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Armut für geringqualifizierte mit Realschulabschluss

libertad

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#1

Texter50

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#2
Man, hab ich nen Glück, dass ich zur Gruppe der verarmten Höherqualifizierten gehöre.
Arm aber mit Abi - wat will ich mehr? :icon_lol:
 

Texter50

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#5
hättest halt gleich was gescheites oder nichts gelernt :icon_lol:
Vor 40 Jahren sachte mir niemand, mit 50 kannste den Dipl.Ing, abhaken.
Sonst hätt ich ja anständich geheiratet... :biggrin:

Ich finde es einfach eine Frechheit, Leute mit Schulabschluss als geringqualifiziert zu bezeichnen. :icon_stop:
 

Albertt

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#6
Interessant finde ich in diesem Zusammenhang noch immer die Floskeln (Hauptsache Schulabschluss! Hauptsache irgend einen Ausbildungsplatz! Abschluss ist sooo wichtig! Pfeifff...), die man den jungen Menschen einzutrichtern versucht.
 
E

ExitUser

Gast
#8
Arm geht auch mit Hochschulabschluss, immer häufiger.
Und dann noch krank, da ist der Ofen endgültig aus...

Aber ich halte es mit Monty Python: Always look on the bright side of life!
tadam tadadadadadam *schunkel*

:biggrin:
 
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#9
Meine Kinder haben es nie bereut, das Land für immer verlassen zu haben.
Die haben selbst nicht gleich als Direktor oder so in ihrer neuen Heimat angefangen, sondern mit relativ bescheidenen Stellen, in denen sie aber wie Menschen bezahlt und behandelt worden. Sie kamen nicht gleich mit Hochschulabschluss und 20 Jahren berufserfahrung bei 30 Lebensjahren dahin....

Das hat ihnen in der furchtbar schweren Anfangszeit, den ersten 3-4 Jahren,so viel Mut gemacht, dass sie es packten und nun wirklich hervorragend dastehen.

In der BRD hätten sie beim hiesigen Unternehmerpack und dem feinen "Kollegentum" kaum eine Chance gehabt. Wären höchstens in Zeitarbeit oder anderem Dreck verschwunden oder in H4. Ganz sicher.

Wer jung, stark, selbstbewusst und kräftig ist und was kann -- die oder der sollte die BRD einfach verlassen, um nicht verheizt zu werden. Ganz sicher.
 

Dark Vampire

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#10
Gibt auch genug die nix in der Birne haben, 2 meiner ehemaligen Azubis die die Prüfung nicht schafften weil sie noch nicht mal die Grundrechenarten und sonst was beherrschten, verdienen sich nun bei Benz dumm und dämlich.Mehr als einer mit ABI hat.
 
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#11
Gibt auch genug die nix in der Birne haben, 2 meiner ehemaligen Azubis die die Prüfung nicht schafften weil sie noch nicht mal die Grundrechenarten und sonst was beherrschten, verdienen sich nun bei Benz dumm und dämlich.Mehr als einer mit ABI hat.
Sowas dürfte die Ausnahme sein. Und wenn Benz mal auf die (was für Tätigkeiten führen die den aus?) verzichtet, stellen die sich ganz hinten an.

In DE verlassen ca. 50.000 Schüler die Schule jährlich ohne Abschluss, das ist allerdings der Hammer.

In dem Zusammenhang: führt man das BGE sein, werden es noch mehr sein.
 

Hexe45

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#12
Wow die Realschule ist also gering qualifiziert. Na ja, so kann man das auch machen. Also liegt die zunehmende Armut nur an einem selber:icon_mrgreen:.

Und sollten dann zu viele Arme übrig bleiben die höher qualifiziert sind, wird einfach die Schranke wieder höher gezogen.

In drei Jahren heißt es dann, als gering qualifiziert gilt der, der nur einen Haut- oder Realabschluß oder nur ein Abi oder nur ein Grundstudium hat.

Und siehe da, schon ist wieder die geringe Bildung die Ursache der Armut.:icon_mrgreen:

Genial, wenn ich nur nicht so kotzen müßte.
 

Dark Vampire

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#13
@danton

bei uns kein Ausnahmefall hier gibts mind. 2 Leihfirmen die die Leute zu Benz vermitteln und knapp 20 Euro zahlen in der Stunde, die meisten sind im Lager, der Rest am Band.Die meisten arbeiten schon jahrelang so.Wenn ich gesundheitlich das noch könnte wäre ich dort.
 

libertad

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#14
Wow die Realschule ist also gering qualifiziert. .... ...

Und sollten dann zu viele Arme übrig bleiben die höher qualifiziert sind, wird einfach die Schranke wieder höher gezogen.

In drei Jahren heißt es dann, als gering qualifiziert gilt der, der nur einen Haut- oder Realabschluß oder nur ein Abi oder nur ein Grundstudium hat.
stimmt, das mit der Realschule is schon stark :icon_kratz:
 

SanIker

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#15
Da bin ich ja strunzdoof, mit meiner DDR 8. Klasse, also ohne Abschluss. :biggrin:
Durfte dann 1995 noch eine Ausbildung zur Verkäuferin machen, da mein Teilfacharbeiter, wie das hier hieß, nix wert war.
Viele meiner Klassenkameraden haben übrigens auch mit 10. Klasse Verkäuferin gelernt und sind auch lange ohne Job, wegen Kinder ect.
Ich mach mir ja Sorgen um meine zwei Kinder die wohl beide Akademiker werden.
Es wird einem ja dauernd erzählt alles darunter ist nix wert.
Am besten sie machen das so wie die Kids von Heiliger Geistl und wandern nach dem Studium aus.
Hier kann man nur noch mit dem Kopf schütteln..:icon_surprised:
 

SanIker

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#17
Holzkiste, 1.80 tief..:biggrin:, der Weg dahin ist ja momentan nicht schwer.
 
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#18
Das noch Perfidere daran ist, dass selbst ein Studium, nach 4 Jahren in AllgII nichts mehr wert ist und man dann als Ungelernter gilt.
Ich kenne persönlich Fälle, wo man promovierte Akademiker Ü50 als Helfer in Leiharbeitsbuden vermitteln wollte. :icon_stop:
 

Anna B.

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#19
och..ich muß auch strunzdoof sein...aber nur "Volksschule"...9. Klasse...damals gab es noch keine 10. Klasse..
anschließend 2 Jahre kaufm. Schule...und dann über 40 Jahre gearbeitet...davon 25 Jahre in höherer Position...ja,ja..arm und doof...

liebe Leute, es werden ständig neue Gründe gesucht...
 

SanIker

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#20
Galt man vor Jahren beim Amt nicht mit mehr als zwei Abschlüssen als überqualifiziert? Da beißt sich die Katze doch in den Schwanz.
Ich kann mich noch gut erinnern wie das 88 lief als ich raus bin aus der Schule.
Ich bekam eine Liste (beidseitig beschrieben) mit Betrieben in denen ich mich bewerben konnte. Dummerweise bin ich nicht zur DB gegangen, da wäre ich womöglich noch heute..
Bin dann am Band gelandet und hab Waschmaschinen zusammen gebastelt. :D
Das "Bewerbungsgespräch" dauerte keine 5 Min, vorlegen musste ich nichts.
Wäre ich AG würde ich das ähnlich angehen unwichtig was einer im LL stehen hat.
Persönlich ein Bild machen und es probieren ist viel mehr wert.
 
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#21
Am besten sie machen das so wie die Kids von Heiliger Geistl und wandern nach dem Studium aus.
Hier kann man nur noch mit dem Kopf schütteln..:icon_surprised:
Die gucken die BRD nicht mal mehr mit dem Arrsch an, nach dem, was sie damals hier erleben durften und nach dem, was sie von ihren Bekannten und Freunden hier aktuell so mitbekommen.
Denen bleibt der Mund vor Staunen offen, wasman sich hier mit Arbeitnehmern leisten kann und vor allem, was diese Arbeitnehmer mit sich machen lassen, lammfromm.
 

SanIker

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#24
@bla47

zu früüüüh für Bodenfrost.:biggrin:

@Heiliger Geistl

Kann ich mir lebhaft vorstellen. Meine Große war jetzt 5 Wochen in Spanien, Praktikum im Hotel und die war von allem begeistert. So eine Atmosphäre würde es hier nicht geben und die Bezahlung war auch gut. Ach ja und das Praktikum war bezahlt, zum Glück bar. :biggrin:
 
E

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#25
Albertt sagte :
Interessant finde ich in diesem Zusammenhang noch immer die Floskeln (Hauptsache Schulabschluss! Hauptsache irgend einen Ausbildungsplatz! Abschluss ist sooo wichtig! Pfeifff...), die man den jungen Menschen einzutrichtern versucht.
Es ist imho ja auch richtig so, dass den jungen Menschen das eingetrichtert wird. Sicherlich ist ein Schulabschluss kein Garant für späteren Erfolg im Beruf, aber er ist in der Regel doch die Grundvoraussetzung, um im immer härter umkämpften Arbeitsmarkt überhaupt noch bestehen zu können. Irgendein Schul- und Ausbildungsplatz ist daher tatsächlich besser als gar keiner.

Denn mit gar keinem hat man so gut wie keinerlei Chance auf etwas anderes als Hartz IV und/oder lebenslange Helfertätigkeiten auf Niedrigstlohn-Niveau in der Zeitarbeit. Dass selbst eine mittlere Qualifikation - und wie richtigerweise konstatiert wurde: auch eine hohe - nicht mehr per se vor Armut schützt, ist natürlich richtig bitter. Aber gerade deshalb gilt leider, dass man sich aus dem Hamsterrad des Immer-Mehr nicht ausklinken kann, wenn man nicht den Anschluss verlieren will.

Danton64 sagte :
Arm geht auch mit Hochschulabschluss, immer häufiger.
Das ist leider korrekt. Sehr anschaulich wird das übrigens in diesem IAQ-Report (S. 5) dargestellt. Nicht nur ist das Niedriglohnrisiko bei Menschen mit Berufsabschluss von 18% im Jahr 1995 auf 24,3 % in 2013 gestiegen, auch stieg das Niedriglohnrisiko von Menschen mit Hochschulabschluss - wenn auch nur leicht - von 9,2% 1995 auf 10,1% im Jahr 2013.

Insgesamt arbeite heutzutage 24,4% aller abhängig Beschäftigten für einen Stundenlohn von weniger als 9,30 € pro Stunde. Das sind ¼ der arbeitenden Bevölkerung. Gleichwohl ist zu konstatieren, dass das mit Abstand höchste Niedriglohnrisiko noch immer jene Menschen ohne Berufsabschluss haben. 43,9% aller Ungelernten arbeiten heute im Niedriglohnsektor. Vor 18 Jahren dagegen waren es „nur“ 29%.

Hexe45 sagte :
Wow die Realschule ist also gering qualifiziert.
Ja, aber nur die Realschule allein, also ohne weiterführenden Abschluss, den die allermeisten Realschüler ja erlangen! Wer die Realschule besucht hat und dann eine Ausbildung absolvierte, gilt nicht länger als geringqualifiziert. Im Wikipedia-Artikel zum DQR/EQR ist das gut beschrieben.

Ich finde das durchaus auch einleuchtend, denn man hat, allein mit einem Schulabschluss, eben noch keine berufsqualifizierende Formalqualifikation erlangt, ist in diesem Sinne als ungelernt = formal nicht qualifiziert.

Dass das Abitur, das ja auch nur ein Schulabschluss ist und insofern keine Berufsqualifikation mit sich bringt, (inoffiziell) dem als qualifizert geltenden Niveau 4 zugeordnet ist, ist natürlich inkonsequent und dieser Logik folgend nicht plausibel.

Das ist vermutlich einfach dadurch zu erklären, dass jene Politiker und Wissenschaftler, die den DQR/EQR erdacht haben, selbst alle Abitur bzw. eine vergleichbare schulische Qualifikation haben, die sie nicht als unqualifiziert tituliert sehen wollen. Mit anderen Worten. Die Definition von (Gering)Qualifikation ist immer auch eine bildungspolitische Machtfrage.

Hexe45 sagte :
Und sollten dann zu viele Arme übrig bleiben die höher qualifiziert sind, wird einfach die Schranke wieder höher gezogen. In drei Jahren heißt es dann, als gering qualifiziert gilt der, der nur einen Haut- oder Realabschluß oder nur ein Abi oder nur ein Grundstudium hat.
Das könnte in der Tat auf uns zukommen. In seinem aktuellen Buch, Der Akademisierungswahn, beschreibt der Philosoph Julian Nida-Rümelin das sehr anschaulich.

Mutter Beimer sagte :
Das noch Perfidere daran ist, dass selbst ein Studium, nach 4 Jahren in AllgII nichts mehr wert ist und man dann als Ungelernter gilt.
Das ist so nicht ganz korrekt. Richtig ist, dass man in der BA dann als wieder ungelernt gilt, wenn man 4 Jahre in an- oder ungelernter Tätigkeit beschäftigt war (oder arbeitslos war) und in Folge dessen keine Möglichkeit mehr hat (bzw. sie vom Vermittler nicht mehr gesehen wird), wieder in dem gelernten bzw. studierten Beruf zu arbeiten.

Aber: Ein Philosoph (wie ich :biggrin:) kann immer philosophieren. Auch nach 20 Jahren der Arbeitslosigkeit gilt der daher nicht als wieder ungelernt. Gleiches gilt für Mathematiker, Archäologen, Liguisten, Soziologen, Psychologen und überhaupt die sozial- und geisteswissenschaftlichen Fächer.

In vielen naturwissenschaftlichen und anwendungsorientierten Fächer, wo das Fachwissen schneller veraltet und neue Standards sich etablieren (Operationsmethoden, Best-Practices, Programmiersprachen, zu beherrschende Programme etc.) ist man dagegen weit schneller „weg vom Fenster“.

Davon ab gilt aber: Das Studium wird rein faktisch nie entwertet. Ob die BA bzw. das JC einen als wieder ungelernt einstuft, spielt insofern nämlich keine große Rolle, als es im SGB II ja ohnehin keinen Berufsschutz gibt. Eben deshalb passiert es ja in der Tat, dass man - wie von dir geschildert - mitunter sogar promovierte Akademiker Ü50 als Helfer in Leiharbeitsbuden zu vermitteln versucht.

Das versucht das JC aber nicht nur, wenn die schon 4 Jahre aus ihrem Job raus sind, sondern das wird mitunter sogar bei frisch von der Uni kommenden Arbeitslosen versucht.
 

Bananenbieger

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#26
Denn mit gar keinem hat man so gut wie keinerlei Chance auf etwas anderes als Hartz IV und/oder lebenslange Helfertätigkeiten auf Niedrigstlohn-Niveau in der Zeitarbeit. ....
Was bringt dies heute, wenn man vom Ausbildungsbetrieb (trotz guter Noten) nicht übernommen wird. Andere Firmen sind auch Mangelware.
Da bleibt eigentlich nur ein Ausweg: Ausland


Aber: Ein Philosoph (wie ich :biggrin:) kann immer philosophieren. Auch nach 20 Jahren der Arbeitslosigkeit gilt der daher nicht als wieder ungelernt. Gleiches gilt für Mathematiker, Archäologen, Liguisten, Soziologen, Psychologen und überhaupt die sozial- und geisteswissenschaftlichen Fächer.
...
Wenn man von eigenen Stücken es schafft, schnell einen Job zu bekommen.

Ist man aber in der unglücklichen Lage, länger Arbeitslos zu sein, hat man das JC gegen sich. Dann ist man damit mehr beschäfftigt, Helferstellen vom JC (meistens ZAF) abzuwehren, als sich um eine vernünftige Stelle zu kümmern.
 
E

ExitUser

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#27
Zum Thema Entwertung von Abschlüssen, auch Hartz IV mit Hochschulabschluss, ist z.B. auch dieses 5-Minuten-Video interessant. Tenor: Menschen mit Realschulabschluss + Berufsausbildung haben, anders als die Bundesregierung und diverse Interessenverbände suggerieren, mitunter bessere Chancen auf einen vernünftig bezahlten Job auf dem Arbeitsmarkt als all die vielen Bachelors.

Es ist geradezu grotesk, wie sehr die berufliche Bildung (Ausbildung, HWK- und IHK-Zertifikate) ohne Grund entwertet werden, die in unserer exportorientierten Industrie viel bedeutsamer für den volkswirtschaftlichen Wohlstand sind. Lesenswert ist in diesem Kontext auch dieser bereits drei Jahre alte Artikel.

Was wir brauchen, ist eine neue Wertschätzungskultur, in der endlich anerkannt wird, was faktisch seit jeher gilt: Man ist nicht erst mit irgendeinem Hochschulabschluss hochqualifiziert. Der Meister ist es ebenfalls. Er gilt im EQR daher imho völlig zurecht auch als gleichwertig mit dem Bachelor-Abschluss.

Ferner brauchen wir viel mehr Möglichkeiten, sich das eigenen Können - egal, wo man es sich angeeignet hat - zertifizieren lassen zu können und so die Gleichwertigkeit mit formal ausgebildeten oder studieren Fachkräften feststellen lassen zu können. Denn ohne ein Papier, das einem das eigene Können bescheinigt, gilt man hierzulande leider nicht viel.

Die Realität ist aber auch: Mit einem Realschulabschluss + technischer Ausbildung kann man durchaus gutes Geld verdienen. Man kann damit zugegebenermaßen auch in Hartz IV landen. Aber das betrifft den promovierten Mathematiker genauso. In diesem einen Sinne hat Hartz IV wirklich zu mehr "Gleichheit" geführt: Es werden nun alle mehr oder weniger gleich schlecht behandelt, wenn sie in die Grundsicherung abrutschen.

Da kann man sich auf sein Abi oder Studium auch nix einbilden. Ein studierter "Hartzer" ist im Amt nämlich auch nur ein Arbeitsloser...:wink:
 
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#29
... Tenor: Menschen mit Realschulabschluss + Berufsausbildung haben, anders als die Bundesregierung und diverse Interessenverbände suggerieren, mitunter bessere Chancen auf einen vernünftig bezahlten Job auf dem Arbeitsmarkt als all die vielen Bachelors.

..:
Das wundert mich überhaupt nicht. Selbst mit einem Master (früher Diplom, Magister) in den Geistes- und Sozialwissenschaften dürften sich viele "unter Wert verkaufen", das ist eigentlich schon lange so. Landest du nicht in der schule, dann wirds ganz ganz schwer. Denn im ÖD wird brutal rationalsiert (Ausnahmen bestätigen die Regel.) und in der privaten Wirtschaft werden die nicht gebraucht bzw. nicht enigestellt. Wissenschaftliche Laufbahn? Wenige Stellen, befristet, befristet, befristet.

Auch viele BWL-Absolventen steigen bei weitem nicht mehr mit dem ein, was in den 80ern und 90er noch oft üblich war.

Und Jura- Absolvent: 1800 - 2000 Brutto keine Seltenheit, oder mit Superexamen in die "Edelkanzlei" bei 80 Std. die Woche.

Statt z.B. Sprache zu studieren würde ich heute eher zur Dolmetscher-Übersetzer-Ausbildung raten. Ein Literatuwisseschaftliches/sprachwissenschaftliches (in fremden Sprachen ) Studium kann man immer noch draufsetzen... und nebenbei noch Geld verdienen und das Studium besser finanzieren (das tut eh not). Sprachlich hat man auch mehr drauf.
 
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