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Armut in Deutschland,Besser wird's nicht

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Jenie

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#2
Allerdings ist Armut nicht gleich Armut. Fachleute unterteilen das Phänomen in subjektive Armut (der Betroffene fühlt sich arm, ist es aber nicht wirklich), absolute Armut (wenn es ums nackte Überleben geht) und relative Armut (das Leben ist gesichert, das soziokulturelle Existenzminimum hingegen nicht).

hat er ja recht so denke ich auch... noch haben wir zu essen und die meisten ein Dach über dem kopf... während in andren Ländern die Armut ganz anderst aussieht
 

ladydi12

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#3
Hallo ihr beiden,

dazu paßt auch dieser Artikel sehr gut, wie ich finde.

meint ladydi12
 

Kaleika

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#5
(...)Borchert erklärt das Phänomen wie folgt: Familien, in denen der größte Teil des Einkommens aus eigener Erwerbstätigkeit stammt, sind grundsätzlich aufstiegsorientiert und begrüßen Werte wie Fleiß, Pünktlichkeit und Bildung. In Familien, die vor allem von staatlicher Hilfe leben, geht Borchert zufolge diese Grundhaltung irgendwann verloren und wird infolgedessen auch dem eigenen Nachwuchs nicht übermittelt. "An diesem Punkt wird Armut erblich", sagt Borchert.(...)
Mich stört am Anfangsartikel, dass gerne so getan wird, als ginge es in erster Linie darum, die Grundhaltung innerhalb der "Sozialhilfedynastien" zu ändern und dann wird das schon!

Die Problmatik liegt viel tiefschichtiger, hat unter anderem auch etwas mit den nicht vorhandenen Arbeitsplätzen zu tun....
Von Bildung werden arme Kinder im dreigliedrigen Schulsystem ja auch so ausgegrenzt!
Mit Fleiß und Pünktlichkeit wird da wohl kein Blumentopf zu gewinnen sein!
Kaleika
 
E

ExitUser

Gast
#6
Dieses Zitat einfach so hinzunehmen, ohne zu hinterfragen ob diese Menschen eventuell unzählige Versuche gemacht haben an ihrem Schicksal etwas zu ändern, bei denen vermeintlich zu Hilfe Verpflichtete nichts besseres zu tun hatten als diese Versuche so lange zu vereiteln, bis diejenigen auch die letzte Kraft verloren und resignierten, finde ich wieder mal von der SZ ganz schön blauäugig. Dass den Familien, als sie vielleicht noch etwas für ihre Kinder tun wollten, alle Kräfte geraubt wurden durch willkürliche Sachbearbeiter, die eben mal nach unten ein wenig zu treten Lust und Laune hatten, so dass den Kindern neben der schon immer vorhandenen Ausgrenzung auch die Liebe der Eltern fehlte, das positive Beispiel dass sich aus eigener Kraft etwas verändern lässt, sowieso. Schicksalsschläge vererben sich immer auf die Kinder, nur wird in diesem Land wohl keinem bewusst, dass das Aufbrechen der Linien nur geschehen kann, wenn auch das Prinzip der Sippenhaftung, das eine menschliche Grund-Denkart zu sein scheint, endlich ein Ende hat. Jedes Kind muss Chancen haben, dann vererbt sich auch nicht Sozialabhängigkeit. Und da wären wir wieder bei der Bildung, einem System das mit den heute agierenden Protagonisten unverbesserlich daherkommt.

Vielleicht wurden die Aussagen Borcherts ja auch ein wenig einseitig verwendet. Weiteres u.a. http://www.tagesspiegel.de/politik/div/;art771,1954365

"Die Geburtenzahl hat sich seit 1965 fast halbiert, dennoch leben jetzt sechzehn Mal so viele Kinder in Sozialhilfe. Was sind die Gründe dafür?

Vor allem unsere Steuer- und Sozialsysteme. ... Der Staat besteuert – verfassungswidrig – das Existenzminimum des Kindes und kompensiert diesen Verfassungsverstoß dann mit dem Kindergeld. Die Politiker stehen so in den Spendierhosen da, obwohl sie die Familien bestehlen."

Und jetzt schreien wieder die Kinderlosen. Tja, was soll man machen. Auch die werden mal alt, und sich gewaltig wundern wenn dann keine Solidarität vorhanden ist zu den dann Bedürftigen, wenn diese von den heute Bedürftigen in Zukunft mal erwartet wird. Es würde mich kein bisschen wundern, wenn die heute stehengelassenen Kinder und Jugendlichen keinen Finger rühren würden, wenn die sich heute bereichert Habenden dann Unterstützung bräuchten. Mit Geld kann mensch nämlich keineswegs alles kaufen, auch wenn Dummgläubige das gerne meinen.

Unsere Gesellschaft ist nur noch ein durchgehendes Ego-Ding mit der an anderer Stelle treffend benannten Gier, in der jeder nur seine eigenen Seite im jetzigen Moment sieht. Weitsicht kann man das nicht nennen, eigentlich nicht einmal Gesellschaft im einfachsten Sinn.

Emily
 
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