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Arge versaut Freude an Lehrstelle =(

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Nicht offen für weitere Antworten.

smiley74

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#1
Hallo an alle Betroffenen,

ich möchte meinen Sohn nach Abschluß seiner Schulausbildung gerne vor den Fängen der Arge bewahren, aber bin mir etwas unsicher wie ich weiter vorgehen soll.

Zum Fall:
Wir sind seit Jahren ALG II - Aufstocker. Mein Sohn beginnt im August seine Ausbildung zum Bankkaufmann in einer 25 km entfernten, größeren Stadt.
Da mein Mann der Stiefvater ist und es zwischen den beiden schon seit Jahren zu Reibereien kommt und ich immer zwischen zwei Stühlen stehe, weil ich nun mal zu meinem Kind stehe und mein Mann übertrieben veraltete Ansichten hat, habe ich im Januar 09 einen formlosen Antrag bei der Arge gestellt, dass mein Sohn mit Beginn seiner Ausbildung in die andere Stadt aus der elterlichen Wohnung ausziehen kann(er ist dann 18). Dies ist natürlich auch der Wille meines Kindes.
Dem formlosen Antrag habe ich ein polizeiliches Protokoll zwecks einer Verfügung wegen häuslicher Gewalt gegen meinen Mann beigefügt, in dem unter zu schützende Personen auch mein Sohn vermerkt war. (Ich muss dazu sagen, dass er meinen Sohn nicht tätlich angegriffen hat - denn sonst wäre er schon längst von mir abgeschrieben...das weiss aber die arge nicht). Dieses Beweisstück halte ich eigentlich für ausreichend um den Umzug zu gewähren. Ausziehen wird mein Sohn so oder so, schon allein um sich die Fahrtzeiten- und wege zu sparen und natürlich um seine Ruhe zu haben.
Nun geht es natürlich um die Umzugskosten und die Erstaustattung, denn mir ist es leider nicht möglich ihm diese zu finanzieren. Auch wurde mir gesagt, dass er, wenn er nicht übernommen wird nach der Ausbildung wieder zurückziehen müsste (eher unwahrscheinlich weil die Sparkasse in den letzten Jahren zu 100% übernommen hat und er außerdem hinterher studieren will).
Bis heute habe ich von der Arge bezüglich dieser Sache nichts gehört, stattdessen werde ich zur Beibringung aller möglichen unsinnigen Sachen aufgefordert wie z. B. Wohngeldberechnung (von vorherein unwahrscheinlich - wir würden auch mit ki.zuschlag nicht rausfallen, was für mich als Laien schon ersehbar ist), Steuerbescheide der letzen Jahre ( obwohl aus der Lohnbescheinigung vorgeht das wir keine Lohnsteuer zahlen), dann die Nebenkostenabrechnung von 05,06,07,08 ( wir haben Pauschalmiete und bekommen gar keine - haben die schon etliche Male vorliegen) u.s.w.u.s.f. :icon_neutral:
Mein Sohn bekam jetzt sogar schon eine Einkommensbescheinigung, welche er vom Arbeitgeber ausfüllen lassen soll - wohlgemerkt: seine Ausbildung beginnt im August!!!
Für mich sieht das natürlich alles nach Schikane aus und ich weiß auch jetzt schon, das für März unser Geld nicht pünktlich da sein wird (Fortzahlungsantrag Mitte Januar abgegeben).
Nun meine Frage: wie würdet ihr an meiner Stelle weiter vorgehen? Mein Sohn wird im 1. Lehrjahr ca. 736,00 € brutto haben, was wohl auch heißt, das er aus dem Kindergeld rausfällt. Vllt. hat er ja Anspruch auf BAB oder/und Wohngeld, was ich aber jetzt noch nicht weiß. Wie würden seine Chancen stehen?
:icon_klatsch:Bravo Arge, das einem die Freude an einer Lehrstelle schon jetzt versaut wird!!!:icon_party:
Ich danke schon mal für gute Tipps.

LG Smiley74!
 

Mario Nette

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#2
Die wissen, dass sie müssen und wollen euch vorher in eine andere Leistung abschieben, um nicht mehr zu müssen.

Von wann ist der Antrag auf Umzugsgenehmigung?

Mario Nette
 

smiley74

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#3
hallo Mario Nette

den formlosen Antrag habe ich zusammen mit meinem Fortzahlungsantrag Mitte Januar abgegeben. Erst mal nur formlos ohne konkrete Wohnungsangebote, weil es ja noch ein paar Monate hin ist. Aber es ist ja auch etwas umständlich sich alle Genehmigungen erst kurz vorher zu holen.

Allein schon von der Höhe des jetzigen Auszahlungsbetrages ist es rechnerisch unmöglich uns woandershin abzuschieben. Wenn es denn so wäre, dann wär ich schon längst weg von dem Verein. Liebend gern =)

LG Smiley74!
 

ela1953

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#4
Wenn 736 Euro das Bruttoeinkommen ist, fällt dein Sohn nicht raus aus dem Kindergeld.

Für die 7.630 Euro im Jahr, die dein Sohn verdienen darf, wird das Nettoeinkommen genommen. (Brutto abzüglich Sozialversicherungen), Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld wird dazu gerechnet. Dann kann er noch Werbungskosten absetzen. Fahrtkosten zur Sparkasse und Berufsschule, Schulbücher und vieles mehr.

Für dieses Jahr braucht ihr euch gar keinen Kopf zu machen, da bekommt er das Kindergeld ohne Probleme.
Für das nächste Jahr müssen dann alle Quittungen gesammelt werden.

Da er dann eine eigene Wohnung hat, hat er auch Anspruch auf BAB. Dafür wird zwar das Einkommen der Eltern herangezogen, aber bei ALG II Bezug ist da nichts anzurechnen.

Er hätte dann seine Azubivergütung + 164 KG + BAB, das ist mehr, wie ein ALG II Empfänger zur Verfügung hat. (bekannter Single hat ca 660)

Dein Sohn braucht auch keine Erlaubnis, um sich eine Wohnung zu nehmen.

Das er nach der Ausbildung wieder zu Hause einziehen muss, wurde mir auch gesagt.
Aber ich habe den Verdacht, dass die nicht wollen, dass die "Kinder" ausziehen, weil sie bei diesen Verdiensten das Kindergeld an die Eltern übertragen.

Allerdings käme ich nicht auf die Idee irgendeine Umzugshilfe oder Erstausstattung zu beantragen. Wenn ohne ARGE, dann auch wirklich ohne.

Meine Töchter sind auch als Azubinen hier ausgezogen und mussten sich alles selbst anschaffen. Die Älteste, als ich noch einen gut bezahlten Job hatte. Aber auch da hat sie sich gebrauchte Möbel zugelegt. Die Jüngere, als sie hörte, was sie an KdU zu zahlen hätte, wenn sie hier wohnen geblieben wäre.

Wenn man die Augen und Ohren offen hält bekommt man mehr Sachen geschenkt, als man sich vorstellen kann. Und überall erzählen, dass der Sohn demnächst eine eigene Wohnung bezieht. So hat sich meine Tochter eine gebrauchte Kücheneinrichtung mit Geräten aus der Zeitung gekauft für 30 Euro. Als der Verkäufer hörte, das es die erste Wohnung ist, holte er noch Lampen, Toaster usw. aus den Ecken.

Mein jüngster ist im zweiten Lehrjahr und wohnt noch hier. So langsam merkt er aber, dass es im finanziell besser ginge, wenn er sich ne eigene Bude sucht.

Und mir dann auch. Denn jetzt fehlen mir jeden Monat 124 Euro, weil mir das Kindergeld von den 351 Euro abgezogen wird, obwohl das KG auf das Konto des Sohnes geht.
 

smiley74

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#5
Hallo ela1953,

wahrscheinlich hast du recht, alles ohne die arge zu bewerkstelligen.Aber trotzdem ist es eine gewaltige Hürde finanziell gesehen, denn es hängt ja nicht von Haushaltsgeräten ab, die kriegen wir auch so zusammen, zumindestens die kleineren Sachen, aber zum Beispiel bei größeren Dingen wie Küche oder Waschmaschine haperts dann. So etwas muss ich mir trotz Aufstocker auch zusammensparen, wenn mal was hin ist. Und die Kaution kriegt er auch nicht allein beisammen, und da wäre ein Darlehen hilfreich. Er kann ja schließlich nicht bei seinem künftigen Arbeitgeber gleich einen Kredit verlangen *gg*. Soweit ich ihm helfen kann tue ich alles, bitte nicht falsch verstehn. Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und vermögendswirksame Leistungen bekommt er auch, darum denke ich wird er wohl aus dem Kindergeldbezug fallen. Auch schon allein damit sein Geld nicht bei uns angerechnet wird, möchte ich (und er) das er sich ne eigene Wohnung nimmt dort. Zumal wir dann mit meinem zukünftigen 400,00€ Job wohl auch endlich von der Arge wegkommen. Dann gibts ne party :icon_party:
*LG* Smiley74
 

ela1953

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#6
Für dieses Jahr bekommt er auf jeden Fall noch das Kindergeld.

Für nächstes Jahr vorher mal überschlagen, ob es hinkommen kann.

Wenn nicht: Alle Belege sammeln,denn Kindergeld kann auch nachträglich beantragt werden.

Das wurde mir damals bei meiner Ältesten geraten von einem älteren SB beim Arbeitsamt.

Sie hatte ihre Ausbildung bei der Stadt für den gehobenen Dienst.
 

smiley74

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#8
hi :icon_smile:,

hatte heute einen Termin bei der Arge um alle unsinnigen Nachweise wie zuvor beschrieben nachzureichen.

Auf meine Nachfrage, was denn nun mit meinem Antrag auf Auszug meines Sohnes wäre, ob ich denn nicht irgendwann mal irgend etwas von denen hören würde um evt. weiter vorzugehen in dieser Sache ( wie geschrieben, den Antrag habe ich am 16.01. abgegeben), weil ich ja eh einen abschlägigen Bescheid erwarte (und Widerspruch und Klage dauern ja), kramte dieser junge Azubi ewig in meiner Akte und erklärte mir dann rotzfrech, dass der Antrag von seiner Kollegin noch nicht bearbeitet sei, wahrscheinlich weil noch sooooooo lange Zeit bis August ist.

Ich hätte ja schon wieder im Dreieck springen können!!!! (hab ich auch :icon_redface:)Wäre vllt ein Schreiben mit Fristsetzung sinnvoll? Oder ist die Gefahr dabei höher einen abschlägigen Bescheid zu erhalten?

lg eine saure smiley74 :mad:
 

gila

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#9
schriftlich eine Sachstandsanfrage machen und mit Frist um einen rechtsfähigen Bescheid bitten. Sonst bewegt sich keiner.
Schließlich muss der Bürger auch seine Dinge planen!

In den meisten Appartements sind kleine Küchen drin - gezielt nach so etwas suchen. Wäsche zunächst am Wochenende bei Mami ;-) - manchmal sind in größeren Wohnanlagen Waschkeller vorhanden.Gebrauchte W-Maschinen sind nicht teuer.
Sohnemann kann für seine Wünsche vielleicht auch was tun und bissel jobben ? Bis August kommt dann schon etwas zusammen.

§ 22 SGB II:

(2a) Sofern Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, umziehen, werden ihnen Leistungen für Unterkunft und Heizung für die Zeit nach einem Umzug bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres nur erbracht, wenn der kommunale Träger dies vor Abschluss des Vertrages über die Unterkunft zugesichert hat. Der kommunale Träger ist zur Zusicherung verpflichtet, wenn 1.der Betroffene aus schwerwiegenden sozialen Gründen nicht auf die Wohnung der Eltern oder eines Elternteils verwiesen werden kann,
2.der Bezug der Unterkunft zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist oder
3.ein sonstiger, ähnlich schwerwiegender Grund vorliegt.
Unter den Voraussetzungen des Satzes 2 kann vom Erfordernis der Zusicherung abgesehen werden, wenn es dem Betroffenen aus wichtigem Grund nicht zumutbar war, die Zusicherung einzuholen. Leistungen für Unterkunft und Heizung werden Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nicht erbracht, wenn diese vor der Beantragung von Leistungen in eine Unterkunft in der Absicht umziehen, die Voraussetzungen für die Gewährung der Leistungen herbeizuführen.
 
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