armut im nachbarland - auf die lösungsansätze darf man gespannt sein ...

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Richardsch

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Guten Morgen

Auch Österreich gehört zu den WTO-Ländern in denen die GATS-Verträge
(General Agreement on Trade in Services) seit dem 1.1.2005 greifen.

Beschäftigt euch doch mal ein wenig mit GATS, zum Einstieg sind da Attac oder Flegel zu empfehen, ansonsten einfach googeln.

Dieses Thema wurde, bis auf wenige Ausnahmen, immer von den Medien totgeschwiegen und stattdessen von Globalisierung geredet. Kein Wunder, war Bertelsmann der Drahtzieher für GATS in Deutschland. Nur 1% der Deutschen wissen überhaupt was GATS ist, das sollte nachdenklich stimmen.

Liest man sich ein wenig in dieses Thema ein, wundert man sich über verschiedene Dinge nicht mehr.

Gruß Richard
 

zebulon

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Gut, dass nochmal anzusprechen. Ich habe mich auch vor drei/vier Jahren schon damit beschäftigt und gebe dir völlig Recht. GATS ist dafür verantwortlich, das lebenswichtige Versorgungs- und Bildungsgüter privatisiert (monopolisiert) werden, was auch der Grund für Preissteigerungen (Profitmaximierung) sein kann. Außerdem werden die Banken jeglicher Kontrolle entzogen und deren Macht erheblich gestärkt. So hab' ich das damals zumindest verstanden.

Gruß
Zebulon
 

Richardsch

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Hallo Zebulon,

es freut mich, dass du dich auch schon mit GATS beschäftigt hast. Leider tun das nur die wenigsten, auch hier im Board hatte ich noch nichts darüber gelesen.

Vor allen Dingen haben die Politiker keinen Einfluss mehr, da ist egal welche Partei man wählt, alle müssen sich an die Verträge halten. Das Üble: einmal unterschrieben, gibt es nun kein Zurück mehr. Ein Ausstieg aus den GATS-Verträgen ist nur gegen eine hohe Strafe möglich, die kaum ein Land bezahlen kann.

Übrigens: Kohl hatte 1998 die Vorverträge zu GATS unterzeichnet, die endgültigen Verträge, die ab dem 1.1.2005 laufen, wurden von der EU unterzeichnet.

Privatisiert wird alles was mit Dienstleistungen zu tun hat: Kindergärten, Schulen, Gefängnisse, Energie, Wasser usw. Selbst Rechtsanwälte und Ärzte sind davon betroffen.

Nur mal ein Beispiel zur Privatisierung von Wasser, zum Glück war das vor dem 1.1.2005 und konnte noch rückgängig gemacht werden.
In einem Land, ich meine es war Mexiko, ist aber auch egal, wurde das Wasser privatisiert und dann entsprechend teurer verkauft. Die Folge war, die Leute konnten ihre Wasserrechnungen nicht mehr bezahlen. Daraufhin wurde ihnen dann eine Art Pre-Paid Karte gegeben, die sie immer aufladen mussten (erinnert mich jetzt an den Chipkartenzähler für Gas). Wer am 20. nichts mehr auf der Karte hatte und auch kein Geld, der konnte sehen wie er ohne Wasser bis zum Ende des Monats lebte.
Auch in England und Deutschland (einige Regionen) wurde das Wasser schon privatisiert und von den privaten Anbietern zu 40 bis 50% Erhöhung geliefert.

Du hast das richtige Wort gesagt: "Gewinnmaximierung". Seit Ende der 80er wird kontinuierlich auf die GATS-Verträge hingearbeitet. D.h., vor allen Dingen in Richtung Billiglohn, ohne die eine Globalisierung überhaupt nicht möglich wäre. Angefangen hat es mit Arbeitern aus Billiglohnländern, dann der Mauerfall, der meiner Meinung nach auch politisch geplant war. Die Ostdeutschen sind erst an die Mauer gegangen, als sie hörten, dass die Mauer gefallen ist. Dies war allerdings eine Falschmeldung des Journalisten Riccardo Ehrman, der angeblich zufällig in der DDR war. Mit Fall der Mauer kamen nicht nur viele Ostdeutsche nach Westdeutschland, sondern auch Teilnehmer aus anderen Ostblockstaaten, die für einen wesentlich geringeren Lohn arbeiteten. Dies war der erste immense Druck auf die westdeutschen Arbeitnehmer. Massenentlassungen folgten und viele Betriebe verlegten ihre "Arbeitslager" ins Ausland, da der Standort Deutschland angeblich nicht lukrativ genug wäre. Aufgrund des Druckes (Arbeitslosigkeit und Billiglöhner) war der Deutsche immer mehr bereit für weniger Geld zu arbeiten. Die Gewerkschaften sind in dieser Hinsicht auch keine große Hilfe. Mit Einführung von Hartz IV und seinen 1-Euro-Jobs, wird nun noch mehr Druck auf die arbeitende Bevölkerung ausgeübt.

Gerade Frauen sind von GATS betroffen, stellen sie doch die Mehrheit der Dienstleister. Z.B. Pflegekräfte, die zwischenzeitlich zum großen Teil aus 1-Euro-Jobberinnen gestellt werden.

Damit das nicht falsch verstanden wird. Hinweise auf Ostdeutsche und Menschen aus Ostblockländern ist von mir nicht abwertend gemeint. Sollte ich vom Thema abgewichen sein, sorry :)

Gruß Richard
 

HartzDieter

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überall dasselbe Elend
diese neoliberalen Feudalisten fahren Europa komplett gegen die Wand und Tagelöhner und Co schaut gelähmt zu


die Polizeigesetze würden erweitert, es darf auch dort jetzt munter überwacht werden
https://www.heise.de/newsticker/meldung/100870

Klar, was in Deutschland geht, geht auch in Austria. Man beäugt ein wenig, es protestiert niemand und man zieht nach. Schlieslich gehts ja auch um Konkurenz.
Übrigens die Lissaboner Verträge sind in einer Nacht und Nebel Aktion unterschrieben worden.
 
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