode kam.
Das ging wohl auch durch die britische Politik, wegen übertriebenen Zumutungsregelungen von Arbeit.

Interessant ist, das jedes JC+ grundsätzlich mit präsenten Wachdienst besetzt ist, mit Eingangskontrollen, in D ist das nicht generell so.

Bei Youtube findet man zu "job centre plus" noch einige Filmchen. In englisch natürlich.
Die Hetze gegen dortige Arbeitslose wurde ja nicht nur von Thatcher und Co sondern vor allen auch von deren Nachfolger J.Major forciert.
 

Kerstin_K

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Interessant ist, das jedes JC+ grundsätzlich mit präsenten Wachdienst besetzt ist, mit Eingangskontrollen, in D ist das nicht generell so.
Das ist dort eine andere Ausgangslage. Die haben genug ERfahrungen mit der IRA gesammelt. Dort gab es auch lange keiene Schliessfächer in den Bahnhöfen, weil das Plätze sind, wo man Bomben ablegen könnte. Gleiches gilt für Abfallkörbe.
 
Zuletzt bearbeitet:

Gaestin

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es gibt keine Abfallkörbe auf Bahnhöfen. Noch aus der Zeit. Und Gepäckaufbewahrung ist sehr teuer, es wird alles geröntgt. Heute heißt es British Steel macht dicht. Da werden viele Arbeitsplätze draufgehen.
 

AsbachUralt

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Zu RAF Zeiten waren auch bei uns Schließfächer außer Betrieb.
 

humble

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Bei uns könnten aktuell die Mülleimer nicht abgebaut werden. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil des sozialen Sicherungssystems, wie die Tafeln übrigens auch... :icon_neutral:

Was UK, speziell London betrifft, gibt es ein sehr verwinkeltes und kompliziertes Vergaberecht an Sozialwohnungen und diese sind die einzige Möglichkeit noch an halbwegs günstigen Wohnraum zu kommen. Da es keine Meldepflicht gibt, ist man dort bei jeder kleinsten Verfehlung eine solche los.
Es gibt zwar eine Art Wohnungsnotstelle. Z.B. bei Wohnungsräumungen bei Mietrückständen usw. wird diese eingeschaltet. Die Leute landen dann aber meistens in richtigen Abbruchbaracken an weiten Rändern der Stadt.
Gleichzeitig geht man durch bestimmte Stadtteile Londons und sieht abends nur weniger Lichter in Fenstern leuchten...
 

Linuxfan

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Und wenn man sich die Leistungen des NHS ansieht, dannsind wir mit unseren Gesetzlichen Krankenversicherungen echt gut dran.
Ich habe von 2003-04 in London gelebt und wollte mal eine Routinezahnkontrolle machen lassen. Vom NHS werden da 20% der Kosten übernommen. Das führt dann teilweise dazu, dass manche Briten sich die Zähne selbst ziehen, bzw. ein "Dental Repair Kit" kaufen und damit selbst die Löcher stopfen. (Quelle)
 

Gaestin

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es ist sehr schwierig, überhaupt einen Zahnarzt zu finden, der NHS Patienten annimmt. Kürzlich wollte eine junge Frau, die ich kenne, in London zu dem Allgemeinarzt gehen, wo sie als NHS Patientin geführt wird. Sie hatte eine starke Grippe. Man bot ihr einen Termin in drei Wochen an. In der Nähe ihres Büros ist ein Medi-Centre. Da zahlte sie fünfzig Pfund und wurde sofort behandelt. Es ist absolut von Gegend zu Gegend verschieden.
 
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